Dachboden dämmen: Ablauf, Kosten und Förderung 

Indem Sie die oberste Geschossdecke oder den Dachboden dämmen, sparen Sie viel Energie. Sie steigern Ihren Wohnkomfort und schonen sogar das Klima. Infrage kommt die vergleichsweise günstige Maßnahme, wenn Sie das Dachgeschoss nicht beheizen. Wir erklären, wann es Pflicht ist, den Dachboden zu dämmen, warum es sich auch ohne Pflicht lohnt und wie Sie den Dachboden richtig isolieren. Erfahren Sie außerdem mehr über Kosten, Einsparungen und Förderung.

Viele Gründe sprechen für die Dachbodendämmung 

Ist der Dachboden frei zugänglich und unbeheizt, lassen sich Dämmstoffe einfach einbringen. Die Maßnahme ist mit geringen Kosten verbunden und mit etwas Geschick auch selbst durchführbar. Indem die Dämmung auf der obersten Geschossdecke den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) verbessert, geht im Winter weniger Wärme verloren. Die Heizung muss weniger leisten und Sie sparen Heizkosten. Gleichzeitig sinken auch die CO2-Emissionen Ihrer Heizungsanlage. Während das dem Klima zugutekommt, schont es Ihren Geldbeutel. Denn ab 2021 zahlen Sie bei fossilen Brennstoffen auch einen CO2-Preis.

Ein weiterer Grund zum Isolieren der obersten Geschossdecke: Die Dämmschicht sorgt für einen besseren Hitzeschutz. Sie lässt im Sommer weniger Wärme aus dem Dach in den Wohnraum eindringen und steigert Ihren Wohnkomfort.

Dachboden dämmen: Pflicht nach EnEV und GEG

In vielen Fällen ist es gesetzlich vorgeschrieben, den Dachboden zu isolieren. So enthält die Energieeinsparverordnung (EnEV) eine entsprechende Nachrüstpflicht in Paragraf 10 Absatz 3. Die Pflicht betrifft alle Eigentümer beheizter Gebäude, deren frei zugängliche Dachgeschosse nicht dem Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 entsprechen. Ist das der Fall, fordert der Gesetzgeber, dass Hausbesitzer den Dachboden isolieren, um einen U-Wert von 0,24 W/m²K zu erreichen. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Dach zu dämmen.

Neben der EnEV enthält auch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) die Nachrüstpflicht im § 47. Es gilt ab November 2020 und löst die EnEV dann ab.

Übrigens: Die DIN 4108-2 fordert einen r-Wert (Wärmedurchlasswiderstand) von 0,90 (m²K)/W. Um diesen zu erreichen, müssen nur wenige Zentimeter Dämmung auf der obersten Geschossdecke liegen. Ob Sie die Vorgaben erfüllen, findet ein Energieberater schnell heraus.

Ein Handwerker beim Dachboden Isolieren
© artursfoto | Fotolia

Speicherdecke oder das Dach dämmen – was ist besser?

Ist und bleibt das Dachgeschoss unbeheizt? Dann lohnt es sich, die oberste Geschossdecke zu dämmen. Denn die Maßnahme ist günstiger und einfacher als die Dachdämmung. Haben Sie allerdings vor, das Dachgeschoss jetzt oder in Zukunft zum Wohnraum auszubauen, ist eher eine Dachdämmung zu empfehlen. Denn auf diese Weise sorgen Sie für Wärme- und Hitzeschutz in den Zimmern unterm Dach.

Übrigens: Eine Kombination von Dach- und Dachbodendämmung ist in der Regel nicht zu empfehlen. Dämmen Sie den Dachboden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften, sind die Einsparungen hier bereits sehr hoch. Der Effekt einer zusätzlichen Dachdämmung wäre dabei in der Regel zu vernachlässigen.

Dachboden dämmen: Diese Materialien stehen zur Auswahl 

Möchten Sie die oberste Geschossdecke isolieren, stehen Ihnen verschiedenste Dämmstoffe zur Auswahl. 

  • Zellulose: flockiger Recyclingstoff aus zerkleinertem Altpapier; vor Ungeziefer und Schimmel sicher; zum Auf- und Einblasen geeignet; normal- oder schwerentflammbar (B2 / B1)
  • Perlite: Platten gepresste, aufgeblähte Gesteinsteilchen; zum Auf- und Einblasen oder zur Verlegung als Platte geeignet; leicht; widerstandsfähig; beständig gegen Ungeziefer; schwerentflammbar oder nichtbrennbar (B2 / A1)
  • Hanf: Naturdämmstoff in Form von Vliesen oder Filzen; zum Auflegen oder Klemmen geeignet; beständig gegen Feuchte und Ungeziefer; normalentflammbar (B2)
  • Schafwolle: Naturdämmstoff als lose Stopfwolle, Matte, Vlies oder Filz; zum Auflegen, Klemmen oder Ausstopfen von Hohlräumen geeignet; weitgehend resistent gegen Fäulnis; langlebig; normalentflammbar (B2)
  • Holzfasern: Naturdämmstoff aus Nadelholzabfall als Holzfasern, Filzen oder Dämmplatten; zum Auflegen, Klemmen oder Einblasen geeignet; hoher Hitzeschutz; normalentflammbar (B2)
  • Mineralwolle: Mineralische Dämmstoffe aus Altglas (Glaswolle) oder Gesteinen (Steinwolle) in Form von Matten und Platten; zum Auflegen und Klemmen geeignet; diffusionsoffen; resistent gegen Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer; sinkende Qualität bei feuchten Dämmstoffen; nichtbrennbar (A2 / A1)
  • expandiertes Polysterol (ESP):  Aufgeblähter Dämmstoff auf Basis von Erdöl in Form von Platten; zum Verlegen geeignet; verrottet nicht; feuchtebeständig; kann bei Feuer tropfen; schwerentflammbar (B1)
  • Polyurethan (PUR):  Aufgeblähter Dämmstoff auf Basis von Erdöl, Zuckerrüben, Mais oder Kartoffeln; harter Schaumstoff in Form von Blöcken oder Platten; zum Verlegen geeignet; resistent gegen Schimmel und Fäulnis; altert und verrottet nicht; schwerentflammbar (B2)
Dämmstoff für die Dachbodendämmung

Wärmeleit-fähigkeit 

Wärme-
speicher-fähigkeit
Energieeinsatz Herstellung

Zellulose 0,040-0,045 W/(mK) 1.700-2.150 J/(kgK) 50 kWh/m³
Perlite0,050-0,070 W/(mK) 1.000 J/(kgK) 90-160 kWh/m³
Hanf0,040-0,045 W/(mK) 1.300 J/(kgK) 50-80 kWh/m³
Schafwolle 0,040 W/(mK) 960-1.300 J/(kgK) 40-80 kWh/m³
Holzfasern 0,038-0,055 W/mK 2.000-2.100 J/(kgK) 560-1.500 kWh/m³
Mineralwolle 0,032-0,045 W/(mK) 840-1.000 J/(kgK) 150-500 kWh/m³
expandiertes Polystyrol (EPS) 0,035-0,040 W/(mK) 1.500 J/(kgK) 200-760 kWh/m³
Polyurethan (PUR) 0,020-0,030 W/(mK) 1.200-1.400 J/(kgK) 800-1.500 kWh/m³

Die Tabelle zeigt eine Auswahl an Materialien, mit denen Sie Ihren Dachboden dämmen können. Die Angaben helfen dabei, den besten Dämmstoff zu wählen. Ist die Wärmeleitfähigkeit niedrig, benötigen Sie eine geringe Schichtdicke, um eine hohe Dämmwirkung zu erreichen. Isolieren Sie den Dachboden mit Dämmstoffen, die ein hohes Wärmespeichervermögen haben, kommt das dem Hitzeschutz zugute. Ein niedriger Primärenergiegehalt steht darüber hinaus für eine energiesparende Herstellung.

Aufbau und Ablauf: So dämmen Sie den Dachboden richtig 

Steht Ihr Entschluss fest und sie wollen die oberste Geschossdecke isolieren, sollten Sie zunächst den richtigen Aufbau planen. Wie dieser aussieht, hängt von der Art der Zwischendecke und der geplanten Nutzung des Dachbodens ab.

Dachboden isolieren: Welche Dämmstoffdicke ist erforderlich? 

Mit der EnEV und dem GEG fordert der Gesetzgeber einen U-Wert von 0,24 W/m²K. Welche Dämmstärke erforderlich ist, um diesen zu erreichen, hängt vom Aufbau der Decke und den verwendeten Dämmstoffen ab. Grundsätzlich gilt: Je geringer die Wärmeleitfähigkeit der Materialien zum Dachboden Dämmen ist, umso schlanker kann die Dämmschicht ausfallen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Schichtdicken sich in Abhängigkeit der Dämmstoffqualitäten ergeben:

  • WLG040 (Wärmeleitgruppe): etwa 16 Zentimeter
  • WLG035: etwa 14 Zentimeter
  • WLG025: etwa 10 Zentimeter

Wichtig zu wissen ist, dass sich die Angaben lediglich als Richtwerte verstehen. Sie ermöglichen eine grobe Orientierung und können abhängig von der individuellen Konstruktion auch abweichen.

Dampfbremse für die Dachbodendämmung: Nötig oder nicht?

Eine Dampfbremse sorgt dafür, dass warme Luft aus beheizten Räumen keine Feuchtigkeit in die Dämmebene transportiert. Denn das könnte dazu führen, dass Wasser kondensiert und Feuchteschäden entstehen. Ob eine Dampfbremse erforderlich ist, hängt dabei von den Gegebenheiten vor Ort ab. So benötigen Sie die Sperrschicht häufig nicht, wenn Sie den Dachboden über einer Betondecke dämmen. Das Gleiche gilt, wenn Sie die Dämmung oben nicht abdecken oder Dielen mit ausreichend Abstand zueinander verlegen. Denn dann kann eventuell eingedrungene Feuchtigkeit ins gut belüftete Dachgeschoss diffundieren. Aus diesem entweicht das Wasser dann nach außen.

Wenn Sie den Dachboden dämmen und einen dichten Boden (zum Beispiel aus OSB-Platten) verlegen, benötigen Sie die Dampfsperre. Günstig sind dabei feuchtevariable Folien. Diese passen ihre Eigenschaften den Bedingungen vor Ort an und lassen eventuell eingetretene Feuchtigkeit im Sommer an die bewohnten Räume zurücktrocknen.

Unser Tipp: Besprechen Sie die Konstruktion vor dem Beginn der Arbeiten mit einem Energieberater. Der Experte prüft die örtlichen Gegebenheiten und stellt fest, welcher Aufbau in Ihrem Fall der richtige ist.

Dachboden dämmen: Begehbar oder nicht?

Einen großen Einfluss auf den Aufbau der Dachbodendämmung hat die geplante Nutzung des Dachraumes. Möchten Sie den gut belüfteten Raum als Lager, Abstellraum oder Wäscheboden nutzen, sollte die Dämmung auf der obersten Geschossdecke begehbar sein. Auf ebenen Böden können Sie dabei druckbelastbare Platten verlegen. Handelt es sich um sehr unebene oder offene Böden, verlegen Sie zunächst parallel angeordnete Balken. In diese legen Sie die Dämmstoffe ein, bevor Sie die Konstruktion oben mit Dielen oder Platten abschließen.

Einfacher ist es, wenn der Boden nicht begehbar bleibt. Denn in diesem Fall können Sie Dämmmatten lückenlos auf der obersten Geschossdecke verlegen. Eine günstige Alternative sind einblas- oder schüttfähige Dämmstoffe, die Sie gleichmäßig auf dem Dachboden verteilen.

Dachboden dämmen von oben
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Hohlräume in der Zwischendecke dämmen

Handelt es sich bei der obersten Geschossdecke um eine Holzbalkendecke, können Sie die Dämmung für den Dachboden auch in dieser einbringen. Dazu befreien Sie die Sparrenzwischenräume zunächst von Unrat, Schmutz und anderen Stoffen. Anschließend bringen Sie klemm- oder einblasfähige Materialien ein.

Wichtig zu wissen: Erreichen Sie bei der Dachbodendämmung zwischen den Sparren nicht den von EnEV oder GEG geforderten U-Wert, lässt der Gesetzgeber oft Ausnahmen zu. Ob diese in Ihrem Fall zutreffen, weiß ebenfalls ein Energieberater aus Ihrer Region am besten.

Die Treppe zum Dachboden nicht vernachlässigen

In vielen Häusern führt nur eine Deckenluke mit Klappleiter zum unbeheizten Dachraum. Möchten Sie für einen optimalen Wärmeschutz sorgen, muss diese gedämmt sein. Es lohnt sich daher oft, alte Einschubtreppen durch neue zu ersetzen. Andernfalls entsteht hier eine Schwachstelle, durch die es im Winter spürbar ziehen kann.

Häufige Fehler: Auf diese Punkte ist zu achten

Damit später keine Probleme auftauchen, sollten Sie bereits beim Dämmen des Dachbodens auf einige Punkte achten. Wichtig ist es zum Beispiel, die Dämmung lückenlos auf der Geschossdecke zu verlegen, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Der Grund: In diesen könnte Feuchtigkeit kondensieren und Schäden verursachen. Wichtig ist es darüber hinaus, Dämmmatten oder Platten ohne offene Fugen auf der obersten Geschossdecke zu verlegen. Von oben sollte die gesamte Konstruktion zudem vor Regenwasser und Schnee geschützt sein.

Dachboden dämmen: Kosten und Förderung

Im Vergleich zu anderen Dämmarbeiten am Haus müssen Sie bei der Dachbodendämmung mit den geringsten Kosten rechnen. Denn abhängig vom Aufbau beginnen die Preise bei 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Für eine begehbare oberste Geschossdecke können Sie hingegen mit 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter rechnen. Die Einsparungen liegen in der Regel bei zehn bis 20 Prozent Ihrer Heizkosten. Ausschlaggebend ist dabei der allgemeine energetische Zustand des Gebäudes.

Gibt es für die Dämmung der obersten Geschossdecke eine Förderung? 

Wenn Sie den Dachboden dämmen, bekommen Sie eine Förderung vom Staat. So gibt es Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent über das Programm 430 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Programm 430). Benötigen Sie ein Darlehen für die Sanierung, können Sie dieses über das KfW-Programm 152 beantragen. Das Besondere daran ist ein Tilgungszuschuss, der die zurückzuzahlende Summe um 20 Prozent reduziert. Ganz gleich, für welche Förderung Sie sich beim Dämmen des Dachbodens entscheiden: Die Mittel sind immer vor dem Beginn der Arbeiten mit einem Energieberater zu beantragen. Voraussetzung ist außerdem, dass sie einen U-Wert von 0,14 W/m²K erreichen.

Was viele nicht wissen: Die KfW-Förderung für die Dachdämmung gibt es auch bei Eigenleistung. In diesem Fall bekommen Sie die Zuschüsse nur für die Materialkosten. Ein Energieberater muss den fachgerechten Einbau allerdings bestätigen.

Alternativ zur KfW-Förderung stehen Ihnen auch Steuerboni zur Verfügung. So bekommen Sie eine Vergünstigung in Höhe von 20 Prozent über den neuen Steuerbonus für die Sanierung. Die Förderung ist auf 40.000 Euro begrenzt und über drei Jahre zu verteilen. Während Sie die Mittel nachträglich über Ihre Einkommensteuererklärung beantragen, ist ein Fachhandwerker Pflicht. Halten Sie sich lediglich an die gesetzlichen Vorgaben zur Dämmung, können Sie zumindest die Handwerkerkosten von der Steuer absetzen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Möchten Sie Energie und Kosten sparen, können Sie den Dachboden dämmen. Die Maßnahme ist vergleichsweise günstig, effektiv und mit etwas Geschick auch selbst zu erledigen. Die Einsparungen liegen bei zehn bis 20 Prozent. Übertreffen Sie die gesetzlichen Vorgaben, fördert der Staat die Dachbodendämmung mit Zuschüssen, Darlehen und steuerlichen Vergünstigungen.
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