10 Anzeichen dafür, dass die Heizung nicht mehr optimal arbeitet

Noch immer bekommt die Heizungsanlage in einem Durchschnittshaushalt nur wenig Aufmerksamkeit. Dabei ist sie der Garant für Wohnkomfort und wohlige Wärme in den kühlen Monaten. Insbesondere ihre Modernisierung wird stark vernachlässigt. Dabei arbeitet eine Heizung ab einem bestimmten Alter nicht mehr wirtschaftlich und belastet die Umwelt. Woran Sie erkennen, dass es höchste Zeit ist, die ganze Anlage auf Herz und Nieren überprüfen zu lassen und gegebenenfalls den Kesseltausch vorzunehmen, darum geht es in diesem Artikel.

Moderne Heiztechnik sorgt für hohe Effizienz

Je älter eine Heizungsanlage ist, desto mehr Brennstoff verbraucht sie. Moderne Heizkessel erzeugen mit derselben Brennstoffmenge viel mehr Energie. Das liegt vor allem an der sauberen Verbrennung und an der zusätzlichen Nutzung verborgener Wärme. Das Zauberwort lautet hierbei Brennwerttechnik. Brennwertkessel kühlen die Verbrennungsabgase soweit herunter, dass der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert. Bei diesem Prozess setzt der Wasserdampf versteckte Wärme frei, die für die Heizung nutzbar gemacht wird. Wie dieser Vorgang im Detail aussieht, erklärt der Beitrag „Funktionsweise der Brennwerttechnik“.   

Sicherer Betrieb und Entlastung der Umwelt

Zwei entscheidende Vorteile einer Heizungsmodernisierung sind zum einen die Entlastung der Umwelt. Denn weniger Brennstoffverbrauch bedeutet gleichzeitig weniger Schadstoffemissionen. Zum anderen sorgt die moderne, aufeinander angestimmte Heiztechnik für einen wartungsarmen und sicheren Betrieb. Ein Totalausfall ist hierbei wesentlich unwahrscheinlicher.

Das Bild zeigt die zehn häufigsten Anzeichnen dafür, dass der Kessel nicht mehr optimal arbeitet. 

Die fünf ersten Anzeichen  

Wie bereits erwähnt, schenken die meisten Anlagenbesitzer ihrer Heizungsanlage erst dann Aufmerksamkeit, wenn sie längst nicht mehr wirtschaftlich arbeitet. Dabei gibt es mehrere Anzeichen dafür, diesen Schritt früher zu wagen. Ob die Heizungsmodernisierung oder sogar der Kesseltausch wirklich zwingend erforderlich ist oder nicht, muss aber immer individuell entschieden werden. Der erste Ansprechpartner hierbei ist in der Regel der Installateur.   

Ihr Heizkessel ist älter als 15 Jahre 

Ein einfaches Indiz ist das Alter des Kessels. Im Schnitt gelten Kessel, die schon seit mehr als 15 Jahren im Einsatz sind, als veraltet. Trotz regelmäßiger Wartung wird es täglich wahrscheinlicher, dass größere mechanische Probleme auftreten oder es sogar zu einem Totalausfall kommt. Um das Baujahr des Kessels herauszufinden, hilft oft ein Blick auf das Typenschild. Alternativ liefert auch die Einsicht in das Protokoll des Schornsteinfegers die gesuchte Information.

Die Heizkörper werden nur langsam warm?

Im Normalfall dauert es nur wenige Minuten nach dem Aufdrehen der Thermostate, bis die Heizkörper warm werden und die Räume auf die gewünschte Temperatur bringen. Ist das nicht mehr der Fall, liegt es häufig am fehlenden hydraulischen Abgleich oder am zu niedrigen Wasserdruck. Es ist aber auch anzunehmen, dass der Heizkessel nicht mehr optimal arbeitet und die Heizkörper deshalb nur teilweise warm werden. 

Ihr Heizkessel muss öfter repariert werden?

Nichts währt ewig. Das gilt zwar auch für Heizkessel und die Heizkörper. Wenn Ersterer aber in kurzen Intervallen kostspielige Reparaturen verursacht, dann ist es ratsam, den Heizkesseltausch in Erwägung zu ziehen. Als Faustregel gilt: Wenn die Reparaturkosten 50 Prozent der Kosten für einen neuen Kessel übersteigen, dann besteht Handlungsbedarf.

Es gibt kaum noch Ersatzteile

Die Reparaturkosten sind das eine. Um eine veraltete Anlage instand zu halten, sind jedoch auch Ersatzteile unabdingbar. Diese können je nach Fabrikat und Modell nur bedingt verfügbar sein.  

Die Brennstoffkosten steigen stetig und unverhältnismäßig

Mit der zunehmenden Inflation steigen nicht nur die Verbraucherpreise, sondern auch die für Brennstoffe. In Zeiten und Google von Co. ist es jedoch sehr einfach, die durchschnittlichen Brennstoffkosten (zum Beispiel in einem Einfamilienhaus oder Reihenhaus) herauszufinden. Weichen diese sehr stark vom eigenen durchschnittlichen Wert ab, deutet es häufig auf eine ineffiziente Anlage hin. Oft helfen kleine Maßnahmen wie der hydraulische Abgleich, der Pumpentausch, die Optimierung der Heizkurve oder die Dämmung offener Heizungsrohre. Wenn alle diese Maßnahmen nicht den erwünschten Erfolg bringen, liegt es vielleicht doch am Heizkessel.

Das Bild zeigt einen Handwerker mit Klemmbrett, darauf notiert dieser, was bei der Heizung infolge der Wartung getan werden muss.

Fünf weitere Anzeichen 

Bereits die ersten fünf Anzeichen haben gezeigt, dass die Heizungsmodernisierung, worunter auch der Heizkesseltausch fällt, in vielen Fällen mehr als notwendig und sinnvoll ist. Wer aber noch immer unsicher ist, ob dieser Schritt für ihn infrage kommt, den überzeugen womöglich die folgenden fünf Anzeichen.

Die Räume werden einfach nicht warm

Häufig ist davon die Rede, dass ältere Heizkessel überdimensioniert, also zu groß ausgelegt, seien. Wenn sie es dennoch nicht schaffen, die Räume auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen, obwohl davor sämtliche Optimierungsmaßnahmen (hydraulischer Abgleich, Anpassung der Heizkurve etc.) durchgeführt wurden, dann hilft oft nur der konsequente Schritt: Kesseltausch.

Die Heizung macht seltsame Geräusche

Wenn das Auto seltsame Geräusche wie Klackern, Klopfen oder Quietschen von sich gibt, dann ist es Zeit für den Werkstattbesuch. Das Gleiche gilt auch für die Heizung. Sie sollte im Normalfall ruhig laufen und keine ungewöhnlichen Töne hervorbringen. Ist das jedoch der Fall, ist der Besuch eines Installateurs ratsam. Die häufigsten Verursacher für Geräusche sind übrigens Luft im Heizkreislauf, defekte Ventile oder Pumpe(n).

Das Warmwasser ist alles andere als heiß

Die Warmwasserversorgung kann entweder über den Kessel selbst oder über einen elektrischen Durchlauferhitzer erfolgen. Wenn der Heizkessel beide Funktionen (Heizen und Warmwasserbereitung) übernimmt, das Wasser aber nicht die gewünschte Temperatur hat, dann ist es durchaus ein Anzeichen zeitnah zu handeln. Ein Kesseltausch ist in solchen Fällen aber nicht zwingend erforderlich. Womöglich liegt der Fehler beim Warmwasserspeicher oder dessen Sensorik und nicht beim Heizkessel selbst.

Die Flamme ist nicht blau, sondern gelb oder orange

Die meisten Wärmeerzeuger in Deutschland verwenden Verbrennungstechnik. Für die Umwandlung des Brennstoffs in Wärme setzen moderne Anlagen auf "Blaubrenner". Wie der Name es bereits verrät, ist die Flamme bei diesem Brenner meist bläulich, was vor allem an der optimierten Mischung von brennbaren Bestandsteilen des Brennstoffs mit Sauerstoff liegt. Ist die Flamme hingegen gelblich oder orange, bedeutet dies häufig eine unsaubere Verbrennung und somit auch eine sinkende Wirtschaftlichkeit.  

Die Heizung ist undicht

Es kommt nur selten vor, dass Heizkessel selbst undicht sind und Abgase in den Wohnbereich vordringen. Falls es dennoch dazukommen sollte, dann ist schnelles Handeln dringend erforderlich. Denn bestimmte Gase wie Kohlenstoffmonoxid sind unsichtbar und giftig. Es droht Erstickungsgefahr. Wer ungewöhnliche Gerüche aus dem Heizraum oder dem Heizkessel wahrnimmt, sollte umgehend einen Installateur kontaktieren. In akuten Fällen ist die Feuerwehr der richtige Ansprechpartner. 

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Im Schnitt wechseln Autofahrer alle sieben Jahre ihr Fahrzeug. Im Vergleich dazu beträgt das Durchschnittsalter aller Wärmeerzeuger in Deutschland 17,6 Jahre. Ein Drittel davon ist sogar älter als 20 Jahre. Die meisten Anlagenbesitzer ersetzen ihren Heizkessel in der Regel erst, wenn er nicht mehr arbeitet. Das ist unnötig kostspielig und noch dazu umweltschädlich. Dabei gibt es sehr viele Gründe, die komplette Heizungsanlage auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüfen zu lassen und gegebenenfalls einen Kesseltausch vornehmen zu lassen. In diesem Beitrag haben wir lediglich die wichtigsten für Sie zusammengefasst.  

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