Smart Home und Heizung: Schlaue Technik spart Energie

"Was ist Smart Home?" Ein Zuhause ist dann ein intelligentes, schlaues (auf Englisch: Smart Home), wenn sich seine Haustechnik komfortabel, automatisch und energieeffizient steuern lässt. Bei Energie geht es daheim sowohl um elektrische Energie, wie man sie zum Betrieb großer und kleiner Geräte und für die Beleuchtung benötigt, als auch um Wärmeenergie zum Erwärmen der Räume und des Wassers. Energieeffizienz erzielt man Zuhause, indem man Geräte im Wohnbereich vernetzt und fernsteuert sowie Abläufe automatisiert. Eine Smart Home Heizung leistet dabei ihren Beitrag zum Wohnkomfort und zur Wärmewende. Sie spart zugleich Ressourcen und Heizkosten.

Mit den Stichworten Energieeffizienz und Wohnkomfort sind zwei wichtige Ziele eines intelligent konzipierten Zuhauses, des sogenannten Smart Home, definiert. Neuheiten und Weiterentwicklungen werden regelmäßig auch auf Messen oder Ausstellungen vorgestellt, zuletzt auf der IFA 2018. Für das intelligente Heizen heißt das: Die Smart Home Heizung muss effizient zu betreiben sein, um den variierenden Wärmebedarf der Bewohner zu decken. Gleichzeitig muss sie dabei in der Lage sein, Energie und daraus resultierende Kosten zu sparen.

Wärme für das Smart Home

Wärme braucht das Smart Home zum einen zum Beheizen der Wohnräume und zum anderen zum Erwärmen von Brauch- und Trinkwasser. Eine moderne Heizungsanlage muss die dafür benötigte Wärme nicht nur effizient erzeugen. Sie muss auch den Verbrauch effizient regeln. Damit das gelingt, kommt es auf die Wahl der Wärmeenergiequelle ebenso an wie auf die Wahl der entsprechenden Komponenten der Heizungsanlage. Schließlich entscheidet schon die Natur des Brennstoffs – fossil oder erneuerbar – maßgeblich über die Energiebilanz der verschiedenen Heizungsarten.

Die Grafik zeigt vereinfacht, wie Smart Home funktioniert

Intelligente Steuerung der Heizung

Energieeffizienz ist heute mit einer Vielzahl von Heizgeräten machbar. Intelligent wird eine effiziente Heizung allerdings erst mit der entsprechenden Steuerung. Sie lässt sich mithilfe meist hersteller- oder systembezogener Applikationen, kurz: Apps genannt, realisieren. Vom Betreiber der smarten Heizung werden die Apps via Smartphone, Tablet oder PC bedient. Auf diese Weise kann man zum Beispiel individuell steuern, welche Heizkörper vom Wärmeerzeuger wann mit wie viel Wärme beschickt werden sollen und welche nicht. Ein somit voneinander unabhängiger Betrieb der einzelnen Heizkörper ermöglicht tatsächlich Smart Home Heizen. Nur dort, wo die Wärme gebraucht wird, und nur solange, wie sie dort gebraucht wird, werden die Heizkörper erwärmt. Welche Vor- und Nachteile diese Maßnahme hat, erklärt der Beitrag Heizung per App steuern.

Die Möglichkeit des Vorprogrammierens bringt hohen Wohnkomfort

Ausschlaggebend dafür ist der persönliche variierende Heizwärmebedarf der Bewohner des Smart Home. Eine solche smarte Steuerung ist nicht nur im akuten Bedarfsfall von Vorteil, sondern auch dann, wenn der Heizwärmebedarf vorhersehbar ist. Die Möglichkeit des Vorprogrammierens bringt den Bewohnern des Smart Home hohen Wohnkomfort, der mit herkömmlichen Heizungen kaum erzielbar ist. So lässt sich an der Steuerungseinheit vor Ort schon beim Verlassen des Hauses programmieren, dass beispielsweise das Bad bei der Rückkehr von der Arbeit die persönliche Wohlfühltemperatur hat, um darin mit einem Wellnessbad Abstand vom Alltagsstress zu gewinnen. Und wer den Feierabend unerwartet verschieben muss, kann das Vorheizen des Badezimmers sogar per Smartphone entsprechend verlegen.

Messen relevanter Heizungsdaten

Damit die Steuerung der Smart Home Heizung bedarfsgerecht gelingt, ist die Kenntnis des jeweiligen Status Quo erforderlich. Wer die Anlage steuern will, braucht also Daten, um sie damit zu füttern. Relevante Heizungsdaten müssen stetig erhoben werden. Dies geschieht über geeignete Messgeräte. Sie liefern die nötigen Informationen zu Wärmebedarf und -verbrauch. Wichtige Komponenten einer Smart Home Heizung sind daher Fernschalter, Zeitschaltuhr und Thermometer.  

Smart Home Heizung mit Mobile App
© Viessmann

Zusammenspiel der Heizungskomponenten

Ohne die bereits mehrfach angesprochene Vernetzung der Technik des Smart Home funktioniert die intelligente Hausautomation nicht. Das heißt: Die Haustechnik und Haushaltsgeräte sind weitgehend mit der Steuereinheit verbunden und lassen sich über diese zentral steuern. Zum Beispiel ergibt es Sinn, die Smart Home Heizung gegebenenfalls mit zeitlich oder dank Sensoren gar witterungsabhängig steuerbaren Systemen wie Jalousien und Rollläden zu vernetzen. Letztere beeinflussen den Wärmeeintrag und -austrag in die Räume und aus den Räumen. Auf diese Weise kann man die von der Sonne gratis angelieferte Sonnenenergie zum Beheizen der Räume via Fenster und Fenstertüren nutzen oder geschlossene Jalousien und Rollläden als extra dämmende Faktoren einsetzen: Im Sommer schützen sie das Zuhause vor der Hitze, im Winter vor der Kälte.

Smart vernetzen, messen und steuern 

Ein Großteil der Energie, die private Haushalte heute verbrauchen, gingen laut Statistischem Bundesamt für die Beheizung privater Wohnräume drauf. Weitere 14 Prozent verbrauchten die Privathaushalte für das Erzeugen von Warmwasser. Die restlichen Anteile teilen sich die Bereiche Kochen, Kühlen, Informations- und Kommunikationstechnologie, Beleuchtung und Sonstige. Allein diese Zahlen belegen die Bedeutung des Themas effizientes Heizen: Mit jeder Kilowattstunde, die eine Smart Home Heizung spart, senkt sie die Energiekosten. Kombiniert der Betreiber der Anlage zudem erneuerbare Energiequellen mit passender und zugleich intelligenter Heiztechnik, lässt sich die Ersparnis maximieren.

Smart Home auch für alte Geräte?

Das Prinzip Smart Home kann das Heizen optimieren und das nicht nur, wenn Sie eine neue und moderne Heizungsanlage einbauen. Die Option, Energie einzusparen, gibt es auch für ältere Anlagen. Viele Hersteller bieten Sets zum Nachrüsten an. Wichtig ist dabei nur, dies mit dem betreffenden Hersteller via Kundenservice abzuklären. Denn Grundvoraussetzung ist, dass sich die Heizungssteuerung mit dem Internet verbinden lässt.

Heizung.de Autorin Doreen Brumme

Fazit von Doreen Brumme

Die Heizkostenersparnis spürt zuerst der Verbraucher in seinem Portemonnaie. Sie ist das Ergebnis der persönlichen Wärmewende jedes einzelnen Haushaltes und fußt auf dem Konzept Smart Home Heizung. So gesehen ist jede private Investition in smarte Systeme auch eine Investition in die dringend erforderliche gesamtgesellschaftliche Wärmewende. Immerhin verbrauchen die Privathaushalte hierzulande fast ein Drittel der gesamten Endenergie.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 19. Oktober 2018

Ein Systemtrenner der Heizung verhindert, dass Heizungswasser in das Trinkwassernetz zurückfließt. Wir erklären, warum das nötig ist, wie die Armaturen funktionieren und wann sie zum Einsatz kommen. weiterlesen

Vom 18. Oktober 2018

Ein Sicherheitsventil der Heizung lässt bei hohen Druckwerten Heizungswasser abfließen, um die Anlage vor Schäden zu bewahren. Wir erklären, wie das funktioniert und worauf es dabei ankommt. weiterlesen

Vom 16. Oktober 2018

Wer die alte Pumpe seiner Heizungsanlage austauschen möchte, hat heute viele Geräte zur Auswahl. Stiftung Warentest hat 14 davon intensiv untersucht und verglichen. Das Ergebnis ist überraschend. weiterlesen

Vom 15. Oktober 2018

Lesen Sie in diesem Text, warum die drei Fragen “Was ist eine Heizung?”, “Was bedeutet Heizen?” und “Welche Heizung habe ich?” berechtigt sind und wie die dazugehörigen Antworten lauten. weiterlesen

News article img

Heizung

News article img

Artikelbewertung

news-icon

Neueste Artikel