Raumlufttechnische Anlagen: Förderung für öffentliche Gebäude

Mit der Bundesförderung für raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) unterstützt der Staat Maßnahmen zur Um- und Aufrüstung bestehender Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden. Da das Thema Infektionsrisiko an Schulen, Kitas, Krankenhäusern und Unis jüngst enorme Bedeutung erlangt hat, wurden die Förderrichtlinien zu April 2021 neu aufgelegt. Auch bestimmte private Einrichtungen können laut der Novellierung Anträge stellen. Die Förderbeträge haben sich verdoppelt, und es werden mehr Maßnahmen gefördert. Was das für Antragsberechtigte konkret bedeutet, welche technischen Möglichkeiten es gibt, und was bei der Antragsstellung zu beachten ist, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten. 

Luftqualität im öffentlichen Raum

Im öffentlichen Leben müssen viele Menschen tagtäglich auf engem Raum zusammenkommen – sei es für die Arbeit, zur Kindererziehung oder zur medizinischen Versorgung. An Versammlungsstätten ist es erforderlich, für die Zu- und Abführung von Luft sowie ihre gleichmäßige Verteilung zu sorgen. Unzureichende Lüftung hat nicht nur unmittelbare gesundheitliche Auswirkungen, sondern steigert das Infektionsrisiko bei potenziell in Umlauf befindlichen Viren. Hier schaffen raumlufttechnische Anlagen Abhilfe. RLT-Anlagen sind fest im Gebäude installiert und verfügen über ein an die Bedingungen vor Ort angepasstes Luftkanalsystem. Dadurch sorgen sie dafür, dass sich viele Menschen dauerhaft und gefahrlos im Innern aufhalten können, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen.

Arten von RLT-Anlagen und ihre Funktion

Neben der Frischluftversorgung übernehmen raumlufttechnische Anlagen je nach Bedarf weitere Aufgaben. So kann mit ihrer Hilfe die Temperatur und die Feuchtigkeit der Luft geregelt werden. Streng genommen ist von einer RLT-Anlage nur dann die Rede, wenn das System eine der folgenden Funktionen übernimmt:

  • Filtern
  • Heizen oder Kühlen
  • Be- oder Entfeuchten

Zu den raumlufttechnischen Anlagen zählen Klimaanlagen ebenso wie bloße Umluftanlagen, die ohne Außenluftanschluss arbeiten und die Luft lediglich zirkulieren lassen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie mit Ventilatoren Arbeiten und ein gewisses Niveau an Luftreinheit sicherstellen. Nichtwohngebäude, die mit einer solchen RLT-Anlage ausgestattet sind und öffentlich genutzt werden, fallen unter die Bundesförderung für raumlufttechnische Anlagen.

Das Bild zeigt Komponenten einer RLT-Anlage
© Ronstik – shutterstock.com

Förderung für RLT-Lüftungsanlagen im Überblick 

Seit dem 20. Oktober 2020 unterstützt der Staat mit der Bundesförderung für raumlufttechnische Anlagen die Auf- und Umrüstung an bestehenden, stationären RLT-Anlagen. Am 2. April 2021 wurde das Programm als “Bundesförderung Corona-gerechte Um- und Aufrüstung” neu aufgelegt. Die Novellierung verfolgt das Ziel, die Förderberechtigung auf Schulen, Kitas und Pflegeheime auszuweiten, die sich in privater Trägerschaft befinden. Die Bandbreite an Maßnahmen, die sich fördern lassen, ist breiter geworden. Um die Förderung zu erhalten, gelten weiterhin bestimmte Voraussetzungen.

Technische und sonstige Voraussetzungen

Im Unterschied zur Förderung für die Wohnraumlüftung ist das Programm für stationäre raumlufttechnische Anlagen dem öffentlichen Bereich vorbehalten. Mindestens einer der Räume, die über die Anlage versorgt werden, muss für regelmäßige Ansammlungen von Menschen genutzt und durch einen Regelluftvolumenstrom von mindestens 400 Kubikmeter pro Stunde (m³/h) versorgt werden. Damit eine RLT-Anlage unter die Förderung fällt, muss sie außerdem in einer der folgenden Einrichtungen verbaut sein:

Prinzipiell gilt:

Einrichtungen sind antragsberechtigt, wenn sie zu mindestens 50 Prozent von Bund, Ländern oder Kommunen finanziert werden.

  • Hochschulen und öffentliche Einrichtungen der Länder oder Kommunen
  • staatliche finanzierte Unternehmen
  • allgemein- und berufsbildende Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft
  • medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Vorsorge- und Reha-Kliniken, ambulante Zentren
  • Pflegeeinrichtungen und Heime
  • Behindertenwerkstätten und weitere Einrichtungen im Sinne der Inklusion
  • Tageseinrichtungen wie z. B. Kindertagesstätten (Kitas)
Ein wichtiges Detail der RLT-Anlagen-Förderung wird häufig übersehen: Sie betrifft nur bestehende und bereits verbaute Anlagen, die im Sinne des Infektionsschutzes auf- und umgerüstet werden. Die Neuanschaffung kompletter RLT-Anlagen fällt ebensowenig unter die förderfähigen Maßnahmen wie eine Lüftungsanlagen-Wartung oder Instandhaltung. 

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) listet konkrete Maßnahmen auf, die gefördert werden können. Dazu zählen folgende Anwendungsfälle.

  • Anschaffung und Einbau von Filtern zur Luftreinigung
  • Maßnahmen zur Erhöhung des Frischluftanteils
  • Umrüstung auf Infektionsschutz gerechte Filter bei Umluftanlagen
  • Installation von Steuerungs- und Regelungstechnik
  • nachträgliche Anbindung notwendiger Nebenräume an die RLT-Anlage
  • Optimierung der Lüftungsströmung
  • Erstellung eines Lüftungskonzepts im Sinne des Infektionsschutzes

Darüber hinaus sind in den förderfähigen Kosten auch Umfeldmaßnahmen enthalten, beispielsweise die Handwerkerkosten.

Förderart, Höhe der Förderung und Mindestbetrag

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Förderung in Form eines Zuschusses über das BAFA, und zwar in Höhe von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Der maximale Förderbetrag beträgt 200.000 Euro pro raumlufttechnischer Anlage. Dabei ist zu beachten, dass ein gewisser Mindestbetrag ausgegeben werden muss, damit ein Anspruch auf Förderung besteht. Die folgende Tabelle gibt ein kurzen Überblick:

MaßnahmeMindestbetrag
Filter, Umluftreduzierung, Erhöhung der Frischluftzufuhr

2.000 Euro

Alle anderen Maßnahmen

5.000 Euro

Gesetzliche Vorgaben und erforderliche Nachweise

Um einen sauberen und unbedenklichen Betrieb raumlufttechnischer Anlagen sicherzustellen, gelten gesetzliche Vorgaben. Diese betreffen insbesondere das Hygienemanagement und die Wartung. Die BAFA-Förderung empfiehlt, die entsprechenden Maßnahmen bereits bei der Umsetzung mit einfließen zu lassen, zum Beispiel in Form von Sichtkontrollen und sachgemäßer Lagerung und Montage der Komponenten. Werden die Vorgaben nicht eingehalten, drohen spätestens bei der Inspektion Schwierigkeiten.

Hygieneinspektion nach VDI 6022

Eine Hygieneinspektion nach Richtlinie VDI 6022 ist für alle RLT-Anlagen Pflicht. Sie wird in Form von regelmäßigen Hygieneinspektionen alle zwei Jahre geprüft. Erstmalig erfolgt die Erstinspektion direkt nach Fertigstellung der Corona-gerechten Umrüstung. 

Was muss nachgewiesen werden?

Die Einhaltung der hygienischen Anforderungen von Richtlinie VDI 6022 müssen anhand einer Fachunternehmererklärung nachgewiesen werden. Das BAFA gibt hierfür eine Musterbescheinigung vor. Das Fachunternehmen, welches die Maßnahmen durchführt, muss diese ausfüllen, denn für eine Förderung ist sie zusammen mit allen anderen übrigen Antragsunterlagen letztlich nachzureichen.

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Fazit von André Taggeselle
Einrichtungen, die zu mindestens 50 Prozent aus öffentlicher Hand finanziert werden, profitieren seit 2020 von der Bundesförderung für raumlufttechnische Anlagen. Mittels Neuauflage im April 2021 auf den Infektionsschutz zugeschnitten, fördert das Programm die Auf- und Umrüstung bestehender RLT-Anlagen. Antragsberechtigte sollten prüfen, ob ihr Vorhaben in der Maßnahmenliste des BAFA aufgeführt ist. Ebenso wichtig: Der hygienische Betrieb muss sichergestellt und nachgewiesen werden.
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