Heizungslabel für alte Heizkessel ab 2017 Pflicht

Seit Januar 2016 wurden Heizungsanlagen, die älter sind als 15 Jahre, schrittweise mit einem sogenannten Heizungslabel versehen. Seit dem 01. Januar 2017 sind Bezirksschornsteinfeger dazu verpflichtet, dieses Siegel anzubringen. Ziel ist es, die Austauschrate bei alten Heizgeräten zu erhöhen und den Verbrauchern einen Anstoß zum Energiesparen zu geben.

Diesem Zweck dient ein Heizungslabel

Die Idee für ein Heizungslabel ist nicht neu. Schließlich gilt die sogenannte EU-Energieverbrauchskennzeichnung für bestimmte Haushaltgeräte wie Fernseher und Waschmaschinen bereits seit 2011. Im Laufe der Jahre sind weitere Geräte dazugekommen. Nach Kühlschränken, Staubsaugern und Trocknern sind nun alte Heizungsanlagen an der Reihe.

Eckdaten zum Heizungslabel

Heizungen spielen bei der Umsetzung der Energie- und Klimaziele eine bedeutende Rolle. Rund 35 Prozent aller Energie in Deutschland werden im Gebäudebereich verbraucht. Ein Großteil geht für die Beheizung der Räume auf. Das sind Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Ab 2017 ist das Heizungslabel Pflicht für ältere Heizungsanlagen

Das Heizungslabel soll Verbrauchern dabei helfen, herauszufinden, wie effizient ihre Heizung arbeitet. Gerade ältere Geräte verbrauchen unnötig viel Energie. Davon haben wir in Deutschland mehr als genug. „Das Durchschnittsalter von Heizungen beträgt momentan 17,6 Jahre, ein Drittel davon ist sogar älter als 20 Jahre“, heißt es auf der Website vom BMWi.

Verbraucher müssen das Heizungslabel nicht selbst aufbringen

Das Heizungslabel wird nach einer Ermittlung vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger angebracht. Die Energieeffizienzklasse reicht von A++ bis E. Die dabei entstehenden Kosten müssen Verbraucher selbst nicht tragen. Auch nicht für die Überreichung der Informationsbroschüre. In der mitgelieferten Informationsbroschüre finden Verbraucher außerdem zahlreiche Informationen. Unter anderem zu den Themen Geräteauswahl, Förderung sowie Heizungsoptimierung.

Keine Austauschpflicht beim Heizungslabel C oder schlechter

Jedes Heizgerät muss ein Heizungslabel haben. Eigentümer und Mieter von Heizkesseln sind nach §19 Absatz 2 EnVKG gesetzlich dazu verpflichtet, dass das Heizungslabel angebracht wird. Heizungsbesitzer müssen diesen Arbeitsschritt gewähren lassen. Das Heizungslabel dient lediglich der Einschätzung. Es soll Informationen darüber liefern, ob und wie effizient eine Heizung arbeitet. In der Regel verbrauchen neue Heizungen weniger Energie. Für den Besitzer macht es sich schnell in Form von niedrigeren Kosten bezahlt. Außerdem entlastet eine effizient arbeitende Heizung die Umwelt. Das Heizungslabel soll Verbrauchern bei der Frage helfen, ob sie die Anlage austauschen möchten. Oder nicht. Eine Handlungspflicht gibt es nicht.

Die Buchstaben A, B, C, D und E auf dem Heizungslabel und ihre Bedeutung

Die Effizienzklasse sagt aus, ob die eingesetzte Energie in das Heizgerät auch die erwartete Leistung liefert. So nutzen Geräte mit dem Heizungslabel A+ und A++ bereits erneuerbare Energie. Sie sind daher äußerst effizient.

Geräte mit dem Heizungslabel A oder B sind auf dem Stand der Technik. Sie können jedoch mit wenig Aufwand nachträglich optimiert werden. Viele Optimierungsmaßnahmen werden vom Staat gefördert. Einsparungen von 10 bis 15 Prozent Heizenergie sind möglich.

Das Schlusslicht der Effizienzklasse bilden die Buchstaben D und E. Geräte mit diesem Heizungslabel sind veraltet und verbrauchen unnötig viel Energie.

Fördermöglichkeiten für veraltete Heizungen

Eine Heizungsoptimierung oder gar Neuanschaffung ist nicht leicht. Sie stellt die meisten Verbraucher zunächst vor eine finanzielle Herausforderung. Langfristig gesehen lohnt sich dieser Schritt dennoch. Eine effiziente Heizung schont nicht nur den Geldbeutel. Sie trägt auch zum Schutz der Umwelt bei. Aus diesem Grund gibt es vom Staat zahlreiche Anreizprogramme.

So gibt es attraktive Zuschüsse für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Z. B. auf eine Solarthermieanlage, Pelletheizung oder eine Wärmepumpe. Weitere Anreize gibt es in Form von zinsgünstigen Darlehen durch die KfW oder Förderung durch die BAFA. Diese können ebenfalls wahrgenommen werden.

Wer keine Fördermittel in Anspruch nehmen möchte, der kann auch bei der nächsten Einkommensteuererklärung 20 Prozent der Lohnkosten des Handwerkers geltend machen.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Das Heizungslabel liefert Verbrauchern wertvolle Informationen zu ihren Heizgeräten und deren Effizienz. Anhand der Informationen können sie viel besser abschätzen, ob sie eine Heizungsoptimierung vornehmen - oder gleich eine Neuanschaffung anvisieren sollten.

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