ErP 2017: Was bringt das Energielabel für die Heizung?

Energielabel gibt es heute für viele elektrische Geräte. Neben Glühlampen, Spülmaschinen oder Fernsehgeräten, sollen die kleinen Etiketten seit 2016 auch über die Effizienz von Heizgeräten informieren. Mit der Ökodesignrichtlinie (ErP 2017) ist die Auszeichnung alter Heizungen seit diesem Jahr Pflicht. Welche Informationen die Label enthalten, wie Hausbesitzer an die Aufkleber kommen und welche Kosten dabei entstehen, zeigen wir in den folgenden Abschnitten.

Buntstifte mit den Farben des ErP Label

Heizungslabel informieren über Energieeffizienz

Die Ökodesignrichtlinie folgt einer europäischen Verordnung und soll zu einer besseren Energieeffizienz energieverbrauchsrelevanter Geräte (Energy-related Products oder kurz ErP 2017) beitragen. Möglich wird das durch kleine Aufkleber, die über den Verbrauch verschiedener Produkte informieren. Während man ähnliche Labels bereits von Elektrogeräten wie Glühlampen, Waschmaschinen oder Kühlschränken kennt, wurden die Aufkleber im Jahr 2016 auch im Heizungsmarkt eingeführt.

Farbskala und Effizienzklasse schaffen Transparenz

Neben einem Symbol für die Funktion des Wärmeerzeugers – ein Heizkörper steht zum Beispiel für eine Raumheizung – zeigt das ErP 2017 Label eine Farbskala sowie ein Fähnchen mit der erreichten Energieeffizienzklasse. Während die Farbskala von grün bis rot reicht – grün steht für effizient – zeigt ein Buchstabenwert die erreichte Klasse des Heizkessels an. Möglich ist ein Wert von „A++“ für besonders umweltfreundliche Heizgeräte, bis „G“ für ineffiziente Wärmeerzeuger.

Weiterentwicklung ist bereits berücksichtigt

Da sich die Heiztechnik mit den Jahren immer weiter entwickelt, ist bereits heute eine Verschiebung der Skala vorgesehen. So gibt es die ErP 2017 Labels für Heizgeräte ab 26. September 2019 nur noch mit Klasse A+++ bis D.

ErP 2017 ist Pflicht für neue und alte Heizkessel

Kesselhersteller sind bereits seit dem September 2015 dazu verpflichtet, ihre Heizgeräte mit einem Energielabel auszuliefern. Während Altbestände zwar weiterhin eingebaut werden können, ist die Herstellung von Wärmeerzeugern, die den Anforderungen der Richtlinie nicht gerecht werden heute unzulässig.

Bestehende Heizkessel – Anlagen, die älter als 15 Jahre sind – müssen seit diesem Jahr mit einem Label gekennzeichnet werden. Verantwortlich dafür sind die Bezirksschornsteinfeger. Diese sind ohnehin regelmäßig im Haus und erledigen die Auszeichnung bei der turnusmäßigen Überprüfung der Heizungsanlage. Um die Verbraucher weiter zu informieren, geben sie außerdem geeignete Broschüren sowie eine Beratung zu den Ergebnissen des Labels.

Für Haushalte ist die Auszeichnung kostenfrei

Haubesitzer und Mieter müssen das Anbringen der ErP 2017 Labels dulden, haben aber selbst keine Kosten zu tragen. Diese übernimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das den Bezirksschornsteinfegern eine angemessene Aufwandsentschädigung zahlt.

ErP 2017 Label soll Heizungstausch ankurbeln

Das Durchschnittsalter einer deutschen Heizung liegt heute bei 17,6 Jahren. Mehr als 30 Prozent aller Wärmeerzeuger sind bereits älter als 20 Jahre. Sie entsprechen damit nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und verbrauchen häufig mehr Energie als nötig.

Mit dem Heizungslabel, das seit diesem Jahr zur Pflicht für alte Kessel wurde, und dem damit verbundenen Beratungsangebot, sollen Mieter und Hausbesitzer besser über den eigenen Verbrauch aufgeklärt und zum Austausch alter und ineffizienter Technik motiviert werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie rechnet damit, die Rate für den Heizungstausch alter Geräte – die heute unter 5 Prozent liegt – auf etwa 20 Prozent anheben zu können.

Art der Bewertung stößt auch auf Kritik

Experten der Verbraucherzentrale NRW kritisieren jedoch, dass allein die Effizienz des Kessels noch kein ausschlaggebendes Argument für einen Austausch sein kann. Denn neben dem Wärmeerzeuger selbst hängen Verbrauch und Heizkosten im eigenen Haus auch von der Einbausituation ab. So hat eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zwar eine besonders günstige Bewertung. Wird sie aber in einem alten unsanierten Haus eingebaut, übersteigen die Heizkosten möglicherweise die einer Brennwerttherme mit Solarthermieanlage.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Das ErP 2017 Label ist seit diesem Jahr Pflicht für alte Heizungen. Es wird von Bezirksschornsteinfegern am eigenen Wärmeerzeuger angebracht und soll Mieter und Hausbesitzer mit einem zusätzlichen Beratungsangebot über Effizienz und Verbrauch informieren. Während das zu einer höheren Sanierungsrate alter Kessel führen soll, bemängeln Kritiker, dass die Bewertung losgelöst von der Einbausituation stattfindet.

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