EnEV – Das kommt ab Januar 2016

In der EnEV ab 2016, die ab dem 01. Januar 2016 gilt, wurden die Anforderungen verschärft. Das bedeutet dann konkret: Es werden ab 2016 mehr Maßnahmen benötigt, um den gleichen Energiestandard zu erreichen und das kostet. Was sich laut der Energiesparverordnung genau geändert hat, haben wir für Sie im Artikel zusammengetragen:

Was fordert die EnEV ab 2016 genau?

  • Der Primärenergiebedarf wird um 25 Prozent reduziert. Dieser Bedarf kann zum Beispiel durch die Verbesserung der Dämmmaßnahmen erreicht werden, aber auch durch die Verwendung regenerativer Heiztechnik.
  • Der Transmissionswärmeverlust wird von einem Referenzgebäude abgeleitet. Durchschnittlich ergibt sich daraus, dass die Wärmedämmung der Gebäude um etwa 20 Prozent verbessert werden muss.

Austauschpflicht für alte Kessel – muss ich eine neue Heizung kaufen?

Ja, wenn Ihre Anlage vor dem neuen Stichdatum, dem 01.01.1985, eingebaut wurde oder die Anlage älter als 30 Jahre ist Wenn dies auf Ihre Anlage zutrifft, dann müssen Sie Ihre Heizungsanlage erneuern. Wie immer im Leben gibt es jedoch auch hier einige Ausnahmen, wie zum Beispiel, wenn es sich bei dem Kessel um einen Niedertemperaturkessel oder gar schon um einen Brennwertkessel handelt.

Muss ich laut der EnEV ab 2016 dämmen?

Auch hier ein klares Ja. Die oberste Geschossdecke muss laut der EnEV 2016 den Mindestwärmeschutz erfüllen. Das bedeutet genau, dass Sie als Hausbesitzer dafür Sorge tragen müssen – sofern nicht das Dach ausreichend gedämmt ist – dass die oberste Geschossdecke einen U-Wert von 0,24 W/m²*K nicht überschreitet.

Gebäude bekommen demnächst Label – wie aussagefähig ist diese Kennzeichnung?

Generell ist die Einführung einer solchen Klassifizierung sinnvoll, um auch Menschen ohne fachlichen Hintergrund die energetische Effizienz der Gebäude aufzuzeigen. Eingestuft wird hierbei je nachdem wie hoch der primärenergetische Bedarf des Gebäudes ist. Problematisch wird jedoch sein, dass nur schwer eine gute Beurteilung durchführbar ist ohne sich die Unterlagen genauer anzuschauen. Denn je nach Anlagenkonfiguration kann der Primärenergiebedarf sehr gut, der Endenergiebedarf jedoch relativ ungünstig ausfallen.

Primärenergiefaktor von Strom fällt von 2,4 auf 1,8

Auch die anfallenden Energiekosten sind davon abhängig. So wird es unter Umständen nicht einfach, ein tolles Haus mit hohen Energiekosten zu erläutern. Hinzu kommt noch, dass der Primärenergiefaktor von Strom von 2,4 auf 1,8 fällt. Dies bedeutet letztlich auch eine bessere energetische Bewertung von Gebäuden mit einer Wärmepumpe, ohne dass sich die Effizienz dieser Anlagen in diesem Ausmaß verändert. Grund hierfür ist der immer größere Anteil von regenerativ erzeugtem Strom am Strommix in Deutschland.

Energiesparhaus mit den sieben farbig gekennzeichneten Energiesparklassen

Die wichtigsten Änderungen der EnEV ab 2016 auf einen Blick

Die wichtigsten Änderungen der EnEV ab 2016 gegenüber dem Stand von 2009 sind hier zusammengetragen:

  • Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen (Gesamtenergieeffizienz) an neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude um 25 Prozent ab 1.1.2016. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss zudem im Schnitt etwa 20 Prozent besser ausgeführt werden.
  • Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden und nach dem 1.1.1985 eingebaut wurden, müssen ab der EnEV 2016 nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie für bestimmte selbstnutzende Ein- und Zweifamilienhausbesitzer.
  • Für den Gebäudebestand sind darüber hinaus laut der EnEV ab 2016 keine wesentlichen Verschärfungen vorgesehen.
  • Neuskalierung des Bandtachos im Energieausweis für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a) und Stärkung der Modernisierungsempfehlungen. Der Bandtacho wird zusätzlich durch Energieeffizienzklassen von A+ bis H ergänzt.

Vorgesehen ist auch die Einführung von Stichprobenkontrollen für Energieausweise sowie eines Kontrollsystems für Inspektionsberichte von Klimaanlagen. Weitere Änderungen sind:

  • Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind künftig verpflichtet, den Energieausweis an Käufer bzw. Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.
  • Energetische Kennwerte (Endenergie) müssen laut EnEV ab 2016 im Falle des Verkaufs oder der Vermietung in Immobilienanzeigen angegeben werden. Liegt ein Energieausweis mit Energieeffizienzklasse vor, muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden.
  • Erweiterung der Aushangpflicht für Energieausweise (gilt für öffentliche Gebäude mit starkem Publikumsverkehr ab 250 m² Nutzfläche und entsprechende private Gebäude ab 500 m² Nutzfläche).
  • Senkung des Primärenergiefaktors von Strom auf 2,4 und ab 2016 auf 1,8.
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