EnEV 2017 als Teil des Energieeinspargesetzes (GEG)

Seit ihrer Einführung im Jahr 2002 gibt die Energieeinsparverordnung Vorgaben für die ganzheitliche Bewertung und Planung von Gebäuden. Nach zahlreichen Änderungen steht nun auch die Novelle der aktuell gültigen EnEV aus dem Jahr 2014 an. Was die EnEV 2017 für Planer, Berater sowie Bauherren und Sanierer bereithält und wann sie tatsächlich kommt, ist vielen allerdings noch unklar.

EnEV 2017 von EU-Recht gefordert

Tatsache ist, dass die EnEV 2017 nach deutschem und europäischem Recht gefordert wird. Denn bisher wurden wesentliche Anforderungen wie der geplante Niedrigstenergiegebäude-Standard nicht eingeführt. So sieht zum Beispiel die EU-Gebäuderichtlinie 2010 vor, dass bereits ab dem Jahr 2019 alle Neubauten im öffentlichen Bereich dem „Nahezu-Null-Energie-Gebäude-Standard“ entsprechen sollen. Für alle anderen Neubauten gilt die Anforderung ab 2021.

Auf Bundesebene fordert das Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden (Energieeinsparungsgesetz - EnEG), dass vorhandene Rechtsverordnungen wie die kommende EnEV 2017 für öffentliche Gebäude bereits zum 01. Januar 2017 geändert werden. Dieser Termin wurde bereits überschritten, sodass aktuell eher mit der EnEV 2019 zu rechnen ist. 

Gebäude und Effizienzklassen der EnEV 2017
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EnEV, EnEG und EEWärmeG in ein Gesetz gefasst

Bereits im Jahr 2016 wurde klar, dass eine neue Energieeinsparverordnung wohl erst in der nächsten Legislaturperiode kommt. Am 23. Januar 2017 wurde dann ein erster Referentenentwurf des Gesetzes zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kältebereitstellung in Gebäuden veröffentlicht (GEG-Entwurf). Die aktuelle Entwurfs-Fassung ist vom 23.10.2019. Mehr zum aktuellen Stand finden Sie in unserem Beitrag zum Gebäudeenergiegesetz.

Ganz allgemein ist das sogenannte GEG ein Zusammenschluss von Energieeinspargesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie Erneuerbare-Energie-Wärme-Gesetz (EEWärmeG). Es umfasst aktuell 114 Paragrafen und enthält auch die erwarteten Änderungen zur EnEV 2017 bzw. inzwischen EnEV 2019.

Mit der Zusammenlegung sollen wichtige Regelwerke aufeinander abgestimmt und der Vollzug des Energieeinsparrechts vereinfacht werden. Regierungsvertreter rechnen damit, dass das Gesetz im zweiten Halbjahr 2020 in Kraft tritt. Welche Änderungen dann noch bestehen, bleibt aufgrund des aktuellen Entwurfsstadiums abzuwarten.

Änderungen mit der EnEV 2019

Neben der Einführung des sogenannten Niedrigstenergiegebäude-Standards für Neubauvorhaben aus öffentlicher Hand geht es mit der neuen EnEV 2019 vor allem auch darum, die vorhandenen Berechnungsschritte zu vereinfachen. Im Folgenden geben wir einen Überblick über wesentliche Neuerungen.

Aktueller EnEV-Standard wird Niedrigstenergiegebäude-Standard

Die EU-Verordnung zur Gesamtenergieeffizienz fordert den Bau von sogenannten Niedrigstenergiegebäuden. Im aktuellen GEG-Entwurf erklärte die Regierung nun den ohnehin sehr hohen EnEV-Neubaustandard zum Niedrigstenergiegebäude-Standard (§ 10 GEG). Hausbesitzer haben damit vorerst keine verschärften Anforderungen zu befürchten.  

Vereinfachter Energieeffizienz-Nachweis für neue Gebäude

Für neue Gebäude ist immer auch ein EnEV-Nachweis zu erstellen. Der damit verbundene Aufwand ist hoch und verursacht häufig erhebliche Mehrkosten. Mit dem GEG soll sich das ändern. Denn dieses sieht ein vereinfachtes Nachweisverfahren vor. Das sogenannte Modellverfahren (§ 31 i. V. m. Anlage 5 GEG) kommt dann ganz ohne Berechnungen aus, sofern neue Gebäude definierte Anforderungen an den Wärmeschutz und die eingeplante Technik erfüllen. 

Austauschpflicht für alte Heizungen und Ölheizanlagen

Bereits heute müssen Hausbesitzer 30 Jahre alte Öl- und Gas-Heizungen austauschen, sofern diese nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Das GEG greift diese Austauschpflicht auf und erweitert sie um das im Klimapaket beschlossene Ölheizungsverbot (§ 72 GEG). Letzteres gilt ab dem 01. Januar 2026 und verbietet den Einbau von Ölheizanlagen in neuen und bestehenden Gebäuden. Einzige Ausnahme: Alternativen wie Gas, Fernwärme oder Umweltwärme stehen nicht zur Verfügung. Auch Hybridheizungen sollen nach wie vor erlaubt sein. 

Strom aus erneuerbarer Energie und Primärenergiefaktoren

Geht es um Strom aus erneuerbaren Energien, soll die Anrechenbarkeit mit der EnEV 2019 ausgeweitet werden. Das gilt zumindest dann, wenn dieser aus Anlagen stammt, die in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang mit dem Gebäude stehen.

Kaum Änderungen für bestehende Gebäude

Geht es um die Anforderungen an bestehende Gebäude, werden kaum Änderungen erwartet. Vorgesehen ist hier zum Beispiel eine Vereinfachung der Erweiterung bestehender Häuser. Hier wird voraussichtlich nicht mehr zwischen Bereichen mit oder ohne Wärmeerzeuger unterschieden, wodurch eine bisher notwendige Bilanzierung neuer Gebäudeteile entfallen könnte. Außerdem wird die Energieberatung in vielen Fällen zur Pflicht. Im gleichen Zuge sieht das Gesetz attraktivere Förderprogramme vor.

Grundlegende Normen bereits geändert

Im Hinblick auf die anstehende Novelle der EnEV 2017 bzw. der EnEV 2019 wurden mit den Arbeiten an den zugrunde liegenden Normen bereits begonnen. So gibt es heute bereits Entwürfe zu einigen Teilen der DIN V 18599. Überarbeitet wurde aktuell auch das Beiblatt 2 der DIN 4108, das nun vom Stand 2019-06 erhältlich ist. Dieses enthält Vorgaben für die Bewertung von Wärmebrücken sowie konkrete Planungs- und Ausführungsbeispiele von Baudetails. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Mit dem Entwurf zum Energieeinspargesetz, der Zusammenlegung von EnEV, EnEG und EEWärmeG, wurden nun erste Änderungen der bevorstehenden EnEV 2019 bekannt. Neben einigen Vereinfachungen beziehen sich diese unter anderem auf die Einführung des Niedrigstenergiegebäude-Standards.
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