Energieeffizienzlabel für Holzheizungen ab 1. April 2017 Pflicht

Zahlreiche elektronische Haushaltsgeräte tragen mittlerweile ein sogenanntes Energieeffizienzlabel, auch Energielabel genannt. Gas- und Ölheizungen sind seit zwei Jahren von dieser Kennzeichnungspflicht betroffen. Ab dem 1. April dieses Jahres gilt sie auch für Holzheizungen. Welches Ziel die EU damit verfolgt und was das für Verbraucher bedeutet, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Wozu dient ein Energieeffizienzlabel?

Mit der Kennzeichnungspflicht will die EU die Verbraucher besser über den Energieverbrauch verschiedener Geräte informieren. Das Energieeffizienzlabel für Holzheizungen dient nur zweitrangig dem Vergleich mehrerer Geräte miteinander. Vielmehr soll die Energieeffizienz einzelner Heizsysteme in den Vordergrund gerückt werden. Neu ist diese Idee nicht. Schließlich tragen Haushaltsgeräte wie Fernseher oder Waschmaschine bereits seit 2011 dieses Energielabel, das Verbraucher gut an der Farbskala von grün bis rot erkennen können.

Das Energieeffizienzlabel als Zusatzinformation

Primär soll das Label Bauherren und Modernisierern bei der Auswahl ihrer Heizung helfen. Zwar liefert das Energieeffizienzlabel keine Anhaltspunkte zum Energieverbrauch. Denn dieser hängt von vielen Faktoren wie der Größe und dem Wärmebedarf eines Gebäudes ab. Verbraucher können anhand der Kennzeichnung jedoch erkennen, ob die Heizung auch in den kommenden Jahren die EU-Voraussetzungen erfüllen kann. Generell unterliegen Feuerungsanlagen hierzulande der Bundesimmissionsschutzverordnung, deren Umweltgrenzwerte zum Teil über denen der Ökodesign-Richtlinien der EU liegen.

Holzheizungen müssen ab 01. April 2017 ein Energielabel tragen.

Was bedeutet das Label für Holzheizungen?

Bereits zu Beginn des Jahres wurde die Kennzeichnungspflicht für ältere Heizungsanlage eingeführt. So müssen schrittweise alle Kessel mit einem Heizungslabel versehen werden. Diese Arbeit erledigt der zuständige Bezirksschornsteinfeger. Die dabei entstandenen Kosten müssen Verbraucher nicht selbst zahlen. Auch wenn die Heizungsanlage ineffizient arbeitet und nur das Energieeffizienzlabel G erhält, besteht keine Austauschpflicht – es sei denn, der alte Heizkessel ist älter als 30 Jahre. Aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Nachdem Öl-und Gasheizungen von der Kennzeichnungspflicht betroffen sind, sind jetzt Holzheizungen an der Reihe. Konkret geht es um neue Holzpellet-, Hackschnitzel und Scheitholzkessel, die auch unter dem Obergriff Festbrennstoffkessel gefasst werden. Für Besitzer einer älteren Holzheizung hat die Kennzeichnungspflicht keine Auswirkung. Wer sich demnächst einen neuen Holzkessel zulegen möchte, sollte aber unbedingt auf das Energieeffizienzlabel achten. Denn gesetzlich gesehen darf ein Schornsteinfeger ab dem 01. April 2017 Geräte ohne diese Kennzeichnung nicht mehr abnehmen.

Quelle: Europäische Kommission | Verordnung 811/2013
Quelle: Europäische Kommission | Verordnung 811/2013

Positives Energieeffizienzlabel für Holzheizungen erwartet

Die Energieklassen reichen von G bis A++, wobei G die schlechteste Note darstellt. Moderne Holzheizungen arbeiten sehr effizient und gelten als CO2-neutral. Das bedeutet, dass das Brennholz bei der Verbrennung nur so viel Kohlenstoffdioxid produziert, wie es im Laufe seines Wachstums aufgenommen hat. Experten gehen aus diesem Grund davon aus, dass die meisten neu auf den Markt kommenden Holzheizungen die Klasse A+ bekommen werden. Nutzen sie ferner die Brennwerttechnik, kann nach Experteneinschätzung auch die Klasse A++ erreicht werden.

Ab dem 1. Januar 2018 gilt die Kennzeichnungspflicht auch für sogenannte Einzelraumheizgeräte, dazu gehören Kamine, Kachelöfen und Pelletöfen bis 50 kW. Bislang reicht die Farbskale von G bis A++. Diese soll ab 2019 in D bis A+++ geändert werden.

Energielabel ersetzt kein Gesamtkonzept für das Haus

Wie in den vorherigen Abschnitten bereits erwähnt, soll das Energieeffizienzlabel nur Zusatzinformationen liefern. Experten weisen ausdrücklich darauf hin, dass ein solches Label keinesfalls das Gesamtkonzept ersetzen kann. Bei einer Heizungsmodernisierung ist eine Beratung durch einen erfahrenen Installateur nach wie vor unverzichtbar. Informationen zum Thema Energieeffizienz bekommen Interessenten auch von der Verbraucherzentrale. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote sogar kostenlos. Möglich ist es durch die finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Seit bereits zwei Jahren müssen Öl-und Gasheizungen ein Energielabel tragen. Ab dem 01. April 2017 gilt die Kennzeichnungspflicht auch für alle Festbrennstoffkessel. Das Label soll vor allem Modernisierern bei der Auswahl der passenden Heizung helfen. Wer sich demnächst eine Holzheizung kauft, muss darauf achten, dass diese auch mit einem Label versehen ist.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 20. Januar 2018

Eine Heizungsanlage ist bekanntlich ein geschlossenes System. Dennoch gelangt immer wieder Luft in die Heizung. Was sind die Gründe dafür und welche Folgen hat dies? Lesen Sie die Antworten hier.  weiterlesen

Vom 20. Januar 2018

Erneuerbare Energie-Quellen spielen in Zukunft eine immer größere Rolle: Sie sind unerschöpflich und bleiben bezahlbar. Wir zeigen, welche Technologien verfügbar sind und was diese auszeichnet.   weiterlesen

Vom 19. Januar 2018

Die Heizung piept und bringt Sie um ihren Schlaf sowie um die Ruhe in den eigenen vier Wänden? Erfahren Sie, was zu diesem störenden Geräusch führen kann und wie Sie es auch selbst beheben können.  weiterlesen

Vom 18. Januar 2018

Beim Kochen gelangen Schadstoffe und Gerüche in die Luft. Sie mindern den Wohnkomfort und begünstigen die Bildung von Schimmel. Für Abhilfe sorgt hier nur die richtige Lüftung in der Küche. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung