Die KfW-Änderung 2018 – Worauf ist zu achten?

Möchten Hausbesitzer ihre Heizungsanlage modernisieren, gibt es unter bestimmten Bedingungen staatliche Fördermittel. Nun steht zum 17.04. eine KfW-Änderung für 2018 ins Haus. Diese betrifft in erster Linie die Produkte beziehungsweise Programme 151/152 und 153. Doch was ändert sich im Detail und worauf sollten Antragsteller beziehungsweise Hausbesitzer achten?

KfW-Änderung 2018 für das Programm 151/152

Mit einer energieeffizienten Heizungsanlage lassen sich nicht nur die Heizkosten spürbar senken, auch die Umwelt wird auf diese Weise weniger belastet. Viele Hausbesitzer stehen dann vor der Qual der Wahl, welche Heizung zu ihnen passt. Dabei sind zwei Faktoren meist ausschlaggebend für einen Kauf. Kann die neue Heizung die gewünschte Leistung erreichen? Und was darf sie kosten? In Bezug auf den finanziellen Aufwand spielt die mögliche KfW-Förderung keine unerhebliche Rolle. Dabei werden unterschiedliche Systeme gefördert: neben Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien fallen auch kombinierte Anlagen oder sogenannte Hybridheizungen sowie der Umstieg auf die moderne Brennwerttechnik darunter.  
Bei der KfW-Änderung 2018 sind bestimmte Konditionen der auf dem Bild gezeigten Fördermittel betroffen.
© magele-picture | Fotolia

Allgemeines zum Programm 151/152

Bei diesem KfW-Produkt handelt es sich um einen Kredit, der für energetisches Sanieren ausgegeben wird. Dies betrifft jedoch nicht nur Sanierungsmaßnahmen zu einem KfW-Haus. Es umfasst ebenso Heizungs- und Lüftungspakte sowie einzelne energetische Maßnahmen, unter anderem das Erneuern oder Optimieren von Heizungsanlagen (KfW Heizung).

Die Maßnahmen und Pakete gelten grundsätzlich nur für Wohngebäude, für die bereits vor dem 01.02.2002 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt wurde. Dabei können die Fördermittel von all jenen in Anspruch genommen werden, die Wohnraum energetisch sanieren oder sanierten Wohnraum kaufen.

Dabei sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Eine energetische Sanierung erfordert die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten.
  • Eine Energieberatung sollte bestenfalls im Vorfeld erfolgen.
  • Der Antrag muss immer vor dem Beginn des Vorhabens bei einem Finanzierungsinstitut (Hausbank) gestellt werden.

Folgende Konditionen gelten:

  • Bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Maximal 50.000 Euro bei Durchführung von Einzelmaßnahmen und bei Paketen sowie maximal 100.000 Euro bei der Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus 

Was ändert sich konkret zum 17.04.2018?

Die KfW-Änderung ab dem 17.04.2018 betrifft in erster Linie die Faktoren Zinsbindung und Tilgung sowie den Bereitstellungszeitraum der Fördermittel. Beim Letztgenannten ist konkret von der bereitstellungsprovisionsfreien Zeit die Rede. Diese betrug bislang zwölf Monate und wurde mit der Änderung bei der KfW auf sechs Monate verkürzt. Das heißt, haben Sie innerhalb der ersten sechs Monate nach der Kreditzusage den Betrag nicht abgerufen, berechnet die KfW eine Bereitstellungsprovision.

Grundsätzlich kann der Kredit in einer Summe oder in Teilbeträgen abgerufen werden. Dabei beträgt die Abruffrist zwölf Monate und kann auch auf bis zu 24 Monate verlängert werden. Wichtig ist dabei, dass noch keine Auszahlung stattfand. Haben Sie jedoch einmal einen Betrag abgerufen, müssen Sie den Betrag innerhalb von sechs Monaten vollständig für die entsprechende Verwendung einsetzen. Ab dem siebten Monat wird andernfalls monatlich eine Bereitstellungsprovision von 0,25 Prozent berechnet.

Zudem ist eine kostenfreie Sondertilgung nicht mehr möglich. Das heißt während der Sollzinsbindung beziehungsweise der ersten Zinsbindungsfrist ist eine vorzeitige Rückzahlung des gesamten Kreditbetrags nur noch gegen Zahlung einer festgelegten Vorfälligkeitsentschädigung möglich. 

Die KfW-Änderung 2018 für Energetisches Bauen nach dem Programm 153

Bei diesem KfW-Produkt geht es in erster Linie um die Förderung und den Ersterwerb eines Effizienzhaus 55, 40 und 40 Plus. Dabei gibt es bis 100.000 Euro pro Wohneinheit. Alle anderen Bedingungen sind denen des Programms 151/152 sehr ähnlich. Wie bei diesem ändert sich ab dem 17.04.2018 auch die Sachlage, dass der provisionsfreie Bereitstellungszeitraum auf sechs Monate verkürzt wird und kostenfreie Sondertilgungen nicht mehr möglich sind.

Hinzukommt in diesem Falle, dass die zwanzigjährige Zinsbindung entfällt. Zinsbindung meint jenen Zeitraum, in dem sich der Zins nicht ändert. Bislang bestand eine Zinsbindung über 20 Jahre in folgenden Fällen:

  • Laufzeit des Kredits von elf bis 20 Jahre; Sollzins in Höhe von 2,65 Prozent
  • Gesamtlaufzeit des Kredits von 21 bis 30 Jahre mit einem Sollzins von 2,9 Prozent

Dies entfällt nun mit der KfW-Änderung 2018. Doch wichtig für alle Antragsteller ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass der Zinssatz für die ersten zehn Jahre der Laufzeit festgeschrieben ist. Dies wird im Übrigen durch staatliche Mittel ermöglicht. Mit dem Ende der Zinsbindungsfrist enden auch diese. Geht die eigene Kreditlaufzeit über diese Frist hinaus, erfolgt eine gesonderte Vereinbarung zwischen Finanzierungsinstitut und Kreditnehmer.  

Änderung KfW 2018 im Überblick

Am 17.04. erfolgt eine Änderung bei der KfW, im Besonderen für die Programme 151/152 und 153. Diese Produkte betreffen all jene, die sich eine Optimierung oder Modernisierung der Heizungsanlage fördern lassen möchten oder die eine Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus in Betracht ziehen. In beiden Fällen steht Energieeffizienz im Mittelpunkt, die nicht nur die Umweltbelastungen reduzieren soll, sondern auch langfristig die Heizkosten.

Auf folgende Änderungen bei der KfW sollten Sie achten:

  • keine kostenfreien Sondertilgungen mehr möglich
  • provisionsfreie Bereitstellungszeit auf sechs Monate verkürzt
  • 153: keine Zinsbindung mehr für 20 Jahre

Im Übrigen sollten alle Antragsteller darauf achten, dass die KfW-Änderung ab dem 17.04. 2018 in Kraft tritt. Das heißt, bei allen Anträgen, die vorher eintreffen, gelten die bisherigen Konditionen. 

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Die KfW-Änderung 2018 ist nicht sehr umfangreich, aber für viele zukünftige Antragsteller von großer Bedeutung vor allem in Bezug auf die Tilgung und Zinsbindung der Kredite. Bei Planung der eigenen Finanzen sollten Hausbesitzer diese Fristen, die sich geändert haben, unbedingt im Kopf behalten.

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