Die Heizkosten steigen wieder – Was hilft?

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden die Heizkosten im kommenden Abrechnungszeitraum wieder steigen. In den letzten Jahren waren die Heizenergiepreise und auch die Heizkosten auf einem eher niedrigen Niveau. Doch durch die wieder steigenden Öl- und Gaspreise wird sich dies aller Voraussicht nach ändern. Was steckt aber genau dahinter und welche Möglichkeiten bestehen, diesen Effekt abzufedern?

Warum werden die Heizkosten wieder steigen?

Die Ergebnisse der Studie sind differenziert zu betrachten. Denn hierbei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Einer besteht darin, dass die deutschen Haushalte 2017 etwa sieben Prozent weniger für das Heizen ausgegeben haben. Das scheint auf den ersten Blick eine positive Nachricht zu sein. Zudem entspricht dieser Rückgang etwa auch den gesunkenen Heizenergiekosten in den vergangenen drei Jahren.

Diese Rückgänge werden mit einem stagnierenden Energieverbrauch begründet. Denn der Wärmebedarf befindet sich immer noch auf demselben Level wie 2010. Das ist vor allem im Hinblick auf die Klimaziele, welche die Bundesregierung definiert hat, eine schwergewichtige Bestandsaufnahme. Denn um diese Ziele noch erreichen zu können, müsste der Verbrauch bis 2020 noch um 16,5 Prozent reduziert werden.

Somit zeigt diese Studie sehr gut das zweischneidige Schwert. Auf der einen Seite mussten die Mieter in den vergangenen Jahren weniger bezahlen und auf der anderen Seite passierte dies letztlich auf Kosten der Umwelt beziehungsweise des Klimaschutzes.

Das Bild zeigt Geldmünzen und Taschenrechner und verdeutlicht, dass die Heizkosten wieder steigen werden.
©  jd-photodesign / Fotolia

Knackpunkt: Die Brennstoffkosten

Die Heizkosten steigen letztlich aus einem Grund: die Preise für Heizöl und Erdgas steigen. So befindet sich vor allem der Ölpreis auf einem in den vergangenen vier Jahren nie dagewesenen hohen Niveau. Die aktuellen Heizölpreise liegen bei über 80 Euro je 100 Liter (Oktober 2018) bei einer Endabnahme von 3000 Liter. Je nach Heizverhalten und Witterung kann somit eine alte Ölheizung über den Winter hohe Kosten verursachen.

Aber auch für die Gaspreise sind die Prognosen weniger erfreulich. Denn bis Ende 2019 wird aller Voraussicht nach ein durchschnittlicher Gaspreis von etwa sechs Cent je Kilowattstunde zu verzeichnen sein. Die meisten Gasanbieter haben auch bereits eine Preiserhöhung im Durchschnitt von etwa sieben Prozent angekündigt. Aktuell liegt der Preis für Gas bei 5,69 Cent je Kilowattstunde (Stand: Oktober 2018).

Gründe für den gleichbleibenden Wärmebedarf

Doch wieso geht der Wärmebedarf nicht zurück? Der ausschlagende Faktor ist hierbei die fehlende oder unzureichende Energieeffizienz. Das liegt zum einen an den Gebäuden selbst und zum anderen auch an den Heizungsanlagen. Denn vielerorts steht noch immer ein veralteter Heizkessel in den Kellern. Gerade einmal ein Drittel aller Heizungen in Deutschland entspricht dem aktuellen Stand der Technik. Da besteht in jedem Falle noch Modernisierungsbedarf. Die meisten der Kessel sind zudem über 20 Jahre alt.

Vor allem beim Gebäudebestand wird häufig das Einsparpotential bezüglich der Heizkosten nicht voll ausgeschöpft. Denn weder Sanierungsmaßnahmen am Gebäude selbst noch eine Heizungsmodernisierung stehen zur Debatte. Das heißt, möchte man die voraussichtliche Entwicklung der Heizkosten abfedern, sollte langfristig auf Energieeffizienz gesetzt werden

Heizkosten zu hoch? – Energieeffizienz erhöhen

Die erzeugte Energie besser nutzen. Das sollte das Ziel sein, um den Wärmebedarf und damit auch gestiegene Heizkosten zu reduzieren. Dabei empfiehlt es sich auch rechtzeitig zu handeln und nicht erst die Preissteigerung abzuwarten.

Ein sehr effektives Mittel in diesem Zusammenhang ist die Heizungsmodernisierung. So sollten Besitzer eines alten Öl- oder Gaskessels darüber nachdenken, auf die moderne Brennwerttechnik umzurüsten. Dadurch ließe sich der Wirkungsgrad der Anlage erhöhen, auf mehr als 98 Prozent. Denn anders als veraltete Kontant- und Niedertemperaturkessel werden hier die noch sehr heißen Abgase aus dem Verbrennungsprozess nochmals über einen Wärmetauscher geleitet. Die in den Abgasen enthaltene Wärme wird frei, indem der heiße Wasserdampf kondensiert.

Es gibt auch andere Möglichkeiten der Modernisierung. So können Anlagenbesitzer auch auf erneuerbare Energien umsteigen. Eine Wärmepumpe nutzt neben einem gewissen Anteil an Strom in erster Linie kostenlose Umweltenergie aus der Luft, dem Grundwasser und dem Erdreich. Daneben gibt es moderne Holzheizungen mit Pellets oder Hackschnitzeln. Sie verbrennen CO2-neutral. Schließlich können sich Anlagenbesitzer auch für eine Brennstoffzellenheizung entscheiden. Damit kann neben Wärme auch Strom erzeugt werden. Die genannten Heizsysteme sind in der Anschaffung zwar meist etwas kostenintensiver, rentieren sich aber vor allem im Hinblick auf die langjährige Nutzung. Denn sie zeichnen sich durch stabile und niedrige brennstoffpreise aus. Zudem werden diese Systeme durch verschiedene Institutionen staatlich gefördert.  

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Wenn die Heizkosten steigen, sollte die Energieeffizienz erhöht werden. Denn nur so lassen die sich Auswirkungen gut abfedern. Ein gutes Mittel dafür ist die Heizungsmodernisierung. Daneben sollten auch die kleinen Veränderungen am eigenen Heizverhalten nicht zu kurz kommen. Das heißt, nicht in jedem Raum muss es gleich warm sein. Die Räume sollten zudem nicht überhitzen. Zudem sollte auch im Winter das Lüften nicht zu kurz kommen. 

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 10. Dezember 2018

Fliesen und Fußbodenheizung? Bei dieser Kombination sind keine Probleme zu erwarten. Vorausgesetzt, Sie beachten wichtige Punkte bei der Verlegung der keramischen Materialien. Wir erklären, welche das sind. weiterlesen

Vom 09. Dezember 2018

Bei einem Blower Door Test ermitteln Experten, wie dicht Ihr Haus eigentlich ist. Wir erklären, warum das wichtig ist, wie die Messung abläuft und mit welchen Kosten Sie dabei rechnen können. weiterlesen

Vom 30. November 2018

Falsches Heizen geht meist mit bestimmten Irrtümern einher, die sich hartnäckig halten. Wir zeigen Ihnen, welche das sind und was Sie beim Heizen verändern können, um effizient und sparsam zu heizen.  weiterlesen

Vom 29. November 2018

Wandlüfter gibt es für den Einbau in Bädern, Küchen oder als dezentrale Wohnraumlüftung. Wir erklären, welche Aufgabe sie erfüllen, wann sie zum Einsatz kommen und was die Geräte kosten. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung