Die Heizkosten steigen wieder – Was hilft?

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden die Heizkosten im kommenden Abrechnungszeitraum teilweise wieder steigen. In den letzten Jahren waren die Heizenergiepreise und auch die Heizkosten auf einem eher niedrigen Niveau. Doch durch die wieder steigenden Ölpreise und den allgemeinen steigenden Energiebedarf wird sich dies aller Voraussicht nach ändern. Was steckt aber genau dahinter und welche Möglichkeiten bestehen, diesen Effekt abzufedern?

Warum werden die Heizkosten wieder steigen?

Laut Studie haben die deutschen Haushalte 2018 etwa zwei Prozent mehr für das Heizen ausgegeben. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist der Bedarf an Heizenergie klima- und witterungsbedingt gestiegen. Zum anderen wegen der im Vorjahr stagnierenden Energiekosten. 

Der Wärmebedarf ist seit 2015 kontinuierlich gestiegen. Das ist vor allem im Hinblick auf die Klimaziele, welche die Bundesregierung definiert hat, eine schwergewichtige Bestandsaufnahme. Denn um diese Ziele noch erreichen zu können, müsste der Verbrauch bis 2020 noch um 16,5 Prozent reduziert werden. Das bedeutet aber auch, dass die Heizkosten weiterhin steigen werden.

Das Bild zeigt Geldmünzen und Taschenrechner und verdeutlicht, dass die Heizkosten wieder steigen werden.
©  jd-photodesign / Fotolia

Knackpunkt: Die Brennstoffkosten

Die Heizkosten steigen letztlich aus einem Grund: die Preise für Brennstoffe steigen. So befindet sich vor allem der Ölpreis auf einem nach wie vor hohen Niveau. Die aktuellen Heizölpreise liegen bei 67 Euro je 100 Liter (Oktober 2019) bei einer Endabnahme von 3000 Liter. Für Heizöl mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr neun Prozent mehr ausgeben. Je nach Heizverhalten und Witterung kann somit eine alte Ölheizung über den Winter hohe Kosten verursachen.

Aber auch für die Gaspreise sind die Prognosen weniger erfreulich. Denn bis Ende 2019 wird aller Voraussicht nach ein durchschnittlicher Gaspreis von etwa sechs Cent je Kilowattstunde zu verzeichnen sein. Die meisten Gasanbieter haben auch bereits eine Preiserhöhung im Durchschnitt von etwa sieben Prozent angekündigt. Aktuell liegt der Preis für Gas bei 6,07 Cent je Kilowattstunde (Stand: Oktober 2019).

Gründe für den steigenden Wärmebedarf

Doch wieso geht der Wärmebedarf nicht zurück? Neben dem oben genannten Klima ist der ausschlagende Faktor hierbei die fehlende oder unzureichende Energieeffizienz. Das liegt zum einen an den Gebäuden selbst und zum anderen auch an den Heizungsanlagen. Denn vielerorts steht noch immer ein veralteter Heizkessel in den Kellern. Gerade einmal ein Drittel aller Heizungen in Deutschland entspricht dem aktuellen Stand der Technik. Da besteht in jedem Falle noch Modernisierungsbedarf. Die meisten der Kessel sind zudem über 20 Jahre alt.

Vor allem beim Gebäudebestand wird häufig das Einsparpotential bezüglich der Heizkosten nicht voll ausgeschöpft. Denn weder Sanierungsmaßnahmen am Gebäude selbst noch eine Heizungsmodernisierung stehen zur Debatte. Das heißt, möchte man die voraussichtliche Entwicklung der Heizkosten abfedern, sollte langfristig auf Energieeffizienz gesetzt werden

Heizkosten zu hoch? – Energieeffizienz erhöhen

Die erzeugte Energie besser nutzen. Das sollte das Ziel sein, um den Wärmebedarf und damit auch gestiegene Heizkosten zu reduzieren. Dabei empfiehlt es sich auch rechtzeitig zu handeln und nicht erst die Preissteigerung abzuwarten.

Ein sehr effektives Mittel in diesem Zusammenhang ist die Heizungsmodernisierung. So sollten Besitzer eines alten Öl- oder Gaskessels darüber nachdenken, auf die moderne Brennwerttechnik umzurüsten. Dadurch ließe sich der Wirkungsgrad der Anlage erhöhen, auf mehr als 98 Prozent. Denn anders als veraltete Kontant- und Niedertemperaturkessel werden hier die noch sehr heißen Abgase aus dem Verbrennungsprozess nochmals über einen Wärmetauscher geleitet. Die in den Abgasen enthaltene Wärme wird frei, indem der heiße Wasserdampf kondensiert.

Es gibt auch andere Möglichkeiten der Modernisierung. So können Anlagenbesitzer auch auf erneuerbare Energien umsteigen. Eine Wärmepumpe nutzt neben einem gewissen Anteil an Strom in erster Linie kostenlose Umweltenergie aus der Luft, dem Grundwasser und dem Erdreich. Daneben gibt es moderne Holzheizungen mit Pellets oder Hackschnitzeln. Sie verbrennen CO2-neutral. Schließlich können sich Anlagenbesitzer auch für eine Brennstoffzellenheizung entscheiden. Damit kann neben Wärme auch Strom erzeugt werden. Die genannten Heizsysteme sind in der Anschaffung zwar meist etwas kostenintensiver, rentieren sich aber vor allem im Hinblick auf die langjährige Nutzung. Denn sie zeichnen sich durch stabile und niedrige Brennstoffpreise aus. Zudem werden diese Systeme durch verschiedene Institutionen staatlich gefördert.  

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Wenn die Heizkosten steigen, sollte die Energieeffizienz erhöht werden. Denn nur so lassen die sich Auswirkungen gut abfedern. Ein gutes Mittel dafür ist die Heizungsmodernisierung. Daneben sollten auch die kleinen Veränderungen am eigenen Heizverhalten nicht zu kurz kommen. Das heißt, nicht in jedem Raum muss es gleich warm sein. Die Räume sollten zudem nicht überhitzen. Zudem sollte auch im Winter das Lüften nicht zu kurz kommen. 
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Artikelbewertung