Heizungsmodernisierung: Ratgeber für Hausbesitzer

Das durchschnittliche Alter einer deutschen Heizung liegt bei etwa 17 Jahren - viele Geräte entsprechen damit heute nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Sie nutzen die eingesetzten Brennstoffe nicht optimal aus, verlieren selbst viel Wärme und werden mit zunehmendem Alter immer unsicherer. Eine Heizungsmodernisierung - die Sanierungsmaßnahme, die oft die höchsten Einspareffekte bringt - schafft hier Abhilfe. Wann sich eine Heizungsmodernisierung lohnt, welche Fördermittel der Staat bereithält und welche Technologien für eine Heizungsmodernisierung infrage kommen, erklären wir in den folgenden Abschnitten. Zur Vorbereitung Ihrer Heizungsmodernisierung hilft Ihnen auch unsere umfangreiche Checkliste Heizungsmodernisierung (PDF, 120 KB).

Warum überhaupt eine Heizungsmodernisierung?

Eine alte Heizung im Keller vor der Heizungsmodernisierung
© animaflora / Fotolia

Gründe für eine Heizungsmodernisierung gibt es viele und doch ist es nicht selten die Not, die Hausbesitzer zum Handeln zwingt. Denn wenn die alte Heizung nicht mehr anspringt, ist vor allem im Winter Eile geboten - viel Zeit für eine ausgereifte Überlegung bleibt da nicht. Aber gerade diese ist wichtig, um optimale Ergebnisse aus einer Heizungsmodernisierung zu holen. Mit der Investition in die richtige Technik - eine Heizung, die zu Haus und Nutzer passt - können Sanierer viel Geld sparen. Denn neue Heizungen arbeiten in der Regel effizienter als alte. Sie können die eingesetzten Brennstoffe besser ausnutzen und so den Verbrauch senken.

Ein weiterer Grund für eine Heizungsmodernisierung ist der Faktor Sicherheit. Denn während die Störanfälligkeit bei einer Heizung genau wie bei einem alten Auto immer weiter zunimmt, ist ein Totalausfall bei neuer Technik weniger wahrscheinlich.

Neben finanziellen Vorteilen und neuem Vertrauen in die eigene Anlage hilft eine Heizungsmodernisierung auch beim Klimaschutz. Dafür sorgen ein geringerer Brennstoffverbrauch, ein niedrigerer CO2-Ausstoß und die Möglichkeit, das Haus auch mit erneuerbaren Energien zu beheizen. 

Wann sollte eine Heizungsmodernisierung durchgeführt werden?

Ist die alte Heizung noch funktionstüchtig, ist der Sommer die beste Zeit, um mit der Planung der Heizungsmodernisierung zu beginnen. Denn in dieser Zeit wird Wärme im Haus allein für die Warmwasserbereitung benötigt. Während das Wasser in der Montagezeit auch auf andere Art erhitzt werden kann, bleiben unangenehme Folgen des Heizungsaustauschs aus.

Blickt man auf das Alter der Heizung, kann der richtige Zeitpunkt für eine Modernisierung sehr unterschiedlich sein. Während regelmäßig gewartete Anlagen lange sicher laufen, können schlecht gewartete eher anfällig für Störungen oder Ausfälle werden. Oft lohnt es sich über eine Modernisierung nachzudenken, wenn die eigene Heizung zwischen 15 und 20 Jahren alt ist. Die Beratung durch einen unabhängigen Sachverständigen zeigt dabei, welche Mängel bestehen, wie viel eine neue Heizung kosten und was diese sparen kann. Ist die Heizung älter als 30 Jahre, schreibt sogar der Gesetzgeber den Austausch vor. Denn nach aktuell gültiger Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) dürfen Heizungen in diesem Alter nicht mehr betrieben werden. Ausgenommen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturkessel - also Heizgeräte, die für den Betrieb mit niedrigen Vorlauftemperaturen optimiert wurden. Mehr Informationen zum besten Zeitpunkt der Heizungsmodernisierung finden Sie in unserem Artikel: Wann die Heizung erneuern? Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass die Heizung bestenfalls im Frühjahr oder Sommer zu modernisieren ist. 

Die Modernisierung der Heizung kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. So kann bereits die Entscheidung für ein bestimmtes System länger als gedacht dauern. Ebenso kann es zu Problemen beim Einbau kommen oder Lieferschwierigkeiten geben. Das sind nur ein paar Hindernisse, welche die Heizungsmodernisierung verlängern können. Deshalb ist in den eher warmen Monaten ein eventueller mehrtägiger Heizungsausfall auszuhalten. 

Was ist bei der Modernisierung der Heizung zu beachten?

Ein Energieberater sitzt an einem Schreibtisch und berät über die Heizungsmodernisierung
© contrastwerkstatt / Fotolia

Eine Heizungsmodernisierung kann sich lohnen und die Heizkosten sogar um mehr als 20 Prozent senken. Damit das funktioniert, muss die Heizung aber nicht nur zum Nutzer, sondern auch zum Haus passen. In unserem Ratgeber helfen wir Ihnen bei der Frage: Welche Heizung ist die richtige?

Ein Beispiel: Eine Wärmepumpe ist ein umweltfreundliches Heizsystem, das kostenfreie verfügbare Energie aus Luft, Erde oder Wasser zum Heizen nutzbar macht. Da diese Umweltenergie aber nur mit niedrigen Temperaturen gewonnen werden kann, muss ihr Niveau in einem meist elektrisch unterstützen Prozess angehoben werden. Wird die Wärmepumpe in einem effizienten Haus installiert, das mit hohem Wärmeschutz und einem Fußbodenheizsystem mit niedrigen Systemtemperaturen auskommt, verursacht sie nur geringe Heizkosten. Wird das Heizgerät aber in einem schlecht isolierten Altbau mit klassischen Heizkörpern installiert, können die Heizkosten sehr hoch ausfallen. Grund dafür sind die Systemtemperaturen, die hier meist weit über denen der Umweltenergiequelle liegen.

Nicht selten bieten auch Hybridheizungen die beste Lösung. Dies beschreibt keine eigenständige Heiztechnik, sondern eine Kombination verschiedener Energiequellen. Eine andere Möglichkeit ist es, den bewährten Brennstoff wie Erdgas oder Heizöl beizubehalten, aber hierbei auf die moderne Brennwerttechnik zu setzen. Diese hat unter günstigen Umständen einen Wirkungsgrad von mehr als 95 Prozent. Andere Alternativen, wenn Sie die Heizung im Sommer modernisieren möchten, sind:

  • Holz- beziehungsweise Pelletheizung
  • Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK) oder Blockheizkraftwerke (BHKW)

Ausführliche Informationen finden Sie, inklusive der Vor- und Nachteile der Heizsysteme, in unserem Heizungsüberblick sowie unter die verschiedenen Kategorien. 

Zusammen mit einem Energieberater für die optimale Lösung entscheiden

Sicherheit in der Frage, ob sich ein neues Heizsystem lohnt, schafft ein unabhängiger Berater. Denn dieser analysiert das bestehende Gebäude und kann so das passende Heizsystem empfehlen. Das Besondere daran ist, dass die Kosten für eine Energieberatung sogar gefördert werden. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es dabei einen Zuschuss von 60 Prozent oder maximal 800 Euro. Alle Informationen zur Förderung finden Interessierte auf der Seite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): bafa.de

Mit einer Finanzierung oder Förderung die Heizung modernisieren

Ein Grund der Hausbesitzer bei einer Heizungsmodernisierung zögern lässt, ist oft die Investition, die damit auf sie zukommt. Auch der Austausch einer Gasheizung durch ein neues Brennwertgerät kostet, je nach Art des neuen Heizsystems, Region, Herstellers und Dienstleisters mehr als 5.000 Euro. Abhilfe schafft hier eine Finanzierung. Denn diese teilt die einmalige Ausgabe auf kleine Raten auf, die in variabler Höhe für bis zu zehn Jahre gezahlt werden können. Welche Vorteile eine Finanzierung hat, was sie kostet und wie Hausbesitzer an eine Finanzierung der Heizungsmodernisierung kommen, erfahren Interessierte in der Rubrik Finanzierung.

Förderungen senken die Kosten für die neue Heizung

Auf einem Tisch liegen Geldscheine eine Rohrzange ein Thermostat und ein kleines Miniatur-Haus die für die Förderung der Heizungsmodernisierung stehen
© Ralf Kalytta / Fotolia

Dass eine Modernisierung der Heizung nicht nur das Portemonnaie vieler Hausbesitzer, sondern auch die Umwelt entlasten kann, weiß auch der Staat. Mit zinsgünstigen Darlehen oder einmaligen Zuschüssen fördert er die Maßnahmen dabei zum Beispiel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Mittel gibt es dabei für zahlreiche Technologien und Maßnahmen, unter anderem auch für Optimierungsmaßnahmen an bestehenden Heizsystemen sowie für eine Komplett-Sanierung. Wie das im Detail aussieht finden Sie in den hier aufgeführten Beiträgen zur Förderung: 

Eine Informationssammlung zu Thema Modernisierung einer Heizungsanlage stellt unser "ABC der Heizungsmodernisierung" dar. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Bei dem hohen Durchschnittsalter deutscher Heizungen, ist eine Heizungsmodernisierung oft eine gute Möglichkeit Heizkosten zu sparen, die Sicherheit zu erhöhen und die Umwelt zu entlasten. Damit das wirtschaftlich funktioniert, sollte die Entscheidung in eine neue Technik gut überlegt sein. Der Überblick zeigt, was es dabei zu beachten gibt und welche Möglichkeiten Hausbesitzer haben.
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