Frag' den heizung.de Experten: Wie gehe ich mit Heizungsschäden durch Unwetter um?

Wolfgang Brunke aus dem Landkreis Uelzen in Niedersachsen fragt: “Wir wohnen in einem Hochwassergebiet und möchten wissen, wie wir uns im Falle eines Heizungsschadens durch Überschwemmung oder Blitzeinschlag finanziell absichern können.“

Die Antwort der heizung.de Experten

Hallo Herr Brunke,

in den vergangenen Jahren haben zahlreiche Unwetter immense Kosten in Deutschland verursacht. Insbesondere Überschwemmungen richten schwere Schäden an. In manchen Fällen haben Blitzeinschläge dazu geführt, dass Heizungsanlagen nicht mehr laufen. Die Frage nach der Kostenübernahme durch den Versicherer lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie von vielen Faktoren abhängt. Zunächst einmal stellt sich die Frage nach der möglichen Ursache für den Schaden:

Heizungsschäden durch Überschwemmung

Wenn der Keller nach einer Überschwemmung unter Wasser steht und mit ihm der Heizkessel, dann ist die Ursache meist eindeutig. Hier können Hausbesitzer den Schaden an ihren Versicherer melden, sofern sie davor eine sogenannte Elementarschadenversicherung abgeschlossen haben. Denn nur diese deckt die Kosten für Überschwemmungsschäden ab. Normale Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen sehen in der Regel keine Kostenübernahme vor. Vor allem für Besitzer einer Ölheizung ist eine Elementarschadenversicherung sinnvoll, denn das bei einer Überschwemmung auslaufende Heizöl stellt nicht nur für die Umwelt eine Gefahr dar. Es treibt vor allem die Schadenshöhe merklich in die Höhe. Eine Alternative bietet der Heizungstausch.

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Heizungsschäden durch blitzbedingte Überspannung

Bei einem direkten Blitzeinschlag ist meist die komplette Stromversorgung eines Gebäudes betroffen. Der Heizungsschaden ist in dem Fall offensichtlich. Anders sieht es bei einer blitzbedingten Überspannung aus. Zwar können die dadurch entstandenen Schäden über die Wohngebäudeversicherung mitversichert werden. Die Beweislage ist jedoch schwierig. Denn die Schäden entstehen nicht direkt durch den Blitzeinschlag, sondern durch die ausgelöste Überspannung. Betroffene Bauteile fallen in diesem Zusammenhang nicht selten erst zu einem späteren Zeitpunkt aus, was eine nachträgliche Fehlersuche extrem erschwert.

Funktioniert die Heizung direkt nach einem Gewitter nicht oder fehlerhaft, deutet es auf einen blitzbedingten Überspannungsschaden hin. Eindeutig feststellen lässt es sich aber nicht. Hier raten Experten dazu, die Versicherung zu kontaktieren und nach der weiteren Vorgehensweise zu erfragen. In der Regel beauftragt sie einen Gutachter, der vor Ort die Schadensursache sowie deren Umfang feststellt und sie meldet. Weniger sinnvoll ist die eigenmächtige Beauftragung eines Fachbetriebs mit der Überprüfung der Heizungsanlage, ohne dabei den Versicherer zu informieren. Im schlimmsten Fall bleiben Hausbesitzer auf diesen Kosten sitzen.

Richtiges Verhalten im Schadensfall

Kommt es zu einem Heizungsausfall durch Unwetter, sollten Betroffene zunächst einmal die Ruhe bewahren. Anschließend sollten sie ihren Versicherer über den Vorfall informieren – im besten Fall mit Beweisdokumenten wie Bilder oder Videos. Experten raten dazu, die Schadensmeldung per Einschreiben mit Rückschein zu senden. Allzu viel Zeit mit der Meldung dürfen sich Betroffene aber nicht lassen. Denn einerseits haben Versicherungsnehmer eine sogenannte Schadenminderungspflicht. Andererseits müssen sie beschädigte Gegenstände aufbewahren, damit der Versicherer diese vor der Regulierung begutachten kann. Bei einer Überschwemmung des Kellerraums bedeutet das, dass Betroffene etwa zerbrochene Fenster abdichten oder Möbel in Sicherheit bringen müssen, wenn das ohne Gefahr möglich ist.

Ausfällen und Fehlfunktionen durch Austausch vorbeugen

Nach einer Überschwemmung besteht weiterhin die Gefahr, dass die Heizungsregelung durch Oxidation und Verunreinigung nachhaltig beschädigt ist. Ähnlich wie bei einer blitzbedingten Überspannung fallen betroffene Bauteile nicht gleich, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt aus. Um Fehlfunktionen oder Ausfälle vorzubeugen, ist es ratsam, alle elektronischen Komponenten auszutauschen, die zuvor mit Feuchtigkeit in Berührung gekommen sind.

Schutzmaßnahmen gegen Heizungsschäden durch Unwetter

Einen absoluten Schutz vor Überschwemmung gibt es nicht. Nach Möglichkeit sollten Hausbesitzer dennoch auf eine hochwassersichere technische Ausrüstung achten und die Anlage in oberen Etagen aufstellen. Um die Schäden durch Blitzeinschläge zu minimieren, gibt es drei Blitzschutzarten: Grobschutz, Mittelschutz und Feinschutz. Der grobe, äußere Schutz umfasst die Gebäudehülle. Hier können Hausbesitzer einen Blitzableiter installieren, um den direkten Blitzeinschlag abzuleiten. Der mittlere, innere Schutz kommt in Form eines Blitzstromableiters zum Einsatz und schützt elektronische Bauteile vor einem direkten Blitzeinschlag und Überspannungen. Der Feinschutz wird direkt an die einzelnen Geräte angebracht und schützt sie zusätzlich vor Überspannungen.

Zusammenfassung

Zunehmende Unwetter haben in den vergangenen Jahren zu immensen Schäden geführt. Blitzeinschläge und Überschwemmungen sind dabei die häufigsten Ursachen. Hausbesitzer können die Schäden einerseits mit der passenden Versicherung und andererseits mit den passenden technischen Hilfsmitteln vorbeugen.

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