Sanierung zum KfW-70-Haus senkt Heizkosten

Während fossile Rohstoffe wie Öl oder Gas immer knapper werden, steigen die Energiepreise stetig an. Wer ein altes Haus besitzt, spürt das besonders deutlich. Denn durch einen geringen Wärmeschutz und alte Heizungstechnik wirken sich Preisschwankungen viel stärker aus, als bei energetisch sanierten Gebäuden. Abhilfe schafft hier die Modernisierung zum KfW-70-Haus. Was das heißt, wie es klappt und welche Fördermöglichkeiten es dafür gibt, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Technische Anforderungen an ein KfW-70-Haus

Das Energieeffizienzhaus 70 beschreibt einen Sanierungsstandard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Um diesen zu erreichen, muss der energetische Zustand eines sanierten Gebäudes deutlich besser sein, als bei einem Neubau nach Energieeinsparverordnung. Im Detail dürfen Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust dabei maximal 70 Prozent des Wertes vom EnEV-Referenzgebäude betragen. Möglich ist das durch eine dichte und wärmegedämmte Gebäudehülle sowie eine effiziente und energiesparende Heizungsanlage.

Übrigens: Da das KfW-70-Haus durch die Verschärfung der EnEV im Jahr 2016 annähernd dem Baustandard entspricht, hat die KfW die Förderklasse im Neubau gestrichen. Sie gilt daher nur für die energetische Sanierung.

Hohe Fördermittel für ein energiesparendes KfW-70-Haus

Das EnEV-Referenzgebäude als Basis der Bewertung

Geht es um die technischen Anforderungen für ein KfW-70-Haus, so hängen diese von den Eigenschaften des EnEV-Referenzgebäudes ab. Dieses beschreibt dabei ein Gebäude, das dem zu sanierenden in Geometrie, Größe und Ausrichtung gleicht. Die spezifischen Kennzahlen zur Bewertung sind jedoch festgelegte Referenzwerte. Sie wurden in Anlage eins der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung definiert und beziehen sich zum Beispiel auf die U-Werte der Gebäudehülle oder die Art der Heiztechnik. Die energetische Bewertung des Referenzgebäudes stellt dabei den theoretischen Neubaustandard für ein Gebäude dar und entspricht dem KfW-100-Haus.

Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust

Möchten Hausbesitzer ihr Gebäude zum KfW-70-Haus sanieren, müssen Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust 30 Prozent besser als im Neubau sein. Der Transmissionswärmeverlust beschreibt dabei die energetische Qualität der Gebäudehülle. Er ist abhängig von den U-Werten der Wände, Fenster oder Dachflächen und gut, wenn der Zahlenwert niedrig ist. Denn dann verliert ein Gebäude besonders wenig Wärme über seine Hülle.

Der Primärenergiebedarf beschreibt hingegen, wie viel Energie ein Gebäude benötigt. Anders als bei dem Endenergiebedarf, der der tatsächlich gelieferten Energiemenge entspricht, berücksichtigt er dabei auch den Aufwand für Gewinnung, Aufbereitung und Transport der benötigten Rohstoffe.

Sanierung zum KfW-70-Haus

Abhängig vom jeweiligen Gebäude, haben Hausbesitzer heute viele Möglichkeiten, den KfW-70-Haus-Standard zu erreichen. Diese lassen sich generell in Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik unterscheiden.

Qualität der Gebäudehülle optimieren

An der Gebäudehülle geht es darum, den Energieverlust spürbar zu reduzieren. Möglich ist das zum Beispiel mit neuen Fenstern, einer Kellerdeckendämmung, einer Dach- oder Dachbodendämmung sowie einer Dämmung der Fassaden. Welche Maßnahmen sich am meisten lohnen, hängt dabei vom jeweiligen Gebäude ab. Während Kellerdecken- und Dachbodendämmung in der Regel vergleichsweise günstig sind, kommt die Fassadendämmung oft dann infrage, wenn ohnehin Arbeiten an der Außenhaut des Hauses geplant sind.

Die richtige Heizung für ein KfW-70-Haus

Während Maßnahmen an der Hülle den Energiebedarf reduzieren sollen, geht es bei der Heizung um die effiziente Bereitstellung von Wärme für Heizung und Warmwasser. Möglich ist das zum Beispiel durch die Kombination einer Gasheizung mit Solarthermie oder die Installation einer Wärmepumpe. Auch mit einer Holzheizung, wie dem Holzvergaser oder der Pelletheizung, lassen sich die Anforderungen meist einhalten.

Lüftungsanlagen sind oft notwendig

Tauschen Sanierer mindestens zwei Drittel des Daches oder der Fenster aus, sind sie dazu verpflichtet, ein sogenanntes Lüftungskonzept erstellen zu lassen. Dabei ermittelt ein Experte, wie viel Luft auf natürlichem Wege durch das Haus strömt und prüft, ob diese ausreicht, um die hygienischen Mindestanforderungen einzuhalten. Da ein KfW-70-Haus in der Regel sehr dicht ist, sind oft lüftungstechnische Maßnahmen nötig. Hausbesitzer haben hier die Wahl zwischen freien- und ventilatorgestützten Systemen.

Energieberater erstellt Sanierungskonzept

Da jedes Haus einzigartig ist, lässt sich pauschal nicht sagen, welche Maßnahmen zum Erreichen der Anforderungen für ein KfW-70-Haus führen. Aus diesem Grund fordert die KfW, dass Hausbesitzer auch einen Energieexperten zurate ziehen. Dieser kann die geplanten Maßnahmen noch einmal prüfen und die nötigen Berechnungen zum Fördermittelantrag erstellen.

Fördermittel für das KfW-70-Haus

Die KfW-Effizienzhäuser sind generell mit speziellen Förderprogrammen der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) verbunden. Geht es um eine Sanierung, haben Hausbesitzer dabei die Wahl zwischen zinsgünstigen Darlehen und einmaligen Zuschüssen.

Entscheiden sie sich für einen Kredit aus dem Programm 151, fördert die KfW diesen mit einem einmaligen Tilgungszuschuss. Dieser reduziert die zurückzahlende Summe und beträgt bei einem KfW-70-Haus 22,5 Prozent oder maximal 22.500 je Wohneinheit. Wählen Verbraucher stattdessen die Förderung über einen Zuschuss aus dem Programm 430 der KfW, bekommen sie 25 Prozent der Kosten erstattet. Je Wohneinheit sind die Mittel dabei auf 25.000 Euro begrenzt.

Wichtig ist, dass die Gelder noch vor dem Beginn der Sanierung mit einem Energieberater zu beantragen sind.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Das KfW-70-Haus beschreibt einen Bau- und Sanierungsstandard, der es Verbrauchern ermöglicht, spezielle Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Um dabei zinsgünstige Darlehen oder einmalige Zuschüsse zu erhalten, muss das jeweilige Haus nach der Sanierung 30 Prozent besser als ein vergleichbarer Neubau sein.

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