Förderung der Heizung: Zuschuss für die neue Heizung

Bereits zum 01.01.2020 haben sich die Fördersätze und -bedingungen geändert. Zum Ende desselben Jahres wurden diese noch weiter vereinheitlicht und in ein Richtlinie überführt. Die Fördermittel können Sie nun über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (kurz: BEG) beantragen. Doch wie hoch ist die Förderung für Ihre Heizung aktuell, was sollten Sie beachten und kommen zukünftig weitere Anpassungen oder Änderungen hinzu?

Heizungsförderung: kurz & knapp

  • Fördermittel gibt es für den Austausch und die Optimierung einer Heizungsanlage.

  • Die staatliche Förderung erfolgt in erster Linie über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).
  • Die Förderung erfolgt über Zuschüsse oder Kredite, deren Höhe sich nach Gebäudetyp und Umfang der Maßnahme richtet.
  • Ab 2021 befinden sich die Förderungen für Einzelmaßnahmen, Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude unter einem Dach: Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
  • Zuschuss-Förderung für Einzelmaßnahmen über das BAFA – BEG EM – kann seit 01.01.2021 beantragt werden.
  • Kreditförderung für Einzelmaßnahmen, Kredit- und Zuschuss-Förderungen für Vollsanierungen und Neubauten (Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude) sind ab dem 01.07.2021 über die KfW zu beantragen. Bis dahin sind die aktuellen KfW-Angebote weiter verfügbar.
  • Bis zu 55 Prozent der Investitionskosten können gefördert werden.
  • Wichtig: Stellen Sie die Antrag auf Förderung immer vor der Beauftragung von Leistungen.

Hände halten ein kleines Haus - Förderung Heizung
© aytuncoylum / Fotolia

Grundlegendes zur Förderung der Heizung

Die staatliche Förderung für Heizungen soll einen Anreiz schaffen, auf effiziente, umweltschonende Systeme zu setzen. Gut zwei Drittel der Deutschen heizen mit Gas oder Öl. Bei beiden Technologien findet ein Verbrennungsprozess statt, wobei wiederum CO2 ausgestoßen wird. Um den Einsatz dieser sogenannten fossilen Brennstoffe weiter zu reduzieren, hat sich die Förderlandschaft im letzten Jahr stark gewandelt und auch mit Beginn 2021 gibt es weitere Anpassungen, die eine Förderung von bis zu 55 Prozent versprechen. Ausgerufenes Ziel ist es, bis 2030 die CO2-Äquivalente auf 70 Millionen Tonnen im Gebäudesektor zu reduzieren und damit die Klimaziele 2030 erreichen zu können.

Wichtigste Änderung war 2020, dass die finanzielle Unterstützung für reine Gas- und Öl-Brennwertkessel weitestgehend entfallen ist. Eine Förderung gibt es in erster Linie für Heizsystem mit erneuerbaren Energien. Dies ist 2021 auch so geblieben. Die Fördersätze sind für einen Heizungstausch und Heizungseinbau geblieben. Es gibt ein paar zusätzliche Maßnahmen, die fortan gefördert werden. Mit dem 01.01.2021 hat sich vor allem die Kategorisierung der Fördermittel geändert. Dabei sind auch die Hauptansprechpartner – das BAFA und die KfW – geblieben. Grundsätzlich wurden alle Maßnahmen in die Bundesförderung für effiziente Gebäude überführt. Diese teilt sich wie folgt auf:

  • BEG Einzelmaßnahmen (Zuschussförderung beim BAFA und Kreditförderung ab 01.07.2021 bei der KfW)
  • BEG Wohngebäude (Kredite und Zuschüsse über die KfW ab dem 01.07.2021)
  • BEG Nicht-Wohngebäude (Kredite und Zuschüsse über die KfW ab dem 01.07.2021)

Wichtig: Bis zum 01.07.2021 laufen alle Anträge für Vollsanierungen von Bestandsgebäuden und alle Anträge für Neubauten über das KfW-Programm “Effizient Bauen und Sanieren”.

Voraussetzungen für eine Heizungsförderung

Grundsätzlich gilt, bevor Sie sich eine neue Heizung kaufen, diese zusammen mit einem Experten ausführlich zu planen. So finden Sie das richtige Modell für das eigene Heizverhalten und entsprechend der Bedingungen bezüglich des Gebäudes. Für Gebäude im Bestand gibt es nur dann eine Förderung, wenn der Bauantrag oder die Bauanzeige mindestens fünf Jahre alt ist.

Mit der Planung und bestenfalls einem Kostenvoranschlag in der Tasche, prüfen Sie oder lassen Sie die Förderfähigkeit des Heizsystems prüfen. Danach stellen Sie einen Antrag bei den entsprechenden Institutionen. Achtung: Der Stichtag hat sich zum 01.01.2021 geändert. Fortan gilt das Datum der Auftragserteilung als Vorhabensbeginn. Wenn Sie eine Vorab-Bewilligung bekommen, kann mit der Durchführung der Maßnahmen begonnen werden. Haben Sie dann alle Nachweise eingereicht, erhalten Sie die Förderung. Eine genaue Anleitung zur Antragstellung finden Sie im Artikel Heizungsförderung beantragen – so klappt es.

Wer ist antragsberechtigt? Dazu zählen Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Freiberufler, Kommunen und Zweckverbände sowie Unternehmen und gemeinnützige Organisationen oder Genossenschaften. 

Welche Kosten werden gefördert?

Die Förderhöhe variiert je nach Heizungssystem. Dabei setzen sich die Investitionskosten aus unterschiedlichen Faktoren zusammen. Neben den eigentlichen Anschaffungskosten für den Wärmeerzeuger, werden auch Kosten für die Installation und Inbetriebnahme eingerechnet. Darunter fallen (insbesondere bei der BAFA-Förderung) auch Kosten für die Wartung oder Garantieverlängerungen, die vorab beglichen wurden. Schließlich sind auch Kosten für sogenannte erforderliche Umfeldmaßnahmen enthalten. Diese Nebenkosten entstehen unmittelbar in Vorbereitung oder bei Umsetzung der Maßnahmen. So können unter anderem Kosten für eine neue Flächenheizung, die Umstellung der Warmwasserbereitung oder die Umgestaltung des Heizraums eingerechnet werden oder die Brennstoffaufbewahrung.

Was im Einzelnen gefördert wird und was nicht, finden Sie im Infoblatt der BAFA zu den förderfähigen Kosten.

Gibt es eine Förderung für Gas- und Ölheizung?

Bereits seit dem 01.01.2020 ist die Förderung für Ölheizungen entfallen. Sollten Sie sich aber dafür entscheiden, Ihre alte Ölheizung durch eine Wärmepumpe, eine Biomasseanlage oder ein Hybridsystem zu ersetzen, bekommen Sie zusätzliche zehn Prozent auf die Förderung der neuen Anlage. Auf diese Weise können Sie sich bis zu 55 Prozent der Investitionskosten fördern lassen.

Ebenfalls gilt seit diesem Zeitpunkt, dass Gasheizungen als Einzelmaßnahme nur in Kombination mit anderen Technologiekomponenten gefördert werden. So zum Beispiel als Gas-Hybridheizung oder als sogenannte "Renewable Ready"-Gas-Brennwertheizung. Ist die Gasheizung eine Komponente beim Maßnahmenpaket zum Effizienzhaus, wird sie in Form einer Kredit- oder Zuschuss-Förderung über die KfW mitfinanziert.

Voraussetzungen für die Förderung von Gasheizungen

Um für eine Gas-Hybridheizung einen Förderanteil von 30 Prozent zu bekommen, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es muss eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik vorhanden sein.
  • Es muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.
  • Wichtig: Sie müssen die Umwandlung in eine Gas-Hybridheizung innerhalb von zwei Jahren nachweisen.

Für eine "Renewable Ready"-Gas-Brennwertheizung bekommen Sie eine Förderung von 20 Prozent unter Erfüllung dieser Voraussetzungen:

  • Spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Gasheizung muss die zusätzliche Wärme aus erneuerbaren Energien stammen.
  • Es muss bereits eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik verbaut sein.
  • Es muss ein Konzept der geplanten Gas-Hybridheizung zugrunde liegen.
  • Ein Speicher für die künftige Einbindung erneuerbarer Wärmeerzeuger muss vorhanden sein.
  • Ein hydraulischer Abgleich ist durchzuführen.

Darüber hinaus gilt für beide Optionen, dass mehr als 50 Prozent der erzeugten thermischen Energien der Warmwasserbereitung, der Raumheizung, der Kombination aus beidem oder der Zuführung in ein Gebäudenetz dienen muss. 

Welche Förderungen gibt es für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien?

Ökoheizungen, wie eine Wärmepumpe, Holzheizung oder Anlage für Solarthermie, gewinnen die Wärme für Heizung und Warmwasser aus natürlichen Quellen. Sie schonen fossile Ressourcen und kommen dank effizienter Technik mit geringen CO2-Emissionen aus. Über eine staatliche Förderung der Heizung können Hausbesitzer die Investitionskosten senken und von den Vorteilen der nachhaltigen Technik profitieren. Einen prozentualen Zuschuss können sie über das BAFA für den Heizungstausch als Einzelmaßnahme beantragen. Einen Kredit bekommen Sie für diese Heizungsanlagen von der KfW. Dort können Sie ebenfalls einen Antrag stellen, wenn eine Wärmepumpe oder eine andere EE-Heizung in einem neuen Effizenzhaus sowie bei der Sanierung zu einem solchen installiert wird.

Wie wird der Heizungstausch als Einzelmaßnahme gefördert?

Grundsätzlich gilt für alle Anlagen, dass sie mindestens 50 Prozent der erzeugten Wärmeenergie für das Warmwasser, die Raumheizung oder einer Kombination aus beiden nutzen. Das Einspeisen dieser Energie in ein Gebäudenetz ist ebenfalls möglich.

  • Für den Einbau sowie die Erweiterung einer Solarthermieanlage bekommen Sie bis zu 30 Prozent. Besonders große Anlagen von mindestens 20 Quadratmeter können auch als Anteilsfinanzierung einer ertragsabhängigen Förderung mit finanziert werden.
  • Zu den förderfähigen Biomasseheizungen gehören Kessel für Pellets und Holzhackschnitzel, Pelletöfen mit Wassertasche, Kombikessel sowie besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel. Für diese gibt es eine Förderung von bis zu 35 Prozent. Ergänzend gibt es einen Innovationsbonus Biomasse in Höhe von fünf Prozent, wenn die Grenzwerte für Feinstaub von maximal 2,5 Milligramm je Kubikmeter eingehalten werden (dann bis zu 40 Prozent).
  • Das Errichten sowie das Nachrüsten mit einer Wärmepumpe kann bis zu 35 Prozent gefördert werden. Beachten Sie hier, dass eine Wärmepumpe nicht gefördert wird, wenn sie die überwiegende Energie nur zur Warmwasserbereitung nutzt.
  • Der Förderanteil beträgt ebenfalls bis zu 35 Prozent für innovative Heiztechnik auf Basis erneuerbarer Energien und für alle EE-Hybrid-Anlagen.

Wichtig: Die Höchstgrenze der Förderung liegt bei 60.000 Euro je Wohneinheit. Tauschen Sie im gleichen Zuge eine bestehende Ölheizung aus, steigt der Fördersatz um zehn Prozent. Noch einmal fünf Prozent extra bekommen Sie, wenn der Heizungstausch bestandteil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist, der allerdings nicht älter als 15 Jahre sein darf.

Förderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau

Ein Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien lässt sich auch über die KfW-Programme fördern. Voraussetzung ist hier, dass die Heizung eine Maßnahme unter vielen ist, um das Gebäude zu einem Effizienzhaus zu machen. Dabei kann ein Neubau als solches gleich konzipiert sein oder ein Bestandsgebäude wird durch eine entsprechende Vollsanierung auf diesen Standard gebracht. Für Solarthermieanlagen, Pelletheizungen und Holzvergaser sowie Wärmepumpen können Anträge auf einen Zuschuss oder einen Kredit gestellt werden.

  • Die Kreditvergabe erfolgt im Rahmen der Programme 151 und 152 mit bis zu 120.000 Euro für eine Komplettsanierung und bis zu 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen. Der Tilgungszuschuss liegt hier bei bis zu 48.000 Euro.
  • Einen Zuschuss können Sie im Rahmen des Programms 430 beantragen mit bis zu 48.000 Euro für eine vollständige Sanierung.
  • Ebenfalls möglich ist der Ergänzungskredit nach KfW 167 mit bis zu 50.000 Euro.

Weiterhin lässt sich auch die Brennstoffzellenheizung fördern. Hier gilt das KfW-Programm 433. Dieser Zuschuss gilt für Neubauten ebenso wie für Bestandsgebäude in einer Höhe von bis zu 28.200 Euro

Fördermittel für die Heizungsoptimierung

Neben dem Heizungstausch können auch Maßnahmen gefördert werden, die der Optimierung der Anlagen dienen und damit deren Energieeffizienz erhöhen. Die Kosten reduzieren sich mit einem Antrag auf Förderung um bis zu 20 Prozent. Das Mindestinvestitionsvolumen liegt hier bei 300 Euro. Ebenfalls möglich ist die Förderung der Optimierungsmaßnahmen über die KfW als Kredit sowie als Zuschuss oder im Rahmen des Ergänzungskredits. Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören unter anderem:

5 Prozent mehr bei Umsetzung der Maßnahmen aus dem individuellen Sanierungsfahrplan

Ist eine Maßnahme, sei es nun der Heizungstausch oder eine Optimierung, Bestandteil eines sogenannten iSFP (individuellen Sanierungsfahrplan), den Ihnen ein Energieexperte erstellt, erhöht sich der Fördersatz für die Maßnahme um weitere fünf Prozentpunkte. Voraussetzung ist hier, dass die Umsetzung innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung des Plans erfolgt. Wichtig zu wissen, ist hier, dass die Fachplanung und Baubegleitung davon ausgenommen sind. 

Steuerbonus zur Förderung der Heizung nutzen

Neben den Veränderungen bei den staatlichen Förderbeträgen, wurde mit dem Klimapaket auch ein neuer Steuerbonus für Sanierungsmaßnahmen eingeführt. Dabei ist die steuerliche Förderung nicht nur auf Maßnahmen bezüglich eines neuen Heizsystems begrenzt. Andere Maßnahmen wie die Dämmung sind ebenfalls förderfähig.

Bis zu 20 Prozent der Kosten für derartige Maßnahmen können Sie steuerlich absetzen. Die Obergrenze liegt bei 40.000 Euro und ist über drei Jahre anzurechnen. Daneben ist zu berücksichtigen, dass Sie vom Steuerbonus nur profitieren können, wenn Sie selbst im Haus wohnen, in dem die Maßnahmen durchgeführt werden und das Gebäude mindestens zehn Jahre alt ist. Übrigens: Der Steuerbonus kann anders als die staatliche Förderung auch nach Durchführung der Maßnahmen beantragt werden. Details dazu finden Sie im Beitrag "Steuerliche Förderung für den Heizungstausch".

Ein kurzes FAQ zur Heizungsförderung

Kann ich eine Förderung auch nachträglich beantragen?

Nein. Ein nachträglich gestellter Antrag wird nicht genehmigt. Reichen Sie die Unterlagen vor Durchführung der Maßnahmen ein. Ansonsten bleibt nur der geringere Steuerbonus für die Sanierung als Alternative.

Habe ich die Möglichkeit, die Kosten nach Antragstellung noch anzupassen?

Nein. Kosten, die über den Kostenvoranschlag hinausgehen, den Sie im Vorfeld eingereicht haben, können vom BAFA nicht berücksichtigt werden. Hinweis: Fällt die Summe letztlich niedriger aus, wird die Fördersumme entsprechend angepasst.

Gelten die Bedingungen auch für bereits genehmigte Anträge vor dem 01.01.2021?

Nein. Ein bereits eingereichter Antrag kann wegen aktuell besserer Konditionen nicht zurückgezogen werden. 

Wird jede Heizungsmodernisierung gefördert?

Nein. Grundsätzlich ausgeschlossen sind alle Modernisierung mit einer neuen Ölheizung oder Anlage auf Basis von Heizöl. Im Text oben finden Sie zu allen relevanten Heizsystemen die entsprechenden Fördervoraussetzungen.

Falls Sie herausfinden möchten, wie viel Sie bei einer entsprechenden Finanzierung einer neuen Heizung monatlich zahlen müssten, nutzen Sie einfach unseren kostenlosen und unverbindliche Finanzierungsrechner.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Eine effiziente Heizung kann die monatlichen Kosten senken und gleichzeitig auch die Umwelt entlasten. Mit einer Förderung der Heizung werden die Anlagen für viele Hausbesitzer erschwinglicher und wirtschaftlich. Über die KfW und das BAFA gibt es heute eine große Auswahl, die für nahezu jede Heizung die passende Förderung bietet.
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