Förderung Heizung: Zuschuss für die neue Heizung

Effiziente Heizungen sorgen für niedrigere Kosten und entlasten die Umwelt. Damit möglichst viele Hausbesitzer von diesen Vorteilen profitieren können, halten staatliche Einrichtungen zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung der Heizung bereit. Welche Heizung dabei gefördert wird, wie hoch die Mittel sind und wie Bauherren und Hausbesitzer die Förderung beantragen müssen, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Die Heizungsförderung in Kürze

  • Fördermittel gibt es für den Austausch und die Optimierung einer Heizungsanlage.
  • Die staatliche Förderung erfolgt über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).
  • Die Förderung erfolgt über Zuschüsse oder Kredite, deren Höhe sich nach Gebäudetyp und Umfang der Maßnahme richtet. 
  • Wichtig: Stellen Sie die Antrag auf Förderung immer vor Durchführung der Maßnahmen. 

Alle informationen zum Ausdrucken und Ablegen finden Sie in unserer Checkliste zur Heizungsförderung

heizung.de erklärt: Die Heizungsförderung

In einem kurzen Video erfahren Sie die wichtigsten Informationen rund um die Heizungsförderung, wie Sie diese beantragen und an wen Sie sich wenden können.

Förderung für Gas- und Ölheizung bei Sanierungen

Eine Gasheizung oder Ölheizung mit Brennwerttechnik nutzt die im Abgas gespeicherte Wärme und kann die eingesetzten Brennstoffe besonders gut ausnutzen. Während die kompakten Geräte, die sogar in Küchen oder Bädern installiert werden können, im Altbau für bis zu zehn Prozent niedrigere Heizkosten sorgen, eignen sie sich im Neubau zum Beispiel in Kombination mit Solarthermie auch als Hybridheizung. Von der KfW gab es bis 31.12.2019 Förderung für diese Heizung.

Wie fördert die KfW Gas- und Ölheizungen?

Seit dem 01.01.2020 gibt es seitens der KfW keine Förderung für Öl- und Gas-Brennwertheizungen als Einzelmaßnahme oder als Heizungspaket. Dabei wird bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus ein Wärmeerzeuger mit Öl auch nicht mehr berücksichtigt; andere Heizsysteme wie eine Gasheizung schon. Zur Berechnung für ein solches Gebäude können aber weiterhin auch nicht förderfähige Wärmeerzeuger wie eine Ölheizung hinzugezogen werden. 

Darüber hinaus lässt sich eine Gasheizung in Kombination mit erneuerbaren Energien ergänzend zum BAFA-Förderprogramm finanzieren. Hierbei ist der Ergänzungskredit aus dem KfW-Programm 167 relevant. Optimierungsmaßnahmen bei Heizungen für fossile und erneuerbare Energien wie zum Beispiel der Austausch der Heizungspumpe sowie der Ersatz oder Einbau von voreinstellbaren Thermostatventilen werden ebenfalls gefördert. 

Voraussetzungen für den Antrag auf Heizungsförderung bei der KfW

Damit Sie auf die KfW-Förderung der Heizung zurückgreifen können, sollten Sie in jedem Fall einen Energieberater im Vorfeld hinzuziehen. Daneben sollten Sie darauf achten, den Antrag noch vor Beginn der Arbeiten zu stellen. Zuschüsse können Sie dabei ganz einfach online beantragen. Für ein Darlehen, etwa aus dem KfW-Programm 152, suchen Sie bestenfalls Ihre Hausbank auf, die schließlich alle relevanten Daten an die KfW übermittelt. 

BAFA-Förderung für Gas- und Ölheizungen?

Durch die Anpassung des Marktanreizprogrammes im Jahr 2020 liegt die Förderung der Heizung als Einzelmaßnahme vor allem beim BAFA. Dabei übernimmt das Bundesamt einen prozentualen Anteil der tatsächlichen förderfähigen Kosten für den Austausch und die Erweiterung der Heizungsanlage. Öl-Brennwertheizungen werden nicht gefördert. Es gibt jedoch eine zusätzliche Austauschprämie, wenn Sie eine Ölheizung durch eine Wärmepumpe, eine Biomasseanlage oder ein Hybridsystem ersetzen. Sie bekommen dann zehn Prozent mehr Förderung auf den gewährten Fördersatz.  

Gasheizungen werden nur in Kombination mit anderen Technologiekomponenten gefördert, zum Beispiel als Gas-Hybridheizung oder als sogenannte "Renewable Ready"-Gas-Brennwertheizung. Darüber hinaus gilt, dass das BAFA diese Heizungsarten in einem Bestandsgebäude nur fördert, in dem vorher eine Heizung mehr als zwei Jahre in Betrieb war. 

Voraussetzungen für die BAFA-Förderung von Gasheizungen

Um für eine Gas-Hybridheizung einen Förderanteil von 30 Prozent zu bekommen, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz liegt bei mindestens 92 Prozent.
  • Es muss eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik vorhanden sein.
  • Der regenerative Wärmeerzeuger muss mindestens 25 Prozent der Heizlast decken. 
  • Es muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. 

Für eine "Renewable Ready"-Gas-Brennwertheizung bekommen Sie eine Förderung von 20 Prozent unter Erfüllung dieser Voraussetzungen: 

  • Spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Gasheizung muss die zusätzliche Wärme aus erneuerbaren Energien stammen.
  • Es muss bereits eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik verbaut sein.
  • Es muss ein Konzept der geplanten Gas-Hybridheizung zugrunde liegen. 
  • Ein Speicher für die künftige Einbindung erneuerbarer Wärmeerzeuger muss vorhanden sein. 
  • Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz liegt bei mindestens 92 Prozent.
  • Ein hydraulischer Abgleich ist durchzuführen. 

Wichtig: Sie müssen die Umwandlung in eine Gas-Hybridheizung innerhalb der zwei Jahre dem BAFA nachweisen. 

Staatliche Förderung für Heizungen mit erneuerbaren Energien

Hände halten ein kleines Haus - Förderung Heizung
© aytuncoylum / Fotolia

Ökoheizungen, wie eine Wärmepumpe, Holzheizung oder Anlage für Solarthermie, gewinnen die Wärme für Heizung und Warmwasser aus natürlichen Quellen. Sie entlasten fossile Ressourcen und kommen dank effizienter Technik mit geringen Verbräuchen aus. 

Über eine staatliche Förderung der Heizung können Hausbesitzer die Investitionskosten senken und von den Vorteilen der nachhaltigen Technik profitieren. Dabei gibt es insbesondere vom BAFA eine prozentuale Förderung der förderfähigen Kosten. Seitens der KfW gibt es eine Förderung als Teil der Sanierung zu einem Effizienzhaus. Sie werden bei der Berechnung und den Kosten für ein solches Gebäude berücksichtigt, aber seit 01.01.2020 nicht mehr als Einzelmaßnahme. 

30 Prozent Heizungsförderung vom BAFA für Solarthermieanlagen

Grundsätzlich können sowohl die Errichtung als auch die Erweiterung von Solarthermie-Anlagen mit einem Anteil von 30 Prozent gefördert werden, wenn die Anlage überwiegend der Warmwasserbereitung und / oder der Raumheizung dient. 

Dabei gelten folgende technische Voraussetzungen für eine Solarthermie im Bestand:

  • Mindestkollektorfläche von neun Quadratmetern bei Flachkollektoren und sieben Quadratmetern bei Vakuumröhrenkollektoren
  • Pufferspeichervolumen von mindestens 40 Litern je Quadratmeter (Flachkollektoren) oder 50 Litern je Quadratmeter (Röhrenkollektoren)
  • bei ausschließlicher Warmwasserbereitung gilt: mindestens drei Quadratmeter Kollektorfläche und 200 Liter Volumen beim Pufferspeicher

Für den Neubau ist hingegen wichtig, dass eine Bruttokollektorfläche von mindestens 20 Quadratmetern verbaut wird. Das Mindestspeichervolumen richtet sich nach Art der Kollektoren. 

35 Prozent BAFA-Förderungen für Wärmepumpen

Ebenfalls durch das BAFA werden effiziente Wärmepumpen gefördert, einschließlich die Nachrüstung bivalenter Systeme. Auch hier gilt wie bei der Solarthermie, dass die Wärmepumpe überwiegend der Warmwasserbereitung und / oder Raumheizung dienen muss. Darüber hinaus gelten die folgenden technischen Voraussetzungen für Wärmepumpen im Bestandsgebäude:

  • Einbau von mindestens einem Wärmemengenzähler
  • Einbau eines Stromzählers oder eines Gaszählers je nach Art der Wärmepumpe (gasbetrieben oder elektrisch betrieben)
  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs
  • Anpassung der Heizkurve

Daneben müssen bestimmte Jahresarbeitszahlen (JAZ) eingehalten werden, die sich nach Art der Wärmepumpe und nach dem Einsatzort richten. Für Wohngebäude gelten folgende Werte:

  • Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen: 3,8
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen: 3,5
  • gasbetriebene Wärmepumpen: 1,25

Bei einer Wärmepumpe für den Neubau sind höhere Jahresarbeitszahlen oder eine verbesserte Systemeffizienz Grundvoraussetzung bei der Antragstellung auf eine BAFA-Förderung. So gelten in diesem Fall folgende Werte:

  • elektrisch betriebene Wärmepumpen: 4,5
  • gasbetriebene Wärmepumpen: 1,5

Darüber hinaus müssen unter anderem zusätzliche Anlagenteile den Strombedarf und die Netzlast reduzieren sowie Flächenheizungen verbaut werden. 

35 Prozent BAFA-Förderung für Biomasseanlagen

Holzheizung und Holzstapel in Technikraum – Förderung der Heizung über das BAFA
© Viessmann

Eine Biomasseanlage im Bestandsgebäude wird vom BAFA mit einem Anteil von 35 Prozent gefördert, wenn sie mindestens eine Nennwärmeleistung von fünf Kilowatt aufweist. Folgende Anlagen können gefördert werden:

  • Kessel für Pellets und Hackschnitzel
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombikessel mit Pellets beziehungsweise Hackschnitzel und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Holzvergaserkessel (Scheitholz)

Dabei gilt für alle Anlagen, dass ein hydraulischer Abgleich durchzuführen ist, um eine Förderung über das BAFA zu erhalten. Weitere Faktoren, die eine Rolle spielen:

  • Der Kesselwirkungsgrad muss bei mindestens 89 Prozent liegen (bei einem Pelletofen mit Wassertaasche sogar bei mindestens 90 Prozent). 
  • Die Emissionsgrenzwerte dürfen nicht überschritten werden: Für Kohlenmonoxid gilt eine Grenze von 200 Milligramm pro Kubikmeter (Nennwärmeleistung) und für staubförmige Emission 15 Milligramm je Kubikmeter. 
  • Eine Mindestgröße des Pufferspeichers ist nachzuweisen: 30 Liter je Kilowatt bei Hackschnitzelkesseln und 55 Liter je Kilowatt bei Scheitholzvergaserkesseln.

Bei einer Biomasseanlage für den Neubau ist besonders darauf zu achten, dass entweder eine Brennwertnutzung  oder eine sekundäre Partikelabscheidung vorhanden ist - in Form eines Abgaswärmetauschers, eins elektrostatischen Partikelabscheiders, eines filternden Abscheiders oder Abscheiders als Abgaswäscher. 

Ausführliche Informationen dazu finden Sie in den Listen mit den förderfähigen Produkten auf der bafa.de-Seite

Austauschprämie für Ölheizungen

Sollten Sie Ihre alte Ölheizung gegen einen Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien tauschen, bekommen Sie zusätzlich zehn Prozent auf die gewährten Fördersätze. Damit erhöhen sich die Förderung für Solarthermieanlagen und Gas-Hybridheizungen auf 40  Prozent und für Biomasseanlagen, Wärmepumpen sowie hybride Systeme auf Basis erneuerbarer Energien sogar auf 45 Prozent.

Was wird wie gefördert seit dem 01.01.2020?

Die Grafik zeigt die Heizungsförderung 2020 in der Übersicht
heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Eine effiziente Heizung kann die monatlichen Kosten senken und gleichzeitig auch die Umwelt entlasten. Mit einer Förderung der Heizung werden die Anlagen für viele Hausbesitzer erschwinglicher und wirtschaftlich. Über die KfW und das BAFA gibt es heute eine große Auswahl, die für nahezu jede Heizung die passende Förderung bietet.
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