Förderung der Heizung: Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen

Geht es um das Erreichen der deutschen Klimaziele, liegen im Gebäudebereich große Potenziale. Denn hier laufen zahlreiche alte und auf fossilen Energieträgern basierende Heizungsanlagen, die viel CO2 ausstoßen. Finanzielle Anreize für deren Austausch oder Optimierung schafft der Staat mit einer attraktiven Förderung der Heizung. Diese gibt es in Form von Zuschüssen oder steuerlichen Vergünstigungen für alle, die beim Heizen künftig auf erneuerbare Energien setzen. Welche Angebote zur Förderung der Heizung 2022 bestehen und wie Sie diese für sich nutzen, erklären wir im folgenden Ratgeber.

Die wichtigsten Informationen zur Förderung der Heizung

Als Reaktion auf die fortschreitende Klimaerwärmung und die Auswirkungen politischer Unruhen passte der Staat seine Förderstrategie im Sommer 2022 an. Was heute wichtig ist, zeigt die folgende Übersicht:

  • Mit einer Förderung der Heizung senken Sie Ihre Investitionskosten.
  • Verfügbar sind vor allem Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen.
  • Die Förderquote liegt maßnahmenabhängig zwischen zehn und 40 Prozent.
  • Der Heizungs-Austausch-Bonus macht die Heizungssanierung lukrativer.
  • Den iSFP-Bonus der BEG-Förderung gibt es nicht für den Heizungstausch.
  • Zur BEG-Förderung der Heizung stehen seit 2022 nur noch Zuschüsse bereit.
  • Die Heizungsförderung im Neubau gibt es nur indirekt für Effizienzhäuser.
  • Die frühere Förderung der Gasheizung wurde 2022 komplett eingestellt.
  • Förderangebote der BEG sind vor Maßnahmenbeginn zu beantragen.
  • Als Maßnahmenbeginn gilt die Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen.
  • Nachträglich gibt es nur steuerliche Vergünstigungen zur Heizungsförderung.

Die Förderlandschaft: Mittel von Bund, Ländern und Gemeinden

Die deutsche Förderlandschaft bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Förderangebote. Neben staatlichen Zuschüssen oder Darlehen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es auch Mittel von Ländern und Gemeinden. Hinzu kommen steuerliche Vergünstigungen vom Finanzamt. Eine Kombination untereinander ist meist nicht möglich. Die Suche nach einer passenden Förderung der Heizung ist daher gar nicht so leicht. Welche Angebote stehen ihnen zu? Welche Voraussetzungen gibt es und wo beantragen Sie die Heizungsförderung?

Bundesförderung für effiziente Gebäude vereinfacht die Förderlandschaft

Zumindest auf Bundesebene schaffte der Staat mit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eine Vereinfachung. Das 2021 eingeführte Programm ist die erste Anlaufstelle für Sanierer sowie Bauherren und oft auch mit den attraktivsten Mitteln verbunden. Förderangebote gibt es dabei in drei Bereichen:

  • Einzelmaßnahmen oder BEG EM für einzelne Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle oder der Anlagentechnik (zum Beispiel Förderung der Heizung bei Optimierung, Erweiterung oder Austausch durch Erneuerbare Energien-Anlagen)
  • Wohngebäude oder BEG WG für ganzheitliche Sanierungs- oder Neubauvorhaben im Wohnbereich mit dem Ziel, eine Effizienzhaus-Stufe zu erreichen.
  • Nichtwohngebäude oder BEG NWG für ganzheitliche Sanierungs- oder Neubauvorhaben im Nichtwohnbereich mit dem Ziel, eine Effizienzgebäudestufe zu erreichen.

Verfügbar sind Zuschüsse sowie Darlehen. Während es Erstere im Rahmen der BEG EM-Förderung gibt, erhalten Sanierer und Bauherren über die Programmteile BEG WG und BEG NWG ausschließlich Darlehen mit attraktiven Tilgungszuschüssen. Letztere verringern die zurückzuzahlende Kreditsumme und sorgen somit für bessere Konditionen.

Steuerbonus für die Sanierung zur Förderung von Einzelmaßnahmen

Eine interessante Alternative zur BEG ist der Steuerbonus für die Sanierung. Diesen erhalten Sanierer selbst genutzter und mindestens zehn Jahre alter Gebäude für Einzelmaßnahmen. Sie können einen Teil der Sanierungskosten verteilt über drei Jahre steuerlich geltend machen, sollten jedoch über eine ausreichend hohe Einkommensteuerlast verfügen. Andernfalls verfällt ein Teil der finanziellen Unterstützung und die Förderrate ist effektiv niedriger.

Das Besondere: Den Steuerbonus für die Sanierung gibt es anders als andere Förderangebote nachträglich. Haben Sanierer den Antragszeitpunkt für die BEG-Förderung der Heizung verpasst, bleibt ihnen somit eine Alternative, um nicht leer auszugehen.

Steuerbonus für Handwerkerkosten gibt es ohne Voraussetzungen

Ob BEG oder Sanierungsbonus: Die Förderung für Heizungsanlagen ist meist mit hohen technischen Voraussetzungen verbunden. Wer diese nicht erfüllt, kann in selbst genutzten Immobilien den Steuerbonus für Handwerkerleistungen für sich nutzen. Diesen gibt es für Arbeiten zum Erhalt oder zur Renovierung von Wohnimmobilien. Der Bonus lässt sich ebenfalls nachträglich beantragen und jedes Jahr aufs Neue in Anspruch nehmen. Möglich ist das zum Beispiel auch zur Förderung der Gasheizung, für die es sonst keine Mittel mehr gibt.

Hände halten ein kleines Haus - Förderung Heizung
© aytuncoylum / Fotolia

KfW-Förderung für Brennstoffzellenheizungen und Photovoltaik

BEG und Steuerbonus für die Sanierung decken bereits zahlreiche Maßnahmen und Technologien ab. Wer Fördermittel für Brennstoffzellen, Photovoltaikanlagen oder Stromspeicher sucht, bekommt diese jedoch über eigene Programme. Sie werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau angeboten und sind im Neubau wie im Bestand erhältlich. Und zwar in Form von Zuschüssen für die Brennstoffzelle über das KfW-Programm 433 und Darlehen ohne Tilgungszuschuss für die Photovoltaik über das KfW-Programm 270.

Weitere Förderangebote von Ländern, Gemeinden und Unternehmen

Neben der staatlichen Förderung der Heizung vergeben auch Länder, Gemeinden und Unternehmen attraktive Fördermittel. Da diese oft nur regional und zeitlich befristet erhältlich sind, gehen wir in den folgenden Abschnitten nicht näher darauf ein. Für entsprechende Informationen empfehlen wir den Kontakt zu einem Heizungsbauer oder Energieberater aus der eigenen Region.

Verschiedene Angebote zur Förderung der Heizung nicht kombinierbar

Wichtig zu wissen ist, dass die hier aufgeführten Angebote zur Förderung von Heizungsanlagen oft nicht miteinander kombinierbar sind. Möglich ist es jedoch, unterschiedliche Programme für verschiedene Maßnahmen zu nutzen. So können Sanierer zum Beispiel die Förderung der Heizung über die BEG beantragen und den Steuerbonus für die Sanierung für Maßnahmen an der Gebäudehülle nutzen.

Heizungsmodernisierung: Förderung mit zehn bis 40 Prozent

Wer eine bestehende Anlage um neue Wärmeerzeuger erweitert oder alte Heizungen austauscht, bekommt eine attraktive Heizungsförderung. Verfügbar sind dabei BEG-Fördermittel oder steuerliche Vergünstigungen. Wer eine Brennstoffzellenheizung installiert, bekommt hingegen Zuschüsse von der KfW. Die folgende Tabelle zeigt, wie die Förderung der Heizung ab 2022 im Detail ausfällt.

HeizungsartFörderung der Heizung
Förderung der Solarthermie25 % BEG Zuschuss
Förderung der Luft-Wasser-Wärmepumpe25 % BEG Zuschuss
Förderung der Sole-Wasser-Wärmepumpe30 % BEG Zuschuss
Förderung der Wasser-Wasser-Wärmepumpe30 % BEG Zuschuss
Förderung der Pelletheizung10 % BEG Zuschuss
Förderung für Scheitholzkessel10 % BEG Zuschuss
Förderung der Hackschnitzelheizung10 % BEG Zuschuss
Förderung für einen Pelletkaminofen (wasserführend)10 % BEG Zuschuss
Förderung der EE-Hybridheizung (mit Biomasse)20 % BEG Zuschuss
Förderung der EE-Hybridheizung (ohne Biomasse)25 % BEG Zuschuss
Förderung für Nah- und Fernwärme25 % BEG Zuschuss
Heizungs-Austausch-Bonus (BEG)Plus 10 % zur BEG Förderung für alle oben genannten Heizsysteme außer Solarthermie
Förderung der Brennstoffzelle40 % Zuschuss über KfW 433
Förderung der PhotovoltaikDarlehen über KfW 270 und regionale Förderangebote

Alternativ zum BEG-Zuschuss gibt es mit dem Steuerbonus für die Sanierung und dem Steuerbonus für Handwerkerleistungen weitere Fördermöglichkeiten für die Heizung. Ersterer ist in Höhe von 20 Prozent der anfallenden Kosten für Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Mini-KWK-Anlagen und Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen erhältlich. Steuerliche Vergünstigungen für Handwerkerlohnkosten kommen hingegen immer als Alternative infrage.

Höhere Heizungsförderung mit Heizungs-Austausch-Bonus der BEG

Der Heizungs-Austausch-Bonus, den es im Rahmen der BEG-Förderung der Heizung gibt, sorgt für besonders attraktive Förderkonditionen. Denn er hebt die Basisförderung um zehn Prozent an. Erhältlich ist er für Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Hybridheizungen und Wärmenetze, wenn Sanierer:

  • eine Ölheizung austauschen
  • eine Kohleheizung austauschen
  • eine Nachtspeicherheizung austauschen
  • eine Gasetagenheizung austauschen
  • eine mindestens 20 Jahre alt Gaszentralheizung austauschen

Wichtig ist, dass die zu ersetzenden Wärmeerzeuger funktionstüchtig sind. Außerdem müssen Sanierer nach dem Heizungstausch auf fossile Energieträger bei der Beheizung verzichten.

Fördermittel der Heizung auch für Umfeldmaßnahmen nutzbar

Besonders interessant ist, dass Sanierer die Förderung der Heizung auch für viele Umfeldmaßnahmen nutzen können. Gemeint sind damit Sanierungsmaßnahmen, die im direkten Zusammenhang mit der geförderten Maßnahme stehen. Wer finanzielle Unterstützung für eine Wärmepumpe erhält, kann diese beispielsweise auch für die Herrichtung von Technikräumen oder Aufstellplätzen nutzen. Gleiches gilt für den Austausch von Heizkörpern, das Nachrüsten einer Flächenheizung oder das Durchführen des hydraulischen Abgleichs. Wer ähnliche Maßnahmen im Zuge der Heizungssanierung umsetzt, bekommt für diese Fördermittel in gleicher Höhe.

Einen detaillierten Überblick über förderbare Kosten und Umfeldmaßnahmen gibt das Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Die BEG-Förderung der Heizung bei energetischer Sanierung

Alternativ zur Heizungsförderung über den Programmteil Einzelmaßnahmen des BEG erhalten Sanierer Fördermittel auch bei einer ganzheitlichen energetischen Sanierung. Über die Programmteile BEG WG und BEG NWG stehen dabei Darlehen mit Tilgungszuschüssen zur Verfügung. Um diese zu erhalten, ist das Erreichen einer Effizienzhaus-Stufe Pflicht. Die folgende Tabelle zeigt, wie hoch die Tilgungszuschüsse im Einzelnen ausfallen.

Erreichte Effizienzhaus-StufeHöhe der Tilgungszuschüsse
Effizienzhaus Denkmal
5 %
Effizienzhaus 855 %
Effizienzhaus 70 10 %
Effizienzhaus 5515 %
Effizienzhaus 4020 %

Ergänzend gibt es einen Bonus in Höhe von fünf Prozent für das Erreichen der EE-Klasse (hoher Anteil regenerativer Energien) oder der NH-Klasse (Sanierung mit Nachhaltigkeitszertifikat). Wer ein besonders ineffizientes Gebäude zum Effizienzhaus 55 oder 40 saniert, kann zusätzlich den Worst-Performing-Building-Bonus in Höhe von fünf Prozent beantragen. In diesem Fall sind insgesamt Tilgungszuschüsse in Höhe von fünf bis 30 Prozent erhältlich. 

Übrigens: Tilgungszuschüsse sind Bestandteil eines Förderdarlehens von der KfW. Sie werden nach Abschluss der Maßnahme gutgeschrieben und reduzieren den zurückzuzahlenden Betrag.

Fördergelder für die Optimierung einer bestehenden Heizung

Bei einer Heizungssanierung gibt es die Förderung auch dann, wenn Verbraucher die bestehende Technik optimieren. Gemeint sind Maßnahmen wie der hydraulische Abgleich oder der Austausch von Heizungspumpen. Fördermittel gibt es darüber hinaus auch für:

  • einen Heizungscheck nach DIN EN 15378
  • Dämmarbeiten an ungedämmten Heizungsrohren
  • Armaturen zur Regelung der Volumenströme
  • das korrekte Einstellen der Heizkurve
  • den Umbau von der Einrohrheizung zum Zweirohrsystem
  • das Nachrüsten von Flächenheizsystemen und Heizleisten
  • den Austausch von ungünstigen Heizkörpern
  • Maßnahmen zur Schalldämmung
  • die Integration der Warmwasserbereitung in die Heizung
  • elektronisch geregelte Durchlauferhitzer für Trinkwasser
  • Smart Meter und moderne Wärmemengenmesser
  • Verkabelung, Leerrohre und Nebenarbeiten

Voraussetzung zur Förderung der Heizungserneuerung ist ein hydraulischer Abgleich, sofern dieser noch nicht durchgeführt wurde. Wer das erfüllt, kann Zuschüsse in Höhe von 15 Prozent über die BEG für Einzelmaßnahmen beantragen. Einen Bonus in Höhe von fünf Prozent gibt es, wenn Sanierer Arbeiten aus einem Sanierungsfahrplan in Auftrag geben.

Wichtig zu wissen: Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein Beratungsinstrument, das Verbrauchern den Weg einer energetischen Sanierung Schritt für Schritt aufzeigt. Energieberater erstellen diesen auf Wunsch als Ergebnis einer zu 80 Prozent vom BAFA geförderten Energieberatung. Für die Förderung der Heizung bei Austausch oder Erweiterung wurde der iSFP-Bonus gestrichen.

Alternativ zu Fördermitteln aus der Bundesförderung gibt es auch den Steuerbonus für die Sanierung oder den Steuerbonus für Handwerkerleistungen. Ersterer liegt bei 20 Prozent der Investitionskosten. Steuerliche Vergünstigungen für Handwerkerlohnkosten erhalten Verbraucher ohne besondere Voraussetzungen in Höhe von 20 Prozent der Lohnkosten von Handwerkern.

Neue Heizung: Förderung indirekt auch im Neubau erhältlich 

Wer die Förderung der Heizung im Neubau nutzen möchte, muss ein Effizienzhaus 40 mit Nachhaltigkeitszertifikat errichten. Denn nur in diesem Fall unterstützt der Staat Neubauvorhaben finanziell. Erhältlich sind zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen in Höhe von fünf Prozent. Diese können Bauherren für alle anfallenden Investitionskosten nutzen. Das schließt die Investitionskosten der neuen Heizungsanlage mit ein. 

Richtige Antragstellung für die Förderprogramme der Heizung

Wer sich für den Einbau einer emissionsarmen und auf regenerative Energien basierenden Heizung entscheidet, bekommt attraktive Fördermittel vom Staat. Voraussetzung ist jedoch die korrekte Antragstellung. Worauf es dabei ankommt, hängt vom jeweiligen Programm ab, wie die folgende Übersicht zeigt.

  • BEG EM: Die Antragstellung erfolgt vor der Vergabe von Liefer- oder Leistungsverträgen über das BAFA-Förderportal. Pro Kalenderjahr und Wohneinheit sind Investitionskosten von 60.000 Euro anrechenbar.
  • BEG WG / NWG: Die Antragstellung erfolgt vor der Vergabe von Liefer- oder Leistungsverträgen über die eigene Hausbank. Hierzu ist die Bestätigung eines Energieberaters der Energie-Effizienz-Experten-Liste des Bundes notwendig. Pro Kalenderjahr und Wohneinheit sind Investitionskosten von 120.0000 bis 150.000 Euro anrechenbar.
  • Steuerbonus für die Sanierung: Der Steuerbonus für die Sanierung lässt sich nachträglich über die Einkommensteuererklärung geltend machen. Dazu benötigen Sanierer eine Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens nach dem Muster des Bundesfinanzministeriums. Der Höchstbetrag der Steuerermäßigung liegt insgesamt bei 40.000 Euro.
  • Steuerbonus für die Sanierung: Der Steuerbonus für die Sanierung lässt sich nachträglich über die Einkommensteuererklärung geltend machen. Dazu benötigen Sanierer eine Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens nach dem Muster des Bundesfinanzministeriums. Der Höchstbetrag der Steuerermäßigung liegt insgesamt bei 40.000 Euro.

Wer sich für die BEG-Förderung der Heizung entscheidet, kann bereits nach Antragstellung auf eigenes finanzielles Risiko mit der Heizungssanierung beginnen. Ob Verbraucher die Fördermittel erhalten, erfahren sie jedoch erst mit dem Erhalt des Zuwendungsbescheides von ihrem Fördergeber.

FAQ: Antworten auf häufige Fragen zur Förderung der Heizung

Welche Heizungen werden gefördert und wie viel Geld gibt es?

Fördermittel für die Heizungssanierung gibt es für Brennstoffzellen sowie Anlagen auf Basis regenerativer Energien. Dazu zählen Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Scheitholzvergaserkessel, Pelletkessel, Hackschnitzelkessel, wasserführende Pelletöfen und EE-Hybridanlagen. Zudem fördert der Staat das Errichten und Erweitern von Gebäude- oder Wärmenetzen sowie den Anschluss an diese. Wie viel Förderung für die Heizung es gibt, hängt von der Art der Anlage ab. Verfügbar sind insgesamt Zuschüsse in Höhe von zehn bis 40 Prozent sowie steuerliche Vergünstigungen in Höhe von 20 Prozent.

Gibt es Fördermittel auch für die Optimierung einer bestehenden Anlage?

Ja. Für die Heizungsoptimierung gibt es Fördermittel in Höhe von 15 bis 20 Prozent. Diese erhalten Sanierer zum Beispiel für den hydraulischen Abgleich, einen qualifizierten Heizungscheck, den Austausch von Heizungspumpen oder das Dämmen von Rohrleitungen. Darüber hinaus fördert der Staat bei einer Heizungssanierung auch den Einbau von Flächenheizsystemen, den Austausch alter Heizkörper, den Umbau von der Einrohr- zur Zweirohrheizung sowie viele weitere Maßnahmen.

Kann ich eine Förderung auch nachträglich beantragen?

Nein. Ein nachträglich gestellter Förderantrag wird nicht genehmigt. Reichen Sie die Unterlagen vor der Vergabe von Liefer- oder Leistungsverträgen für die Maßnahmen ein. Ansonsten bleibt nur der Steuerbonus für die Sanierung als Alternative.

Habe ich die Möglichkeit, die Kosten nach Antragstellung noch anzupassen?

Bis zum Ablauf der Widerrufsfrist (vier Wochen nach Erhalt des Zuwendungsbescheides) ist es möglich, die Kosten anzupassen. Dazu laden Sie ein formloses, unterschriebenes Schreiben im BAFA-Portal hoch. Zu einem späteren Zeitpunkt ist das nicht mehr möglich. Fallen die Investitionskosten niedriger aus, wird die Fördersumme entsprechend angepasst.

Gelten die Bedingungen auch für bereits genehmigte Anträge vor dem 01.01.2021?

Wurde der Antrag bereits genehmigt, gelten die Bedingungen zum Zeitpunkt der Antragstellung. Wer von den inzwischen besseren Förderkonditionen profitieren möchte, kann bestehende Anträge (auch MAP) zurückziehen und neu beantragen. Zu beachten ist allerdings, dass innerhalb der BEG eine sechsmonatige Sperrfrist für identische Anträge einzuhalten ist. Das gilt nicht für den Wechsel von der MAP- zur BEG-Förderung der Heizung.

Was hat sich im Vergleich zur Förderung der Heizung 2021 geändert?

Seit Juli/August 2022 gibt es weniger Fördermittel. Die Zuschussraten wurden systemabhängig gekürzt und die Förderung der Gasheizung komplett eingestellt. Davon betroffen sind sowohl “Renewable Ready” Gasbrennwertheizungen als auch Gasbrennwert-Hybridheizungen. Ebenfalls gestrichen wurde der iSFP-Bonus für Arbeiten aus einem Sanierungsfahrplan. Im Gegenzug ersetzte die Regierung den Ölheizungs-Austausch-Bonus durch einen generellen Heizungs-Austausch-Bonus. Diesen gibt es in Höhe von zehn Prozent für den Ersatz von Ölheizungen, Kohleheizungen, Nachtspeicherheizungen sowie Gasheizungen. Achtung: Gaszentralheizungen müssen mindestens 20 Jahre alt sein.

Erhalte ich noch immer eine Förderung der Gasheizung wie 2021?

Nein. Die Förderung der Gasheizung von 2021 wurde gestrichen. Verfügbar sind hier steuerliche Vergünstigungen nach § 35c des Einkommensteuergesetzes. Diese gibt es etwa für den Einbau der Technik durch einen Fachhandwerker.

Bekomme ich Fördermittel, wenn ich die Heizung selbst einbaue?

Nein. Bei der Förderung der Heizung ist es Voraussetzung, die Arbeiten gewerblich durchführen zu lassen. Als Nachweis dient eine Rechnung. Möglich ist es jedoch, die Heizungsanlagen selbst zu kaufen und von einem Fachhandwerker einbauen zu lassen. In diesem Fall sind Kosten für Material und Montage förderbar.

Ich habe Fördermittel für eine Heizung beantragt, möchte aber eine andere einbauen. Ist das möglich?

Ja. Am einfachsten ist ein Wechsel innerhalb eines Fördersegments (zum Beispiel Wärmepumpe). Entscheiden sich Sanierer hier für ein anderes Modell oder eine Luft- statt einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und wählen ein Gerät aus der BAFA-Liste förderbarer Anlagen, müssen sie nichts weiter unternehmen. Wechseln Sanierer das Fördersegment und bauen statt der beantragten Wärmepumpe eine Biomasseheizung ein, müssen Sie das dem Fördergeber mitteilen. Dazu laden sie ein formloses, unterschriebenes Schreiben im BAFA-Förderportal hoch. Möglich ist das auch nach dem Ablauf der Widerrufsfrist – dann allerdings ohne eine Anpassung der maximal förderbaren Kosten.

Gelten aktuell noch Ausnahmen für Betroffene des Hochwassers 2021?

Um Betroffene der Flutkatastrophe 2021 beim energieeffizienten Wiederaufbau zu unterstützen, hat das Bundeswirtschaftsministerium die Förderbedingungen der BEG vorübergehend angepasst. Diese Ausnahmen gelten noch immer:

  • Fördermittel können auch beantragt werden, wenn bereits mit Maßnahmen des Wiederaufbaus begonnen wurde. Der Förderantrag muss bis zum 30.06.2023 gestellt werden.
  • Wurden durch das Hochwasser beschädigte Anlagen bereits durch Bundesmittel gefördert, ist ein erneuter Förderantrag auch innerhalb der Sperrfrist möglich. Konnte aufgrund der Flut die Mindestnutzungsdauer nicht erfüllt werden, müssen die erhaltenen Fördermittel nicht zurückgezahlt werden.
  • Eine Kombination mit Mitteln aus der staatlichen Fluthilfe ist möglich. Diese wird nur gekürzt, wenn eine Förderquote von maximal 80 Prozent der förderfähigen Kosten überschritten wird.

Die Prüfung der Betroffenheit erfolgt durch das BAFA beziehungsweise die KfW. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Eine effiziente Heizungsanlage schont nicht nur die Umwelt. Sie senkt auch die monatlichen Heizkosten und reduziert unter Umständen den Einfluss von steigenden Energiepreisen. Entscheiden Sie sich für eine Anlage auf Basis erneuerbarer Energien, stellt der Staat zudem eine Förderung der Heizung in Aussicht. Verfügbar sind Zuschüsse, Darlehen und steuerliche Vergünstigungen mit Förderraten von bis zu 40 Prozent. Um von der Heizungsförderung profitieren zu können, kommt es allerdings auf die rechtzeitige Antragstellung an.
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