Förderung der Heizung: Zuschuss für die neue Heizung

Eine staatliche Förderung für neue Heizungen beziehungsweise für die Heizungsmodernisierung ist seit Jahren etabliert. Mit dem 01.01.2020 haben sich diesbezüglich jedoch einige Voraussetzungen und Zuständigkeiten geändert. Im Folgenden bekommen Sie einen Überblick welche Heizsysteme in welcher Höhe gefördert werden. Darüber hinaus erklären wir, was es bei der Antragstellung zu beachten gilt und unter welchen Umständen Sie keine Fördermittel bekommen.

Die Heizungsförderung in Kürze

  • Fördermittel gibt es für den Austausch und die Optimierung einer Heizungsanlage.
  • Die staatliche Förderung erfolgt in erster Linie über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).
  • Die Förderung erfolgt über Zuschüsse oder Kredite, deren Höhe sich nach Gebäudetyp und Umfang der Maßnahme richtet. 
  • Wichtig: Stellen Sie die Antrag auf Förderung immer vor Durchführung der Maßnahmen. 

Nutzen Sie für eine ausführliche Übersicht gern unsere Checkliste zur Heizungsförderung zum Herunterladen und Ablegen.

heizung.de erklärt: Die Heizungsförderung

In einem kurzen Video erklären wir Ihnen, worauf Sie bei der Heizungsförderung achten sollten: 

Zum Aktivieren des Videos klicken Sie bitte auf den Play-Button. Bitte beachten Sie, dass durch Aufruf des Videos Daten an YouTube übermittelt werden. Details dazu entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung.

Grundlegendes Förderung für die Heizung

Die staatliche Förderung für Heizungen soll einen Anreiz schaffen, auf effiziente, umweltschonende Systeme zu setzen. Gut zwei Drittel der Deutschen heizen mit Gas oder Öl. Bei beiden Technologien findet ein Verbrennungsprozess statt, wobei wiederum CO2 ausgestoßen wird. Um den Einsatz dieser sogenannten fossilen Brennstoffe weiter zu reduzieren, haben sich die Voraussetzungen für die Heizungsförderung mit Beginn des Jahres 2020 weiter verschärft. Als Teil des Klimapakets ist es Ziel, den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren.

Wichtigste Änderung ist dabei, dass die Förderung für Gas- und Öl-Brennwertkessel weitestgehend entfallen ist. Ein Förderung ist fortan in erster Linie für Heizsystem mit erneuerbaren Energien. Damit ist der Hauptansprechpartner mittlerweile das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Der Heizungsaustausch als Einzelmaßnahme ist mit einigen Ausnahmen kein Bestandteil der Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mehr. Mehr zu den Neuerungen finden Sie im Beitrag BAFA- und KfW-Förderung der Heizung ab 2020.

Voraussetzungen für eine Heizungsförderung

Grundsätzlich gilt, bevor Sie sich eine neue Heizung kaufen, diese zusammen mit einem Experten ausführlich zu planen. Finden Sie das richtige Modell für das eigene Heizverhalten und entsprechend der Bedingungen bezüglich des Gebäudes. Mit der Planung und bestenfalls einem Kostenvoranschlag in der Tasche, prüfen Sie oder lassen Sie die Förderfähigkeit des Heizsystems prüfen. Danach stellen Sie einen Antrag bei den entsprechenden Institutionen. Beim BAFA kann dieser Antrag online gestellt werden. Erst wenn Sie eine Vorab-Bewilligung bekommen haben, kann mit der Durchführung der Maßnahmen begonnen werden. Haben Sie dann alle Nachweise eingereicht, erhalten Sie die Förderung. Eine genaue Anleitung zur Antragstellung finden Sie im Artikel Heizungsförderung beantragen - so klappt es.

Wer ist antragsberechtigt? Dazu zählen Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Freiberufler, Kommunen und Zweckverbände sowie Unternehmen und gemeinnützige Organisationen oder Genossenschaften. 

Welche Kosten werden gefördert?

Die Förderhöhe variiert je nach Heizungssystem. Dabei setzen sich die Investitionskosten aus unterschiedlichen Faktoren zusammen. Neben den eigentlichen Anschaffungskosten für den Wärmeerzeuger, werden auch Kosten für die Installation und Inbetriebnahme eingerechnet. Schließlich sind auch Kosten für sogenannte erforderliche Umfeldmaßnahmen enthalten. Diese Nebenkosten entstehen unmittelbar in Vorbereitung oder bei Umsetzung der Maßnahmen. So kann unter anderem die Umgestaltung des Heizraums eingerechnet werden oder die Brennstoffaufbewahrung. 

Gibt es eine Förderung für Gas- und Ölheizung?

Durch die Anpassung des Marktanreizprogrammes im Jahr 2020 liegt die Förderung der Heizung als Einzelmaßnahme vor allem beim BAFA. Dabei übernimmt das Bundesamt einen prozentualen Anteil der tatsächlichen förderfähigen Kosten für den Austausch und die Erweiterung der Heizungsanlage. Öl-Brennwertheizungen werden nicht gefördert. Es gibt jedoch eine zusätzliche Austauschprämie, wenn Sie eine Ölheizung durch eine Wärmepumpe, eine Biomasseanlage oder ein Hybridsystem ersetzen. Sie bekommen dann zehn Prozent mehr Förderung auf den gewährten Fördersatz.  

Gasheizungen werden nur in Kombination mit anderen Technologiekomponenten gefördert, zum Beispiel als Gas-Hybridheizung oder als sogenannte "Renewable Ready"-Gas-Brennwertheizung. Darüber hinaus gilt, dass das BAFA diese Heizungsarten in einem Bestandsgebäude nur fördert, in dem vorher eine Heizung mehr als zwei Jahre in Betrieb war. 

Voraussetzungen für die BAFA-Förderung von Gasheizungen

Um für eine Gas-Hybridheizung einen Förderanteil von 30 Prozent zu bekommen, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz liegt bei mindestens 92 Prozent.
  • Es muss eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik vorhanden sein.
  • Der regenerative Wärmeerzeuger muss mindestens 25 Prozent der Heizlast decken. 
  • Es muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. 

Für eine "Renewable Ready"-Gas-Brennwertheizung bekommen Sie eine Förderung von 20 Prozent unter Erfüllung dieser Voraussetzungen: 

  • Spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Gasheizung muss die zusätzliche Wärme aus erneuerbaren Energien stammen.
  • Es muss bereits eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik verbaut sein.
  • Es muss ein Konzept der geplanten Gas-Hybridheizung zugrunde liegen. 
  • Ein Speicher für die künftige Einbindung erneuerbarer Wärmeerzeuger muss vorhanden sein. 
  • Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz liegt bei mindestens 92 Prozent.
  • Ein hydraulischer Abgleich ist durchzuführen. 

Wichtig: Sie müssen die Umwandlung in eine Gas-Hybridheizung innerhalb der zwei Jahre dem BAFA nachweisen. 

Wie fördert die KfW Gas- und Ölheizungen?

Seit dem 01.01.2020 gibt es seitens der KfW keine Förderung für Öl- und Gas-Brennwertheizungen als Einzelmaßnahme oder als Heizungspaket. Dabei wird bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus ein Wärmeerzeuger mit Öl auch nicht mehr berücksichtigt; andere Heizsysteme wie eine Gasheizung schon. Zur Berechnung für ein solches Gebäude können aber weiterhin auch nicht förderfähige Wärmeerzeuger wie eine Ölheizung hinzugezogen werden. 

Darüber hinaus lässt sich eine Gasheizung in Kombination mit erneuerbaren Energien ergänzend zum BAFA-Förderprogramm finanzieren. Hierbei ist der Ergänzungskredit aus dem KfW-Programm 167 relevant. Optimierungsmaßnahmen bei Heizungen für fossile und erneuerbare Energien wie zum Beispiel der Austausch der Heizungspumpe sowie der Ersatz oder Einbau von voreinstellbaren Thermostatventilen werden ebenfalls gefördert. 

Ausführliche Informationen speziell zur Förderung über die KfW finden Sie in unserem Beitrag: "KfW-Zuschuss für die Heizung im Überblick".

Welche Förderungen gibt es für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien?

Hände halten ein kleines Haus - Förderung Heizung
© aytuncoylum / Fotolia

Ökoheizungen, wie eine Wärmepumpe, Holzheizung oder Anlage für Solarthermie, gewinnen die Wärme für Heizung und Warmwasser aus natürlichen Quellen. Sie entlasten fossile Ressourcen und kommen dank effizienter Technik mit geringen Verbräuchen aus. Über eine staatliche Förderung der Heizung können Hausbesitzer die Investitionskosten senken und von den Vorteilen der nachhaltigen Technik profitieren. Dabei gibt es insbesondere vom BAFA eine prozentuale Förderung der förderfähigen Kosten. Seitens der KfW gibt es eine Förderung als Teil der Sanierung zu einem Effizienzhaus. Sie werden bei der Berechnung und den Kosten für ein solches Gebäude berücksichtigt,.

30 Prozent Heizungsförderung vom BAFA für Solarthermieanlagen

Grundsätzlich können sowohl die Errichtung als auch die Erweiterung von Solarthermie-Anlagen mit einem Anteil von 30 Prozent gefördert werden, wenn die Anlage überwiegend der Warmwasserbereitung und / oder der Raumheizung dient. 

Dabei gelten folgende technische Voraussetzungen für eine Solarthermie im Bestand:

  • Mindestkollektorfläche von neun Quadratmetern bei Flachkollektoren und sieben Quadratmetern bei Vakuumröhrenkollektoren
  • Pufferspeichervolumen von mindestens 40 Litern je Quadratmeter (Flachkollektoren) oder 50 Litern je Quadratmeter (Röhrenkollektoren)
  • bei ausschließlicher Warmwasserbereitung gilt: mindestens drei Quadratmeter Kollektorfläche und 200 Liter Volumen beim Pufferspeicher

Für den Neubau ist hingegen wichtig, dass eine Bruttokollektorfläche von mindestens 20 Quadratmetern verbaut wird. Das Mindestspeichervolumen richtet sich nach Art der Kollektoren. 

35 Prozent BAFA-Förderungen für Wärmepumpen

Ebenfalls durch das BAFA werden effiziente Wärmepumpen gefördert, einschließlich die Nachrüstung bivalenter Systeme. Auch hier gilt wie bei der Solarthermie, dass die Wärmepumpe überwiegend der Warmwasserbereitung und / oder Raumheizung dienen muss. Darüber hinaus gelten die folgenden technischen Voraussetzungen für Wärmepumpen im Bestandsgebäude:

  • Einbau von mindestens einem Wärmemengenzähler
  • Einbau eines Stromzählers oder eines Gaszählers je nach Art der Wärmepumpe (gasbetrieben oder elektrisch betrieben)
  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs
  • Anpassung der Heizkurve

Daneben müssen bestimmte Jahresarbeitszahlen (JAZ) eingehalten werden, die sich nach Art der Wärmepumpe und nach dem Einsatzort richten. Für Wohngebäude gelten folgende Werte:

  • Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen: 3,8
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen: 3,5
  • gasbetriebene Wärmepumpen: 1,25

Bei einer Wärmepumpe für den Neubau sind höhere Jahresarbeitszahlen oder eine verbesserte Systemeffizienz Grundvoraussetzung bei der Antragstellung auf eine BAFA-Förderung. So gelten in diesem Fall folgende Werte:

  • elektrisch betriebene Wärmepumpen: 4,5
  • gasbetriebene Wärmepumpen: 1,5

Darüber hinaus müssen unter anderem zusätzliche Anlagenteile den Strombedarf und die Netzlast reduzieren sowie Flächenheizungen verbaut werden. 

35 Prozent BAFA-Förderung für Holzheizungen

Holzheizung und Holzstapel in Technikraum – Förderung der Heizung über das BAFA
© Viessmann

Eine Biomasseanlage im Bestandsgebäude wird vom BAFA mit einem Anteil von 35 Prozent gefördert, wenn sie mindestens eine Nennwärmeleistung von fünf Kilowatt aufweist. Folgende Anlagen können gefördert werden:

  • Kessel für Pellets und Hackschnitzel
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombikessel mit Pellets beziehungsweise Hackschnitzel und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Holzvergaserkessel (Scheitholz)

Dabei gilt für alle Anlagen, dass ein hydraulischer Abgleich durchzuführen ist, um eine Förderung über das BAFA zu erhalten. Weitere Faktoren, die eine Rolle spielen:

  • Der Kesselwirkungsgrad muss bei mindestens 89 Prozent liegen (bei einem Pelletofen mit Wassertasche sogar bei mindestens 90 Prozent). 
  • Die Emissionsgrenzwerte dürfen nicht überschritten werden: Für Kohlenmonoxid gilt eine Grenze von 200 Milligramm pro Kubikmeter (Nennwärmeleistung) und für staubförmige Emission 15 Milligramm je Kubikmeter. 
  • Eine Mindestgröße des Pufferspeichers ist nachzuweisen: 30 Liter je Kilowatt bei Hackschnitzelkesseln und 55 Liter je Kilowatt bei Scheitholzvergaserkesseln.

Bei einer Biomasseanlage für den Neubau ist besonders darauf zu achten, dass entweder eine Brennwertnutzung  oder eine sekundäre Partikelabscheidung vorhanden ist – in Form eines Abgaswärmetauschers, eins elektrostatischen Partikelabscheiders, eines filternden Abscheiders oder Abscheiders als Abgaswäscher. 

Ausführliche Informationen dazu finden Sie in den Listen mit den förderfähigen Produkten auf der bafa.de-Seite

Die Grafik zeigt die Heizungsförderung 2020 in der Übersicht

Steuerbonus zur Förderung der Heizung nutzen

Neben den Veränderungen bei den staatlichen Förderbeträgen, wurde mit dem Klimapaket auch ein neuer Steuerbonus für Sanierungsmaßnahmen eingeführt. Dabei ist die steuerliche Förderung nicht nur auf Maßnahmen bezüglich eines neuen Heizsystems begrenzt. Andere Maßnahmen wie die Dämmung sind ebenfalls förderfähig.

Bis zu 20 Prozent der Kosten für derartige Maßnahmen können Sie steuerlich absetzen. Die Obergrenze liegt bei 40.000 Euro ist über drei Jahre anzurechnen. Geht es bei Ihnen nur um den Heizungstausch, gelten die Voraussetzungen, die auch das BAFA definiert hat. Das heißt, neben Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien dürfen nur Kosten für Gas-Hybridheizungen, Brennstoffzellenheizungen und Mini-KWK-Anlagen abgesetzt werden. Daneben ist zu berücksichtigen, dass Sie vom Steuerbonus nur profitieren können, wenn Sie selbst im Haus wohnen, in dem die Maßnahmen durchgeführt werden und das Gebäude mindestens zehn Jahre alt ist.

Übrigens: Der Steuerbonus kann anders als die staatliche Förderung auch nach Durchführung der Maßnahmen beantragt werden. Details dazu finden Sie im Beitrag Steuerliche Förderung für den Heizungstausch.

Ein kurzes FAQ zur Heizungsförderung

Kann ich eine Förderung auch nachträglich beantragen?

Nein. Ein nachträglich gestellter Antrag wird nicht genehmigt. Reichen Sie die Unterlagen vor Durchführung der Maßnahmen ein.

Habe ich die Möglichkeit, die Kosten nach Antragstellung noch anzupassen?

Nein. Kosten, die über den Kostenvoranschlag hinausgehen, den Sie im Vorfeld eingereicht haben, können vom BAFA nicht berücksichtigt werden. Hinweis: Fällt die Summe letztlich niedriger aus, wird die Fördersumme entsprechend angepasst.

Gelten die Bedingungen auch für bereits genehmigte Anträge vor dem 01.01.2020?

Nein. Ein bereits eingereichter Antrag kann wegen aktuell besserer Konditionen nicht zurückgezogen werden. 

Wird jede Heizungsmodernisierung gefördert?

Nein. Grundsätzlich ausgeschlossen sind alle Modernisierung mit einer neuen Ölheizung oder Anlage auf Basis von Heizöl. Im Text oben finden Sie zu allen relevanten Heizsystemen die entsprechenden Fördervoraussetzungen.

Sollte die alte Heizung ein bestimmtes Alter haben, um die neue Anlage fördern lassen zu können?

Jein. Grundsätzlich gilt hier, ist die Heizung älter als zwei Jahre, sind die Förderbedingungen für Heizungen in Bestandsgebäuden zu berücksichtigen. Sollte Ihre alte Heizung jünger sein, müssen Sie auf die Voraussetzungen für den Neubau achten.

Haben Sie sich alle Informationen gemerkt? Falls ja, testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz zur Heizungsförderung! Falls nicht, machen Sie es trotzdem.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Eine effiziente Heizung kann die monatlichen Kosten senken und gleichzeitig auch die Umwelt entlasten. Mit einer Förderung der Heizung werden die Anlagen für viele Hausbesitzer erschwinglicher und wirtschaftlich. Über die KfW und das BAFA gibt es heute eine große Auswahl, die für nahezu jede Heizung die passende Förderung bietet.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Heizung
Artikelbewertung
news-icon
Neueste Artikel