Wichtige Punkte beim Gasheizung erneuern

Hat ein Wärmeerzeuger die besten Jahre bereits hinter sich, sollten Hausbesitzer ihre Gasheizung erneuern. Auf diese Weise erhalten sie ein modernes Heizsystem, das mit niedrigen Energiekosten, hohem Komfort und maximaler Sicherheit besticht. Außerdem dürfen Heizkessel, die 30 Jahre oder älter sind, nach aktuell gültiger Energieeinsparverordnung nicht mehr betrieben werden. Nur für Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel gilt die Austauschpflicht nicht. Erfahren Sie jetzt im Kurzüberblick, wie Sie Energiekosten einsparen und Emissionen senken können, wenn Sie Ihre alte Gasheizung erneuern lassen.

Wie finde ich heraus, ob ich meine Gasheizung erneuern lassen muss?

In der Regel lohnt sich bei einer Gasheizung, die mehr als 15 Jahre alt ist, eine gründliche Inspektion durch einen Installateur. Denn ein Experte kann schnell feststellen, ob sich ein Weiterbetrieb der alten Anlage noch lohnt - oder ob Verbraucher ihre Gasheizung erneuern sollten. So werden sie von Beginn an bei der Planung und Durchführung des Modernisierungsvorhabens unterstützt. Die Bandbreite reicht dabei von der notwendigen Berechnung bis hin zur Information über die verschiedenen Möglichkeiten, das richtige Heizungssystem für den individuellen Bedarf zu finden. Der Installateur berät auch darüber, wie Hausbesitzer relevante Förderangebote richtig ausschöpfen, wenn sie die Gasheizung erneuern möchten oder müssen.

Ein Pärchen möchte seine alte Gasheizung erneuern und sucht im Internet nach Lösungen
© ivanko80 / Fotolia

Eine Bedarfsberechnung hilft beim Gasheizung Erneuern

Die optimale Leistung der neuen Gasheizung ermittelt der Heizungsfachmann. Das funktioniert, indem er eine individuelle Heizlastberechnung erstellt. Denn gerade ältere Heizungsanlagen sind oft überdimensioniert. Sie verfügen über eine Leistungsstärke, die eigentlich gar nicht notwendig wäre, um im eigenen Zuhause eine angenehme Temperatur zu erzielen. 

Welche Möglichkeiten kommen infrage?

Wer seine Gasheizung erneuern möchte, setzt heute meist auf die effiziente und energiesparende Brennwerttechnik. Die Heizgeräte sind platzsparend, lassen sich nahezu überall installieren und entziehen sogar den heißen Abgasen noch Energie. Möglich ist das, indem sie diese mit dem Heizungswasser aus dem Heizkreislauf kühlen. Denn dabei kondensiert Wasserdampf aus dem Abgas. Der Vorgang setzt verborgene Energie frei, die das Heizungswasser erwärmt. Infolgedessen muss der Brenner weniger leisten. Der Brennstoffverbrauch sinkt und auch die Heizkosten fallen niedriger aus. Wichtig: Wer die Gasheizung erneuern lässt und auf Brennwerttechnik umsteigt, muss für niedrige Temperaturen im Heizungsrücklauf sorgen. Andernfalls kondensiert der Wasserdampf nicht und die verborgene Wärme verschwindet einfach über den Schornstein. Letzterer ist beim Gasheizung Erneuern übrigens auch zu sanieren. So schützt ein Edelstahlkamin oder ein Abgassystem aus Kunststoff (beide lassen sich meist einfach in den alten Kamin einziehen) vor anfallender Feuchtigkeit und der Versottung.

Gasheizung erneuen und Solarthermie ergänzen 

Günstig es auch, die neue Gastherme mit einer Solaranlage zu ergänzen. Die Kollektoren auf dem Dach fangen dabei kostenfreie Solarenergie auf. Sie wandeln diese vor Ort in nutzbare Wärme um und speisen diese in das Heizsystem ein. Abhängig von der Auslegung können die Solaranlagen dabei Warmwasser bereiten oder die zentrale Heizung unterstützen.

Übrigens: Genau wie bei einem Neubau, sind regenerative Energien in Baden-Württemberg auch dann Pflicht, wenn Hausbesitzer ihre Gasheizung erneuern lassen. Das schreibt das EWärmeG BW vor. Die Solarthermie ist eine gute Möglichkeit, die Anforderungen zu erfüllen.

Hybridheizung: Gasheizung mit Wärmepumpe

Möchten Hausbesitzer ihre Gasheizung erneuern, können sie sich auch für eine neue Hybridheizung entscheiden. Die Systeme kombinieren die Gasbrennwerttechnik mit einer Wärmepumpe und arbeiten besonders sparsam. So sorgt die Luft-Wasser-Wärmepumpe die meiste Zeit im Jahr allein für wohltemperierte Räume. Sind die Kosten durch zu geringe Außentemperaturen zu hoch, schaltet sich automatisch die Gasheizung zu.

Eine neue Brennstoffzelle mit Gas betreiben

Steht eine Erneuerung der Gasheizung an, lohnt sich in vielen Fällen auch die Installation einer stromerzeugenden Heizung. Besonders interessant: Die Brennstoffzellenheizung. Die Anlage basiert auf einer elektrochemischen Reaktion und erzeugt neben der Heizwärme auch elektrischen Strom. Dieser deckt einen Teil des eigenen Bedarfs und sorgt für sinkende Energiekosten sowie eine steigende Unabhängigkeit. Wie die Technik funktioniert, erklären wir im Beitrag Brennstoffzellenheizung im Einfamilienhaus.

Gasheizung erneuern und Fördermittel erhalten

Erneuern Sie die Gasheizung, können Sie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hohe Zuschüsse bekommen. Dabei sind zwei Punkt von zentraler Bedeutung: die Gasheizung muss mit Brennwerttechnik arbeiten und mit einem regenerativen Wärmeerzeuger kombiniert werden. Sind folgende spezifischen Voraussetzungen erfüllt, beträgt die Förderung bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten:

  • die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETA S) muss mindestens 92 Prozent erreichen

  • eine hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik muss installiert oder vorhanden sein
  • der regenerative Wärmeerzeuger muss mind. 25 Prozent der Heizlast des versorgten Gebäudes bedienen
  • der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage muss durchgeführt werden

Möchten Sie die Investitionskosten über einen längeren Zeitraum verteilen, können Sie sich auch für die Option "Renewable Ready" Gasheizung entscheiden. In diesem Falle muss der Maßnahme ein entsprechendes Konzept zugrunde liegen, was hybridfähige Steuer- und Regelungstechnik ebenso beinhaltet wie hybridfähige Wärmespeicher. Dabei können Sie innerhalb von zwei Jahren nach Inbetriebnahme der Gasheizung einen regenerativen Wärmeerzeuger nachrüsten. Dies ist bei dem BAFA nachzuweisen. Sie erhalten eine Förderung von 20 Prozent.

Es gilt: Die Mittel sind unbedingt vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten zu beantragen. Wie der Antragsprozess im Detail funktioniert, erklärt der Beitrag „Förderung für eine Gasheizung“. 

40 Prozent Zuschuss für Brennstoffzellen 

Verrichtet nach dem Gasheizung Erneuern eine moderne Brennstoffzelle ihren Dienst im Heizungskeller, sind Zuschüsse von bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten möglich. Die KfW-Förderung setzt sich dabei aus einem Basisbetrag von 5.700 Euro und einem leistungsabhängigen Beitrag von 450 Euro je 100 Watt elektrischer Leistung zusammen. Im Beitrag Förderung der Brennstoffzelle verraten wir die Details.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Nach einer Gebrauchszeit von mehr als 15 Jahren sollte jede Gasheizung auf den Prüfstand gestellt werden. Wer seine Gasheizung erneuern möchte, hat eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung, um mehr Energie einzusparen und zugleich die Kosten zu senken. Die Beratung durch einen Fachmann klärt, welches Heizungssystem am besten geeignet ist und welche Fördermittel dafür zur Verfügung stehen.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Artikelbewertung