Weggang vom L-Gas – Auswirkung auf Gasheizungen

Erdgas ist nicht gleich Erdgas. Derzeit werden gerade im Westen und Norden der Republik zahlreiche Gasheizungen mit dem sogenannten L-Gas betrieben. Dies wird sich in den nächsten Jahren ändern, hat schließlich die Regierung bereits die Umstellung auf das H-Gas bestimmt. Doch worin liegen die Unterschiede und welche Folgen hat die Umstellung?

Die Themen im Überblick:

Für was steht L-Gas?

In Abhängigkeit ihrer Zusammensetzung als Gasgemisch wird unter den Sorten L-Gas sowie H-Gas unterschieden. L-Gas steht hierbei für „low caloric gas“, während unter der Abkürzung H-Gas „high caloric gas“ zu verstehen ist. Deren genaue Zusammensetzung hängt in erster Linie von der Fundstätte der Gasvorkommen ab und kann demnach auch Schwankungen ausgesetzt sein. Der Anteil an Methan liegt beim L-Gas zwischen 80,1 und 87 Prozent. Beim H-Gas aus der Nordsee liegt der Prozentsatz hingegen bei 89 Prozent. Noch höher fällt er mit 98 Prozent in den GUS-Staaten aus.

Ein Gasschild symbolisiert das L-Gas

L-Gas ist preiswerter

Da der Brennwert umso höher ist, je mehr Methan in einem Kilogramm Gas vorhanden ist, weist H-Gas gegenüber dem L-Gas einen höheren Energiegehalt auf. Der Heizwert liegt beim L-Gas zumeist zwischen 8,2 und 8,9 kWh/m3, beim H-Gas in der Regel zwischen 10,0 und 11,1 kWh/m3. Trotzdem ist dieses Gas in seiner Nutzung nicht schlechter anzusehen, zumal sich beide Sorten zur Beheizung von Wohnraum eignen. Vielmehr ist es so, dass weniger H-Gas benötigt wird, um dieselbe Heizleistung zu erzielen. Aus diesem Grund ist das L-Gas auch preiswerter. Gerade der unterschiedliche Brennwert macht es erforderlich, beide Gasarten in unterschiedlichen Gasnetzen zu transportieren.

Weshalb kommt es zu der Umstellung von L- auf H-Gas?

Schätzungsweise 4,3 Millionen Gaskunden und demzufolge ungefähr ein Viertel aller deutschen Haushalte heizen derzeit mit L-Gas. Dies sind vorwiegend der Westen und Norden des Landes, speziell die Bundesländer Hessen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen. Das Gas stammt überwiegend aus dem norddeutschen Raum und wird auch vermehrt über Transportnetze aus den Niederlanden importiert. Angesichts der zurückgehenden Vorkommen ist die Förderung aus den deutschen sowie niederländischen Quellen allerdings rückläufig.

Ab Oktober 2029 Importstopp für L-Gas

Nach dem derzeitigen Stand soll ab Oktober 2029 kein L-Gas aus den Niederlanden mehr nach Deutschland fließen. Dieses soll durch H-Gas ersetzt werden, welches seinen Ursprung vorwiegend in Großbritannien, Russland und Norwegen hat. Dies hat zur Folge, dass im gesamten Netz die Gasbeschaffenheit umzustellen ist, neue Gasleitungen erforderlich werden und die Verdichterstationen zu erweitern sind.

Was bedeutet dies für bestehende Gasheizungen?

Die Umstellung hat zur Folge, dass die Gasverbrauchsgeräte in den genannten Netzgebieten schrittweise und recht zeitnah an die Versorgung mit H-Gas angepasst werden müssen. Insgesamt sind fünf bis sechs Millionen Endgeräte hiervon betroffen. Hierzu wird ein Fachmann in den jeweiligen Haushalten den Gerätebestand erfassen und daraufhin die konkreten Anpassungsmaßnahmen festlegen. Die beauftragte Firma wird hierzu einen Termin vereinbaren, wobei auf die Hausbesitzer keine Kosten zukommen. Bis 2030 soll die Umstellung auf H-Gas und die damit verbundene Umrüstung der Gasheizungen flächendeckend abgeschlossen sein.

Neue Gasheizung ist nur in den seltensten Fällen erforderlich

Eine neue Gasheizung ist nur in den seltensten Fällen erforderlich, genügt schließlich in der Regel der Einbau eines neuen Düsensatzes. Nach der Umrüstung wird in jedem Haushalt eine Qualitätsprüfung vorgenommen, um Sicherheit und Funktion zu überprüfen. Ob der eigene Haushalt von der Umstellung betroffen ist, lässt sich beim lokalen Netzbetreiber in Erfahrung bringen.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Derzeit wird noch in vielen nördlichen und westlichen Bundesländern mit L-Gas geheizt. Angesichts rückläufiger Gasvorkommen in den entsprechenden Produktionsländern findet bis 2029 eine Umstellung auf das sogenannte H-Gas statt. Dies erfordert in den betroffenen Regionen zumeist eine entsprechende Umstellung der eigenen Gasheizung. Für die kostenfreie Umstellung vereinbart ein Fachmann zu gegebener Zeit einen Termin.

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