Was zeichnet die “Renewable Ready”-Heizung aus?

Mit dem Jahreswechsel 2019/20 hat sich die Förderlandschaft in Deutschland grundlegend verändert. Dabei wurde auch ein neuer Begriff durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) etabliert. Es handelt sich um die sogenannte “Renewable Ready” Gasheizung. Was sich genau dahinter verbirgt und wie wird diese gefördert wird, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Was ist unter dem Begriff “Renewable Ready” zu verstehen?

Grundsätzlich handelt es sich bei einer solchen Heizung um eine Anlage, die auf den Einsatz als Hybridheizung vorbereitet ist. Ein Wärmeerzeuger auf Basis von erneuerbaren Energien muss nachgerüstet werden. Dabei kann es sich um Solarthermie-, Wärmepumpen- und Biomasseanlagen handeln. In diesem hybriden System wird ein fossiler Brennstoff mit regenerativen kombiniert. 

“Renewable Ready” Gasheizung

Im Zuge der neuen Förderrichtlinien werden Ölheizungen aller Art nicht mehr berücksichtigt. Deshalb handelt es sich bei der “Renewable Ready”-Variante um die Kombination einer Gas-Brennwertheizung mit einem regenerativen Wärmeerzeuger. Die in der Praxis wohl sinnvollsten und bis dato etablierten Kombinationen sind die einer Gasheizung mit Solar oder einer Gasheizung mit Wärmepumpe. 

Gas-Brennwertheizung mit Solarthermie ergänzen

Kommt eine Solarthermie zum Einsatz, nutzen Sie damit die kostenlose Sonnenenergie, um damit Wärme für Warmwasser oder die Raumheizung zu erzeugen. Über die Kollektoren auf dem Dach, welche die Sonnenstrahlen in die nutzbare thermische Energie umwandeln, gelangt diese über die entsprechenden Leitungen in die Heizungsanlage. Dort kann sie entweder nur zur Warmwasserbereitung oder zusätzlich zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Die Gasheizung springt dann immer an, wenn die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht oder der Wärmebedarf vergleichsweise hoch ist. 

Das Bild symbolisiert den Einbau einer "Renewable Ready"-Gasheizung, bei der die Planung sehr wichtig ist. 
© Marco2811 - stock.adobe.com

Wärmepumpe und Gas-Brennwertheizung verknüpfen

Eine Wärmepumpe wandelt kostenfreie Umweltenergie aus der Luft, der Erde oder dem Grundwasser in nutzbare Wärme für ein Gebäude um. Dabei nimmt ein spezielles Kühlmittel die thermische Energie auf. Über einen integrierten Verdichtungsprozess kann die Temperatur auf die gewünschte Raumtemperatur erhöht werden. Eine Gas-Brennwertheizung kommt dann zum Einsatz, wenn die Außentemperaturen besonders niedrig sind oder der Wärmebedarf im Haus kurzzeitig steigt. Dies schafft eine deutliche Energie- und Kostenersparnis. 

Gas-Brennwertheizung mit Holzheizung kombiniert

Eine Ergänzung, die Hausbesitzer eher selten wählen, ist die mit einer Pelletheizung oder mit einem wasserführenden Kamin. Aber auch diese beiden Varianten sind möglich. Ein Ofen oder Kamin mit einer Wassertasche stellt dabei nicht nur für einen einzelnen Raum Wärme zur Verfügung, sondern speist diese auch in den Heizkreislauf ein und dient damit der Heizungsunterstützung. In der Verbindung einer Pelletheizung kann die Gas-Brennwertheizung wiederum als Spitzenlastkessel eingesetzt werden. 

Wie wird eine “Renewable Ready” Gasheizung gefördert?

Eine Förderung für die “Renewable Ready” Gasheizung gibt es über das BAFA. Bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten können damit abgedeckt werden. Damit Sie diese Fördermittel nutzen können, sollten Sie darauf achten, dass die Gas-Brennwertheizung alle technischen Voraussetzungen erfüllt. 

Voraussetzungen für die Förderung einer “Renewable Ready” Gasheizung

Grundlegend ist, dass die Anlage hybridfähig ist. So ist beim BAFA ein entsprechendes Konzept für die geplante Nutzung erneuerbarer Energien einzureichen. Darüber hinaus muss die Steuer- und Regelungstechnik von Anfang an hybridfähig sein. Ebenso sollten Sie einen Pufferspeicher gleich mit einplanen, der für die zukünftige Nutzung als Gas-Hybridheizung ausgelegt ist. Hier alle Voraussetzungen auf einen Blick:

  • jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz bei mindestens 92 Prozent
  • hybridfähige Steuerung und Regelungstechnik
  • 25 Prozent der Heizlast durch regenerativen Wärmeerzeuger abgedeckt
  • Durchführung hydraulischer Abgleich
  • hybridfähiger Speicher
  • zugrundeliegendes Konzept zur Gas-Hybridheizung

Wichtig: Die Umwandlung in eine Gas-Hybridheizung beziehungsweise das Nachrüsten mit einer Solarthermie oder Wärmepumpe ist innerhalb von zwei Jahren nachzuweisen. 

Besonderheiten bei der Antragstellung

Die BAFA-Förderung ist prinzipiell vor Durchführung der Maßnahmen per Online-Formular des Bundesamtes zu stellen. Dabei sollte die Nachrüstung fristgerecht nachgewiesen werden und innerhalb dieser zwei Jahre erfolgen. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, das ein Fachbetrieb die Maßnahmen übernimmt.

Was passiert, wenn Sie die Nachrüstung nicht nachweisen können?

In diesem Falle müssen Sie den Zuschuss zurückzahlen.

Wie hoch ist die Förderung, wenn Sie nur die Gasheizung ersetzen möchten?

Eine Gasheizung allein wird nicht mehr gefördert. Tauschen Sie die Gas-Brennwertheizung innerhalb eines hybriden Systems, wird die bestehende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien mit Kosten “Null” angesetzt.

Wie erfolgt die Förderung für den nachgerüsteten Wärmeerzeuger?

Ersetzen Sie eine zwei Jahre alte Heizungsanlage durch eine “Renewable Ready” Gasheizung, erhalten Sie 20 Prozent für die Gas-Brennwertheizung. Der Nachweis über den regenerativen Wärmeerzeuger muss innerhalb von zwei Jahren über einen erneuten Förderantrag erfolgen. Für diesen bekommen Sie separat die entsprechende Förderung.

Wird die “Renewable Ready” Gasheizung immer gefördert?

Nein, für einen Neubau können Sie diese Förderung nicht beantragen.

Steuerbonus für die “Renewable Ready” Gasheizung

Sollten Sie den richtigen Moment für eine Förderung verpassen, haben Sie die Möglichkeit, die Maßnahmen in der Einkommenssteuererklärung anzugeben. Die Zuschussrate liegt bei 20 Prozent und ist auf maximal 40.000 Euro begrenzt. Die steuerliche Vergünstigung ist auf drei Jahre verteilt und beginnt mit dem Jahr, in dem die Durchführung erfolgte. 

Die Infografik zum Thema renewable ready

Die Infografik verdeutlicht eine renewable ready Gasheizung
©heizung.de
heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Die “Renewable Ready” Gasheizung bietet sich für all jene an, die aktuell schnell handeln müssen, wenn die eigene Heizung defekt ist. Auf diese Weise können die anfänglichen Investitionen auf einen längeren Zeitraum verteilt und dennoch gefördert werden. Setzen Sie gleich auf eine Gas-Hybridheizung, ist der Förderanteil etwas höher.
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