Was kostet eine Gasheizung? – Ein Überblick

„Was kostet eine Gasheizung?“ – eine oft gestellt Frage, wenn es um die Heizungsmodernisierung geht. Das liegt sicher auch daran, dass die Gasheizung nach wie vor das am häufigsten installierte Heizsystem ist, zumindest in Deutschland. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, welche Kosten eine solche Heizung verursacht und unter welchen Bedingungen Sie staatliche Fördermittel erhalten.  

Die Technik als Kostenfaktor

Um die Frage, wie viel eine Gasheizung kostet, beantworten zu können, muss zunächst einmal die verwendete Technik präzisiert werden. Noch immer gibt es Gasheizungen, die nur die Heizwerttechnik nutzen. Dabei lassen sie die Verbrennungsgase ungenutzt durch den Schornstein oder das Abgasrohr der Gasheizung entweichen und belasten sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt. Im Vergleich zu Gas-Brennwertgeräten, welche die in den Abgasen enthaltene Energie zusätzlich nutzen, sind sie etwas günstiger in der Anschaffung. Die Technik gilt mittlerweile aber als veraltet und wird zudem nicht mehr gefördert. Dieser Artikel bezieht sich daher nur auf die Kosten für eine Gasheizung mit Brennwerttechnik

Eine Frau tippt: Was kostet eine Gasheizung ein
©undrey / Fotolia

Kosten auf einen Blick

Die folgenden Zahlen stellen nur Richtwerte dar. Genaue Angaben zu den Kosten einer Gasheizung kann ein Installateur machen. Dabei berücksichtigt dieser sowohl individuelle Gegebenheiten als auch mögliche Förderoptionen.  

Komponenten der GasheizungKosten
Wandgerät
(Gasheizung für Warmwasser und/oder Heizung)
2.000 - 3.000 Euro
bodenstehende Gasheizung3.000 - 6.000 Euro
Gasanschluss1.500 - 2.500 Euro
Nutzung der Brennwerttechnik1.500 - 2.500 Euro
Installation inkl. hydraulischem Abgleich2.000 - 3.000 Euro
300-Liter-Speicher1.000 - 1.500 Euro
Gesamtkosten8.000 - 15.500 Euro

Die Kosten für eine Gasheizung im Detail 

Die Kosten für eine Gasheizung im Einfamilienhaus hängen von verschiedenen Faktoren ab. Grob einteilen lassen sich die größten Posten in Anschaffung, Anlagentechnik und Betrieb. 

Geht es nur um den Anschaffungspreis, sind die Kosten für eine Gasheizung recht überschaubar. So kann man schon für 2.000 bis 3.000 Euro wandhängende Gasthermen kaufen. Für ein Einfamilienhaus ist deren Wärmeleistung in der Regel völlig ausreichend. Wird mehr Heizleistung benötigt, kommen bodenstehende Geräte infrage. Die Kosten für eine solche Gasbrennwertheizung liegen bei 3.000 bis 6.000 Euro.  

Gasanschluss, neue Heizkörper, Schornsteinsanierung etc.

Was eine Gasheizung kostet, hängt natürlich auch von der Ausgangssituation ab. Denn mitunter muss auch notwendige Anlagentechnik auf den neusten Stand gebracht oder ergänzt werden. Bei einer Heizungsmodernisierung mit einem vorhandenen alten Gaskessel entfallen die Kosten für den Gasanschluss. Sind die bereits verbauten Heizkörper noch intakt und großflächig genug, entfallen auch hier die Investitionslasten. Bei einer Neuinstallation hingegen müssen diese Kostenfaktoren natürlich berücksichtigt werden. 

Im Schnitt verursachen der Gasanschluss und die dazugehörige Installation Kosten in Höhe von 1.500 bis 2.500 Euro. Auch die Nutzung der Brennwerttechnik selbst schlägt mit 1.500 bis 2.500 Euro zu Buche. Darin enthalten sind die Kosten für das Abgassystem und die Kondensatableitung. Bei der Installation einer neuen Gasheizung ist es ratsam, einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen. Die Kosten für den Abgleich und die Installation der kompletten Anlage liegen bei 2.000 und 3.000 Euro. In Kombination mit einem Speicher arbeitet die Gasheizung sehr effizient. Ist keiner vorhanden, sind weitere Kosten von 1.000 bis 1.500 Euro für einen neuen Speicher mit circa 300 Liter Fassungsvermögen einzuplanen.

Betriebskosten für eine Gasheizung

Die Nutzung einer Gasheizung ist natürlich mit Kosten verbunden. Die Betriebskosten halten sich aber auf einem relativ niedrigen Niveau. Aktuell zahlen Verbraucher circa 6,40 Cent pro kW/h (Stand: Juli 2021). Die Tendenz der Gaspreise ist aktuell steigend. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kW/h sind dies umgerechnet 1.280 Euro. Würden sie für dieselben Kilowattstunden mit Strom heizen, der aktuell 21,20 Cent pro kW/h kostet (Stand: Juli 2021), wären es am Ende des Jahres satte 4.240 Euro.

Die Kosten zusammengefasst

An dieser Stelle lässt sich die Frage, was kostet eine Gasheizung mit Brennwerttechnik, bereits teilweise beantworten. Je nach Ausgangssituation bewegen sich die Kosten zwischen 8.000 und 15.500 Euro. Weil die Preisspanne sehr groß ist, dienen die hier genannten Zahlen nur als Richtwerte. Genaue Angaben kann erst ein Installateur nach einer individuellen Beratung machen. 

Kombinationsmöglichkeiten und staatliche Fördermittel 

Doch was kostet eine neue Gasheizung, wenn Sie diese mit einer anderen Anlage kombinieren? Wie eingangs bereits erwähnt, lassen sich moderne Gas-Brennwertkessel einfach mit anderen umweltfreundlichen Heizsystemen wie einer Wärmepumpe, einer Holzheizung oder einer Solarthermieanlage kombinieren. In diesem sogenannten bivalenten Betrieb arbeitet der Kessel sehr wirtschaftlich. Und weil weniger Brennstoff, in dem Fall Gas, verbrannt werden muss, wirkt sich der Betrieb auch positiv auf die Umwelt aus.

Eine besonders beliebte Kombination besteht aus einem Gas-Brennwertgerät und einer Solarthermieanlage. Sie kostet je nach Anwendung zwischen 3.000 und 12.000 Euro. Ein notwendiger (Solar-)Speicher ist nicht immer automatisch im Preis enthalten. Ein solcher Speicher verursacht weitere Kosten zwischen 800 und 3.000 Euro.

Zusatzkosten für Solarthermie 

  • Solarthermie Warmwasser: 3.000 - 5.000 Euro
  • Solarthermie Heizungsunterstützung: 5.000 - 12.000 Euro
  • Speicher für Warmwasser: 1.000 - 1.500 Euro
  • Speicher für Solarheizung: 1.000 - 2.000 Euro 

Staatliche Fördermittel senken die Kosten einer Gasheizung 

Eine moderne Gasheizung entlastet die Umwelt. Aus diesem Grund fördert der Staat die Heizungsmodernisierung. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Hausbesitzer Zuschüsse oder Darlehen mit hohen Tilgungszuschüssen – vorausgesetzt, die Gas-Brennwertheizung wird mit einem regenerativen Wärmeerzeuger kombiniert.

Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können einmalige Zuschüsse beantragt werden. Eine Finanzierung ist über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) möglich. Dabei gilt: Förderfähige Kosten beziehungsweise Kredithöhe sind auf 60.000 je Wohneinheit gedeckelt. Die Höhe von Zuschuss und Tilgungszuschuss hängt davon ab, ob erneuerbare Energien bereits in das Heizsystem integriert oder lediglich eingeplant werden. Bei einer Gas-Hybridheizung ist die Förderung entsprechend höher als bei einer sogenannten "Renewable Ready" Gasheizung, bei der spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme die zusätzliche Wärme aus erneuerbaren Energien stammen muss. Zusätzliche Fördermittel gibt es unter gewissen Voraussetzungen für den Austausch einer alten Ölheizung sowie für die Umsetzung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP).

FörderungGas-Hybridheizung"Renewable Ready"
BAFA-Zuschuss30 %-
KfW-Tilgungszuschuss20 %
Öl-Austauschprämie+ 10 % 
iSFP-Bonus+ 5 %+ 5 %

Ausführliche Informationen zu diesem Thema haben wir im Beitrag Heizungsförderung für Sie zusammengefasst. Wer die einzelnen Schritte beim Kauf durchlesen möchte, findet sie in unserer kostenlosen Checkliste Gasheizung kaufen (PDF, 142 KB).

Warum die Gasheizung so beliebt ist 

Von den geschätzten 21 Millionen Wärmeerzeugern sind über die Hälfte Gasheizungen. Diese Angaben zeigen, wie präsent und beliebt diese Heizungsart ist. Zu den Vorteilen der Gasheizung zählen – wie zuvor bereits herausgestellt – der verhältnismäßig geringe Anschaffungspreis und die ebenfalls überschaubaren Betriebskosten. Zudem wird die Technik seit Jahrzehnten verwendet und gilt als bewährt. Außerdem verbrennen Gasheizungen relativ emissionsarm und lassen sich darüber hinaus einfach mit anderen Heizsystemen kombinieren – zumindest moderne Brennwertgeräte. Wenn Sie nun auf eine Gasheizung umsteigen möchten, finden Sie im Beitrag zum Umrüsten auf Gas die passenden Informationen. 

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Die Frage „Was kostet eine Gasheizung?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Stattdessen müssen einzelne Kostenfaktoren aufgelistet und addiert werden. Auch wenn die anfänglichen Kosten hoch ausfallen, kann es sich lohnen, eine neue Gasheizung mit Solarthermie oder einem anderen regenerativen Wärmeerzeuger zu kombinieren. Finanzielle Unterstützung gibt es dann nämlich in Form von staatlichen Förderprogrammen.  
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
news-icon
Artikelbewertung