Informationen zur Umstellung von L auf H-Gas

Aktuell werden Haushalte in Deutschland mit zwei Sorten von Erdgas beliefert: L-Gas und H-Gas, die sich vor allem hinsichtlich des Energiegehaltes voneinander unterscheiden. Das soll sich künftig durch eine groß angelegte Umstellung von L auf H Gas ändern. Bis zum Jahr 2029 soll dies bei allen Gasanschlüssen in Deutschland erfolgt sein.

Die Themen im Überblick:

Warum ist eine Umstellung von L auf H-Gas überhaupt nötig?

Einer der Hauptgründe für die Umstellung von L auf H Gas liegt in den geringer werdenden Fördermengen in Deutschland und den Niederlanden. Durch den verstärkten Import von H-Gas sollen die schwindenden Vorkommen nach und nach kompensiert werden, um sowohl die Versorgungssicherheit als auch eine gleichbleibende Gasqualität gewährleisten zu können. Dabei genügt es jedoch nicht, einfach das Gas in den Leitungen auszutauschen. An vielen Orten müssen die Netze zusätzlich ausgebaut und Verdichterstationen errichtet werden.

4,3 Millionen Haushalte sind betroffen

Derzeit erstreckt sich das L-Gas-Gebiet über weite Teile West- und Norddeutschlands. Von der bevorstehenden Umstellung werden rund 4,3 Millionen Haushalte betroffen sein. Welche Region zu welchem Zeitpunkt von den entsprechenden Umstellungsmaßnahmen betroffen sein wird, lässt sich dem Netzentwicklungsplan Gas (NEP Gas) entnehmen oder durch Auskunft bei den regionalen Gasanbietern in Erfahrung bringen.

Pipelines symbolisieren die Umstellung von L auf H-Gas

L-Gas und H-Gas – worin liegt der Unterschied?

L- und H-Gas unterscheiden sich vor allem in zwei Punkten voneinander: Energiegehalt und Herkunft. Das „L“ steht für Low bzw. low-calorific-gas (niederkalorisches Gas). Der Methangehalt beläuft sich auf 79 bis 87 Prozent. Der Heizwert von dem in Deutschland und den Niederlanden geförderten Gas variiert zwischen 8,2 und 8,9 Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m³).

H-Gas hat einen höheren Heizwert

H-Gas steht hingegen für „High“ bzw. „high-calorific-gas“ (hochkalorisches Gas) und kommt auf einen Methananteil, der zwischen 87 und 99 Prozent liegt. Der höhere Energiegehalt zeigt sich auch am Heizwert, der üblicherweise zwischen 10 und 11 kWh/m³ liegt. H-Gas wird vor allem aus den GUS-Staaten sowie aus Norwegen und Dänemark importiert.

Wie wird die Umstellung von L auf H-Gas ablaufen?

Die Umstellung von L auf H Gas erfolgt in drei Schritten. Etwa ein Jahr vor Beginn der Arbeiten wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt, durch die sämtliche Gasgeräte einer Region erfasst werden sollen. Mitarbeiter und Beauftragte der örtlichen Netzbetreiber untersuchen dabei die Gasheizungen und registrieren sämtliche Geräte, damit sich der Aufwand einschätzen lässt, welcher mit der Umstellung verbunden ist.

Einzelne Termine lassen sich nicht verschieben

Danach folgt der zweite Schritt, die eigentliche Umrüstung. Gasheizungen, Gasherde und alle weiteren Gasgeräte werden nun auf den Betrieb mit H-Gas umgestellt bzw. umgerüstet. Die Arbeiten werden ausschließlich durch qualifizierte Handwerksbetriebe vorgenommen, die sich vorher bei den Haus- und Wohnungsbesitzern ankündigen. Verbraucher sollten wissen, dass sich die einzelnen Termine nicht verschieben lassen und zudem verpflichtend sind.

Stichprobenartige Kontrollen sollten für Sicherheit sorgen

Der dritte Schritt besteht aus einer stichprobenartigen Kontrolle, um sicherzustellen, dass sämtliche Arbeiten auf hohem Niveau durchgeführt wurden und es keinerlei Bedenken hinsichtlich der Sicherheit gibt. Derzeit ist geplant, diese Kontrollen in jedem zehnten Haushalt durchführen zu lassen.

Steigende Kosten werden nicht erwartet

Die Kosten für die Umstellung von L auf H Gas werden auf alle Gaskunden umgelegt. Einzelne Haushalte erhalten daher auch keine Rechnung über Arbeitsstunden oder benötigte Teile. Steigende Kosten sind nicht zu befürchten. H-Gas ist zwar geringfügig teurer als L-Gas, hat dafür aber auch einen höheren Energiegehalt, der zu einem geringeren Verbrauch führt.

Können vormals mit L-Gas betriebene Geräte auch mit H-Gas laufen?

Nach der Netzumstellung lassen sich die meisten Geräte wie gewohnt nutzen, sofern die Technik durch den Netzbetreiber entsprechend angepasst wurde. Gasgeräte, die nicht umgerüstet wurden, sollten nach der Umstellung von L auf H Gas nicht mehr betrieben werden.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die Umstellung von L auf H-Gas soll in erster Linie die geringer werdenden Fördermengen in Deutschland und den Niederlanden kompensieren. Für den einzelnen Besitzer werden keine steigenden Kosten erwartet. Die Umstellung schließt jedoch nicht aus, dass manche Geräte ausgetauscht werden müssen, da die Technik nicht mit dem L-Gas arbeiten kann.

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