Gasumstellung: Was ist dabei zu beachten?

Im Rahmen der Gasumstellung werden über vier Millionen deutsche Anschlüsse von L- auf H-Gas umgestellt. Das ist nötig, da die Versorgung mit dem in Deutschland und den Niederlanden geförderten Gas auf Dauer nicht gesichert ist. Wie der Prozess abläuft und was Haushalte dabei beachten sollten, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Die Themen im Überblick:

H-Gas transportiert mehr Energie

Bei der Gasumstellung, die bereits seit einigen Jahren im Gange ist, ersetzen Netzbetreiber L- durch H-Gas. Da Letzteres im Vergleich deutlich mehr Methan enthält, transportiert es auch mehr Energie. Geräte wie die eigene Gasheizung funktionieren auch nach den Arbeiten wie gewohnt.

Gasumstellung in über vier Millionen Haushalten mit Gasgeräten in Nord- und Westdeutschland

Vorräte von heimischem L-Gas schwinden

Die Gasumstellung betrifft etwa 30 Prozent der Verbraucher mit einem Gasanschluss und damit mehr als vier Millionen deutsche Haushalte. Sie ist nötig, da die L-Gas-Vorräte, die vor allem im Nordwesten Deutschlands vertrieben werden, allmählich zur Neige gehen. L-Gas enthält vergleichsweise wenig Methan und transportiert dabei auch weniger Energie.

Heizkosten verändern sich bei Gasumstellung nicht

Bezogen auf das Volumen verbrauchen Heizgeräte bei der gleichen Leistung mehr L- als H-Gas. Auch wenn die Preise für das hochkalorische Erdgas höher sind, bleiben die Heizkosten aus diesem Grund konstant.

Heizgeräte sind bei Gasumstellung anzupassen

Damit die Gasgeräte der betroffenen Haushalte auch nach der Umstellung effizient arbeiten, sind sie auf den neuen Rohstoff anzupassen. Wann welche Regionen von der Umstellung betroffen sind, erfahren Verbraucher unter anderem aus dem Netzentwicklungsplan GAS (NEP Gas).

Netzbetreiber beauftragen Installateure

Diese Aufgabe übernehmen speziell geschulte Installateure. Sie werden vom Netzbetreiber beauftragt und nehmen bereits ein Jahr vor der Gasumstellung die betroffenen Geräte auf. Wichtig zu wissen ist, dass Hausbesitzer den Handwerkern Zugang zur eigenen Anlage verschaffen müssen. Stehen sie hinter verschlossenen Türen, können Netzbetreiber den jeweiligen Gasanschluss vorübergehend abschalten.

Stichproben sorgen für hohe Qualität

Um bei den Arbeiten zur Gasumstellung eine hohe Qualität gewährleisten zu können, führen die Netzbetreiber stichprobenartige Kontrollen durch. Diese treffen in etwa jeden zehnten Haushalt und bewahren Hausbesitzer vor Schäden an der eigenen Heizung.

Kosten der Gasumstellung tragen alle Verbraucher

Für Handwerker und Material rechnen Experten mit Kosten von rund zwei Milliarden Euro. Zahlen müssen hier jedoch nicht nur die betroffenen Haushalte, sondern alle Gasverbraucher. Denn die Netzbetreiber verteilen die Last über eine Umlage auf viele Schultern.

Heizungsaustausch kann sich lohnen

Ist der eigene Kessel schon alt, verbraucht er oft mehr Energie als nötig. Hausbesitzer können die Gasumstellung in diesem Zusammenhang auch zum Anlass für eine Heizungssanierung nehmen. Mit der Brennstoffzelle oder einer effizienten Brennwertheizung stehen ihnen dabei interessante Möglichkeiten zur Auswahl.

Extra Zuschüsse bei Gasumstellung

Das Beste daran ist ein zusätzlicher Zuschuss, den Netzbetreiber für einen Heizungstausch zahlen. Verbraucher bekommen dabei 100 Euro, da die neue Technik den Aufwand der Umstellung senkt. Das Geld erhöht die ohnehin mögliche Heizungsförderung und sorgt neben den sinkenden Heizkosten für eine bessere Wirtschaftlichkeit. Wichtig ist jedoch, dass Verbraucher ihre Heizung erst dann tauschen, wenn ihr Netzbetreiber die Gasumstellung bereits bekannt gegeben hat. Das passiert in der Regel zwei Jahre vor dem Beginn der Arbeiten.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Im Rahmen der Gasumstellung passen Netzbetreiber die Gasgeräte in mehr als vier Millionen Haushalten von L- auf H-Gas an. Während die Kosten der Arbeiten auf alle Verbraucher umgelegt werden, verändern sich die Heizkosten trotz höherer Preise kaum. Möglich ist das, da Heizgeräte weniger H- als L-Gas benötigen, um die gleiche Leistung abzugeben. Mit einem Extra-Zuschuss von 100 Euro können Verbraucher die Gasumstellung auch als Anlass für einen Heizungstausch nutzen.

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