Gaspreise: Mehr über ihre Entwicklung und ihren Vergleich

Wird ein Heizsystem mit Gas betrieben, spielen die Gaspreise mit Hinblick auf die Kosten eine tragende Rolle. Leider bewegen sich diese seit geraumer Zeit in einem stetig steigenden Trend. Für Besitzer einer Gasheizung ist es deshalb noch wichtiger geworden, sich mit ihrer Entwicklung, der generellen Zusammensetzung und den Wechselmöglichkeiten auseinanderzusetzen.

Wie ist der Status Quo bei den Gaspreisen?

In Deutschland werden offiziellen Studien nach etwa 20 Millionen Haushalte mit Gas versorgt. Die Jahre 2013 bis 2016 waren für Nutzer von Gas aber gar nicht so schlimm. Viele Anbieter haben ihre Preise entweder stabil gehalten oder sogar geringfügig reduziert. Betrachtet man jedoch die letzten 10 Jahre, zeigt sich ein Anstieg der Kosten um 6 Prozent pro Kilowattstunde. Auch im Jahr 2017 steigen die Preise wieder. Im Terminmarkt-Zeitraum zwischen Januar 2016 und Januar 2017 konnten sogar stark angestiegene Preise von 26 Prozent festgemacht werden. Die Prognosen sehen dabei nicht rosig aus. Die Gaspreise sollen künftig ebenfalls steigen, wenn auch nicht mehr so stark. Grund ist unter anderem eine von Gazprom angekündigte Erhöhung von 10 Prozent. Da viele deutsche Gasversorger von dem russischen Giganten ihr Gas beziehen, müssen auch diese bei den Preisen anziehen.

Das Bundeskartellamt reagiert darauf mit einer offiziellen und doch sehr deutlichen Stellungnahme: Die deutschen Verbraucher sollen ihre Tarife vergleichen und bei Bedarf wechseln. Der Gasmarkt ist in Deutschland liberalisiert, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Verbraucher sich ihren Versorger eigenständig auswählen können - oder aber die Hausverwaltung übernimmt das für eine komplette Immobilie mit mehreren Parteien. Die Liberalisierung des Marktes erzielte in den letzten zehn Jahren aber nicht den Effekt, der eigentlich für sie vorhergesagt wurde. Die Gaspreise werden durch den offenen Wettbewerb nicht gedrückt, denn besonders für günstige und kleine Anbieter ist der konkrete Wettkampf immer noch mit hohen Kosten verbunden, vor allem mit Hinblick auf die Nutzung der Netze.

Gaszähler mit Geldscheinen - Gaspreise

Einflussfaktoren auf die Gaspreise

Mittlerweile sind die Gaspreise zwar nicht mehr offiziell an die vom Öl gebunden, dennoch reagiert der Preis den Erfahrungen nach deutlich, sobald sich andere Energiemärkte bewegen. Wird die Öl-Fördermenge der OPEC Staaten reduziert, versuchen Energieversorger das über einen gesteigerten Einkauf von Gas auszugleichen, wodurch die Preise aufgrund der hohen Nachfrage ansteigen. Zu einer Verringerung der Gaspreise kommt es oft erst dann, wenn die Energiespeicher voll sind und andere Energiemärkte im Preis niedrig bleiben. In den Jahren 2013-2016 trat diese Situation ein, was zu günstigen Neukundentarifen führte.

Ist-Situation und Blick in die Zukunft

Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Gaspreise in den kommenden Monaten und vielleicht sogar Jahren reduzieren werden. Dafür müsste ein genereller Umschwung stattfinden. Vor allem erneuerbare Energien spielen hierbei eine Rolle. Werden diese noch intensiver beansprucht, müssen sich die Gaspreise zwingend reduzieren, um weiterhin mit diesen konkurrieren zu können. Weil das Heizen mit regenerativen Energien aber immer noch relativ teuer ist, steht diese Entwicklung in weiter Ferne.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Verbraucher können ihren kleinen Anteil an der Entwicklung leisten, wobei der Wechsel des Einzelnen keinen Unterschied ausmachen wird. Je mehr Verbraucher gewillt sind, die Gaspreise der Versorger zu vergleichen und dann bei Bedarf zu wechseln, desto stärker wird auch der Konkurrenzdruck. Da wo mehr Wettbewerb herrscht, werden die Preise zwingend fallen. Aktuell sitzen die Grundversorger aber nach wie vor sehr sicher in ihrer Position, wodurch privaten und günstigen Anbietern die Kunden fehlen, weshalb sich wiederum kein starker Wettbewerb auf dem Gasmarkt allgemein ergibt. 

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