Gasheizungsanlage: Der Klassiker mit Gas als Rohstoff

Die Gasheizung ist in Deutschland die am weitesten verbreitete Heizungsanlage. Betrieben wird sie mit dem fossilen Brennstoff Gas. Um eine möglichst hohe Effizienz zu gewährleisten, nutzen neuere Modelle die bewährte Brennwerttechnologie. Bei dieser werden sogar die Abgase noch zur Erzeugung von Wärme und zur Aufbereitung von Warmwasser verwendet.

So funktioniert die Gasheizungsanlage

Wie ihr Name schon ganz richtig vermuten lässt, arbeitet die Gasheizungsanlage mit Gas als Rohstoff. Üblicherweise wird dieser über das Gasnetz direkt in die Anlage eingespeist. Es muss also kein separater Speicher oder Ort zur Aufbewahrung existieren. Seltener wird solch eine Anlage mit Flüssiggas betrieben, was vor allem in ländlicheren Regionen der Fall ist, da das Gasnetz hier mitunter nicht flächendeckend verfügbar ist. Ein integrierter Brenner kümmert sich dann darum, dass der Rohstoff verbrannt, Wärme erzeugt wird und diese dann von der Anlage über separate Bauteile in die Heizkörper gelangt.

Heutzutage werden Gasheizungsanlagen wahlweise mit Brennwerttechnik oder einem Niedertemperaturkessel betrieben. Die Brennwerttechnik garantiert eine besonders hohe Effizienz, da bei dieser auch die während der Verbrennung entstandenen Abgase noch verwertet werden.

Zu einer Gasheizungsanlage gehört oft auch ein Pufferspeicher
© Viessmann

Anschaffungskosten einer Gasheizungsanlage

Eine weitere Stärke der Gasheizungsanlage offenbart sich im Vergleich zu Anlagen, die mit erneuerbaren Energiequellen arbeiten. Eine Heizungsanlage, die mit Gas arbeitet, kostet in der Anschaffung nämlich vergleichsweise wenig. Natürlich existieren hier verschiedene variable Posten. So spielt es beispielsweise eine Rolle, ob die Anlage von einem renommierten Markenhersteller stammt und ob es sich um einen Niedertemperaturkessel oder Gerät mit Brennwerttechnologie handelt.

Gasanschluss und Inbetriebnahme verursachen Kosten

Üblicherweise können Sie bei einem Niedertemperaturkessel mit Kosten zwischen 1.500 und 2.000 Euro rechnen, bei einem Brennwertgerät mit etwa 2.200 bis 4.000 Euro. Die bodenstehende Brennwert-Variante kostet noch einen Tausender mehr. Wird auch die Warmwasseraufbereitung darüber bewerkstelligt, kostet ein Wasserspeicher rund 800 bis 1.500 Euro. Notwendige Abgasleitungen schlagen hingegen mit etwa 1.200 bis 2.000 Euro zu Buche. Hier ist auch entscheidend, ob diese aus Kunststoff oder Edelstahl bestehen. Weil solch eine Gasheizungsanlage vom Fachmann montiert gehört, gesellen sich dazu rund 300 Euro für die Montage und Inbetriebnahme.

Sind schon Heizkörper vorhanden, müssen diese nicht ausgetauscht werden. An laufenden Kosten fällt gelegentlich eine Wartung an. Zudem sprechen Experten als Faustregel von etwa zehn Euro pro Quadratmeter Wohnfläche jährlich, wenn es um die Verbrauchskosten des Rohstoffes geht.

Vor- und Nachteile der Gasheizungsanlage

Als Nachteil muss der Rohstoff gelistet werden. Zwar ist dieser nicht zwingend teuer. Jedoch handelt es sich hierbei um einen fossilen Brennstoff, der einerseits begrenzt und andererseits nicht unbedingt umweltfreundlich ist. Langfristig, auf die kommenden Jahrzehnte betrachtet, wird eine neue Gasheizung wohl zwangsweise durch Alternativen ersetzt werden, die mit erneuerbaren Energien funktionieren. Mögliche Förderungen existieren zudem nur dann, wenn man die Gasheizungsanlage mit der Brennwerttechnik betreibt.

Brennwerttechnik nutzt bis zu 98 Prozent der verfügbaren Rohstoffenergie

Klarer Vorteil der Gasheizung sind die Anschaffungskosten, welche ein gutes Stück unter denen einer Holzpelletheizung oder beispielsweise einer Wärmepumpe liegen. Zudem eignet sich eine Gasheizungsanlage auch für Haushalte mit vielen Personen oder Mehrfamilienhäusern. Wenn das Gas direkt aus der Leitung kommt, ist immer vorteilhaft, dass keine zusätzliche Fläche für einen Rohstoffspeicher benötigt wird. Zudem hat sich die Effizienz einer solchen Anlage seit Jahrzehnten bewährt. Mit der Brennwerttechnik können bis zu 98 Prozent der verfügbaren Energie des Rohstoffes zur Wärmeumwandlung genutzt werden.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Wer nicht auf erneuerbare Energiequellen bauen möchte, setzt fast immer auf eine Gasheizungsanlage. Deren hohe Effizienz spricht eine deutliche Sprache, die relativ überschaubaren Anschaffungskosten lassen sich mit nahezu jedem Budget vereinbaren. Mit der Brennwerttechnik sind solche Anlagen durchaus auch zukunftsfähig, da in den kommenden Jahren keinesfalls eine völlige Abkehr von fossilen Brennstoffen stattfinden wird.

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