Gasbrennwertheizung – Funktion und Kosten im Überblick

Die Gasbrennwertheizung nutzt aktuelle Technik und arbeitet sehr effizient. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft ist sie die meist verwendete Heizungsart in Deutschland. Was sie auszeichnet, wie viel eine Gasbrennwertheizung kostet und für welchen Gebäudetyp sie sich eignet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie eine Gasbrennwertheizung funktioniert

Bei älteren Heizungssystemen wurde darauf geachtet, dass der während der Verbrennung eines Stoffes freigesetzte Wasserdampf gasförmig bleibt. Denn die Kondensation könnte zur Korrosion des Heizkessels und zur Verrußung bzw. Versottung des Schornsteins führen. Die Technik heißt Heizwert und die gleichnamige Bezugsgröße bezeichnet die Menge an Energie, die bei der vollständigen Verbrennung eines Stoffes freigegeben wird. Man kennt die Bezugsgröße auch unter dem Namen „Unterer Heizwert“.

Anders als der Heizwert gibt der Brennwert an, viel Energie ein Brennstoff bei der Verbrennung UND bei der Abkühlung der dabei entstehenden Abgase freigibt. Er berücksichtigt also auch die sogenannte Kondensationswärme, die bei älteren Heizungen über den Schornstein ungenutzt verschwindet. Aus diesem Grund ist der Brennwert immer höher als der Heizwert.

Voraussetzungen für eine Gasbrennwertheizung

Damit eine Gasbrennwertheizung effizient arbeitet, sind im Voraus einige Punkte zu beachten. So kommt es unter anderem auf folgende Punkte an: 

  • eine niedrige Rücklauftemperatur
  • die optimale Auslegung der Kessel
  • den hydraulischen Abgleich der Heizung

Die Rücklauftemperatur

Nicht nur die Vorlauftemperatur hat einen großen Einfluss. Auch der Rücklauf bzw. dessen Temperatur wirkt sich direkt auf die Effizienz aus. So darf sie nicht über 55 Grad Celsius liegen, denn sonst könnte das im Abgas befindliche Wasser nicht kondensieren. Es würde wie bei einer Heizwertheizung aus dem Schornstein entweichen und mit ihm die ungenutzte Restwärme.

Wassertropfen symbolisieren die Brennwerttechnik bei einer Gasbrennwertheizung.
© lum3n.com / Pexels.com

Passende Auslegung

Eine Heizung arbeitet dann am effektivsten, wenn ihre Leistung perfekt auf das zu beheizende Haus abgestimmt ist. Möglich ist das unter anderem mit der Heizlastberechnung. Mit dieser ermitteln Experten die benötigte Leistung, um ein Gebäude wohlig warm zu bekommen. Dabei berücksichtigen sie alle Verluste über Hülle und Lüftung.

Hydraulischer Abgleich

Ähnlich wie bei der Heizlastberechnung spielt auch der hydraulische Abgleich eine wichtige Rolle bei der Optimierung der Heizungsanlage. Denn nicht immer sind alle Komponenten passend dimensioniert und aufeinander abgestimmt. Vor allem, wenn die Gasbrennwertheizung in einem Altbau installiert werden soll, lohnt sich ein hydraulischer Abgleich. Hierbei kann ein Installateur schnell herausfinden, ob und welche Komponenten ersetzt werden müssten.

Eine weitere Voraussetzung für den Einsatz einer Gasbrennwertheizung ist der Anschluss an das Abwassersystem. Denn während des Betriebs fällt Kondensat an, das abgeführt werden muss. Der Anschluss gilt auch für den Schornstein, der darüber hinaus feuchteunempfindlich sein muss. In der Regel kommt ein Kunststoff- oder Edelstahlrohr zum Einsatz, dem die entstehende Feuchtigkeit nichts anhaben kann.

Kosten für eine Gasbrennwertheizung

Eine Gasbrennwertheizung ist in der Anschaffung etwas teurer als ein herkömmliches Niedertemperaturgerät. Dafür amortisiert sie sich nach etwa sieben bis zehn Jahren. Die genauen Kosten lassen sich aus vielen Gründen nicht pauschal wiedergeben. Denn neben dem Hersteller und der Leistung gibt es noch unterschiedliche Modelle für die Wand oder für den Heizraum. Als Richtwert kann man von 6.000 bis 8.000 Euro für die komplette Heizung ausgehen. Darin enthalten sind auch die Kosten für die notwendige Anpassung des Schornsteins sowie für den heizungsunterstützenden Warmwasserspeicher.

Kombilösungen sind etwas teurer

Weil Gas ein fossiler Brennstoff ist, bieten einige Hersteller auch sogenannte Kombiangebote. So kann eine Gasbrennwertheizung beispielsweise mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe gekoppelt werden, um Heizung und Warmwasserbereitung zu unterstützen. Solche Kombinationen sind vor allem für Neubauten interessant. Denn sie müssen ohnehin gesetzliche Vorgaben hinsichtlich des Anteils erneuerbarer Energien erfüllen. Die Kosten für eine Kombilösung bewegen sich zwischen 10.000 und 15.000 Euro, lassen sich aber mit der recht hohen Förderung der Gasheizung stark abfedern.

Gasbrennwertheizung für Alt- und Neubauten

Wie eingangs erwähnt, ist die Gasheizung die am häufigsten verwendete Heizungsart hierzulande. Das hat viel damit zu tun, dass sich eine Gasbrennwertheizung sowohl für den Altbau als auch für den Neubau eignet. Bei einem Einsatz in einem Bestandgebäude empfiehlt es sich, einen hydraulischen Ausgleich durchführen zu lassen. Kommt die Gasbrennwertheizung hingegen in einem neugebauten Haus zum Einsatz, können Hausbesitzer eine Kombilösung in Betracht ziehen. Denn auf Dauer lohnt es sich, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch vorzugehen. Auch hier ist ein hydraulischer Ausgleich angebracht.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Mit der Brennwerttechnik werden sogar den Abgasen Energie entzogen. Damit sind moderne Gasbrennwertheizungen in der Lage, sehr effizient zu arbeiten. Wer nicht nur günstig, sondern auch sauber heizen möchte, für den ist eine Kombilösung eine gute Option.
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