Gas Kombitherme - Aufbau, Funktion und Vorteile

Grundlegend stellt eine Gas Kombitherme Warmwasser bereit und versorgt gleichzeitig die Heizungsanlage. Maßgebliches Ausgangselement ist dabei Gas, d.h. Erdgas oder Flüssiggas. Erfahren Sie hier, wie eine Gas Kombitherme funktioniert und welche Vorteile sie bietet.

Aufbau und Prinzip einer Gas Kombitherme

Eine Gas Kombitherme, ob mit Erdgas oder Flüssiggas betrieben, besteht aus folgenden Elementen:

  • Brenner
  • Wärmetauscher / Wärmeübertrager
  • einem nachgeschalteten Plattenwärmetauscher
  • einer Umwälzpumpe.

Außerhalb der Gas Kombitherme befindet sich des Weiteren ein Bedienelement. An diesem sind sowohl die Heiz- als auch die Absenkzeiten einstellbar. Somit lässt sich die Erwärmung des Heizungswassers regeln. Die Absenkzeit beschreibt den Zeitraum, in dem keine Heizung im Wohnraum benötigt wird. Das kann während der Arbeitszeit oder vor allem auch in der Nacht der Fall sein. Die Absenktemperatur sollte jedoch nicht zu niedrig sein, um die Aufheizzeit möglichst kurz zu halten.

Wie funktioniert die Gas Kombitherme?

Der Heizkreislauf und die Warmwasserbereitung sind baulich voneinander getrennt. Wird demnach ein Wasserhahn in der Wohnung oder im Haus aufgedreht, schaltet die Kombitherme von der Heizfunktion auf die Bereitstellung von Warmwasser um.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Gastherme nicht zwangsläufig mit einem Warmwasser- oder Pufferspeicher ausgestattet ist. Das bedeutet: Das warme Wasser steht erst dann zur Verfügung, wenn der Wasserhahn betätigt wird. Im Brenner wird das eingeführte Gas verbrannt. Der Wärmetauscher überträgt die dabei freiwerdende Wärme an das Heizungswasser. Die Umwälzpumpe transportiert dieses dann durch die Rohrleitungen und damit zu den Heizkörpern. Die Warmwasserbereitung erfolgt nach dem Durchlaufprinzip. Das bedeutet, erst im Moment des Bedarfs erfolgt die Erwärmung.

Für wen eignet sich eine Kombitherme mit Gas?

Ob eine Gas Kombitherme für jeden Haushalt sinnvoll ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Für jeden individuellen Fall sind unterschiedliche Faktoren zu betrachten. Es ist ratsam, einen Fachmann bei dieser Entscheidung hinzuziehen. Doch es gibt einige allgemeine Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt.

Bild vom Händewaschen mit Warmwasser, welches durch eine Gas Kombitherme aufbereitet wurde.
© contrastwerkstatt | Fotolia

Was spricht für eine Gas Kombitherme?

Aufgrund des fehlenden Warmwasserspeichers ist eine Gas Kombitherme ein kompaktes, sehr platzsparendes Gerät. In der Regel wird die Kombitherme direkt an der Wand montiert. Insgesamt halten sich die Material- und Installationskosten im Rahmen. Das macht die Geräte für Bestandsgebäude besonders attraktiv. Dafür spricht ebenso die flexible Installationsmöglichkeit.

Durch den fehlenden Speicher wird nicht nur Platz gespart, sondern es treten auch keine unnötigen Speicherverluste auf. Die gewonnene Energie kann optimal und direkt genutzt werden. Zudem ist eine Legionellenbildung oder eine hohe Keimbelastung nahezu ausgeschlossen, da es nicht zum sogenannten stehenden Wasser kommt. Immer wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen, wird das Wasser frisch erwärmt. Damit ist die Gas Kombitherme zugleich auch günstig im Verbrauch. Schließlich ermöglicht die Gas Kombitherme vor allem in Mehrfamilienhäusern eine dezentrale Versorgung. Die Warmwasser- beziehungsweise Heizkosten lassen sich ganz einfach über den Gasverbrauch abrechnen.

Wo liegen die Nachteile?

Durch die direkte Erwärmung und den fehlenden Speicher kann es zu kleinen Verzögerungen bei der Bereitstellung des Brauchwassers kommen. Deshalb gibt es auch Gas Kombithermen, die mit einem kleinen Speicher von etwa 10 Litern Fassungsvermögen ausgestattet sind. Somit besteht immer ein kleiner Vorrat Warmwasser. Das sorgt für einen höheren Komfort. Außerdem sollten die Gas Kombithermen am besten dort hängen, wo am meisten Warmwasser benötigt wird, d.h. entweder im Badezimmer oder in der Küche. In vielen Einfamilienhäusern oder Doppelhaushälften befindet sich das Gerät im Technik- oder Abstellraum.

Sind die Leitungen zu lang, führt dies zu Energieverlusten. Deshalb muss für die Installation ausreichend Platz vorhanden sein. Prinzipiell ist zudem die Zapfleistung (Liter Wasser pro Minute) relativ gering. Die Kombitherme ist nur für Einzelzapfung geeignet. Das heißt: In der Praxis ist es nicht möglich zu Duschen, während das Wasser für ein Bad eingelassen wird. Entweder steht generell zu wenig Wasser zur Verfügung oder nur kaltes.

Staatliche Förderung einer mit Gas betriebenen Kombitherme

Bei den Kosten spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle:

  • die Gas Kombitherme selbst
  • die Installation
  • die Montage des Abgassystems
  • sonstige Materialkosten

Eine staatliche Förderung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen denkbar. Insbesondere beim Austausch alter Gas Kombithermen kann ein Antrag auf Zuschüsse über die Kreditanstalt für Wiederaufbau - kurz: KfW - in Betracht kommen. Dabei spielt der dauerhafte Brennwertbetrieb eine maßgebliche Rolle. Denn obwohl es sich hier um einen fossilen Energieträger handelt, können moderne Geräte einen Wirkungsgrad von annähernd 100 Prozent erreichen. Die Energieersparnis liegt in diesem Fall bei bis zu 30 Prozent. Auch die Unterstützung der Heizungsanlage durch Solarthermie ist möglich.

Die KfW bietet dabei zwei Programme für das energieeffiziente Sanieren an:

  • 151/52 - zinsgünstige Kredite
  • 430 - Investitionszuschüsse

Dabei werden Kredite bis zu einer Höhe von 50.000 beziehungsweise 100.000 Euro vergeben. Die Zinsen liegen bei 0,75 Prozent. Die Laufzeit des Kredits umfasst bis zu 30 Jahre. Bei der Bezuschussung werden 15 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen. Voraussetzung dafür ist das Gutachten eines Sachverständigen. Die neue Heizungsanlage muss den Anforderungen durch die KfW entsprechen.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Eine Gas Kombitherme ist langfristig sowie in ihrer Anschaffung vergleichsweise günstig und rechnet sich vor allem bei kleinen Wohneinheiten. Der Warmwasserverbrauch sollte nicht zu hoch sein. Vor allem moderne Kombithermen bergen ein hohes Einsparungspotenzial.

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