Funktion und Differenzierung eines Blaubrenners

Eine Flamme kann wahlweise blau oder gelb brennen. Kaum überraschend, leitet sich hiervon der Name des Brenners selbst ab, also ob es sich um einen hier beschriebenen Blaubrenner oder um die Alternative, den Gelbbrenner, handelt. Blaubrenner gelten von den beiden Varianten als die zukunftstaugliche Technologie, sowohl was die Effizienz als auch das umweltfreundliche Arbeiten einer Heizanlage anbelangt. Insbesondere wenn Sie überlegen, sich einen neuen Brenner oder ein neues Heizsystem zuzulegen, sollten Sie dennoch die Unterschiede kennen.

Funktionsweise eines Blaubrenners einfach erklärt

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die bläulich brennende Flamme das Ziel eines solchen Brenners. In Fachkreisen werden diese häufig noch als "Raketenbrenner" bezeichnet, was sich insbesondere mit der Entwicklung durch die Experten der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (kurz: DLR) begründet. Ein Blaubrenner kommt insbesondere bei modernen Heizsystemen zum Einsatz, beispielsweise bei Ölheizungen, die mit der Brennwerttechnik funktionieren. Der Rohstoff wird durch die Hochdruckzerstäubung verdampft, während das entstandene Gas-Luft-Gemisch nach der Zündung schließlich verbrennt.

Der Schritt der Verbrennung ist deutlich von dem der Verdampfung losgelöst

Der Schritt der Verbrennung ist also deutlich von dem der Verdampfung losgelöst. Das führt unter anderem dazu, dass geringere Rückstände existieren, weshalb der Rohstoff effektiver genutzt wird. Da wiederum aus dem genutzten Rohstoff mehr Heizenergie "gezogen" wird, reduzieren sich automatisch auch noch die Schadstoffemissionen sowie der Heizverbrauch. Abgekühlte Heizgase werden später über ein Flammrohr wieder zurückgeführt und kommen somit erneut zu der Flamme, wo sie aufbereitet werden.

Ein Handwerker nimmt einen Blaubrenner aus dem Heizkessel
© rupbilder | Fotolia

Moderne Heizsysteme setzen konsequent auf einen Blaubrenner

Insbesondere durch diese beschriebene Funktionsweise zeigen sich deutliche Unterschiede von einem Blaubrenner zu einem Gelbbrenner. Letzterer arbeitet zwar ebenfalls mit Zerstäubung, nutzt aber keine Vorwärmung des Rohstoffes und sorgt für eine sofortige elektronische Entzündung. Dadurch ist die Zerstäubung nicht ansatzweise so fein. Es kommt folglich zu stärkeren Ablagerungen. Die Umweltbelastung steigt ebenfalls, während im Gegenzug die Effizienz des genutzten Rohstoffes verringert wird. Insbesondere moderne Heizsysteme setzen daher konsequent auf einen Blaubrenner, während die Gelbbrenner eher als ein Auslaufmodell gelten, welches noch bei älteren Systemen verbaut ist.

Klare Vorteile eines Blaubrenners in der Praxis

Die "saubere" Verbrennung eines Blaubrenners ist ein klarer Vorteil, denn das Öl wird wesentlich effektiver ausgebrannt, wodurch sich die Schadstoffwerte reduzieren. Deshalb sind solche Heizsysteme zwar nicht ganz so umweltfreundlich wie die, die mit erneuerbaren Energiequellen arbeiten, sie liefern aber einen guten Kompromiss zwischen Anschaffungskosten und Modernisierungsqualität. Durch die effektivere Verbrennung lassen sich zudem die Kosten für das Heizen in einem Haushalt reduzieren, selbst wenn der Verbrauch beständig bleibt. Hinsichtlich der Nachteile ist vor allem ein höherer Anschaffungspreis zu nennen, welcher sich aber zügig amortisiert. Die geringere Umweltbelastung muss jeder eigenmächtig als großen oder persönlich zu vernachlässigenden Vorteil bewerten.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Mit einem immer stärkeren Fokus auf die Energiewende und einer umweltbewussten Nutzung von fossilen Rohstoffen hat sich die moderne Brennertechnologie so langsam zum neuen Standard gemausert. Über längere Zeit waren die Vorteile der Brenner mit der blauen Flamme zwar bekannt, wurden aber zusehends vernachlässigt. Das lag auch daran, dass die ersten Modelle aus dieser Kategorie einen wesentlich höheren Geräuschpegel vorzuweisen hatten, als die damals noch üblichen Gelbbrenner. Mittlerweile haben Hersteller auf diesen Kritikpunkt reagiert und den Lärmpegel ihrer neuen Brenner entsprechend reduziert. Damit ging ein ganz entscheidender Nachteil verloren, was bei der künftigen Entscheidung zwischen Blau- und Gelbbrennern berücksichtigt werden sollte.

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