Funktion und Differenzierung eines Blaubrenners

Eine Flamme kann wahlweise blau oder gelb brennen. Kaum überraschend, leitet sich hiervon der Name des Brenners selbst ab, also ob es sich um einen hier beschriebenen Blaubrenner oder um die Alternative, den Gelbbrenner, handelt. Blaubrenner gelten von den beiden Varianten als die zukunftstaugliche Technologie, sowohl was die Effizienz als auch das umweltfreundliche Arbeiten einer Heizanlage anbelangt. Insbesondere wenn Sie überlegen, sich einen neuen Brenner oder ein neues Heizsystem zuzulegen, sollten Sie dennoch die Unterschiede kennen.

Die Funktionsweise der Blaubrenner einfach erklärt 

Bei einem Blaubrenner führt eine spezielle Aufbereitung des Öl-Luft-Gemischs zur sichtbar blauen Flamme. Während das Flammbild nach dem Start erst einmal in gelber Farbe erstrahlt, saugt die spezielle Konstruktion kurz darauf heiße Abgase aus dem Flammrohr zurück. Experten sprechen dabei von einer Rezirkulation, die den fein zerstäubten Ölnebel zunächst verdampfen lässt. Das Gemisch verbrennt dadurch wie bei einem Gasbrenner.

Rezirkulationsspalte saugen Brenngase zurück 

Möglich ist die Funktion des Blaubrenners durch spezielle Rezirkulationsspalte. Denn diese erzeugen einen Ölnebel, der die Abgase zurücksaugt. Der entstehende Öldampf bekommt dadurch eine größere Oberfläche. Er kann sich besser mit dem Sauerstoff verbinden und verbrennt nahezu ohne CO-Emissionen. Ein weiterer Vorteil: Das Flammrohr, indem die Flamme des Ölbrenners verbrennt, beginnt kurz nach dem Start zu glühen. Die Strahlungswärme sorgt für eine bessere Verbrennung und reduziert die Stickoxidemissionen.

Weniger Luft, bessere Ausnutzung des Brennwerteffektes

Blaubrenner arbeiten sauberer und effizienter als die älteren Gelbbrenner. Sie benötigen einen geringeren Luftüberschuss und verlieren weniger Wärme über die Abgase. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von geringeren Abgasverlusten. Die Brenner holen mehr aus dem eingesetzten Brennstoff heraus und erreichen eine höhere Taupunkttemperatur der Abgase. Infolgedessen lässt sich der Brennwert besser nutzen und die Energiekosten sinken. Da Blaubrenner mehr Wärme aus der gleichen Brennstoffmenge herausholen, schonen sie darüber hinaus auch die Umwelt.

Ein Handwerker nimmt einen Blaubrenner aus dem Heizkessel
© rupbilder | Fotolia

Moderne Heizsysteme setzen konsequent auf einen Blaubrenner

Insbesondere durch diese beschriebene Funktionsweise zeigen sich deutliche Unterschiede von einem Blaubrenner zu einem Gelbbrenner. Letzterer arbeitet zwar ebenfalls mit Zerstäubung, nutzt aber keine Vorwärmung des Rohstoffes und sorgt für eine sofortige elektronische Entzündung. Dadurch ist die Zerstäubung nicht ansatzweise so fein. Es kommt folglich zu stärkeren Ablagerungen. Die Umweltbelastung steigt ebenfalls, während im Gegenzug die Effizienz des genutzten Rohstoffes verringert wird. Insbesondere moderne Heizsysteme setzen daher konsequent auf einen Blaubrenner, während die Gelbbrenner eher als Auslaufmodell gelten, welches noch bei älteren Systemen verbaut ist.

Klare Vorteile eines Blaubrenners in der Praxis

Die "saubere" Verbrennung eines Blaubrenners ist ein klarer Vorteil, denn das Öl wird wesentlich effektiver ausgebrannt, wodurch sich die Schadstoffwerte reduzieren. Deshalb sind solche Heizsysteme zwar nicht ganz so umweltfreundlich wie die, die mit erneuerbaren Energiequellen arbeiten, sie liefern aber einen guten Kompromiss zwischen Anschaffungskosten und Modernisierungsqualität. Durch die effektivere Verbrennung lassen sich zudem die Kosten für das Heizen in einem Haushalt reduzieren, selbst wenn der Verbrauch beständig bleibt. Hinsichtlich der Nachteile ist vor allem ein höherer Anschaffungspreis zu nennen, welcher sich aber zügig amortisiert. Die geringere Umweltbelastung muss jeder eigenmächtig als großen oder persönlich zu vernachlässigenden Vorteil bewerten.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Blaubrenner sorgen durch eine spezielle Aufbereitung des Öl-Luft-Gemisches für eine besonders saubere und effiziente Verbrennung. Sie sind heute Standard im kleinen Leistungsbereich und konnten die vorher weit verbreiteten Gelbbrenner inzwischen Ablösen.  
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