Flüssiggasheizung – Eigenschaften, Voraussetzungen und Kosten

Wenn kein Anschluss an das öffentliche Gasnetz vorhanden oder möglich ist, zeigt die Flüssiggasheizung ihre Vorteile. Denn sie arbeitet auch ohne diesen zuverlässig, sicher und effizient. Was Sie beim Kauf einer Flüssiggasheizung bedenken sollten, welche Vor- und Nachteile diese gegenüber einer Erdgasheizung hat und mit welchen Kosten zu rechnen ist, erfahren Sie im folgenden Beitrag. 

Was ist eine Flüssiggasheizung?

Vereinfacht gesagt ist eine Flüssiggasheizung eine gewöhnliche Gasheizung, die anstatt Erdgas oder Biogas auf Flüssiggas (auch LPG von liquefied petroleum gas) setzt. Dabei handelt es sich üblicherweise um ein Gemisch aus Butan und Propan. Die Gase lassen sich bei der Förderung und Aufbereitung von Erdöl sowie Erdgas gewinnen und unter geringem Druck in den flüssigen Aggregatzustand überführen. Da das Volumen des Energieträgers dabei auf ein Minimum sinkt, können spezielle Tanks viel Flüssiggas auf kleinstem Raum bevorraten. 

Hohe Effizienz bei geringem Platzbedarf

Infografik zeigt den Unterschied zwischen Heizwert und Brennwert.

Ob mit Erdgas, Biogas oder Flüssiggas, Gasheizungen gibt es in zahlreichen Leistungsbereichen, weshalb sie fast überall eingesetzt werden können. Zu den weiteren Merkmalen einer Flüssiggasheizung gehört ihre sehr kompakte Bauweise. Moderne Gasthermen etwa finden auch in einer Küche Platz und können zum Beispiel an der Wand angebracht werden.

Was die Flüssiggasheizung darüber hinaus noch auszeichnet, ist ihre hohe Effizienz, die sie mit der Brennwerttechnik erreicht. Dabei nutzt sie das Wasser aus dem Heizkreislauf, um die Abgase zu kühlen. Das führt dazu, dass Wasserdampf aus den Rauchgasen kondensiert. Dieser Vorgang setzt verborgene Wärme frei und die Flüssiggasheizung kann aus der gleichen Brennstoffmenge mehr Energie gewinnen. Auf diese Weise können bis zu 98 Prozent der Energievorräte genutzt werden. Bei der heute nicht mehr zeitgemäßen Heizwerttechnik sind es im Vergleich nur 90 Prozent. 


Kosten für eine Flüssiggasheizung

Eine Gasheizung gehört zu den günstigeren Heizungsarten. Der genaue Preis wird jedoch von mehreren Faktoren beeinflusst und kann daher nicht pauschal angegeben werden. Zu den Faktoren gehören die Heizung selbst, der Anschluss sowie die Betriebskosten, die wesentlich vom Flüssiggaspreis und den Wartungskosten abhängen. Folgende Richtwerte dienen aber als Orientierungshilfe für ein Einfamilienhaus:

  • Für die Heizung selbst muss mit Kosten in Höhe von 3.500 - 7.000 Euro gerechnet werden.
  • Abhängig vom Aufstellort, der Entfernung zur Gasheizung und der Größe des Tanks fallen Kosten in Höhe von 1.500 - 2.500 Euro für den Flüssiggastank an.
  • Da bei der Brennwerttechnik auch im Abgassystem Kondensat entstehen kann, muss dieses feuchteunempfindlich sein. Die Schornsteinsanierung durch einen Installateur verursacht hier noch einmal 1.000 bis 2.000 Euro.
  • Für einen Liter Flüssiggas (Propangaspreis) müssen Verbraucher momentan etwa 57 Cent (bei Abnahme von 3.000 Litern) bezahlen. Das entspricht einem Energiepreis von rund 8,38 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Juli 2021). 
  • Für regelmäßig durchzuführende Wartungsarbeiten sollten 90 bis 200 Euro eingeplant werden. Hinzu kommen die Kosten für den Schornsteinfeger. 

Flüssiggastank mieten oder kaufen?

Der Flüssiggastank für eine Flüssiggasheizung kann entweder gemietet oder gekauft werden. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Entscheiden sich Hausbesitzer für den Kauf, müssen sie wie bereits erwähnt mit Kosten in Höhe von etwa 1.500 bis 2.500 Euro rechnen. Gegebenenfalls fallen noch weitere Kosten für die Verlegung der Rohre an. Der genaue Preis hängt natürlich von der Größe, der Einbaulage sowie dem Hersteller ab und kann an dieser Stelle nicht pauschal angegeben werden. Dafür gehört ihnen der Tank und sie können jederzeit den Gasanbieter wechseln. Günstiger ist das Mieten einer Tankanlage. In diesem Fall ist der Vermieter oft gleichzeitig Gasanbieter und kann den Preis selbst bestimmen. Der Vorteil hier: Hausbesitzer müssen sich nicht selbst um die Einhaltung der regelmäßigen Prüfpflichten kümmern. Die dafür anfallenden Kosten sind Bestandteil der Miete. 

Fördermittel reduzieren die Anschaffungskosten

Arbeitet die neue Flüssiggasheizung mit regenerativen Energien zusammen, bekommen Sie je nach Ausführung und Fördermodell zwischen 20 und 45 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Auch eine Finanzierung mit hohen Tilgungszuschüssen ist möglich. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Förderung einer Flüssiggasheizung. Geht es um die Kostenkalkulation und Förderoptionen, ist übrigens auch Ihr Heizungsinstallateur ein zuverlässiger Ansprechpartner. Unter Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten findet er zusammen mit Ihnen die passende Lösung. 

Voraussetzungen für eine Flüssiggasheizung

Ein Gastank ist für eine Flüssiggasheizung unabdingbar.
© Peter38 / Fotolia

Um eine Flüssiggasheizung nutzen zu können, müssen Hausbesitzer einen Gastank kaufen oder mieten. Da das Flüssiggas mit der Luft ein explosives Gemisch bildet, muss ein solcher Tank strenge Sicherheitsvorgaben erfüllen. So müssen die Tanks immer ausreichend belüftet sein, was auch für die Schutzzone gilt, in der sich die Tanks befinden. Zündquellen und brennbare Stoffe sind von dieser Schutzzone fernzuhalten. Wird ein Tank in einem geschlossenen Raum gelagert, muss dieser erstens feuerbeständig und zweitens von außen zugänglich sein. Außerdem dürfen Aufstellräume von Flüssiggastanks nicht unter der Erdgleiche liegen. 

Anders als Heizöl (ebenfalls nicht leitungsgebunden) stellt Flüssiggas keine Gefahr für die Umwelt dar. Der Rohstoff lässt sich daher nahezu überall einsetzen. Selbst dann, wenn es sich um ein Hochwasser- oder ein Wasserschutzgebiet handelt. Bei weiterführenden Fragen zu den Voraussetzungen oder dem optimalen Standort für den Flüssiggastank empfehlen wir Ihnen, einen Installateur vor Ort zu kontaktieren. 

Vor- und Nachteile gegenüber einer Erdgasheizung

Flüssiggasheizung und Erdgasheizung unterscheiden sich lediglich in ihrem Brennstoff. Dieser Unterschied bringt jedoch gewisse Vor- und Nachteile mit sich. Welche das sind, zeigt unser Vergleich der beiden Heizsysteme: 

Vorteile der Flüssiggasheizung 

  • Betrieb auch dann möglich, wenn kein Anschluss an das Gasnetz vorhanden ist
  • Flüssiggas hat einen deutlich höheren Energiegehalt als Erdgas
  • Es fällt als Nebenprodukt bei der Erdölgewinnung an 
  • Flüssiggas ist komplett regenerativ herstellbar 
  • Flüssiggastank lässt sich vielseitig aufstellen
  • Flüssiggas verbrennt sehr sauber 
Nachteile einer Flüssiggasheizung
  • Der Tank benötigt ausreichend Platz
  • Flüssiggastank verursacht zusätzliche Kosten
  • Regelmäßige Sicherheitsüberprüfung durch Fachpersonal oder zuständige Behörden

Hinzu kommt die Tatsache, dass oberirdische Anlagen oft als störend empfunden werden. Indem Sie den Gastank verkleiden, fällt dieser allerdings kaum noch auf.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
In ländlichen Gegenden ist ein Anschluss an das Gasnetz nicht immer möglich. Wollen Hausbesitzer ihre Räume dennoch mit Gas heizen, können Sie zu einer Flüssiggasheizung greifen. Diese bietet dieselben Vorteile wie eine konventionelle Erdgasheizung. Anstelle des Gasanschlusses müssen Sie hier lediglich einen Gastank aufstellen lassen.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

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