Flüssiggasheizung: Förderung mit bis zu 45 Prozent

Seit Januar 2021 bekommen Sie auch für die Flüssiggasheizung eine Förderung in Höhe von 20 bis zu 45 Prozent. Voraussetzung ist, dass Sie die Heizung mit einer Solarthermie-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage kombinieren. Wir informieren über Zuschüsse sowie steuerliche Vergünstigungen und zeigen, wie Sie die hohe Förderung für Flüssiggasheizungen bekommen.  

Flüssiggasheizung: Förderung mit BAFA-Zuschüssen und KfW-Darlehen

Entscheiden Sie sich für die Installation einer neuen Flüssiggasheizung, erhalten Sie eine attraktive Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Zur Verfügung stehen Zuschüsse in Höhe von 20 bis 45 Prozent beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie Darlehen mit Tilgungszuschüssen in gleicher Höhe bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die folgende Übersicht zeigt, welche Anforderungen dabei grundsätzlich zu erfüllen sind.

  • Renewable Ready“-Flüssiggasheizung: 20 Prozent Zuschuss oder Tilgungszuschuss – Einbau einer Gasbrennwertheizung. Die Anlage muss für den Einsatz regenerativer Energien vorbereitet sein und über einen Wärmespeicher sowie eine hybridfähige Regelung verfügen. Das regenerative Heizsystem müssen Sie spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Flüssiggasheizung nachgerüstet haben.
  • Brennwert-Hybridheizung für Flüssiggas: 30 Prozent Zuschuss oder Tilgungszuschuss – Einbau einer neuen Flüssiggasheizung. Die Anlage muss auf Brennwerttechnik basieren und mit erneuerbaren Energien kombiniert werden. Infrage kommen eine Solarthermieanlage, ein wasserführender Pelletofen, ein Biomassekessel (Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel oder Kombination) sowie eine Wärmepumpe. Die regenerative Energietechnik darf nicht weniger als 25 Prozent der Gebäudeheizlast abdecken.
  • Austausch einer Ölheizung durch eine Brennwert-Hybridheizung: 40 Prozent Zuschuss oder Tilgungszuschuss – Ersetzen Sie eine bestehende Ölheizung durch eine Brennwert-Hybridheizung für Flüssiggas, bekommen Sie einen Zuschuss von bis zu 40 Prozent. Obacht, für eine "Renewable Ready"-Flüssiggasheizung gilt dies nicht.

Weitere fünf Prozent sind dann möglich, wenn die Umsetzung der Heizungsmodernisierung im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) erfolgt. Außerdem gibt es die attraktive Förderung für Flüssiggasheizungen nur bei einer Sanierung im Gebäudebestand.

Maximale Förderhöhe und anrechenbare Kosten

Die anrechenbaren Kosten der Zuschuss-Förderung für Flüssiggasheizungen sind pro Wohneinheit auf 60.000 Euro begrenzt. In Nichtwohngebäuden können Sie sogar bis zu 15 Millionen Euro pro Objekt anrechnen. Bei der Förderung der KfW gelten die gleichen Kreditobergrenzen für das Programm 262 (BEG WG) und das Programm 263 (BEG NWG).  

Neben den Ausgaben für die neue Flüssiggashybridheizung können Sie die Kosten vieler Umfeldmaßnahmen anrechnen. Beispiele dafür sind Demontage- und Entsorgungskosten der alten Heizung. Aber auch für den Gashausanschluss und den neuen Flüssiggastank bekommen Sie mit der Flüssiggasheizung eine hohe Förderung.

Förderung einer Flüssiggasheizung optimal beantragen 

Energieberater nicht zwingend erforderlich

Für die Beantragung der Förderung einer Flüssiggasheizung ist die Einbindung eines Energie-Effizienz-Experten nicht zwingend erforderlich. Wird die Heizungsmodernisierung mit anderen Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle oder an weiterer Anlagentechnik (außer Heizung) kombiniert, kann hingegen nicht auf den Experten verzichtet werden.  

Für die Antragstellung einer Förderung gibt es den richtigen Zeitpunkt – nämlich vor Durchführung der Maßnahmen. Wichtig zu beachten: Als Vorhabensbeginn gilt das Unterzeichnen eines entsprechenden Vertrags mit dem Fachbetrieb (Leistungs- oder Liefervertragsschluss). Optimalerweise warten Sie mit der Umsetzung der Maßnahmen, bis Sie einen Zuwendungsbescheid erhalten. Möchten Sie vorher bereits beginnen, erfolgt dies auf eigenes finanzielles Risiko.

Die Antragstellung beim BAFA erfolgt ausschließlich in elektronischer Form über das Zuschussportal. KfW-Kredite werden direkt über die Hausbank beantragt. Diese leitet alle Unterlagen an die Kreditanstalt weiter. Sind alle Arbeiten abgeschlossen, bestätigen Handwerksbetriebe oder beteiligte Energie-Effizienz-Experten die fachgerechte Ausführung. Diese Bestätigung reichen Sie zusammen mit den Rechnungen ein. Erst im Anschluss daran erfolgt die Auszahlung der Förderung. Im Fall eines Darlehens schreibt der Finanzierungspartner den Tilgungszuschuss gut. 

Hinweis: Der Ergänzungskredit über das KfW-Programm 167 kann seit dem 01.07.2021 nicht mehr beantragt werden. 

Steuerbonus zur Förderung der Flüssiggasheizung

Haben Sie den richtigen Zeitpunkt verpasst, können Sie für die Flüssiggasheizung keine Förderung mehr beantragen. Eine interessante Alternative ist dann der neue Steuerbonus für die Sanierung. Mit diesem können Sie 20 Prozent der Sanierungskosten über drei Jahre von der Einkommensteuer absetzen. Die steuerliche Förderung ist auf 40.000 Euro begrenzt, wobei sich auch die Kosten vieler Sanierungsarbeiten am Haus anrechnen lassen. Möchten Sie für den Einbau einer Flüssiggasheizung diese Art der Förderung beantragen, funktioniert das nach Abschluss aller Arbeiten über die jährliche Einkommensteuererklärung. Wichtig: Förderbar sind auch hier nur Renewable-Ready- und Hybrid-Flüssiggasheizungen.

Sie fragen sich, wieviel Flüssiggas kostet? Lesen Sie unseren Artikel zum Thema Flüssiggaspreise: Vergleich spart Kosten.

Flüssiggasheizung - Förderung für Tank und Heizungstausch
Auch für den neuen Tank und den Gasanschluss gibt es die Förderung der Flüssiggasheizung // © thomasknospe – stock.adobe.com 

Lohnkosten der Handwerker von der Steuer absetzen

Für die neue Flüssiggasheizung bekommen Sie aber auch ohne regenerative Energien eine Förderung. Möglich ist das jedoch nur über den Steuerbonus für Handwerkerleistungen. Mit diesem können Sie 20 Prozent der Lohnkosten von Handwerkern steuerlich geltend machen. Pro Jahr ist der Betrag auf eine Summe von 1.200 Euro gedeckelt. Wie Sie von der Förderung für die Flüssiggasheizung profitieren, erklären wir im Beitrag Handwerkerkosten absetzen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Flüssiggasheizung ist die optimale Alternative zur alten Ölheizung, wenn ein Erdgasanschluss nicht möglich oder schlichtweg zu teuer ist. Der Brennstoff lässt sich überall einsetzen und später sogar durch Erdgas ersetzen. Interessieren Sie sich für eine Flüssiggasheizung, gibt es eine Förderung vom BAFA oder der KfW. Alternativ ist seit Januar 2020 auch ein neuer Steuerbonus verfügbar. Über diesen bekommen Sie eine steuerliche Förderung in Höhe von 20 Prozent der anfallenden Kosten.
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