Flüssiggasheizung: Förderung mit bis zu 40 Prozent

Seit Januar 2020 bekommen Sie auch für die Flüssiggasheizung eine Förderung in Höhe von 20 bis zu 40 Prozent. Voraussetzung ist, dass Sie die Heizung mit einer Solarthermie-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage kombinieren. Wir informieren über BAFA-Zuschüsse sowie steuerliche Vergünstigungen und zeigen, wie Sie die hohe Förderung für Flüssiggasheizungen bekommen.  

Flüssiggasheizung: Förderung mit BAFA-Zuschüssen

Entscheiden Sie sich 2020 für die Installation einer neuen Flüssiggasheizung, erhalten Sie eine attraktive Förderung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Zur Verfügung stehen dabei Zuschüsse in Höhe von 20 bis 40 Prozent. Die folgende Übersicht zeigt, welche Anforderungen dabei grundsätzlich zu erfüllen sind.

  • Renewable Ready“ Flüssiggasheizung: 20 Prozent Zuschuss - Einbau einer Gasbrennwertheizung. Die Anlage muss für den Einsatz regenerativer Energien vorbereitet sein und über einen Wärmespeicher sowie eine hybridfähige Regelung verfügen. Das regenerative Heizsystem müssen Sie spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Flüssiggasheizung nachgerüstet haben.
  • Brennwert-Hybridheizung für Flüssiggas: 30 Prozent Zuschuss - Einbau einer neuen Flüssiggasheizung. Die Anlage muss auf Brennwerttechnik basieren und mit erneuerbaren Energien kombiniert werden. Infrage kommt eine Solarthermieanlage, ein wasserführender Pelletofen, ein Biomassekessel (Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel oder Kombination) sowie eine Wärmepumpe. Die regenerative Energietechnik darf nicht weniger als 25 Prozent der Gebäudeheizlast abdecken.
  • Austausch einer Ölheizung durch eine Brennwert-Hybridheizung: 40 Prozent Zuschuss - Ersetzen Sie eine bestehende Ölheizung durch eine Brennwert-Hybridheizung für Flüssiggas, bekommen Sie einen Zuschuss von 40 Prozent.

Die attraktive Förderung für Flüssiggasheizungen gibt es allerdings nur bei einer Sanierung im Gebäudebestand. Die bestehende Heizung muss dabei mindestens zwei Jahre alt sein. Die Austauschpflicht der Energieeinsparverordnung darf allerdings noch nicht gelten. Wann das der Fall ist, erfahren Sie im Beitrag Heizkessel nach 30 Jahren tauschen.

Maximale Förderhöhe und anrechenbare Kosten

Die anrechenbaren Kosten der BAFA-Förderung für Flüssiggasheizungen sind pro Wohneinheit auf 50.000 Euro begrenzt. In Nichtwohngebäuden können Sie sogar bis zu 3.500.000 Euro pro Objekt anrechnen. Die Zuschusshöhe liegt damit insgesamt bei maximal:

  • 20.000 Euro pro Wohneinheit in Wohngebäuden
  • 1,4 Millionen Euro pro Nichtwohngebäude

Neben den Ausgaben für die neue Flüssiggashybridheizung können Sie die Kosten vieler Umfeldmaßnahmen anrechnen. Beispiele dafür sind Demontage- und Entsorgungskosten der alten Heizung. Aber auch für den Gashausanschluss und den neuen Flüssiggastank bekommen Sie mit der Flüssiggasheizung eine hohe Förderung.

BAFA-Förderung der Flüssiggasheizung beantragen 

Um die Zuschüsse beantragen zu können, müssen Sie sich einen Kostenvoranschlag erstellen lassen. Liegt dieser vor, können Sie die Antragsformulare einfach online auf der Webseite des BAFAs ausfüllen und absenden. Haben Sie eine Bestätigung erhalten, können Sie die Fachhandwerker beauftragen und die geplante Maßnahme umsetzen lassen. Sind alle Arbeiten abgeschlossen, bestätigen Handwerksbetriebe die fachgerechte Ausführung. Diese Bestätigung reichen Sie zusammen mit den Rechnungen beim BAFA ein, bevor dieses die Förderung letztlich auszahlt.

Die Infografik zeigt, wie man BAFA Fördermittel beantragt
© heizung.de

Übrigens: Mit der Auftragsvergabe müssen Sie nicht auf die Bewilligung vom BAFA warten. Auf eigenes Risiko kann diese direkt nach der Registrierung im BAFA-Portal erfolgen. Abrufbar sind die Mittel jedoch erst, wenn das Amt ihre Unterlagen geprüft und die Förderung für die Flüssiggasheizung reserviert hat.

Ergänzungskredit: Flüssiggasheizungs-Förderung von der KfW 

Ergänzend zur Förderung der Flüssiggasheizung vom BAFA können Sie ein günstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Der Kredit ist über das KfW-Programm 167 erhältlich und vorhanden, um offene Finanzierungslücken zu schließen. Wichtig ist, dass die Beantragung vor Beginn der Maßnahme über Ihre Hausbank erfolgt. Die Einhaltung der BAFA-Kriterien ist dabei Voraussetzung.

Steuerbonus zur Förderung der Flüssiggasheizung

Haben Sie den richtigen Zeitpunkt verpasst, können Sie für die Flüssiggasheizung keine Förderung mehr vom BAFA beantragen. Eine interessante Alternative ist dann der neue Steuerbonus für die Sanierung. Mit diesem können Sie 20 Prozent der Sanierungskosten über drei Jahre von der Einkommensteuer absetzen. Die steuerliche Förderung ist auf 40.000 Euro begrenzt, wobei sich auch die Kosten vieler Sanierungsarbeiten am Haus anrechnen lassen. Möchten Sie für den Einbau einer Flüssiggasheizung diese Art der Förderung beantragen, funktioniert das nach Abschluss aller Arbeiten über die jährliche Einkommensteuererklärung. Wichtig: Förderbar sind auch hier nur Renewable-Ready- und Hybrid-Flüssiggasheizungen.

Sie fragen sich, wieviel Flüssiggas kostet? Lesen Sie unseren Artikel zum Thema Flüssiggaspreise: Vergleich spart Kosten.

Flüssiggasheizung - Förderung für Tank und Heizungstausch
Auch für den neuen Tank und den Gasanschluss gibt es die Förderung der Flüssiggasheizung // © thomasknospe – stock.adobe.com 

Lohnkosten der Handwerker von der Steuer absetzen

Für die neue Flüssiggasheizung bekommen Sie aber auch ohne regenerative Energien eine Förderung. Möglich ist das jedoch nur über den Steuerbonus für Handwerkerleistungen. Mit diesem können Sie 20 Prozent der Lohnkosten von Handwerkern steuerlich geltend machen. Pro Jahr ist der Betrag auf eine Summe von 1.200 Euro gedeckelt. Wie Sie von der Förderung für die Flüssiggasheizung profitieren, erklären wir im Beitrag Handwerkerkosten absetzen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Flüssiggasheizung ist die optimale Alternative zur alten Ölheizung, wenn ein Erdgasanschluss nicht möglich oder schlichtweg zu teuer ist. Der Brennstoff lässt sich überall einsetzen und später sogar durch Erdgas ersetzen. Interessieren Sie sich für eine Flüssiggasheizung, gibt es eine Förderung vom BAFA in Höhe von 20 bis zu 40 Prozent. Alternativ ist seit Januar 2020 auch ein neuer Steuerbonus verfügbar. Über diesen bekommen Sie eine steuerliche Förderung in Höhe von 20 Prozent der anfallenden Kosten.
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