Einfach effizient: Die Gasheizung mit Solar

Kombinieren Sie eine Gasheizung mit Solar, heizen Sie effizient, umweltfreundlich und komfortabel. Denn während die Solarthermie kostenfrei für warmes Trink- oder Heizungswasser sorgt, liefert die Gastherme Sicherheit. Sie springt an, wenn die Umweltwärme knapp wird, und arbeitet dabei fast ohne Verluste. Wie die Technik funktioniert, was sie kostet und welche Vor- und Nachteile sie hat, erfahren Sie in dem folgenden Beitrag. 

Funktion und Aufbau der Gasheizung mit Solar

Warme Räume und heißes Wasser ohne Brennstoffkosten: Das sind die Vorzüge der Solarthermie, welche die kostenfreie Energie der Sonne für die Heizung nutzbar macht. Zusammen mit der zuverlässigen Gasheizung verschmilzt sie zu einer effizienten Hybridheizung, die sich für viele Häuser eignet. 

Solarthermie nutzt kostenfreie Sonnenwärme  

Die Kollektoren der Solaranlage wandeln die auf dem Dach auftreffende Solarstrahlung in nutzbare Wärme um. Dabei erhitzen sie eine zirkulierende Solarflüssigkeit, welche die Energie anschließend zur Heizungsanlage im Haus transportiert.

Wer eine Gasheizung mit Solar installiert, kann die kostenfreie Umweltwärme dabei für das Trinkwasser oder die Heizungsanlage nutzen. Während die Solaranlage zur Warmwasserbereitung mit vergleichsweise kleinen Kollektorflächen auskommt, benötigt die Solar-Heizung mehr Platz auf dem Dach.

Geht es um die Kollektoren, können Hausbesitzer zwischen Standard-Flachkollektoren und hocheffizienten Vakuumröhrenkollektoren wählen. Beide funktionieren dabei am besten, wenn sie auf einem unverschatteten Süddach mit einer Neigung von etwa 30 Prozent installiert werden. Aber auch eine Ost- oder West-Orientierung liefert in der Regel noch mehr als 75 Prozent der maximal möglichen Leistung.

Die Gas-Brennwertheizung sorgt für Sicherheit  

Scheint die Sonne einmal nicht, springt sofort die effiziente Gasbrennwertheizung an. Sie deckt den Wärmebedarf im Haus und arbeitet dabei mit einem Wirkungsgrad von fast 100 Prozent. Möglich ist das, da die Anlage die Abgase so weit herunterkühlt, bis der darin befindliche Wasserdampf kondensiert. Dieser setzt verborgene Wärme frei, die bei konventionellen Anlagen einfach über den Schornstein verschwindet. Die sogenannte latente Wärme entlastet den Kessel und sorgt für spürbar sinkende Heizkosten.

Speicher für bedarfsgerechte Wärmeversorgung  

Möchten Hausbesitzer eine Gasheizung mit Solar installieren, kommen sie um einen Wärmespeicher nicht herum. Denn dieser nimmt die thermische Energie der Sonne auf und gibt sie erst bei Bedarf im Haus wieder ab. Soll die Solaranlage nur das Trinkwasser erwärmen, sind die gedämmten Behälter dabei mit frischem Trinkwasser gefüllt. Versorgt die Anlage hingegen auch die Heizung, befindet sich Heizungswasser im Pufferspeicher.

Gasheizung mit Solar für Warmwasser auf dem Dach
© reimax16 / Fotolia

Kosten und Fördermittel für die Gasheizung mit Solar  

Eine moderne Gasheizung kostet etwa 5.000 bis 8.000 Euro. Entscheiden sich Hausbesitzer für eine Warmwasser-Solaranlage, kommen noch einmal 3.000 bis 5.000 Euro hinzu. Soll es stattdessen eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung sein, steigt die Summe um 8.000 bis 12.000 Euro. Noch einmal 1.000 bis 2.500 Euro extra zahlen Verbraucher, die weder einen Gasanschluss noch einen Gastank haben. Eine neue Gasheizung mit Solar kostet damit je nach Größe zwischen 8.000 und 20.500 Euro. Eine genaue Aussage bekommen Sie von einem Installateur. Dieser nimmt die Gegebenheiten vor Ort genau unter die Lupe und erstellt Ihnen ein individuelles Angebot. Über unser Verzeichnis können Sie schnell und einfach einen Installateur in Ihrer Nähe finden. 

Tipp: Wer Kosten sparen möchte, sollte die Angebote mehrerer Experten vergleichen und das günstigste wählen. Neben dem Preis sollten Hausbesitzer dabei auch auf Referenzen und Empfehlungen achten.

BAFA-Förderung für die Gas-Brennwertheizung  

Interessieren sich Besitzer eines bestehenden Gebäudes für die Gasheizung mit Solar, bekommen sie die Brennwertheizung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst. Eine solche Gas-Hybridheizung wird mit bis zu 30 Prozent gefördert und muss folgende Voraussetzungen erfüllen: 

  • die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETAs) muss mindestens 92 Prozent erreichen
  • eine hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik muss installiert oder vorhanden sein
  • der regenerative Wärmeerzeuger muss mind. 25 Prozent der Heizlast des versorgten Gebäudes bedienen
  • der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage muss durchgeführt werden

Ersetzen Sie eine mindestens zwei Jahre alte Ölheizung durch eine Gasheizung mit Solar, erhöht sich der Fördersatz um zehn Prozentpunkte. Weitere fünf Prozent können zu den förderfähigen Kosten addiert werden, wenn die Maßnahmen im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) umgesetzt wird. 

Tipp: Fördermittel gibt es auch, wenn Sie sich für eine Gas-Brennwertheizung entscheiden, die auf die Kombination mit einer Solaranlage vorbereitet ist ("Renewable Ready"). Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent der förderfähigen Kosten sowie den iSFP-Bonus erhalten Sie allerdings nur, wenn diese innerhalb von zwei Jahren nach Inbetriebnahme nachgerüstet wird. 

Finanzierung über die KfW

Seit Juli 2021 ist auch die Finanzierung in Form eines Kredits mit Tilgungszuschuss über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) möglich. Die neue Gasheizung in Kombination mit einer Solaranlage beziehungsweise die "Renewable Ready"-Gasheizung kann dann als einzelne energetische Sanierungsmaßnahme in bestehenden Immobilien umgesetzt werden. Der Tilgungszuschuss wird im gleichen Umfang wie die Zuschussförderung über das BAFA verrechnet.

Mittel in Form von Krediten und Zuschüssen stehen übrigens auch dann zur Verfügung, wenn die Kombination aus Gasheizung und Solar dazu beiträgt, einen Effizienzhaus-Standard zu erreichen. Das gilt für Komplettsanierungen im Bestand sowie für den Bau und den Kauf eines Effizienzhauses.

In jedem Falle gilt: Die Fördermittel von KfW und BAFA müssen noch vor Umsetzung der Maßnahmen beantragt werden. Was bei der Antragstellung außerdem zu beachten ist, erfahren Sie in unserem Beitrag über die Förderung der Hybridheizung. Ein zuverlässiger Ansprechpartner für alle Förderfragen ist zudem Ihr Installateur.  

Vor- und Nachteile der innovativen Hybridheizung

Die Gasheizung mit Solar ist platzsparend und zuverlässig. Sie nutzt zu einem großen Teil kostenfreie Energie aus der Umwelt und entlastet den Verbrauch fossiler Rohstoffe. Sie ist darüber hinaus vergleichsweise günstig und in vielen neuen und alten Häusern einsetzbar. Nachteilig ist jedoch, dass die Anlagen noch immer fossile Rohstoffe verbrauchen und in der Regel auch von diesen abhängig sind. Darüber hinaus muss auch ein Gasanschluss oder ein Flüssiggastank vorhanden sein.  

Vorteile der Gasheizung mit SolarNachteile der Gasheizung mit Solar
zuverlässig und umweltfreundlichabhängig von fossilen Rohstoffen
geringe Emissionen Gasanschluss oder Gastank notwendig
Schonung fossiler RohstoffeDach darf nicht verschattet sein
günstig in Anschaffung und Betrieb Orientierung und Ausrichtung müssen passen
in vielen neuen und alten Häusern einsetzbar
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Gasheizung mit Solar verbindet die Vorteile effizienter Brennwertanlagen mit denen umweltfreundlicher Solaranlagen. Die Systeme schonen fossile Rohstoffe und senken die Heizkosten. Sie eignen sich für viele neue und alte Häuser und können für warmes Wasser und/oder warme Räume sorgen. Der Staat beteiligt sich über die BEG an den Kosten, wodurch die Ausgaben spürbar sinken.
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