Durchschnittlicher Gasverbrauch als hilfreicher Richtwert

Ein durchschnittlicher Gasverbrauch kann sich erheblich nach Haushalt und anderen Umständen, wie beispielsweise der eingesetzten Heizung im Haus, unterscheiden. So spielen nicht nur die zu beheizende Fläche und die Personen in dieser Kalkulation eine wichtige Rolle. Welches Wärmegefühl die Bewohner haben und wie oft diese im eigenen Zuhause anwesend sind, gelten ebenfalls als entscheidende Faktoren. Sich am Mittel zu orientieren kann unter anderem hilfreich sein, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Richtwerte für einen durchschnittlichen Gasverbrauch

Die Fläche allein ist eines der wichtigen Kriterien. Üblicherweise spricht man davon, dass in einem Haushalt ungefähr 16 Kubikmeter (160 kWh/a) Gas pro Quadratmeter genutzter Wohnfläche verbraucht werden. Wer Gas lediglich zum Heizen und nicht auch zur Aufbereitung des Warmwassers nutzt, verbraucht durchschnittlich 14 Kubikmeter pro Quadratmeter. Das sollte bei einer Orientierung berücksichtigt werden. Denn natürlich wird auch Energie genutzt, wenn Warmwasser über das Gasheizsystem aufgewärmt wird.

Mietwohnung: 12.000 kWh/a, Reihenhaus: 17.000 kWh/a, Einfamilienhaus: 23.000 kWh/a

Durchschnittlich verbrauchen Einfamilienhäuser mit einer Fläche von etwa 160 Quadratmetern knapp 23.000 kWh/a jährlich. Reihenhäuser mit 120 Quadratmetern Fläche benötigen etwa 17.000 kWh/a pro Jahr. Eine durchschnittliche Mietwohnung mit rund 83 QuadratmeternFläche verbraucht im Jahr etwa 12.000 kWh/a. Diese Richtwerte werden natürlich durch weitere Faktoren beeinflusst. Denn ein durchschnittlicher Gasverbrauch ist auch abhängig von den Bewohnern und vor allem der Dämmung des Objektes.

Den Gaszähler im Auge behalten und den durchschnittlichen Gasverbrauch abschätzen.
© Thomas Hansen / Fotolia

Ein durchschnittlicher Gasverbrauch ist unter anderem abhängig von den Bewohnern

Ältere Objekte, die noch vor 1977 gebaut wurden, verfügen tendenziell über eine schlechtere Dämmung und ein oft ineffizientes Heizsystem. Moderne Häuser ab einem Baujahr von 2002 besitzen hingegen eine sehr gute Dämmung. Je nach Dämmung und Heizungssystemen können die eingangs angegebenen Werte zwischen 30 und 50 Prozent variieren. Möchten Sie Ihren Verbrauch mit dem Durchschnitt vergleichen, müssen Sie also zwangsweise auch über die genutzte Dämmung und Heizung im Objekt informiert sein.

Durchschnittlicher Gasverbrauch in Passivhäusern

Ein durchschnittlicher Gasverbrauch reduziert sich erheblich, wenn in einem Passivhaus gewohnt wird. Bei 160 Quadratmetern Fläche spricht man dann von einem Mittel von 2.400 kWh/a, bei 120 Quadratmetern von einem Mittel von 1.800 kWh/a. Eine klassische Wohnung benötigt in etwa 1.560 kWh/a, wobei Mietwohnungen in Passivhäusern in Deutschland eher seltener sind. Ein durchschnittlicher Gasverbrauch wird natürlich auch durch die Bewohner beeinflusst. Denn jeder Mensch hat eine andere Wärmeempfindung. Einige empfinden im Winter 21 Grad Celsius Raumtemperatur als sehr angenehm. Andere wiederum möchten es lieber kuschelig auf 23 Grad Celsius aufheizen.

Mehrere Faktoren beeinflussen den Verbrauch

Diese Differenz von zwei Grad Celsius kann auf der Rechnung einen erheblichen Unterschied ausmachen. Das Wohnverhalten spielt ebenfalls eine Rolle. Wer im eigenen Haushalt eher aktiv ist, friert nicht so schnell wie jemand, der mehrere Stunden sitzend auf der Couch oder im Homeoffice verbringt. Wird auch Warmwasser über die neue Gasheizung erzeugt, treten weitere Unterscheidungen auf. So spielt dann zum Beispiel noch eine Rolle, wie häufig Sie ein Vollbad nehmen. Wie viele Personen allgemein im Haushalt anwesend sind und wie lange und wie heiß Sie duschen, fallen ebenfalls ins Gewicht.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Ein durchschnittlicher Gasverbrauch sollte immer nur als grobe Orientierung verstanden werden. Denn viele variable Faktoren lassen es nicht zu, dass tatsächlich ein allgemein verlässlicher Wert gebildet werden kann. Ein durchschnittlicher Gasverbrauch lässt sich natürlich auch spezifisch für Sie ermitteln. Das geht am besten, wenn Sie die Gasrechnungen/Verbrauchswerte der letzten vier Jahre nehmen, sie addieren und dann durch vier (für die Jahre) teilen. So erhalten Sie ebenfalls einen Überblick über Ihren Durchschnittsverbrauch im Haushalt.

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