Die sparsame Gasheizung mit Brennwerttechnik 

Die Gasheizung mit Brennwerttechnik ist platzsparend und effizient. Sie verwertet fast die gesamte Energie der eingesetzten Brennstoffe und kommt für viele neue und alte Häuser infrage. Wir erklären, wie die Technik funktioniert, welche Brennstoffe sich eignen und wie der Staat die Gasheizung mit Brennwerttechnik fördert. 

Funktion der Gasheizung mit Brennwerttechnik

Eine Gasheizung mit Brennwerttechnik verbrennt gasförmige Rohstoffe in einem eigens dafür konzipierten Brenner. Während ein Wärmeübertrager die dabei entstehende Wärme nutzt, um das Heizungswasser zu erwärmen, strömen die Abgase über den Schornstein nach außen. Das Besondere an der Brennwerttechnik ist, dass sie auch den heißen Verbrennungsgasen thermische Energie entzieht. So erwärmt sie das Rücklaufwasser und entlastet den Brenner. Dieser muss daraufhin weniger leisten und die Heizkosten sinken. 

Der Brennwerteffekt fordert niedrige Systemtemperaturen

Damit die Gasheizung mit Brennwerttechnik möglichst sparsam arbeitet, muss der enthaltene Wasserdampf in den Abgasen kondensieren. Denn nur so wird die verborgene Wärme frei, die viele alte Anlagen einfach über den Schornstein nach außen blasen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur der Heizung, die sich zum Beispiel mit groß ausgelegten Heizflächen oder einer Flächenheizung erreichen lässt. Bei einer Sanierung hilft ein hydraulischer Abgleich, die Systemtemperaturen ohne Komfortverluste nach unten zu korrigieren. 

Platzsparende Technik zum Einsatz in neuen und alten Gebäuden

Moderne Gasthermen enthalten neben der Feuerungstechnik auch die Reglung und die Armaturen zur Wärmeverteilung im Haus. Sie sind besonders platzsparend und arbeiten in der Regel sehr leise. Ist der Platz im Haus knapp, lässt sich die Gasheizung mit Brennwerttechnik dabei auch in Fluren, Küchen oder kleineren Abstellkammern installieren. Voraussetzungen sind lediglich ein Gasanschluss und eine Anbindung an das Abwassersystem im Haus. Diese ist nötig, um das im Heizgeräte entstehende Kondensat abführen zu können. 

Flamme einer Gasheizung mit Brennwerttechnik
© Dmitry Naumov / Fotolia

Brennstoffe für die modernen Gaskessel

Als Brennstoff für die Gasheizung mit Brennwerttechnik kommt neben fossilem Erdgas auch Flüssig- oder Biogas infrage. Die folgenden Abschnitte zeigen, was die jeweiligen Rohstoffe auszeichnet. 

Fossiles Erdgas versorgt moderne Gaskessel

Erdgas stammt aus jahrhundertealten Quellen, die sich tief unter der Erde befinden. Der Rohstoff besteht zu einem Großteil aus Methan. Je nach dessen Anteil lassen sich die Sorten H- und L-Gas unterscheiden. Das energiereiche H-Gas (high calorific gas) enthält dabei besonders viel Methan. Es wird unter anderem in Norwegen und Dänemark gefördert und ist in weiten Teilen Deutschlands verfügbar. Das energieärmere L-Gas (low calorific gas) aus Deutschland und den Niederlanden gibt es heute nur in nord- und westdeutschen Regionen. Mit der sogenannten Gasumstellung sollen aber auch diese in Zukunft mit H-Gas versorgt werden. 

Flüssiges Gas für Haushalte ohne Gasanschluss

Ist ein Anschluss an die öffentliche Gasversorgung nicht möglich, können Hausbesitzer die Gasheizung mit Brennwerttechnik auch mit Flüssiggas betreiben. Dieses entsteht unter anderem als Nebenprodukt der Erdöl-Förderung und zählt ebenso zur Kategorie der fossilen Rohstoffe. Die Gase bestehen hauptsächlich aus Propan oder Butan und lassen sich bereits unter geringem Druck flüssig lagern. Der benötigte Flüssiggastank steht in der Regel frei im Garten oder befindet sich unter der Erde. 

Biogas für die Gasheizung mit Brennwerttechnik

Während die Erd- und Flüssiggasvorkommen der Erde begrenzt sind, bietet Biogas eine nachhaltige Alternative. Denn dieses entsteht zum Beispiel bei Zersetzungsprozessen in einer Biogasanlage oder aus überschüssigem Wind- und Solarstrom. Vor allem das EE-Gas aus überschüssigem Ökostrom sehen viele Experten dabei als Schlüssel für die Zukunft. Denn es lässt sich in schier unbegrenzten Mengen herstellen und über das vorhandene Gasnetz verteilen. 

Kosten und Förderung der Gasheizung mit Brennwerttechnik

Eine moderne Gasbrennwerttherme ist nicht nur effizient, sondern auch günstig. So gibt es die Technik bei einem Heizungstausch schon für 5.000 bis 6.000 Euro. Ist auch ein neuer Gasanschluss zu legen, steigen die Ausgaben abhängig von den örtlichen Gegebenheiten um 1.000 bis 2.000 Euro. 

Zuschüsse und Darlehen für den Heizungstausch

Da die Gasheizung mit Brennwerttechnik bei einer Sanierung zu einer spürbaren Entlastung der Umwelt führt, fördert auch der Staat die innovative Heiztechnik - zumindest indirekt. So stellt er Hausbesitzern über das BAFA Zuschüsse zur Verfügung, sofern es sich beim geplanten Wärmeerzeuger um eine Gas-Hybridheizung handelt (Stand: Januar 2020). Diese kombiniert eine neue Gasheizung mit einer oder mehreren Technologie-Komponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien (Solar, Biomasse oder Wärmepumpe) über eine gemeinsame Steuer- und Regelungstechnik. Damit die Gasheizung mit Brennwerttechnik gefördert wird, muss sie weitere technische Voraussetzungen erfüllen: 

  • die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz muss mindestens 92 Prozent erreichen
  • eine hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik muss installiert oder vorhanden sein
  • der regenerative Wärmeerzeuger muss mind. 25 Prozent der Heizlast des versorgten Gebäudes abdecken
  • der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, beträgt die Förderung bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Nutzen sie die Möglichkeit der "Renewable Ready" Gasheizung gibt es einen Förderanteil von 20 Prozent. Dabei können Sie den regenerativen Wärmeerzeuger spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Gasheizung nachrüsten (ein Konzept für die Hybridheizung muss vorliegen). Wie der Antragsprozess im Detail funktioniert, erklärt der Beitrag „Förderung für eine Gasheizung“. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Gasheizung mit Brennwerttechnik ist kompakt und effizient. Denn sie nutzt neben der Verbrennungsenergie auch die verborgene Wärme der Abgase. Möglich ist das jedoch nur, wenn die Vor- und Rücklauftemperaturen der Heizung niedrig sind. Während sich viele Hausbesitzer für den Betrieb mit Erdgas entscheiden, stellen Flüssig- und Biogas interessante Alternativen dar.  
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