Die Gastherme: Kosten und Fördermittel 

Die Gastherme ist effizient, platzsparend und komfortabel. Sie versorgt etwa 40 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland mit Wärme und zählt auch bei Heizungssanierungen zur beliebtesten Lösung. Aber wie viel kann eine Gastherme kosten? Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über Anschaffungs-, Heiz- und Wartungskosten der Gasheiztechnik.

Preis der Gastherme: Kosten für Anschaffung und Installation

Egal ob im Neubau oder bei einer Sanierung: Wer eine neue Heizung einbauen möchte, interessiert sich in der Regel zuerst für den Preis. Wie bei vielen anderen Systemen fällt der größte Posten dabei auch bei der Gastherme auf Kosten für die Anschaffung der Technik selbst. Brennwertgeräte gibt es dabei heute für etwa 4.000 bis 5.000 Euro. Übrigens: Wer eine neue Heizung kaufen möchte, erfährt im Gasthermen Test, wie verschiedene Modelle im Vergleich zu einander abgeschnitten haben. 

Junge Frau informiert sich, wie viel eine Gastherme kosten kann?
© peshkova / Fotolia

Ausgaben für das Abwasser- und Abgassystem der Heizung  

Geht es bei der Gastherme um Kosten für die Installation, haben vor allem die Ausgaben für den Abwasser- und Abgasanschluss einen hohen Anteil. Der Abwasseranschluss ist dabei nötig, um das bei der Brennwertnutzung anfallende Kondensat sicher abzuleiten. Dieses entsteht, da die Anlagen die entstehenden Abgase kühlen, um verborgene Energie nutzbar zu machen. Geht es um eine Sanierung, müssen Hausbesitzer darüber hinaus oft auch das Abgassystem erneuern. Denn das entstandene Kondensat kann bei alten Anlagen häufig zu Schäden führen. Die Ausgaben variieren von Haus zu Haus und liegen inklusive Installation der Technik bei 500 bis 2.500 Euro.

Neuer Gasanschluss sorgt für höhere Gasthermen-Kosten

Wer sich für eine neue Gasheizung entscheidet, muss auch Ausgaben für den Gasanschluss oder einen Flüssiggastank einplanen. Diese hängen in der Regel vom voraussichtlichen Bedarf und den regionalen Bedingungen ab. Bei einer neuen Gastherme kosten beide rund 1.500 bis 3.000 Euro. 

Ausgaben für Betrieb und Wartung der Heizung  

Die Betriebskosten einer Gasheizung hängen neben dem Brennstoffpreis vor allem auch vom Energiebedarf des jeweiligen Gebäudes ab. Mit 6,31 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Dezember 2019) und einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden müssen Besitzer einer Gastherme mit Kosten von etwa 1.262 Euro im Jahr rechnen. Unser Tipp: Wer sparen möchte, sollte die Entwicklung der Gaspreise im Auge behalten, die Preise vergleichen und bei Bedarf auch den Anbieter wechseln. Das ist genauso einfach wie ein Wechsel des Stromanbieters und kann die Heizkosten spürbar senken.

Jährliche Wartung für Sicherheit und Effizienz

Sparen können auch Hausbesitzer, die sich für die regelmäßige Gasthermenwartung entscheiden. Denn dabei nimmt ein Installateur die Technik genau unter die Lupe und stellt sie optimal ein. Darüber hinaus kann er Fehler frühzeitig erkennen, zuverlässig beseitigen und störenden Ausfällen im Winter vorbeugen. Bei einer Gastherme liegt der Preis für Wartung und Inspektion bei etwa 50 bis 100 Euro im Jahr.

Sanierung mit Gastherme: Preise sinken durch Fördermittel  

Entscheiden Sie sich heute für eine neue Gas-Brennwertheizung, profitieren Sie von hohen staatlichen Fördermitteln. Diese gibt es in erster Linie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und nur in Kombination mit Wärmeerzeugern auf Basis erneuerbarer Energien, also als Gas-Hybridheizung. Verbinden Sie demnach die Brennwerttechnik mit einer Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasseanlage, können Sie eine Förderung in Höhe von 35 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten beantragen. Mit der sogenannten "Renewable Ready" Gas-Brennwertheizung haben Sie außerdem die Möglichkeit, die Investitionskosten über einen längeren Zeitpunkt zu verteilen. Dabei gilt es, den regenerativen Wärmeerzeuger innerhalb von zwei Jahren nachzurüsten. Für diese Option vergibt das BAFA eine Förderung von bis zu 20 Prozent. 

Übrigens: Tauschen Sie eine alte Ölheizung gegen eine neue Gastherme im hybriden System, gibt es zusätzlich zehn Prozentpunkte zur gewährten Förderung dazu. 

Neben dem BAFA vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Ergänzungskredit nach Programm 167. Dabei darf die Summe aus Kredit und BAFA-Zuschuss die förderfähigen Kosten nicht überschreiten.

Antragszeitraum verpasst: Steuerliche Vergünstigungen nutzen 

Nicht selten verpassen Hausbesitzer den richtigen Zeitpunkt zur Beantragung der Fördermittel. Ist das der Fall, können sie zumindest die Handwerkerkosten steuerlich geltend machen. Auf diese Weise bekommen sie bis zu 1.200 Euro (20 Prozent der Kosten bis 6.000 Euro) über ihre Einkommenssteuererklärung erstattet. Wichtig ist, dass die Ausgaben für Technik und Arbeitsleistung getrennt aus der Rechnung hervorgehen. Mehr dazu finden Sie im Beitrag Handwerkerkosten absetzen

Daneben können sie seit dem 01.01.2020 bis zu 20 Prozent der Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Hierbei gelten die Förderbedingungen des BAFA. Darüber hinaus muss es sich um Wohneigentum handeln, den sie selbst bewohnen. Ihre Einkommenssteuerlast kann sich dann über drei Jahre um bis zu 40.000 Euro reduzieren. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Wie viel Geld kann eine Gastherme kosten? Diese Frage beschäftigt viele Hausbesitzer, die sich für die innovative Technik interessieren. Eine allgemeingültige Antwort ist hier jedoch nicht möglich. Denn die Ausgaben für eine Gastherme setzen sich neben dem Preis für das Gerät selbst auch aus Aufwendungen für Zubehör, Brennstoffanschluss und Installation zusammen. Sanierer profitieren dabei von hohen staatlichen Fördermitteln.
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