Die Gaspreisentwicklung in Deutschland

In Deutschland ist die Gasheizung noch immer sehr geläufig, weshalb die Gaspreisentwicklung Jahr für Jahr im Fokus steht. Durch die Zusammensetzung des finalen Preises aus verschiedenen Faktoren kann der Gaspreis mitunter starken Schwankungen unterliegen. Auch die erhobenen Steuern spielen in Deutschland eine große Rolle.

So setzt sich der Gaspreis zusammen

Bevor die Gaspreisentwicklung näher betrachtet wird, gilt es zu verstehen, wie sich der Verbraucherpreis überhaupt zusammensetzt. Anders als häufig angenommen, entscheidet über den Verkaufspreis nicht nur der Wert des eigentlichen Rohstoffes. Ganz im Gegenteil, denn in Deutschland spielen noch zahlreiche weitere Faktoren ein. Diese liegen teilweise komplett außerhalb der Macht der Lieferanten und Verkäufer. Auf Seiten der Lieferanten entstehen "lediglich" 68 Prozent der Kosten. Diese fallen unter anderem in die Kategorien Produktion, Import, Transport, Speicherung und die spätere Verteilung. Dieser fixe Wert verdeutlicht bereits. Lediglich etwas mehr als zwei Drittel des Verbraucherpreises kommt aufgrund der Lieferanten, die den Rohstoff gewinnen und der ausliefernden Anbieter zustande.

Gaszähler - Gaspreisentwicklung

Die anderen 32 Prozent machen in Deutschland die sogenannten "Steuern und Abgaben" aus. So fallen allein 19 Prozent Umsatzsteuer an. Aber auch weitere 13 Prozent für separate Steuern und Abgaben, darunter Konzessions- und Förderabgaben sowie die Erdgassteuer zählen noch dazu. Beim eigentlichen Importpreis handelt es sich um einen volatilen Wert. Dieser kann sich jederzeit verändern. Daher treffen Verbraucher Ausschläge nach oben quasi doppelt so stark, da zugleich der prozentual erhobene Anteil der Steuern ausschlägt, wenn dieser berechnet und in Geldbeträge umgewandelt wird. Gleiches gilt jedoch auch für Reduzierungen der Rohstoffpreise. Die Gaspreisentwicklung ist daher von Schwankungen keinesfalls befreit. Anders als bei Rohstoffen wie dem Heizöl fallen die Schwankungen aber nicht ganz so stark aus.

Historie der Gaspreisentwicklung in Deutschland

In den letzten zehn Jahren lässt sich ein eindeutiger Trend bei der Gaspreisentwicklung feststellen. So sind die Preise im Verlauf der Jahre 2006 bis 2016 kontinuierlich angestiegen. Die Schwankungen hingegen fanden zwar statt, hielten sich aber in einem überschaubaren Rahmen. Dadurch bekamen die meisten Privatverbraucher diese nur minimal zu spüren. Lediglich beim Jahreswechsel 2008/2009 gab es kurzfristig einen erhöhten Ausschlag. Dieser korrigierte sich später aber selbst wieder. Ansonsten sind die Preise ähnlich angestiegen, wie es die Inflationsrate in Deutschland erlaubt. Von ehemals rund 6 Cent pro bezogener kWh im Jahr 2006 stieg der Preis auf rund 7 Cent pro kWh im Jahr 2016.

Gasanbieter wechseln ist möglich

Das Gas wird nicht gesondert geliefert, sondern stattdessen über einen fixen Anschluss und Anbieter bezogen.Daher können weitere regionale Unterschiede in der Gaspreisentwicklung zustande kommen. Weiterhin haben Verbraucher das gleiche Recht wie bei der Wahl des Stromanbieters. Man muss sich also nicht zwingend an den regionalen Grundversorger binden. Man kann stattdessen den für sich selber günstigsten Anbieter wählen. So kann einer steigenden Gaspreisentwicklung aktiv entgegengewirkt werden. Die verschiedenen Preise resultieren unter anderem aus Veränderungen beim Bezugspreis. Aber auch Boni oder einmalige Vergünstigungen, die Gaslieferanten ihren neugewonnenen Verbrauchern ausstellen, beeinflussen diese stark.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Verbraucher können sich gegen eine steigende Gaspreisentwicklung durch einen Wechsel wehren, das ermöglicht das sogenannte "Sonderkündigungsrecht", welches Anbieter ausstellen müssen, wenn die Preiserhöhungen im eigenen Hause und nicht aufgrund von Steuererhöhungen stattfinden. Politische und wirtschaftliche Ereignisse auf globaler Ebene spielen natürlich ebenso eine Rolle und können zu den eingangs erwähnten Schwankungen führen. Diese fallen insgesamt jedoch nur geringfügig aus und können vernachlässigt werden. Zumal das Gas "aus der Leitung" kontinuierlich bezogen und nicht wie das Heizöl einmalig bestellt wird.

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