Etagenheizung: Flexibel und platzsparend

Bei dem Einbau einer neuen Heizung müssen Hausbesitzer viele Entscheidungen treffen. Neben der Wahl des passenden Heizsystems geht es vor allem in Mehrfamilienhäusern oft auch um die Frage, ob es eine Etagenheizung oder eine Zentralheizung sein soll. Letztgenannte kommt mit Abstand am häufigsten vor. Dennoch kann bei einer Modernisierung oder bei einem Neubau die Entscheidung für eine Etagenheizung ausfallen. Erfahren Sie hier, was dafür spricht.We

Besondere Merkmale einer Etagenheizung

Wesentliches Merkmal einer Etagenheizung ist, dass sie dezentrales Heizen ermöglicht. Das heißt, ein Geschoss, einzelne Wohneinheiten oder Abschnitte im Reihenhaus können unabhängig voneinander beheizt beziehungsweise zusätzlich mit Warmwasser versorgt werden. Davon abzugrenzen ist eine Zentralheizung, die ein ganzes Gebäude mit Heizwärme und Warmwasser versorgen kann. Dabei steht der Wärmeerzeuger in der Regel im Keller, bei der Etagenheizung hingegen in den Wohnungen selbst. Damit das in der Praxis funktioniert, muss die Etagenheizung zwei Eigenschaften unbedingt erfüllen: Sie muss einerseits klein sein und andererseits sehr geräuscharm arbeiten. 

In der Regel wird die Etagenheizung mit Gas betrieben. Das ist meist sehr praktisch, da ein Gasanschluss vorhanden ist und keine Brennstoffbevorratung notwendig ist. Eine Alternative zum Erdgas ist die Etagenheizung mit elektrischem Strom.

Übrigens: Der klassische Einsatzort für Etagenheizungen sind Wohn- und Gewerbemischgbebäude. Vor allem bei unterschiedlichen Nutzungen ist es sinnvoll, da die Abrechnung separat erfolgen kann. 

Hand dreht am Thermostatknopf - Etagenheizung
© morissfoto / Fotolia

Etagenheizung als Gastherme oder Gas-Kombitherme

Wird nur Heizwärme benötigt, kommt häufig eine Gastherme zum Einsatz. Dies sind, vereinfacht gesagt, kompakte Heizkessel, die an einer Wand montiert werden und mit allen Heizkörpern in der Wohnung verbunden sind. Soll eine Etagenheizung aber nicht nur Heizwärme bereitstellen, sondern auch Warmwasser, handelt es sich um eine Kombitherme. Öffnen Sie den Wasserhahn, wird Kaltwasser via Durchlaufprinzip zeitnah erwärmt. Das bedeutet, in diesem Falle benötigen Sie einen zusätzlichen Kaltwasser-Anschluss. Normalerweise wird sie deshalb auch dort installiert, wo der Bedarf besonders hoch ist, unter anderem im Badezimmer oder der Küche. 

Einfaches Prinzip der Etagenheizung

Prägnant für die Etagenheizung ist ihre sehr flächensparende Konstruktion. Einzelne Komponenten wie das Ausdehnungsgefäß, die Heizungsregelung und die Heizungspumpe sind geschickt verbaut. Das Heizungswasser selbst fließt über den sogenannten Wärmeübertrager, welcher wiederum durch die Flammen vom Gasbrenner erhitzt wird. Sofern das System mit der modernen Brennwerttechnik arbeitet, ist ein weiterer Wärmeübertrager auf Höhe des Abgasteils integriert. Das Rücklaufwasser durchfließt diesen, um die Abgase abzukühlen, was üblicherweise zu Kondenswasser führt. Das erwärmte Rücklaufwasser erwärmt sich dabei und der Brenner muss weniger leisten. Die Wärme aus den Abgasen kann zusätzlich genutzt werden.

Energieverbrauch einer Etagenheizung

Gerade für Mieter ist es schwierig, den Energieverbrauch richtig einschätzen zu können. Dabei haben in jedem Falle die folgenden drei Faktoren einen maßgeblichen Einfluss auf den Verbrauch:

  • Dämmzustand des Gebäudes
  • Anzahl der Bewohner
  • Alter der Heizung

Großer Vorteil einer Etagenheizung ist es, dass der Mieter den Energieverbrauch selbst in die Hand nehmen kann. Bei den Heizkosten ist kein Umlage- und Verbrauchserfassungssystem erforderlich. Die Kosten viel direkter abgerechnet werden. 

Hier sollten Sie als Mieter aber unbedingt beachten, dass die Heizkosten vom Vormieter nur ein Richtwert sein können. Gerade beim Neueinzug sollten Sie sich deshalb den Energieausweis genau anschauen und auf den jährlichen Wärmebedarf pro Quadratmeter achten. 

Vorteile einer Etagenheizung

Der größte Vorteil liegt klar in ihrer sehr flexiblen Verwendung, vor allem für mehrere Etagen oder einzelne Mieter und den jeweiligen Wohnungen. So können diese jeweils separat mit dem Heizsystem ausgestattet und beheizt werden. Auf diese Weise lässt sich zudem sehr akkurat der anfallende Verbrauch mitsamt den damit verbundenen Kosten ermitteln. Notwendige Verteilerschlüssel der Vermieter fallen vollständig weg. Weiterhin arbeiten Gasetagenheizungen relativ umweltbewusst und dank Brennwerttechnik auch recht effizient. Wie bereits eingangs erwähnt, benötigen diese kaum Platz, sie bestechen eher durch ihre kleinen und kompakten Maße. Ein zusätzlicher Raum ist nicht notwendig. Ein kurzes Abgasrohr ist zudem ausreichend, es muss folglich kein vollständiger Kamin verbaut werden.

Nachteile der Etagenheizung

Wie immer sind Heizsysteme nie völlig von Nachteilen befreit, vielmehr gilt es diese gegenüber den Vorzügen abzuwiegen. Im Gegensatz zur Zentralheizung ist diese Variante wesentlich kostspieliger in der Installation, dem Betrieb und der Wartung. Zudem ist die Aufbereitung von geringeren Mengen Warmwassers wegen des Durchflussprinzips nicht unbedingt effektiv. Weiterhin eignet sich die Etagenheizung selber nicht für die Beheizung größerer Flächen bzw. Gebäude.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die Etagenheizung ist ein Heizsystem, das einzelne Wohnungen oder Bereiche in einem Haus mit Wärme versorgt. Es lässt sich mit Gas oder Strom betreiben und besticht durch seine kompakte Bauart. Nachteilig sind die höheren Ausgaben bei Installation, Wartung und Betrieb.
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