Der typische Gasverbrauch im Einfamilienhaus

Beinahe kontinuierlich steigende Energiepreise wecken in vielen Verbrauchern den Wunsch, sich nach möglichst günstigen Anbietern am Markt umzusehen. Viele von ihnen wollen sich auch aktiv mit dem eigenen Verbrauch und den Heizgewohnheiten befassen. Der Gasverbrauch im Einfamilienhaus wird aktiv durch die Heizgewohnheiten beeinflusst, wobei natürlich noch weitere Variablen eine entscheidende Rolle spielen. Beispielsweise wie oft Sie im eigenen Zuhause sind, wie viele Räume täglich genutzt werden und ob Kinder im Haushalt leben. Im folgenden Artikel erhalten Sie einen umfassenden Überblick über den durchschnittlichen Gasverbrauch im Einfamilienhaus und wie dieser entsprechend dieser Variablen vom reinen Durchschnittswert abweichen kann.

Den Gasverbrauch im Einfamilienhaus ermitteln und analysieren

Die nachfolgend genannten Werte sind immer als ein grober Durchschnitt zu verstehen. Ihren exakten Gasverbrauch im Einfamilienhaus können Sie von der Jahresabrechnung des Lieferanten ablesen. Alternativ können Sie auch einen Gasverbrauch-Rechner nutzen. Elementare Unterschiede bei der Ermittlung des zu erwartenden Verbrauchs treten unter anderem bei der Größe und der Dämmung des Hauses auf. Je besser das Haus gedämmt ist, beispielsweise durch ein späteres Baujahr oder eine nachträgliche Sanierung, desto weniger Kälte tritt in die Innenräume. Folglich muss weniger geheizt werden. Die Größe spielt natürlich immer eine Rolle. Schließlich spiegelt sie indirekt wider, wie viel Innenräume beheizt werden müssen.

Gasverbrauch im Einfamilienhaus am Beispiel

Bei einem Einfamilienhaus mit einer Größe von 160 m² spricht man von einem allgemeinen Durchschnittsverbrauch von rund 23.000 kWh. Dieser Verbrauch kann sich in Neubauten mit guter Dämmung auf bis zu rund 10.000 kWh reduzieren. Auch nachträglich sanierte Häuser verfügen im Schnitt lediglich über einen Verbrauch von circa 16.000 kWh. Altbauten, die nicht entsprechend saniert werden, besitzen hingegen einen höheren Verbrauch von rund 32.000 kWh.

Der Gasverbrauch im Einfamilienhaus kann stark schwanken
© panthermedia.net / Pixinooo

Tendenziell wird in Einfamilienhäusern, wo Kinder leben, immer etwas mehr geheizt. Auch ältere Menschen neigen dazu, häufiger die Heizung aufzudrehen. Im Gegenzug kann sich der Gasverbrauch im Einfamilienhaus etwas reduzieren, wenn sich die Bewohner nicht so oft im eigenen Zuhause aufhalten. Während der Arbeitszeiten oder eines Urlaubs reicht es schon, das Haus auf eine Mindesttemperatur von etwa 15 - 17 Grad Celsius zu beheizen. Für das tägliche Leben im Winter ist das hingegen oft zu kalt. Als optimale Raumtemperatur gilt beispielsweise im Wohnbereich oder im Kinderzimmer ein Richtwert von 20 bis 22 Grad Celsius. Im Schlafzimmer kann es hingegen kühler sein. Hier empfehlen Experten circa 16 Grad Celsius. 

Das Heizverhalten nachträglich überprüfen

Im Gegensatz zu den statischen Variablen, wie beispielsweise der Dämmung und zu beheizenden Fläche, lässt sich das eigene Heizverhalten sehr komfortabel und oft ohne große Mühen verändern. Ein mit Recht immer wieder wiederholtes Mantra lautet: Stoßlüften und Räume nicht unterkühlen lassen. Das gilt im Einfamilienhaus genauso wie im Reihenhaus oder der Mietwohnung. Werden Räume gelüftet, sollten die Fenster für rund zehn Minuten weit geöffnet werden. So kann die Luftfeuchtigkeit aus den Innenräumen entweichen, ohne dass sich diese völlig unterkühlen. Damit tragen Sie auch aktiv dazu bei, dass sich nicht so schnell Schimmel bilden kann. 

Behalten die Möbelstücke und der Fußboden ihre bereits aufgeheizte Temperatur, müssen sich diese nach dem Lüften nicht erneut erwärmen. Kühlt ein Raum völlig ab, muss dieser erst einmal ihre Temperatur anpassen, bevor sich tatsächlich die spürbare Lufttemperatur verändert. Ein bewusstes Heizverhalten sowie die entsprechende Lüftung können beim Gasverbrauch im Einfamilienhaus daher eine entscheidende Rolle spielen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Eine Umstellung der Heizgewohnheiten kann bereits einen großen Unterschied ausmachen, vor allem hinsichtlich der Lüftung. Besonders ist zudem über eine Heizungsmodernisierung nachzudenken, welche auch dazu beitragen kann, den Gasverbrauch im Einfamilienhaus erheblich zu senken. Zuletzt bleibt, unabhängig vom Verbrauch, auch immer ein Wechsel des Gasanbieters eine Option. Dieser kann in Deutschland frei gewählt werden - es ist also kein Bezug über den Grundversorger vorgeschrieben.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 10. September 2018

Welche Aufgabe hat das Abgasrohr einer Gasheizung und welche Anforderungen muss es im Heizbetrieb erfüllen? Wir geben Antworten. Außerdem klären wir über Materialien und Kosten auf. weiterlesen

Vom 30. Juli 2018

Wie wird die Entwicklung der Gaspreise in Zukunft verlaufen? Wir geben einen Überblick über die Schwankungen der Vergangenheit und erklären, welche Faktoren dafür verantwortlich sind. Außerdem wagen wir einen Blick auf den Gaspreis der Zukunft. weiterlesen

Vom 18. Juli 2018

Die Propangaspreise schwanken und sind vor allem im Sommer am niedrigsten. Wir informieren über die aktuellen Werte und die Entwicklung der letzten Jahre. Außerdem geben wir wertvolle Tipps zum Sparen. weiterlesen

Vom 17. Juli 2018

Müssen Hausbesitzer Flüssiggas kaufen, flattert oft eine hohe Rechnung ins Haus. Mit den richtigen Tipps lässt sich diese um bis zu mehrere 100 Euro im Jahr senken. Wir zeigen, wie das funktioniert.  weiterlesen

News article img

Artikelbewertung