Der Brennwert von Gas - kurz & prägnant erklärt

Der Brennwert von Gas ist eine Zustandsgröße, die den Energiegehalt von Erdgas angibt. Er ist nicht mit dem sogenannten Heizwert zu verwechseln. Warum der Brennwert auf Ihrer Gasrechnung angegeben wird und was man unter der Brennwert-Technik versteht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Brennwert oder Heizwert?

Brennwert und Heizwert - diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt. Wichtig zu wissen ist: Verbrennt man Gas, dann entsteht als "Nebenprodukt" auch heißer Wasserdampf. Ein Teil der im Gas enthaltenen Energie steckt somit in diesem Dampf oder Kondensat, das normalerweise als Abwärme an die Umgebung verloren geht. Der Heizwert von Gas gibt nur jene Energiemenge an, die man bei der direkten Verbrennung nutzen kann. Der Brennwert berücksichtigt dagegen auch die sogenannte Kondensationswärme. Das heißt, er gibt die Energiemenge an, die bei einer vollständigen Verbrennung und einer anschließenden Rückkühlung des Wasserdampfs gewonnen wird. Der Brennwert ist somit ein Maß für den gesamten Energiegehalt von Erdgas. Angegeben wird der Brennwert ebenso wie der Heizwert in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m3).

Der Brennwert von Gas wird meist auf der Abrechnung mit angegeben
© Björn Wylezich | Fotolia

Wovon der Brennwert von Gas abhängt

Erdgas ist kein chemisch einheitlicher Stoff, sondern ein Gasgemisch. Da es aus natürlichen Quellen stammt, ist seine Zusammensetzung nicht immer gleich. Den Hauptanteil bildet mit 80 bis 98 Prozent das Methangas. Daneben enthält Erdgas auch geringere Mengen an Propan und Butan. Aber auch Kohlendioxid und Stickstoff können natürlicherweise im Erdgas vorkommen. Diese sogenannten Inertgase haben einen vergleichsweise geringen Brennwert. Je nach genauer Herkunft und Förderquelle unterscheidet sich nun die Zusammensetzung - und damit auch der Brennwert von Gas. Grob vereinfacht, gibt es in Deutschland zwei Gassorten:

  • Das sogenannte L-Gas (Low Caloric Gas) hat einen Brennwert zwischen 8 und 10 kWh/m3. Es stammt aus Norddeutschland und den Niederlanden, genutzt wird es vorwiegend in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen.
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  • H-Gas (High Caloric Gas) besitzt einen höheren Brennwert zwischen 10 und 12 kWh/m3. Dieses Gas wird großteils aus den GUS-Staaten importiert.

Warum der Brennwert auf der Gasrechnung steht

Wer als Verbraucher L-Gas bezieht, muss jedoch keine höheren Energiekosten befürchten. Bezahlt wird nämlich nicht das gelieferte Gasvolumen, sondern die Energiemenge. Da die Gaszähler aber das verbrauchte Gasvolumen messen, muss der Gasanbieter bei seiner Abrechnung den Brennwert von Gas berücksichtigen.

Angabe dient besserem Verständnis bei Verbrauchern

Für die korrekte Umrechnung von Kubikmeter auf Kilowattstunden gibt es spezielle Formeln. Neben dem Brennwert spielt hier noch ein weiterer Faktor, die sogenannte Zustandszahl, eine Rolle. Um die Abrechnung für den Verbraucher nachvollziehbar zu machen, sind der Brennwert von Gas und die Zustandszahl üblicherweise auf der Gasrechnung angeführt.

Brennwert-Technik: Gas effizienter nutzen

Der gesamte Brennwert von Gas kann in herkömmlichen Gasheizungen jedoch nicht genutzt werden. Der Grund dafür ist, dass die sogenannte Kondensationswärme an die Umgebung verloren geht. Die moderne Brennwert-Technik schließt diese Lücke. Sogenannte Brennwertkessel bieten die Möglichkeit, die im heißen Wasserdampf enthaltene Energie über einen Wärmetauscher in den Heizkreislauf einzubringen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Der Brennwert von Gas ist ein Maß für den gesamten Energiegehalt und daher für die Abrechnung mit dem Endkunden wichtig. Die Brennwert-Technik erlaubt es, diesen Energiegehalt effizienter zu nutzen.

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