Den Gasverbrauch im Durchschnitt ermitteln

Nach wie vor spielt Erdgas als Energieträger in Deutschland eine große Rolle. Vor allem für die Erzeugung von Heizwärme und die Warmwasserbereitung ist dieser fossile Brennstoff von Bedeutung. Doch wie hoch ist der Gasverbrauch im Durchschnitt in Deutschland? Und wie können Sie den eigenen feststellen? Denn nur wer diesen kennt, kann ihn entsprechend anpassen und reduzieren. Weniger Gas verbrauchen, heißt auch Kosten sparen.

Die Bedeutung des Gasverbrauchs

Der größte Gasverbraucher in Deutschland ist nach wie vor die Industrie, dicht gefolgt von den Haushalten. Es gibt in Deutschland knapp 18,9 Millionen Wohngebäude. Das umfasst sowohl Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser. Davon sind drei Viertel mit einer Zentralheizung ausgerüstet (damit circa 15 Millionen), die überwiegend mit Öl oder Gas arbeiten. Von den über 40 Millionen Wohnungen dient gut in jeder zweiten Wohnung Erdgas als Energieträger. Das verdeutlicht die Bedeutung von Erdgas zur Wärmeerzeugung. Umso entscheidender ist es, den Verbrauch so niedrig wie möglich zu halten. Denn das Gas ist ein endlicher fossiler Brennstoff, der durch Verbrennung thermische Energie freisetzt. Dabei entstehen Schadstoffe wie das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid. Doch um die Nutzung von Erdgas zu senken, sollte der Gasverbrauch im Durchschnitt bekannt sein. Nur so entsteht ein Bewusstsein für die Relationen und die Einsparpotentiale.

Das Bild zeigt einen Gaszähler und Geldstücke, die verdeutlichen den Gasverbrauch im Durchschnitt.
© Gerhard Seybert | Fotolia

Wie hoch ist der Gasverbrauch im Durchschnitt?

2016 belief sich der Gasverbrauch in Deutschland insgesamt auf rund 80,5 Millionen Kubikmeter. Das schließt sowohl die Haushalte als auch die industrielle Nutzung mit ein. Dabei hat ein Haushalt jährlich einen Gasverbrauch im Durchschnitt von circa 22.000 Kilowattstunden. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass sich der Bedarf an Heizwärme und Warmwasser über das Jahr gesehen natürlich nicht gleichmäßig verteilt. So ist der Anteil am Gasverbrauch im Durchschnitt auch in den kalten Monaten, vor allem im Januar (16,1 Prozent) und Dezember (15,5 Prozent), am höchsten. Wohingegen Juli und August gerade einmal mit 1,6 beziehungsweise mit 1,7 Prozent Anteil am Verbrauch aufwarten.

Welche Aspekte sind beim Gasverbrauch im Durchschnitt zu berücksichtigen?

Grundsätzlich ist der Gasverbrauch von zwei Faktoren abhängig: der Wohnfläche und der Gebäudeart sowie dem Baujahr gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV). Aktuell werden in Deutschland je Quadratmeter Wohnfläche durchschnittlich 16 Kubikmeter beziehungsweise 160 Kilowattstunden Gas in einem Jahr genutzt. Die Warmwasserbereitung mit Gas spielt hier nicht mit hinein.

Der Gasverbrauch ist im Durchschnitt natürlich auch vom Zustand des Gebäudes selbst abhängig. In weniger gut sanierten Häuser ist mehr Energie nötig, um eine bestimmte Raumwärme zu erreichen. Des Weiteren gibt es in älteren Bestandsgebäuden häufig auch noch alte Gasheizungen, die ohne moderne Brennwerttechnik Heizwärme erzeugen. Das bedeutet, dass in unsanierten Gebäuden (Baujahr vor 1977) ein Gasverbrauch im Durchschnitt von über 200 Kilowattstunden zu verzeichnen ist. Im Vergleich dazu liegt der Wert für ein Passivhaus bei 15 Kilowattstunden.

Den eigenen Gasverbrauch im Durchschnitt ermitteln

Möchten Sie Ihren eigenen Gasverbrauch berechnen, teilen Sie den Jahresverbrauch aus dem vorherigen Jahr durch die gesamte Wohnfläche in Quadratmetern.
Beispielsweise liegt der Gasverbrauch im Durchschnitt im Jahr bei einem Gesamtverbrauch von 30.000 Kilowattstunden und 200 Quadratmeter bei 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Möchten Anlagenbesitzer noch vor der jährlichen Abrechnung die Kosten für die Heizenergie errechnen, müssen sie den Jahresverbrauch mit dem durchschnittlichen Gaspreis im Jahr multiplizieren.

Liegt der Gasverbrauch im Durchschnitt über 100 Kilowattstunden je Quadratmeter, besteht Handlungsbedarf. In einem Heizungs-Check kann der Experte feststellen, welche Bauteil möglicherweise auszutauschen und welche anderen Modernisierungsmaßnahmen notwendig sind. Des Weiteren sollte ein Heizungsaustausch hin zur Brennwerttechnik in Betracht gezogen werden. Andere Lösungen sind:

  • ein hydraulischer Abgleich
  • der Wechsel des Energieversorgers
  • die Anpassung des eigenen Heizverhaltens
heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Um den Gasverbrauch im Durchschnitt pro Quadratmeter zu ermitteln, benötigen Sie lediglich den letzten Jahresverbrauch und die Gesamtwohnfläche. Sollte dieser Wert zu hoch sein, ist über eine Modernisierung der Anlage nachzudenken. Denn zum Beispiel bereits der Wechsel zu einem Gas-Brennwertkessel kann den Verbrauch um 20 bis 25 Prozent senken. Das schont nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern letztlich auch die Umwelt.

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