Das Wichtigste zur Umstellung auf H-Gas

Geht es um den Brennstoff Erdgas, liefert das deutsche Netz heute noch zwei unterschiedliche Sorten. Diese heißen L- und H-Gas. Sie unterscheiden sich nach ihrem Energieinhalt. Bis zum Jahr 2029 erfolgt die Umstellung auf H-Gas an allen deutschen Anschlüssen. Warum das nötig ist und was Hausbesitzer dabei wissen sollten, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Was unterscheidet L- und H-Gas?

Die Erdgas-Sorten L- und H-Gas unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Herkunft und ihren Energieinhalt. Dabei hat das mit L-Gas bezeichnete low-calorific-gas oder Low-Gas (auf Deutsch: niederkalorisches Gas) einen Methananteil von 79 bis 87 Prozent. Sein Energieinhalt ist dadurch geringer. So beträgt der Heizwert des Gases, das überwiegend aus Deutschland und den Niederlanden stammt, nur 8,2 bis 8,9 Kilowattstunden je Kubikmeter.

H-Gas enthält mehr Energie

Nach der Umstellung auf H-Gas soll ganz Deutschland mit high-calorific-gas oder High-Gas (auf Deutsch: hochkalorisches Gas) versorgt werden. Dieses hat einen Methananteil von 87 bis 99 Prozent und enthält mehr Energie. So liegt der Heizwert des Gases zwischen 10,0 und 11,1 Kilowattstunden je Kubikmeter. Ursprungsländer des H-Gases sind neben den GUS-Staaten auch Norwegen und Dänemark.

Gashahn einer Heizung, die von der Umstellung auf H-Gas betroffen ist

Warum ist die Umstellung auf H-Gas nötig?

Da Deutschland und die Niederlande immer weniger L-Gas fördern, ist die Umstellung auf H-Gas nötig. Denn dieses ersetzt die schwindenden Vorkommen und sorgt neben der hohen Versorgungssicherheit auch für eine steigende Gasqualität. Bei den bereits im Jahre 2015 begonnen Arbeiten genügt es jedoch nicht, allein das Gas in den Leitungen zu ersetzen. So sind die Netze auszubauen und neue Verdichterstationen zu installieren.

Das L-Gas-Gebiet erstreckt sich heute über weite Teile Nord- und Westdeutschlands. Von der Netzumstellung sind dabei rund 4,3 Millionen Haushalte und Betriebe aus den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Hessen betroffen. Wann die jeweiligen Regionen betroffen sind, erfahren Hausbesitzer im jährlich erscheinenden Netzentwicklungsplan Gas (NEP Gas). Darüber hinaus können in der Regel auch die lokalen Gasanbieter die nötigen Auskünfte geben.

Wie funktioniert die Umstellung auf H-Gas?

Die Umstellung auf H-Gas funktioniert in drei Schritten. So erfolgt etwa ein Jahr vor den geplanten Umbauarbeiten eine Bestandsaufnahme aller Gasgeräte in der jeweiligen Region. Dazu untersuchen Mitarbeiter oder Beauftragte des Netzbetreibers die Gasheizung. Sie registrieren alle vorhandenen Geräte und schätzen den Umstellungsaufwand ab.

Im zweiten Schritt lässt der Netzbetreiber alle Gasheizungen, Gasherde und andere Gasgeräte für den Betrieb mit H-Gas umrüsten. Dabei sind zum Beispiel Brennerdüsen zu tauschen und einige Einstellungen anzupassen. Die Arbeit übernimmt ein Handwerksbetrieb, der sich rechtzeitig bei Hausbesitzern anmeldet.

Stichprobenartige Kontrolle erfolgen

Um eine hohe Sicherheit und Qualität gewährleisten zu können, folgt nach der Umstellung auf H-Gas eine stichprobenartige Kontrolle durch den Netzbetreiber. Diese findet in jedem zehnten Haushalt statt und soll die Arbeit der ausführenden Betriebe prüfen. Übrigens: Während bei der Netzumstellung Heizungen, Öfen oder Herde umgerüstet werden, sind bei Gasautos keine Maßnahmen erforderlich.

Lassen sich Gasgeräte nach der Umstellung auf H-Gas nutzen?

Alle vorhandenen Gasgeräte können auch nach der Netzumstellung wie gewohnt weiter verwendet werden. Voraussetzung ist jedoch die Anpassung der Technik durch den Netzbetreiber. Die dafür vorgesehenen Termine lassen sich in der Regel nicht verschieben und sind verpflichtend. Nicht umgerüstete Gasgeräte sollten Hausbesitzer nach der Umstellung auf H-Gas nicht mehr betreiben.

Welche Kosten treffen den Haushalt?

Die Kosten der Netzumstellung werden auf alle Gaskunden umgelegt. Dabei bekommen Haushalte und Unternehmen keine Rechnungen über Ersatzteile oder Arbeitsstunden. Auch im Verbrauch müssen Hausbesitzer nicht mit steigenden Kosten rechnen. Denn High-Gas ist zwar etwas teurer. Durch den höheren Energieinhalt wird aber auch weniger benötigt.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Low- und High-Gas unterscheiden sich vor allem im Energieinhalt. Da das aus Deutschland und den Niederlanden stammende Low-Gas in Zukunft immer weniger gefördert wird, plant der Netzbetreiber die Umstellung auf H-Gas. Diese findet bis zum Jahr 2029 statt und verursacht keine direkten Kosten bei den betroffenen Haushalten.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 19. April 2018

Der Gasofen kommt als Ergänzung in einzelnen Räumen oder als mobiles Gerät im Außenbereich zum Einsatz. Was es laut BImSchV zu berücksichtigen gibt und welche Vor- und Nachteile Gasöfen haben, lesen Sie hier. weiterlesen

Vom 07. April 2018

Die Trockenfermentation ist ein Verfahren zur Herstellung von Biogas. Das Besondere daran: Als Gärsubstrat eignen sich auch verunreinigte Stoffe wie Biomüll. Wir erklären, wie das funktioniert. weiterlesen

Vom 02. April 2018

Durch die Biogasaufbereitung erreicht das biologische Gas eine so hohe Qualität, dass es sich in das öffentliche Versorgungsnetz einspeisen lässt. Wir erklären, wie die Aufbereitung funktioniert.  weiterlesen

Vom 11. März 2018

Wozu braucht eine Gasheizung Wartung? In welchem Intervall sollte diese Arbeit wiederholt werden? Mit welchen Kosten sind zu rechnen? Lesen Sie die Antworten darauf in diesem Beitrag. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung