Biomethan: Eine Gas-Alternative zu fossilen Energieträgern

Erdgas ist als klassischer Energieträger begrenzt verfügbar. Mit Biomethan erhält dieser fossile Energieträger eine Alternative, die zudem klimaneutral arbeitet und schon heute in das Netz eingespeist wird. Bis zur Netzeinspeisung müssen jedoch mehrere Aufbereitungen erfolgen. Anderenfalls verfügt Biogas zwar über einen Anteil von Methan, welcher aber geringfügiger als beim klassischen, fossilen Erdgas ausfällt. Daher ist es unabdingbar, dass eine mehrstufige Aufbereitung erfolgt, um einen entsprechend hohen Brennwert zu erreichen.

Herstellung von Biomethan

Grundsätzlich findet die Herstellung von Biomethan in einer Biogasanlage statt. Bei der Biogasaufbereitung kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Die Druckwasserwäsche zum Beispiel (oder alternativ Druckwechseladsorption, Seloxolwäsche oder Aminwäsche) stellt sicher, dass das Kohlendioxid entfernt wird. Eine Alternative stellt die Hinzuführung von Wasserstoff dar. Dieser wird dabei mithilfe von überschüssiger Energie erzeugt. Bei der Methanisierung muss das Kohlendioxid dann nicht abgeschieden werden, wodurch die eingangs genannten vier Verfahren überflüssig wären. Diese Option wird aktuell aber noch erprobt und hat sich bis dato noch nicht vollständig durchgesetzt. Überhaupt wird sie nur verfolgt, da im Zuge der Abscheidung des Kohlendioxids und der Wäsche Methan freigegeben wird, was ungehindert in die Umwelt übertritt. Das reduziert die Energieeffizienz zwar nur minimal, sorgt aber dafür, dass Biomethan genau genommen nicht als ganz CO2-neutral bezeichnet werden darf, auch wenn es das Endprodukt doch ist.

Biogasanlage im Maisfeld - Biomethan
© animaflora / Fotolia

Die Vorteile von Biomethan

Der primäre Vorteil des Biomethans liegt darin, dass sie zu den erneuerbaren Energieträgern zählt. Verbraucher, die Biomethan über das Netz beziehen, sind folglich nicht an den klassischen fossilen Energieträger, nämlich das Erdgas, gebunden. Gemeinhin wird Biomethan als klimaneutral bezeichnet, weil das fertige Produkt es ist. Wie eben im Absatz der Produktion festgestellt wurde, entstehen bei der Herstellung aktuell aber immer noch CO2-Emissionen. Weil Biomethan noch relativ neu am Markt ist, darf durchaus damit gerechnet werden, dass moderne Verfahren diesen Ausstoß eliminieren könnten, um den regenerativen Energieträger tatsächlich vollständig klimaneutral zu gestalten. 

Einspeisung in das Gasnetz

Mit Hinblick auf die Auslieferung ist vorteilhaft, dass das Biomethan in das gewöhnliche Gasnetz eingespeist werden kann und folglich keine neue Infrastruktur notwendig wird, was wiederum kurz-, mittel- und langfristig die Kosten reduziert. Aufgewertet könnte Biogas zudem als Treibstoff zum Einsatz kommen.

Wie Sie Biomethan beziehen können?

Das fertige Produkt wird ganz gewöhnlich über das Erdgasnetz ausgeliefert. Energieversorger bieten dafür eigenständige Tarife an, die Verbraucher individuell abschließen. Das Vorgehen ähnelt also dem Ökostrom auf dem Strommarkt. Eine Brücke zu diesem entsteht zudem deshalb, weil aus physischer Sicht natürlich nicht wirklich Biomethan ausgeliefert wird, genauso wenig wie tatsächlich Strom aus regenerativen Energiequellen in die heimische Steckdose kommt. Stattdessen erhält man den identischen Energieträger, wie man ihn auch bisher erhalten hat. 

Was sich ändert ist die Verteilmenge, die insgesamt in das Netz gespeist wird. Wo diese dann tatsächlich landet, ist aber willkürlich. Sekundär verpflichten sich Anbieter solcher Tarife zu einer Förderung der Produzenten von Biogas.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Sinnvoll ist der Bezug von Biomethan in Deutschland vor allem in Kombination mit sogenannten Blockheizkraftwerken. Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) garantiert eine höhere Stromvergütung, wenn Biomethan zum Einsatz kommt. Ein Gesetz zur Massenbilanzierung soll in Deutschland sicherstellen, dass tatsächlich nur die Menge an Biogas verkauft wird, welche zuvor tatsächlich produziert wurde. Dadurch ergibt sich eine Pflicht für Versorger und ein Schutz der Verbraucher. Diese können sich bei Abschluss des Tarifs zumindest sicher sein, dass sich "irgendwo" im Erdgasnetz die jeweilige Menge an regenerativem Gas befindet.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 07. Dezember 2018

Gasgebläsebrenner sorgen für eine effiziente, saubere und zuverlässige Verbrennung. Wir erklären, wie das funktioniert, welche Brennerarten sich unterscheiden lassen und welche Brennstoffe zum Einsatz kommen. weiterlesen

Vom 06. Dezember 2018

Die Flüssiggastherme kommt immer dann zum Einsatz, wenn kein Gas aus dem öffentlichen Netz zur Verfügung steht. Wir erklären, wie die Technik funktioniert, was sie kostet und wann sie als Alternative infrage kommt. weiterlesen

Vom 15. November 2018

Der Gasdruckregler hält den Gasdruck in der Hausanlage konstant. Warum das nötig ist, welche Reglerarten sich unterscheiden lassen und wie diese funktionieren, erklären wir im folgenden Beitrag. weiterlesen

Vom 02. November 2018

Die Ionisationselektrode ist ein Bestandteil von Gasbrennern. Über sie kann die Steuerung prüfen, ob eine Flamme vorhanden ist. Wir erklären, wie die Bauteile funktionieren und warum sie wichtig sind. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung