Arten und Merkmale von Gas als Heizstoff

Heizen mit Gas: Gasheizungen sind in Deutschland weit verbreitet und ihr Brennstoff ist damit ein unverzichtbares Gut. Es existieren allerdings verschiedene Arten von Gas, die als brennbarer Heizstoff eingesetzt werden können. Jede geeignete Gasart hat ihre Vor- und Nachteile. Ein nicht unwesentlicher Aspekt sind dabei auch die unterschiedlichen Kosten für Heizgas. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Arten von Heizgas und ihre Merkmale.

Gas als Brennstoff zur Wärmegewinnung

In einem Großteil deutscher Haushalte und Gebäude wird mit Gas geheizt sowie Warmwasser aufbereitet. Heizgas ist ein bedeutender Energielieferant, der über verschiedene Vorteile verfügt. In erster Linie gehört dazu die Tatsache, dass Gas umweltfreundlicher und sauberer ist als fossiles Heizöl oder Kohle. So werden bei der Verbrennung von Gas weniger Kohlenstoffdioxid und andere Luftschadstoffe freigesetzt, als zum Beispiel bei Erdöl. Das Heizgas wird als leitungsgebundener Energieträger in der Regel direkt und komfortabel über Gasleitungen und einen Gasanschluss geliefert.

Gasheizungen erfordern hohe Sicherheitsvorkehrungen 

Anders als bei anderen Heizsystemen, wie z. B. einer Ölheizung, einer Pelletheizung oder einem Kaminofen, wird hier in der Regel für das Brennmaterial kein separater Lagerplatz benötigt. Eine Ausnahme bildet dabei z. B. Flüssiggas. So entfällt bei vielen Gasheizsystemen, vor allem bei Heizanlagen mit Erdgas, auch das rechtzeitige Nachfüllen des Brennstoffes, wie es z. B. bei Öltanks oder Pelletlagern erforderlich ist. Gasheizungsanlagen erfordern allerdings hohe Sicherheitsvorkehrungen und müssen nach bestimmten "technischen Regeln" aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie gesetzlichen Vorschriften installiert werden, da bei Brenngasen eine Explosionsgefahr besteht.

Gasflammen in einer Gas Heizung
© Dmitry Naumov | Fotolia

Arten von Heizgas und ihre Merkmale

Es gibt verschiedene Arten von Heizgas, mit denen Wärme erzeugt werden kann. Dies sind in erster Linie Erdgas, Flüssiggas und Biogas. In Verbindung mit modernen Heizungsanlagen wird heute mittlerweile jeder dieser Brenngase verwendet, allerdings mit unterschiedlich hoher Verbreitung.

Erdgas, das meist genutzte Heizgas

Das meist genutzte Heizgas ist Erdgas. Dabei handelt es sich um einen fossilen Energieträger, der aus dem Erdinneren über Pipelines, ein Versorgungsnetz und Gasleitungen in die Wohnung oder das Haus geliefert wird. Erdgas entsteht ähnlich wie Erdöl unterirdisch in natürlichen Lagerstätten. Dabei zersetzen sich abgestorbene Tier- und Pflanzenreste unter Ausschluss von Sauerstoff bei hohen Temperaturen zu Kohlenwasserstoffen. Erdgas besteht zum größten Teil aus Methan.

Schädliche Stoffe, wie unter anderem Schwefelwasserstoffe, werden entfernt, bevor es als Heizgas Verwendung findet. Erdgas als Heizgas ist ungiftig und verbrennt ohne die Hinterlassenschaft von Ruß oder Staub. Es ist in vielen Teilen von Deutschland verfügbar und hat einen höheren Brennwert als Heizöl, was Erdgas zu einem effizienten Heizstoff macht. Moderne Sicherheits- und Installationstechniken für Erdgasheizungen gewährleisten ein hohes Sicherheitsniveau.

Flüssiggas für den flexiblen Einsatz

Flüssiggas entsteht genau wie Erdgas weit unter der Erde. Denn hier zersetzen sich Plankton- und Algenreste unter dicken Gesteinsschichten. Der Rohstoff besteht überwiegend aus Butan und Propan, die bei der Förderung von Erdöl- und Erdgas sowie bei der Aufbereitung von Heizöl gewonnen werden. Anders als Erdgas lässt sich Flüssiggas bereits bei einem Druck von 8 bis 10 bar in die flüssige Phase überführen. Es ist damit transportabel und besonders gut lagerbar. Vorteile, durch die Flüssiggas auch dann zum Einsatz kommt, wenn ein Gasanschluss nicht möglich und ein Öltank durch hohe Umweltauflagen mit hohen Extrakosten verbunden ist. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Hausbesitzer einen Gastank kaufen oder mieten. 

Biogas sorgt für eine bessere Ökobilanz

Die dritte Variante ist Biogas. Dieses entsteht bei der Vergärung tierischer sowie pflanzlicher Abfallstoffe. Es besteht aus Methan und stammt aus sogenannten Biogasanlagen. Diese können den Rohstoff in einem BHKW direkt verstromen oder aufbereiten und in das Erdgasnetz einspeisen. Biogas verzeichnet eine sehr gute Umweltbilanz, da bei der Verbrennung von diesem Heizgas nur soviel Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird, wie die ursprüngliche Pflanze in ihrem Leben gebunden hat. 

Zum Einsatz in der Heizung kommt es heute vor allem in Baden-Württemberg. Denn hier fordert das EWärmeG BW einen regenerativen Anteil an der Wärmeerzeugung. Mit Biogas lässt sich dieser zu zwei Dritteln decken. 

Effizient heizen - Kosten für Heizenergie durch Gasheizungen

Moderne Heizanlagen, wie z. B. Brennwertkessel für Warmwasserheizungen oder Biogasheizungen, ermöglichen es, mit Gas effizient, sparsam und schadstoffarm zu heizen. Wichtige Größen bei Heizgas sind der Brennwert und Heizwert sowie die Dichte, der Wobbeindex (Qualität des Brenngases) sowie die Explosionsgrenzen. Der Brennwert ist ein Maß für die chemisch gebundene Energie eines Brennstoffes, die bei der Verbrennung freigesetzt werden kann, wenn der im Abgas enthalten Wasserdampf kondensiert. Der Heizwert definiert die maximal nutzbare Wärmemenge bei der Verbrennung des Heizgases, wenn der Wasserdampf mit dem Abgas entweicht. Er liegt immer unter dem Brennwert.

Erdgas ist die kostengünstigste Variante aller drei Heizgase

Heizgase wie Erdgas, Flüssiggas und Biogas haben unterschiedliche Brennwerte. Den höchsten Energieinhalt erreicht dabei Flüssiggas, gefolgt von Erdgas und Biogas mit dem niedrigsten Brennwert. Dennoch spielen für den Verbraucher auch die Kosten eine wesentliche Rolle. Erdgas hat zwar einen niedrigeren Brennwert als Flüssiggas, ist allerdings mit einem Preis von z. B. durchschnittlich sechs Cent pro Kilowattstunde die kostengünstigste Variante aller drei Heizgase auf dem Markt. Erdgas ist zudem günstiger als Erdöl. Die Preise schwanken ständig und hängen jeweils von der aktuellen Marktlage ab. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Gas ist ein effizienter Heizstoff, der in vielen Haushalten zum Einsatz kommt. Neben dem klassischen Erdgas, gibt es heute auch Flüssig- und Biogas. Ersteres ist kostengünstig und besonders komfortabel nutzbar. Flüssiggas ist transportabel und kommt daher immer dann infrage, wenn Erdgas nicht verfügbar ist. Biogas stellt eine sehr umweltschonende Alternative dar, ist dafür aber mit höheren Kosten verbunden.
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