Neue Gasheizung: Technik und Planung im Überblick

Suchen Hausbesitzer eine neue Gasheizung, stehen sie erst einmal vor vielen Fragen. Denn neben der Art der Heiztechnik kommt es auch auf die passende Leistung sowie die richtige Einbindung an. Darüber hinaus senken hohe Förderungen die Ausgaben und sorgen somit für eine bessere Wirtschaftlichkeit. In den folgenden Abschnitten erklären wir, worauf es bei einer neuen Gasheizung ankommt.

Gasheiztechnik im Überblick

Die Gasheizung zählt heute zu den beliebtesten Möglichkeiten, das eigene Haus mit Wärme zu versorgen. So unterschiedlich wie die Häuser, in denen die Kessel installiert werden sollen, sind dabei auch die Technologien. Unterscheiden lassen sich:

  • Brennwertheizungen
  • Brennstoffzellenheizungen
  • Gas-Wärmepumpen
Gaszähler für neue Gasheizung

Brennwerttechnik ist der Standard für die neue Gasheizung

Die Brennwerttechnik ist der Standard, wenn es um eine neue Gasheizung geht. Denn sie ist nicht nur kompakt und zuverlässig, sondern auch effizient. So kann sie durch einen speziellen Prozess fast die gesamte Wärme der eingesetzten Brennstoffe zum Heizen nutzen. Möglich ist das, in dem sie die heißen Verbrennungsabgase mithilfe des Rücklaufwassers so weit kühlt, bis der enthaltene Wasserdampf kondensiert und die sonst verborgende Wärme abgibt.

Eine neue Gasheizung stellt vergleichsweise wenig Anforderungen an das Gebäude und ist schnell und günstig zu installieren. Ist ein Gasanschluss vorhanden, sollte man im Einfamilienhaus mit Kosten von 6.000 bis 10.000 Euro rechnen.

Brennstoffzellenheizung erzeugt Wärme und Strom

Die Brennstoffzellenheizung gilt als die neue Gasheizung der Zukunft. Denn sie erzeugt neben der Wärme zum Heizen auch Strom. Dieser lässt sich wiederum im eigenen Haus verwenden, wodurch die Energiekosten spürbar fallen. Möglich wird das, indem Wasserstoff (gewonnen aus dem Erdgas) und Sauerstoff kontrolliert miteinander reagieren. Wie das im Detail funktioniert, erklären wir im Beitrag „Funktionsweise der Brennstoffzelle“.

Die Wirtschaftlichkeit der Brennstoffzellenheizung steigt, je mehr Wärme das Haus verbraucht. Denn dabei produziert sie mehr Strom und generiert höhere Einsparungen. Sie funktioniert im Neu- und im Altbau, ist aber heute noch recht teuer. So muss man generell mit Kosten von 20.000 bis 25.000 Euro rechnen. Durch hohe staatliche Fördermittel sinkt der Wert fast auf die Hälfte.

Gas-Wärmepumpe heizt mit Energie aus der Umwelt

Die Gaswärmepumpe ist die umweltfreundlichste Variante für eine neue Gasheizung. Denn sie bezieht etwa zwei Drittel der Heizwärme aus der Luft, dem Wasser oder der Erde. Nur ein Drittel muss dann noch über einen gasbetriebenen Prozess bereitgestellt werden. Wie das im Detail funktioniert, erklären wir im Beitrag „Gaswärmepumpe“.

Die Technik arbeitet besonders sparsam in einem energieeffizient sanierten oder neu gebauten Haus. Je nach Art der Umweltenergiequelle (Luft, Erde, Wasser) entstehen dabei Kosten von 15.000 bis 20.000 Euro. Auch hier sorgen hohe staatliche Fördermittel für Entlastung.

Die Planung für die neue Gasheizung

Haben sich Hausbesitzer für eine Technik entschieden, geht es um die Planung. Neben der passenden Leistung kommt es dabei auch auf den Zustand der übrigen Heizung an. Wir empfehlen an dieser Stelle die Begleitung durch einen Installateur. Denn dieser kann die Situation vor Ort richtig einschätzen und auch ein zuverlässiges Angebot für die neue Gasheizung erstellen. Für den Einbau der Technik ist er ohnehin nötig.

Die richtige Leistung bestimmen

Das erste Kriterium für die neue Gasheizung ist die passende Leistung. Diese muss generell so hoch sein, dass der Kessel die Wärmeverluste des Gebäudes ausgleichen kann. Neben der Größe hängt das zum Beispiel auch vom Alter des Gebäudes ab. Folgende Richtwerte geben eine erste Orientierung. Ein Haus, das:

  • vor dem Jahr 1970 erbaut wurde, benötigt rund 150 bis 170 W/m²
  • aus der Zeit zwischen 1970 und 1980 stammt, benötigt rund 100 bis 150 W/m²
  • in der Zeit von 1980 bis 1990 erbaut wurde, benötigt rund 75 bis 100 W/m²
  • zwischen 1990 und 2000 erbaut wurde, benötigt rund 50 bis 75 W/m²
  • nach 2000 erbaut wurde, benötigt eine Leistung von 15 bis 50 W/m²

Wurde das Haus zwischenzeitlich saniert, fällt die benötigte Leistung in der Regel niedriger aus. Ein zuverlässiges Ergebnis ermöglicht hier die Heizlastberechnung. Denn dabei werden alle Verluste eines Gebäudes analysiert und zusammengerechnet.

Auch Warmwasserbereitung ist zu berücksichtigen

Geht es um die Leistung für eine neue Gasheizung, ist auch die Art der Warmwasserbereitung zu berücksichtigen. Denn immer dann, wenn das Trinkwasser zum Duschen, Spülen oder Waschen im Durchlaufprinzip erwärmt werden soll, ist kurzzeitig eine hohe Heizleistung nötig. Erfolgt die Warmwasserbereitung mittels Speicher, reicht die für die Heizung benötigte Leistung meist aus.

Die übrige Anlage optimieren

Neben den Arbeiten für die neue Gasheizung sollten Hausbesitzer auch das übrige Heizungsnetz auf den aktuellen Stand bringen. Das ist zum einen notwendig, um die neue Technik effizient zu betrieben. Zum anderen bietet es aber auch zusätzliche Einsparpotenziale. So sinken die Energiekosten durch eine neue Hocheffizienzpumpe oder einen hydraulischen Abgleich spürbar.

Während die Pumpe leistungsgeregelt und mit niedrigem Energieverbrauch arbeitet, sorgt ein hydraulischer Abgleich dafür, dass sich die Wärme gleichmäßig im gesamten Haus verteilt. Das erhöht den Komfort, senkt die Wärmeverluste und verhilft der Pumpe zu einer geringeren Leistung. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert beide Maßnahmen aktuell mit Zuschüssen in Höhe von 30 Prozent.

Fördermittel für die neue Gasheizung

Für alle vorgestellten Heizungsarten gibt es heute hohe Fördermittel.

Zehn Prozent für eine neue Brennwertheizung

So unterstützt der Staat den Einbau einer Brennwertheizung zum Beispiel mit einem Zuschuss in Höhe von zehn Prozent der förderfähigen Kosten über das Programm 430 der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW). Damit Hausbesitzer von der Förderung profitieren, ist der Antrag noch vor dem Einbau zusammen mit einem Energieberater zu stellen.

Mehr als 40 Prozent für eine Brennstoffzellenheizung

Deutlich höher ist dagegen die Förderung für die Brennstoffzellenheizung. Hier unterstützt der Staat die neue Gasheizung mit Zuschüssen von bis zu 40 Prozent über das Programm 433 der KfW. Dazu gibt es außerdem eine Vergütung für den selbst erzeugten Strom, den sich Hausbesitzer mit einem Mal auszahlen lassen können. Auch hier ist der Antrag vor dem Beginn des Vorhabens mit einem Energieberater zu stellen.

Mindestens 4.500 Euro für eine Gaswärmepumpe

Planen Hausbesitzer die Installation einer neuen Gasheizung mit Wärmepumpentechnik, bekommen sie über das BAFA mindestens 4.500 Euro. Ist die Technik besonders effizient, gibt es im Gebäudebestand sogar 6.750 Euro. Voraussetzungen dafür sind, dass die Wärmepumpe BAFA-zugelassen ist und der Antrag noch vor Beginn der Maßnahmen gestellt wird. Wollen Hausbesitzer oder Bauherren den Antrag auf Innovationsförderung (für besonders innovative Wärmepumpen) stellen, muss das auch vor dem Beginn des Vorhabens erfolgen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Eine neue Gasheizung kann die Energiekosten senken und den Komfort im Haus steigern. Mit Brennwert-, Brennstoffzellen- und Wärmepumpentechnik haben Hausbesitzer heute eine große Auswahl. Damit die Anlage sicher und effizient arbeitet, kommt es neben der richtigen Leistung auch auf den Zustand der übrigen Heizung an. Hohe Fördermittel sorgen bei der Anschaffung für Entlastung.

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