Die Entwicklung der Gaspreise – ein Ausblick

Die Entwicklung der Gaspreise gibt Aufschluss darüber, ob Verbraucher ihren aktuellen Vertrag wechseln oder doch bei ihrem alten bleiben sollen. Darüber hinaus haben lange Voraussagen auch einen großen Einfluss auf die Entscheidung für eine neue Heizung. Denn hier wirkt sich die Entwicklung der Gaspreise auf die Wirtschaftlichkeit einer Gasheizung aus. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Entwicklungen der Vorjahre und wagen einen langfristigen Ausblick.

Die Themen im Überblick: 

Die Entwicklung der Gaspreise der vergangenen Jahre

Betrachtet man die Entwicklung der Gaspreise der vergangenen Jahre, traten immer wieder größere Schwankungen auf. Während Verbraucher im Jahr 2005 durchschnittlich noch 5,39 Cent pro Kilowattstunde zahlten, stiegen die Preise bis zum Jahr 2008 kontinuierlich an. Hier erreichten sie ihr bisher unübertroffenes Allzeithoch von 7,17 Cent je Kilowattstunde.

Grafik zeigt Tendenz zur Entwicklung der Gaspreise

Liberalisierung des Gasmarktes sorgte für sinkende Preise

Seit dem Jahr 2006 ist der deutsche Gasmarkt offiziell dem freien Markt unterworfen. Während viele Anbieter den Rohstoff verkaufen können, haben Hausbesitzer dabei die Freiheit zu wählen. So können sie sich nach Ablauf der vertraglich festgelegten Zeit für einen neuen Gasanbieter entscheiden oder doch beim alten bleiben. Während es etwas dauerte, bis die deutschen Gasverbraucher von der Möglichkeit Gebrauch machten, sanken die Preise ab dem Jahr 2008 sehr stark. Auch die damalige Finanzkrise wirkte sich spürbar auf die Talfahrt aus. Ihr vorzeitiges Tief erreichte die Entwicklung der Gaspreise im Jahr 2010 mit durchschnittlich 6,07 Cent je Kilowattstunde.

Schwankende Entwicklung der Gaspreise bis 2017

In den vergangenen sieben Jahren glichen die Verbraucherpreise für Gas einer Berg- und Talfahrt. Während Verbraucher bis zum Jahr 2013 immer tiefer in die Tasche greifen mussten, sanken die Preise bis heute. So zahlen Verbraucher aktuell durchschnittlich 5,81 Cent pro Jahr (Quelle: Verivox Verbraucherpreisindex Gas).

Einflussgrößen auf die Preise für Gas

Um die Entwicklung der Gaspreise besser verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, warum die Preise immer wieder schwanken. Ein Grund ist die Reichweite der heute meist fossilen Ressource. Diese ist generell begrenzt, wodurch sich das Angebot in Zukunft verknappen wird. Bevor das passiert, erwarten Experten einen Anstieg der Kosten.

Ein weiterer Grund für die schwankende Entwicklung der Gaspreise ist der freie Wettbewerb. So ist Erdgas: ein Handelsgut, dessen Kosten von Angebot und Nachfrage abhängen. Während die Einkaufspreise der Versorger bei guter wirtschaftlicher Stimmung meist niedrig sind, können sie infolge weltpolitischer Ereignisse auch binnen kürzester Zeit steigen.

Verbraucher bekommen dabei jedoch nicht jede Preisschwankung zu spüren. Denn auch die Verkaufspreise unterliegen dem Wettbewerb und sind meist für längere Zeiten festgeschrieben.

Die Zusammensetzung verzögerte die Entwicklung der Gaspreise

Ein weiterer Grund dafür, warum Hausbesitzer nicht jede Schwankung der Einkaufspreise für Gas auch im eigenen Portemonnaie spüren, ist die Zusammensetzung des Endkundenpreises. Dieser besteht in Deutschland aus drei Bestandteilen:

  • dem Preis für Beschaffung und Vertrieb
  • dem Netznutzungsgeld
  • staatlichen Bestandteilen wie Steuern und Umlagen

Während der Anteil für Energiebeschaffung, Vertrieb und Gewinne der Versorger im Jahr 2016 bei 50,5 Prozent lag, zahlten Verbraucher rund 23,8 Prozent für Netzentgelte, Mess- und Abrechnungskosten. Die übrigen 25,7 Prozent fielen auf Steuern und Abgaben.

Die Entwicklung der Gaspreise in der Zukunft

Ein weitreichender Preisausblick gleicht immer einem Blick in die Glaskugel. Denn viele technische und politische Entwicklungen lassen sich nicht zuverlässig abschätzen. Gleichzeitig können sie sich aber besonders deutlich auf die Entwicklung der Gaspreise auswirken. Ein Beispiel dafür ist die anhaltende Verknappung der fossilen Ressource. Sinken die weltweiten Fördermengen des Rohstoffs, wird sein Wert sukzessive zunehmen. Lässt sich Erdgas in Zukunft zu günstigen Konditionen regenerativ herstellen, wäre der Energieträger nicht mehr endlich. Das Angebot bliebe gleich und die Kosten auf lange Sicht stabil.

Aktuell stellen Experten fest, dass viele Hausbesitzer von einer Ölheizung auf eine Gasheizung umsteigen. Während das zu einem Anstieg der Nachfrage führt, könnte die Entwicklung der Gaspreise daher zumindest in naher Zukunft nach oben gehen.

Langfristig gesehen gehen Studien davon aus, dass der gasförmige Brennstoff seinen hohen Stellenwert beibehalten und sich in Zukunft regenerativ herstellen lassen wird. So sieht die Studie „Klimaschutz im Wohngebäudebereich“ voraus, dass Erdgas im Jahr 2050 zu 30 Prozent aus synthetischen und zu fünf Prozent aus biologischen Anteilen bestehen wird. Nur 65 Prozent des Gases seien dann noch fossil. In Bezug auf die Entwicklung der Gaspreise rechnen die Autoren dabei mit einer stetigen Preissteigerung wie in den vergangenen Jahren.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Entwicklung der Gaspreise ständigen Schwankungen unterliegt. Gründe dafür können weltpolitische Ereignisse sowie die sinkenden Ressourcen des fossilen Rohstoffs sein. Auch wenn die Verbraucherpreise in den Vorjahren immer weiter sanken, rechnen Experten langfristig mit einem stetigen Anstieg.

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