Der Niedertemperaturkessel für Gas als Kompromiss

Bei der Gasheizung wird zwischen insgesamt drei Varianten unterschieden. Dem sogenannten Konstanttemperaturkessel, dem hier besprochenen Niedertemperaturkessel für Gas und dem Gasbrennwertkessel. Nun ist es kein Geheimnis, dass die Brennwerttechnik die effizienteste Lösung ist. Der Niedertemperaturkessel für Gas ist dennoch ein guter Kompromiss, der vor allem gegenüber dem Konstanttemperaturkessel die Nase weit vorn hat.

Die Funktionsweise eines Niedertemperaturkessel für Gas

Funktionsweise eines Niedertemperaturkessel Gas
Funktionsweise eines Gas-Niedertemperaturkessels

Gasheizungen wurden in der jüngeren Vergangenheit immer häufiger durch alternative Energieträger ersetzt, um sich von dem oftmals teuren Erdgas als fossilen Brennstoff zu lösen. Wer dennoch eine Gasheizung besitzt und diese modernisieren möchte oder aus anderen Gründen einen Niedertemperaturkessel für Gas bevorzugt, sollte sich im Vorfeld informieren. Es lohnt sich, sich unter anderem mit den Anschaffungskosten, laufenden Kosten, gesetzlichen Regelungen und der Funktionsweise der Gasheizung auseinandersetzen. Ein klarer Unterschied wird im direkten Vergleich zum mittlerweile veralteten Konstanttemperaturkessel deutlich. Der Niedertemperaturkessel für Gas kann auch mit einer Betriebstemperatur von unter 70 Grad Celsius arbeiten. Somit muss weniger des teuren Rohstoffes verbraucht werden, um die gewünschte Wärme weiterzuleiten. Die Energieersparnis bewegt sich zwischen 20 bis 30 Prozent.

Weiterhin kann der Niedertemperaturkessel für Gas die Außentemperatur mit Hilfe von einem sogenannten "Temperaturfühler" erfassen. Indem die Außentemperatur als weitere Variable in die Erwärmung einbezogen wird, kann sich der Niedertemperaturkessel für Gas selber entsprechend justieren. Im Sommer läuft die Heizung damit bestenfalls auf Sparflamme, während sie im Winter, bei frostigen Außentemperaturen, schließlich Höchstleistungen abruft. Anders als beim Konstanttemperaturkessel, dessen Betriebstemperatur getreu des Namens immer konstant ist, kann sich der Niedertemperaturkessel für Gas variabler und flexibler an die Bedürfnisse seiner Besitzer anpassen. Er nutzt somit vorhandene Energiesparpotentiale effizienter aus. Kondensation des Wassers in den Abgasen ist ein wesentlich kleineres Problem als bei älteren Modellen. Warum das so ist, wird im Folgenden erklärt.

Gegenüber Korrosion weitestgehend geschützt

Der klassische Konstanttemperaturkessel muss sich durch seine hohe Temperatur gegenüber Korrosion schützen, die vom in den Abgasen befindlichen Wasser ausgeht. Der Niedertemperaturkessel für Gas vertraut auf eine alternative Konstruktion und einige sinnvolle Erweiterungen, die dieses Problem angehen, bevor es überhaupt tatsächlich zustande kommen kann. Unter anderem ist hier die trocken angelegte Brennkammer zu nennen. Diese wird räumlich vom genutzten Heizwasser getrennt verbaut. Folglich reduziert sich die Temperatur hier nicht so weit, wie das bei älteren Modellen noch der Fall gewesen ist. Eine sinnvolle Zusammensetzung der genutzten Materialien, die allesamt korrosionsbeständig sind, gibt weitere Sicherheit. Sie reduziert ferner das Auftreten von Verschleiß oder kaputter Feinmechanik. Das immer existente Abgaskondensat, welches sich durch das Verbrennen nicht verhindern lässt, fügt diesen Materialien und Bauteilen so immerhin keinen direkten Schaden zu.

Ergänzt werden diese beiden cleveren Erweiterungen durch die sogenannte Rippenkonstruktion. Diese kommt für die Heizfläche der eigentlichen Brennkammer zum Einsatz. Durch diese lässt sich die realistisch nutzbare Oberfläche ausdehnen, was wiederum dazu führt, dass höhere Temperaturen in kürzerer Zeit erreicht werden können. Temporäres, schnelles Abkühlen von der Oberfläche des Kessels beim Niedertemperaturkessel für Gas wird unterbunden, indem ein im Fachjargon als "Thermostream" bezeichneter Mechanismus zum Einsatz kommt. Durch diesen tritt eine automatisierte Vermischung vom kalten mit dem warmen Wasser auf, was wiederum die Zeit verlängert, bis das Gerät seine Temperatur verliert. Im Gegenzug muss es so häufig nicht wieder komplett aufgeheizt werden, da noch eine nutzbare Restwärme vorhanden ist. Das reduziert erneut den Rohstoffverbrauch beim Heizen.

Gesetzliche Regelungen zum Niedertemperaturkessel für Gas

Planen Sie den Einbau von einem Niedertemperaturkessel für die Gas-Heizung oder möchten Sie Ihre Heizung modernisieren? In Deutschland gibt es dabei zwei Vorschriften vom Gesetzgeber zu beachten: Unter anderem ist der Einbau vom Niedertemperaturkessel für Gas auf die Bauweise des Hauses beschränkt. So darf er in einem Altbau immer noch verbaut werden, auch im Zuge einer Modernisierung weg vom Konstanttemperaturkessel. Im Gegenzug darf der Niedertemperaturkessel für Gas in Neubauten gar nicht zum Einsatz kommen, da dies vom Gesetzgeber untersagt wird. Hier müssten Sie also auf eine alternative Heizung oder auf die Brennwerttechnik zurückgreifen. Das ist sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht sinnvoll, da die Gasheizung mit Brennwerttechnik in der Anschaffung nur geringfügig mehr kostet, dafür effizienter und umweltschonender als ein Niedertemperaturkessel für Gas arbeitet.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Ein akzeptables Mittelmaß, aber weit weg vom Optimum. Die Vorschriften vom Gesetzgeber zum Niedertemperaturkessel für Gas geben bereits einen guten Ausblick, warum diese Form der Gasheizung keinesfalls als ideal gilt. Dennoch ist diese Lösung zumindest weit effizienter als eine Gasheizung mit Konstanttemperaturkessel. Zuletzt sind Sie auch mit dem Niedertemperaturkessel für Gas weiterhin an fossile Brennstoffe und die teils erheblichen Preisschwankungen für den Rohstoff gebunden.

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