Die Gastherme als effiziente Heizanlage

Bei einer Gastherme handelt es sich um ein an der Wand angebrachtes Gerät. Dieses kommt entweder ausschließlich für die Warmwasserbereitung oder als Kombitherme für Warmwasser und Heizung zum Einsatz. Zu den größten Vorteilen einer Gastherme zählen die kompakte und dadurch platzsparende Bauweise sowie die verhältnismäßig geringen Anschaffungskosten. Die Nutzung von Erd- oder Flüssiggas schränkt die Einsatzbereiche nur geringfügig ein.

Warmwasserbereitung mit der Gastherme

Gasthermen zur Warmwasserbereitung (die sogenannte Kombitherme) arbeiten nach dem Durchlaufprinzip und benötigen daher keinen Warmwasserspeicher. Fordert ein Verbraucher Warmwasser an, schaltet sich der Gasbrenner der Therme ein und erhitzt damit Trinkwasser. Alternativ stehen Geräte mit kleinen Vorratsspeichern zur Auswahl. Diese sind bei mehreren Zapfstellen oder auch dann zu empfehlen, wenn die Entnahmestelle aus baulichen Gründen weiter entfernt ist. Gasthermen ohne integrierten Speicher realisieren die Warmwasserbereitung hingegen über einen externen Warmwasserspeicher. Der fasst zwischen 100 und 300 Litern und befindet sich meist unter der Therme. Der Vorteil: Über den Speicher lässt sich auch eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung intergrieren.

Funktionsweise der Gastherme

Abbildung einer Gastherme an der Wand
© Kathrin39 / Fotolia

Die Gastherme arbeitet nur dann, wenn das Haus Wärme für Räume oder Warmwasser benötigt. In diesem Fall öffnet das Gerät die Gaszufuhr entzündet die Flamme über eine Piezozündung. Nur ältere und weniger auf Effizienz ausgelegte Modelle weisen noch eine kleine dauerhaft brennende Flamme auf. Die Menge des erwärmten Wassers innerhalb einer vorgegebenen Zeit ist in der Regel abhängig von der Leistungsfähigkeit.

Moderne Brennwert-Gasthermen arbeiten wie Gasbrennwertkessel

Jede erneute Zündung und die damit verbundene Verbrennung von Gas erfordert eine geregelte Luftzufuhr und produziert Abgase. Moderne Gasthermen werden daher raumluftunabhängig betrieben und von außen mit der nötigen Luftmenge versorgt. Die Abführung der Abgase erfolgt bei älteren Modellen in der Regel über einen speziell dafür geeigneten Schornstein. Moderne Brennwert-Gasthermen hingegen arbeiten wie Gasbrennwertkessel und nutzen die Abgas-Abwärme. Die Abfuhr der stark abgekühlten Verbrennungsgase erfolgt über eine Abgasleitung aus Kunststoff oder Edelstahl. 

Die Kombitherme für Warmwasser und Heizung

Eine Kombitherme für die Etagenheizung arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie die einfache Gastherme, unterscheidet sich jedoch durch die bauliche Ausführung. Zusätzlich zum Brenner und dem Wärmeübertrager zur Erhitzung des Heizungswassers befindet sich in der Kombitherme auch ein Durchlauferhitzer für Trinkwasser. Die Entnahme von Warmwasser hat dabei immer Priorität und die Erwärmung des Heizwassers wird unterbrochen. Gleichzeitig schaltet der Brenner der Gastherme auf volle Leistung.

Um Kaltwasser und die für die Erhitzung nötige Energie optimal zu nutzen, sollte die Gastherme immer so nah wie möglich am Hauptverbraucher montiert werden. Dies hat folgende Gründe:

  • Reduzierung der Wärmeverluste durch kurze Leitungswege
  • Wartezeit auf Warmwasser verkürzt sich

Effiziente Regelung der Leistung

Gasthermen mit modulierender Arbeitsweise passen die Brennerleistung an den tatsächlichen Bedarf an. Das bedeutet, dass die Gastherme an kalten Wintertagen mit voller Leistung arbeitet, da die Heizung kontinuierlich Heizenergie anfordert. An Tagen mit eher herbstlich kühlen Temperaturen benötigt die Heizung weniger Energie und fordert entsprechend seltener an. Die Gastherme läuft in diesem Fall nur mit 40 bis 50 Prozent der möglichen Leistungsfähigkeit. 

Vor- und Nachteile einer Gastherme

Wie jede Heizanlage hat auch die Gastherme ihre Stärken und Schwächen:

Vorteile

  • Individuelle Verbrauchsabrechnung pro Wohneinheit mit eigenem Heizgerät
  • Durch die frische Warmwasserzubereitung ist kein Legionellenrisiko gegeben
  • Wenig Platzbedarf durch kompakte Bauweise; sie kann dadurch auch in der Wohnung installiert werden
  • Lange Lebensdauer bei geringen Kosten für die Wartung der Gastherme
  • Durch Verwendung von Erdgas und Flüssiggas kaum Einschränkungen im Einsatz
  • Günstig im Verbrauch und emissionsarm

Nachteile

  • Nur nutzbar, wenn sich in der Nähe des Gebäudes eine Gaszuleitung befindet (es sei denn, Sie entscheiden sich für eine Flüssiggastherme)
  • Kombithermen starten, wenn kein Warmwasser benötigt wird und der Mischhebel mittig steht
  • Sollte in der Nähe des größten Verbrauchers montiert sein

Einen Überblick über Anschaffungs-, Heiz- und Wartungskosten der Gasheiztechnik gibt der Artikel "Die Gastherme: Kosten und Fördermittel".

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Bei einer Gastherme überwiegen die Vorteile. Eine Gastherme ist ein unkompliziertes Gerät zur Warmwasserbereitung und zur Wärmeversorgung einer Etagenheizung. Sie arbeitet nach dem Durchlaufprinzip und ist wenig störungsanfällig. Vor allem dann, wenn sie einer regelmäßigen Wartung unterzogen wird. Vor allem in Mehrfamilienhäusern überwiegen die Vorteile einer Gastherme deutlich im Vergleich zu den Nachteilen. Unabhängig davon, ob sie als Warmwasserbereiter oder als Kombitherme für die Etagenheizung zum Einsatz kommt.
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