Die Gastherme als effiziente Heizanlage

Bei einer Gastherme handelt es sich um ein an der Wand angebrachtes Gerät. Dieses kommt entweder ausschließlich für die Warmwasserbereitung oder als Kombitherme für Warmwasser und Heizung zum Einsatz. Zu den größten Vorteilen einer Gastherme zählen die kompakte und dadurch platzsparende Bauweise sowie die verhältnismäßig geringen Anschaffungskosten. Die Nutzung von Erd- oder Flüssiggas schränkt die Einsatzbereiche nur geringfügig ein.

Warmwasserbereitung mit der Gastherme

Gasthermen zur Warmwasserbereitung arbeiten nach dem Durchlaufprinzip und benötigen daher keinen Warmwasserspeicher. Fordert ein Verbraucher Warmwasser an, schaltet sich der Gasbrenner der Therme ein und erhitzt damit das im System vorhandene Wasser. Alternativ stehen Geräte mit kleinen Vorratsspeichern zwischen fünf und zehn Litern zur Auswahl. Diese sind bei mehreren Zapfstellen oder auch dann zu empfehlen, wenn die Entnahmestelle aus baulichen Gründen weiter entfernt ist.

Funktionsweise der Gastherme

Abbildung einer Gastherme an der Wand

Die Gastherme arbeitet nur dann, wenn ein Verbraucher, beispielsweise der Wasserhahn in der Küche, durch Öffnen des Armaturen-Ventils Warmwasser anfordert. In diesem Fall öffnet das Gerät das Hauptgasventil und es erfolgt die Entzündung der Gasflamme über eine Piezozündung. Nur ältere und weniger auf Effizienz ausgelegte Modelle weisen noch eine kleine dauerhaft brennende Flamme auf. Die Menge des erwärmten Wassers innerhalb einer vorgegebenen Zeit ist in der Regel abhängig von der Leistungsfähigkeit.

Moderne Brennwert-Gasthermen arbeiten wie Gasbrennwertkessel

Jede erneute Zündung und die damit verbundene Verbrennung von Gas erfordert eine geregelte Luftzufuhr und produziert Abgase. Moderne Gasthermen werden daher raumluftunabhängig betrieben und von außen mit der nötigen Luftmenge versorgt. Die Abführung der Abgase erfolgt bei älteren Modellen in der Regel über einen speziell dafür aufbereiteten Kamin. Moderne Brennwert-Gasthermen hingegen arbeiten wie Gasbrennwertkessel und nutzen die Abgas-Abwärme. Die Abfuhr der stark abgekühlten Verbrennungsgase erfolgt über eine Abgasleitung aus Kunststoff oder Edelstahl. Steht ein Schornstein zur Verfügung, kann die Abgasleitung auch über ihn nach außen geführt werden.

Die Kombitherme für Warmwasser und Heizung

Eine Kombitherme arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie die einfache Gastherme, unterscheidet sich jedoch durch die bauliche Ausführung. Zusätzlich zum Brenner und dem Wärmeübertrager zur Erhitzung des Wassers befindet sich in der Kombitherme eine Umwälzpumpe. Diese Pumpe verteilt das erhitzte Wasser in den Heizkreislauf zu den angeschlossenen Heizkörpern. Die wenigsten Gasthermen sind mit einem kleinen Wasserspeicher ausgestattet, daher hat die Entnahme von Warmwasser immer Priorität und die Erwärmung des Heizwassers wird unterbrochen. Gleichzeitig schaltet der Brenner der Gastherme auf volle Leistung.

Um Kaltwasser und die für die Erhitzung nötige Energie optimal zu nutzen, sollte die Gastherme immer so nah wie möglich am Hauptverbraucher montiert werden. Dies hat folgende Gründe:

  • Reduzierung des Wasserverbrauchs durch kurze Leitungswege
  • Wartezeit auf Warmwasser verkürzt sich
  • Einsparung von Energie, da bevorzugt nur da benötigte Wasser erwärmt wird
  • Lange Leitungen ziehen Energieverluste nach sich

Effiziente Regelung der Leistung

Vor allem bei Gasthermen, die als Kombithermen konzipiert sind, ist die effiziente Regelung der Leistung aus dem Grund unverzichtbar. Dies bezeichnet man als modulierende Arbeitsweise. Gasthermen mit modulierender Arbeitsweise passen die Brennerleistung an den tatsächlichen Bedarf an. Das bedeutet, dass die Gastherme an kalten Wintertagen mit voller Leistung arbeitet, da die Heizung kontinuierlich Heizenergie anfordert. An Tagen mit eher herbstlich kühlen Temperaturen benötigt die Heizung weniger Energie und fordert entsprechend seltener an. Die Gastherme läuft in diesem Fall nur mit 40 bis 50 % der möglichen Leistungsfähigkeit. Wird die Therme mit einer elektronisch geregelten Umwälzpumpe kombiniert, ergibt sich im optimalen Fall sogar eine Modulationsbreite von 20 bis 100 %. Dies bedeutet einen mitunter deutlich geringeren Verbrauch von Gas. Zusätzlich wirkt sich eine Modulationsbreite von 20 bis 100 % durch die reduzierten Betriebsstunden auf den Verschleiß der Therme positiv aus.

Vor- und Nachteile einer Gastherme

Wie jede Heizanlage hat auch die Gastherme ihre Stärken und Schwächen:

Vorteile

  • Individuelle Verbrauchsabrechnung pro Wohneinheit
  • Durch die frische Warmwasserzubereitung ist kein Legionellenrisiko gegeben
  • Wenig Platzbedarf durch kompakte Bauweise; sie kann dadurch auch in der Wohnung installiert werden
  • Lange Lebensdauer bei geringen Kosten für die Gasthermenwartung
  • Durch Verwendung von Erdgas und Flüssiggas kaum Einschränkungen im Einsatz
  • Günstig im Verbrauch
  • Emissionsarm

Nachteile

  • Nur nutzbar, wenn sich in der Nähe des Gebäudes eine Gaszuleitung befindet
  • Therme startet, wenn kein Warmwasser benötigt wird und der Mischhebel mittig steht
  • Beheizbare Fläche begrenzt
  • Muss in der Nähe des größten Verbrauchers montiert sein
Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Bei einer Gastherme überwiegen die Vorteile. Eine Gastherme ist ein unkompliziertes Gerät zur Warmwasserbereitung und zur Wärmeversorgung einer Etagenheizung. Sie arbeitet nach dem Durchlaufprinzip und ist wenig störungsanfällig. Vor allem dann, wenn sie einer regelmäßigen Wartung unterzogen wird. Vor allem in Mehrfamilienhäusern überwiegen die Vorteile einer Gastherme deutlich im Vergleich zu den Nachteilen. Unabhängig davon, ob sie als Warmwasserbereiter oder als Kombitherme für die Etagenheizung zum Einsatz kommt.

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