Gastherme: Heizung & Warmwasser kompakt in einem

Bei einer Gastherme handelt es sich um ein an der Wand angebrachtes Gerät. Die Bedeutung des Begriffs hat sich über die Jahre gewandelt und kann unter Umständen unterschiedliche Geräte beschreiben. In jedem Falle zählen zu den größten Vorteilen einer Gastherme ihre kompakte und platzsparende Bauweise sowie die verhältnismäßig geringen Anschaffungskosten. 

Wie funktionieren Gasthermen?

Der Begriff der Gastherme wird unterschiedlich mit Inhalt gefüllt und hat sich in den letzten Jahrzehnten auch immer wieder gewandelt. So kann er genutzt werden, um einfach eine kompakte, wandhängende Gasheizung zu beschreiben. Gerade bei älteren Immobilien versteht man die Gastherme aber eher als einen Durchlauferhitzer für Warmwasser, der mit Gas betrieben wird. 

Die Gastherme zur Warmwasserbereitung

Gasthermen zur Warmwasserbereitung (die sogenannte Kombitherme) arbeiten nach dem Durchlaufprinzip und benötigen daher keinen Warmwasserspeicher. Fordert ein Verbraucher Warmwasser an, schaltet sich der Gasbrenner der Therme ein und erhitzt damit Trinkwasser. Alternativ stehen Geräte mit kleinen Vorratsspeichern zur Auswahl. Diese sind bei mehreren Zapfstellen oder auch dann zu empfehlen, wenn die Entnahmestelle aus baulichen Gründen weiter entfernt ist. Gasthermen ohne integrierten Speicher realisieren die Warmwasserbereitung hingegen über einen externen Warmwasserspeicher. Der fasst zwischen 100 und 300 Litern und befindet sich meist unter der Therme. 

Was zeichnet grundsätzlich moderne Gasthermen aus?

Die Gastherme arbeitet nur dann, wenn das Haus Wärme für Räume oder Warmwasser benötigt. In diesem Fall öffnet das Gerät die Gaszufuhr entzündet die Flamme über eine Piezozündung. Nur ältere und weniger auf Effizienz ausgelegte Modelle weisen noch eine kleine dauerhaft brennende Flamme auf. Die Menge des erwärmten Wassers innerhalb einer vorgegebenen Zeit ist in der Regel abhängig von der Leistungsfähigkeit.

Jede erneute Zündung und die damit verbundene Verbrennung von Gas erfordert eine geregelte Luftzufuhr und produziert Abgase. Moderne Gasthermen werden daher raumluftunabhängig betrieben und von außen mit der nötigen Luftmenge versorgt. Die Abführung der Abgase erfolgt bei älteren Modellen in der Regel über einen speziell dafür geeigneten Schornstein. Moderne Brennwert-Gasthermen hingegen arbeiten wie Gasbrennwertkessel und nutzen die Abgas-Abwärme. Die Abfuhr der stark abgekühlten Verbrennungsgase erfolgt über eine Abgasleitung aus Kunststoff oder Edelstahl. 

Übrigens: Wer eine neue Heizung kaufen möchte, erfährt im Gasthermentest, wie verschiedene Modelle im Vergleich zu einander abgeschnitten haben. 

Gastherme: Kombination von Heizung und Warmwasser

Das Bild zeigt eine Vitodens 300 als Beispiel für eine wandhängende Gastherme, die Wärme für die Heizung und Warmwasser bereitstellt. 
© Viessmann

Eine Kombitherme für die Etagenheizung arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie die einfache Gastherme, unterscheidet sich jedoch durch die bauliche Ausführung. Zusätzlich zum Brenner und dem Wärmeübertrager zur Erhitzung des Heizungswassers befindet sich in der Kombitherme auch ein Durchlauferhitzer für Trinkwasser. Die Entnahme von Warmwasser hat dabei immer Priorität und die Erwärmung des Heizwassers wird unterbrochen. Gleichzeitig schaltet der Brenner der Gastherme auf volle Leistung.

Um Kaltwasser und die für die Erhitzung nötige Energie optimal zu nutzen, sollte die Gastherme immer so nah wie möglich am Hauptverbraucher montiert werden. Dies hat folgende Gründe:

  • Reduzierung der Wärmeverluste durch kurze Leitungswege
  • Wartezeit auf Warmwasser verkürzt sich

Moderne Gasthermen nutzen effiziente Regelung zur Anpassung der Leistung

Gasthermen mit modulierender Arbeitsweise passen die Brennerleistung an den tatsächlichen Bedarf an. Das bedeutet, dass die Gastherme an kalten Wintertagen mit voller Leistung arbeitet, da die Heizung kontinuierlich Heizenergie anfordert. An Tagen mit eher herbstlich kühlen Temperaturen benötigt die Heizung weniger Energie und fordert entsprechend seltener an. Die Gastherme läuft in diesem Fall nur mit 40 bis 50 Prozent der möglichen Leistungsfähigkeit. 

Vor- und Nachteile einer Gastherme

Wie jede Heizanlage hat auch die Gastherme ihre Stärken und Schwächen. Ihre Vorteile liegen ganz klar in den folgenden Punkten: 

  • Individuelle Verbrauchsabrechnung pro Wohneinheit mit eigenem Heizgerät
  • Durch die frische Warmwasserzubereitung ist kein Legionellenrisiko gegeben
  • Wenig Platzbedarf durch kompakte Bauweise; sie kann dadurch auch in der Wohnung installiert werden
  • Lange Lebensdauer bei geringen Kosten für die Wartung der Gastherme
  • Durch Verwendung von Erdgas und Flüssiggas kaum Einschränkungen im Einsatz
  • Günstig im Verbrauch und emissionsarm

Sollten Sie vor der Entscheidung stehen, sich eine Gastherme anzuschaffen, bedenken Sie hingegen folgende Aspekte: 

  • Nur nutzbar, wenn sich in der Nähe des Gebäudes eine Gaszuleitung befindet (es sei denn, Sie entscheiden sich für eine Flüssiggastherme)
  • Kombithermen starten, wenn kein Warmwasser benötigt wird und der Mischhebel mittig steht
  • Sollte stets in der Nähe des größten Verbrauchers montiert sein

Was kostet eine Gastherme?

Gasthermen gehören im Vergleich zu anderen Heizsystemen zu den eher günstigen Varianten. Die Geräte gibt es heute für etwa 4.000 bis 5.000 Euro. Für den Betrieb einer Brennwerttherme ist in den meisten Fällen das Abgassystem zu erneuern. Für die Installationskosten der Therme und des Abgassystems verlangen Handwerksbetriebe etwa 500 bis 2.500 Euro. Ebenfalls Kosten verursacht der Anschluss an das örtliche Gasnetz. Alternativ ist ein Flüssiggastank einzuplanen. In beiden Fällen sind mit Ausgaben von 1.500 bis 3.000 Euro zu rechnen. Nicht zuletzt verursacht eine Gastherme auch im laufenden Betrieb Kosten. Dabei sind in jedem Falle die Gaspreise im Auge zu behalten. DieAngaben zu den Kosten sind nur Richtwerte. Sie dienen der Orientierung. Bedenken Sie, dass auch für den Einbau und die ersten Einstellungen Kosten seitens des Installateurs veranschlagt werden müssen. 

Einen Überblick über Anschaffungs-, Heiz- und Wartungskosten der Gasheiztechnik gibt der Artikel "Die Gastherme: Kosten und Fördermittel".

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Bei der Gastherme handelt es sich um einen der kompaktesten Wärmeerzeuger auf dem Markt. Die Heizung passt in nahezu jedes Haus und arbeitet dank moderner Brennwerttechnik besonders sparsam. Neben den niedrigen Anschaffungskosten zählt auch die flexible Leistungsregelung zu den Vorteilen der Technik. Denn durch Letztere geben Gasthermen nie mehr Energie an das Haus ab als gerade nötig. 
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