Förderung Gasheizung: Höhe, Antrag und Voraussetzungen

Die staatliche Förderung für Gasheizungen erleichtert die Anschaffung einer neuen Heizungsanlage. Vor allem in den vergangen Monaten und Jahren hat sich dabei jedoch einiges geändert. Damit die Klimaziele erreicht werden können, müssen zunehmend erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Das betrifft demnach auch den Einbau von Gasheizungen. Was das genau für Sie als Hausbesitzer bedeutet und welche Änderungen zum 01.01.2021 in kraft traten, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

 Kurz & knapp – Die Förderung der Gasheizung im Überblick

  • Gas-Hybridheizungen bis zu 30 %

  • plus Austauschprämie für alte Ölheizung von 10 %
  • "Renewable Ready"-Gasheizungen bis zu 20 %
  • als Maßnahme im Rahmen des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) bis zu 5 % zusätzlich

Was Sie grundlegend zur Förderung der Gasheizung wissen sollten

Eine moderne Gasheizung hat im direkten Vergleich zu älteren Modellen deutlich die Nase vorn – sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht. Auf bundesweiter Ebene haben Sie für die Förderung der Gasheizung zwei primäre Anlaufstellen zur Auswahl. Da diese deutschlandweit agieren, empfehlen sie sich als unkomplizierter und oftmals auch optimaler Lösungsweg. Alternativen werden durch einzelne Länder und Kommunen geboten. Informieren sie sich dazu bestenfalls direkt bei den regionalen Stellen über noch aktive Programme. Denn häufig sind diese zeitlich begrenzt.

In jedem Falle gibt es die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Welcher Ansprechpartner infrage kommt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Über die KfW können Sie einen Förderantrag stellen, wenn Sie die Gasheizung bei einem Neubau einbauen oder in eine Vollsanierung integrieren. In beiden Fällen ist Ziel, einen Effizienzhaus-Standard zu erreichen. Das BAFA ist hingegen der richtige Ansprechpartner, wenn Sie die Gas-Brennwertheizung als Einzelmaßnahme in einem Bestandsgebäude umsetzen. Was das im Detail bedeutet, finden Sie in den folgenden Abschnitten.

Das Bild zeigt Fördermittel für die Gasheizung.
© Mangele Picture – stock.adobe.com

Förderung für die Einzelmaßnahme

Über das BAFA lässt sich grundlegend nur eine Gasheizung mit Brennwerttechnik fördern. Dabei muss diese zusätzlich mit mindestens einem Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert werden. Das können neben Wärmepumpen auch Biomasse- oder Solarthermie-Anlagen sein. Das BAFA kategorisiert in Gas-Hybridheizungen und "Renewable ready" Gas-Brennwertheizungen. Die Förderung ist mit dem 01.01.2021 in die Richtlinie Bundesförderung energieeffizienter Gebäude (BEG) übergegangen. Sie finden die Förderung dafür am besten über BEG EM. Dies ist eine reine Zuschussförderung, bei der Sie für eine Gas-Hybridheizung mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden und bei einer Renewable Ready Gasheizung mit 20 Prozent. Ab Juli 2021 soll dann auch eine Darlehensvariante mit Tilgungszuschüssen in den genannten Höhen erhältlich sein.

Gas-Hybridheizungen fördern lassen

Folgende technische Voraussetzungen muss eine Gas-Hybridheizung erfüllen, damit diese entsprechend gefördert werden kann:

  • jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz beträgt mindestens 92 Prozent bei einer Nennwärmeleistung von bis zu 70 Kilowatt
  • Ausstattung mit gemeinsamer Steuer- und Regelungstechnik der Wärmeerzeuger
  • thermische Leistung des regenerativen Wärmeerzeugers liegt bei mindestens 25 Prozent der Heizlast

Darüber hinaus ist die Gebäudeheizlast nach DIN EN 12831 zu ermitteln und ist ein hydraulischer Abgleich durchzuführen. Achten Sie darauf, dass dieser durch einen Fachbetrieb erfolgt. Einen entsprechenden Nachweis müssen Sie dem Förderantrag beilegen; ebenso wie die Fachunternehmererklärung, die vorhabensbezogene Rechnung und einen Herstellernachweis über die produktspezifischen Eigenschaften.

Hervorzuheben ist hier ebenfalls, dass diese Förderung nur für Heizsysteme in bestehenden Gebäuden vorgesehen ist. Für eine Gas-Hybridheizung im Neubau bekommen Sie von der BAFA aktuell keine Förderung.

Förderbedingungen für eine "Renewable Ready" Gasheizungen

Hinter dem Begriff "Renewable Ready" steckt, dass Sie nur eine Förderung bekommen, wenn die verbaute Gas-Brennwertheizung zukünftig als Hybridheizung genutzt werden kann. Für die entsprechende Inbetriebnahme gibt das BAFA Ihnen einen Zeitraum von maximal zwei Jahren nach Inbetriebnahme der Gasheizung. Achten Sie jedoch darauf, dass die Anlage gleich mit einer hybridfähigen Steuer- und Regelungstechnik ausgestattet ist. Darüber hinaus sollte den Maßnahmen ein entsprechendes Konzept zugrunde liegen, welches Sie auch beim BAFA einreichen müssen. Weitere technische Voraussetzung ist, dass ein Speicher für die zukünftige Einbindung des zusätzlichen Wärmeerzeugers installiert wird.

Genauso wie für die Gas-Hybridheizung gilt auch hier, dass der neue Wärmeerzeuger nur für bestehende Gebäude gefördert wird. Der große Unterschied liegt hier in der Förderhöhe, denn für "Renewable Ready" Gasheizungen bekommen Sie einen Anteil von 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

Die Infografik verdeutlicht eine renewable ready Gasheizung
©heizung.de

Mehr Förderung durch Prämie und Sanierungsplan

Tauschen Sie eine alte Ölheizung gegen eine förderfähige Gasheizung, erhöht sich der jeweilige Fördersatz um zehn Prozent. Dies gilt nicht bei der "Renewable Ready"-Variante.

Zusätzliche fünf Prozent der Anschaffungskosten können bezuschusst werden, wenn die Maßnahme zur Erneuerung der Heizung als Maßnahme in den Rahmen des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), den ein Energieberater erstellt, fällt. Die Umsetzung dessen muss innerhalb von 15 Jahren erfolgen.

Förderantrag beim BAFA stellen

Eine Förderung ist beim BAFA vor der Vergabe von Liefer- oder Leistungsverträgen zu stellen. Den Förderantrag reichen Sie dabei online direkt beim BAFA ein. Die neuen Förderkonditionen gelten seit dem 01.01.2021. Sollten Sie demnach einen Antrag vor diesem Datum gestellt haben oder wurde ein Antrag bereits bestätigt, gelten die Förderrichtlinien aus dem Jahr 2020.

Kann die Förderung für eine Gasheizung auch über die KfW beantragt werden?

Die Kreditanstalt bietet die Möglichkeit, eine Gas-Brennwertheizung, eine Gas-Hybridheizung und eine "Renewable Ready"-Gasheizung über einen Kredit oder Zuschuss mit zu finanzieren. Wichtig ist hier, dass sie nicht als Einzelmaßnahme gefördert wird, sondern nur als Bestandteil eines Maßnahmenpakets, welches die Energiebilanz des gesamten Gebäudes verbessern soll und zu einem Effizienzhaus führt. Hier gibt es unterschiedliche Klassen und dementsprechend auch verschiedene Förderhöhen. Für eine neue Gasheizung bei einer Sanierung oder für eine Anlage im Neubau gilt grundsätzlich, dass der Einfluss auf die Verbesserung der Effizienzklasse steigt, je effizienter die Anlage arbeitet.

Ergänzungskredit ist möglich

Hinter dem KfW Programm 167 verbirgt sich der Ergänzungskredit, welchen Sie mit der Zuschussförderung der BEG EM verbinden können. Dies gilt ausschließlich für Gas-Hybridheizungen und "Renewable Ready"-Gasheizungen. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass der Zuschuss und der Kredit zusammen die Kosten für die Heizungserneuerung natürlich nicht übersteigen dürfen.

Wichtig: Den Ergänzungskredit können Sie noch bis zum 30.06.2021 beantragen. Ab Juli fördert die Kreditanstalt dann auch im Rahmen der BEG. Die Förderung erfolgt dann hier über einen Kredit mit Tilgungszuschuss zu denselben Konditionen wie bei den bereits veröffentlichten BEG EM des BAFA. 

Was zählt zu den förderfähigen Investitionskosten?

Zum einen fördert das Programm 167 die fachgerechte Durchführung der energetischen Sanierung und damit alle unmittelbar bedingten Kosten. Das schließt auch Beratungs- und Planungsdienstleistungen mit ein. Ebenso zählen Baubegleitungsmaßnahmen dazu. Zum anderen gehören zu den förderfähigen Kosten alle notwendigen Nebenarbeiten. Dazu gehören Maßnahmen zur Heizungsoptimierung ebenso wie die Durchführung des hydraulischen Abgleichs. 

Was sollten Sie beim KfW-Förderantrag beachten?

Prinzipiell ist ein Förderantrag für eine Gasheizung bei der KfW vor Durchführung der Maßnahme zu stellen. Anlaufstelle ist hier ein Finanzierungsinstitut Ihrer Wahl. Wird ein Antrag gestellt, achten Sie darauf, dass Sie die Programmnummer angeben. Vor Beginn der Sanierungen empfiehlt die Kreditanstalt eine Energieberatung.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Wenn Sie eine Förderung der Gasheizung nutzen möchten, ist es unabdingbar, sich umfassend zu informieren. Regional bestehen häufig zahlreiche Optionen durch Kommunen, Länder oder andere Institutionen, die beim Kauf und der beauftragten Installation Fördermittel gewähren. 
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