Veraltet, aber nicht nutzlos: Die elektrische Heizung

Die elektrische Heizung wird heute meist mit mangelnder Effizienz in Verbindung gebracht. Kein Wunder, denn das Heizen mit Strom erzeugt die mit weitem Abstand höchsten Verbrauchskosten im Vergleich zu anderen Heizmethoden. Eine elektrische Heizung liefert nur knapp die Hälfte jener Energie als Wärme zurück, die sie in Form von Strom zuvor beansprucht hat. Nicht zu Unrecht stellt sich da die Frage: Ist die elektrische Heizung überhaupt noch zeitgemäß?

Die verschiedenen Bauarten der elektrischen Heizung

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Als Hauptwärmeversorger für einen Haushalt ist die elektrische Heizung wegen ihrer schlechten Effizienz ganz sicher nicht zu gebrauchen, soviel steht fest. Es gibt aber Fälle, in denen sie die beste, manchmal sogar die einzige Möglichkeit ist, vor Ort Wärme zu erzeugen. Kleine Räume, die selten beheizt werden und auch gar nicht über einen Anschluss an das zentrale Heizsystem verfügen, sind hierfür das beste Beispiel.

Direktheizungen und Speicherheizungen

Die elektrische Heizung lässt sich in zwei Bauarten unterteilen: Direktheizungen und Speicherheizungen. Von beiden gibt es eine Reihe an unterschiedlichen Ausführungen, die sie für bestimmte Einsatzzwecke besonders qualifizieren. Eine Direktheizung gibt die Wärme schnell und unmittelbar ab, weswegen sie einen Raum auch schnell aufheizen kann. Je nachdem, auf welchem Wege diese Erwärmung vonstattengeht, lassen sich Konvektion und Strahlungswärme voneinander unterscheiden. Bei der Konvektion wird die Raumluft erwärmt und durch Verwirbelungen im Raum verteilt. Strahlungswärme heizt hingegen Gegenstände im Raum sowie Personen direkt auf.

Heizstrahler als Form der Elektrischen Heizung
© panthermedia.net / deyangeorgiev

Ein bekannter Vertreter der Speicherheizungen ist die Nachtspeicherheizung

Die Speicherheizung sammelt Wärme zunächst, um sie dann zu einem späteren Zeitpunkt - meist über den Tag verteilt - gleichmäßig wieder abzugeben. Ein bekannter Vertreter der Speicherheizungen ist die Nachtspeicherheizung, bei der die Wärme über Nacht gesammelt und tagsüber wieder abgegeben wird. Dieses Konzept wurde ursprünglich dazu entwickelt, die günstigeren Nachtstromtarife auszunutzen, was insgesamt zu einer gleichmäßigeren Auslastung der Kraftwerke über den Tag verteilt führen sollte. Die preisliche Differenz hat inzwischen jedoch abgenommen, da die Kraftwerke heute viel besser ausgesteuert sind und folglich auch besser mit Nachfrageschwankungen umgehen können.

Radiator
Bei einem Radiator handelt es sich um ein geschlossenes, mit Öl gefülltes System. Das enthaltene Öl wird mittels eines Heizstabs erwärmt und diese Wärme dann an die Umgebungsluft abgegeben. Der Nachteil eines Radiators ist darin zu sehen, dass sich die Wärme nur sehr langsam im Raum verteilt, da kein Lüfter vorhanden ist.

Konvektor
Bei einem Konvektor werden die kalten, bodennahen Luftschichten angesaugt, dann im Innern erwärmt und anschließend nach oben hin wieder abgegeben. Die warme Luft steigt auf, verteilt sich im Raum, kühlt ab und sinkt allmählich wieder zu Boden. Durch diese Luftzirkulation verteilt sich die Wärme schneller im Raum, was auch als angenehmer empfunden wird.

Heizlüfter
Heizlüfter sind beispielsweise gut geeignet, um Partykeller oder andere selten genutzte Räume schnell aufzuheizen. Verglichen mit anderen elektrischen Heizungen sind sie jedoch vergleichsweise teuer in der Anschaffung.

Infrarotheizung
Statt der Luft werden bei der Infrarotheizung einzelne Objekte im Raum durch Wärmestrahlung erwärmt.

Nachtspeicher- und Natursteinheizung
Vor allem in den 50er- und 60er-Jahren war die Nachtspeicherheizung als elektrische Heizung ein weit verbreitetes System, um die Nachtzeiten besser auszulasten. Die Heizung wurde mit dem damals noch deutlich günstigeren Nachtstrom aufgeladen. War der Strom jedoch nicht ausreichend, musste mit teurem Tagesstrom nachgeheizt werden. Bei der Natursteinheizung handelt es sich um eine Variante der Infrarotheizung. Zur Speicherung und als Designelement werden ausschließlich Natursteine genutzt. Sie eignet sich allerdings nicht zur Deckung eines größeren Wärmebedarfs.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Ob im Gartenhaus, Wintergarten oder in ausgebauten Räumen direkt unter dem Dach - für die elektrische Heizung bestehen nach wie vor genügend Einsatzmöglichkeiten. Gegenüber anderen Heizmethoden verfügt sie nämlich über den entscheidenden Vorteil, nicht stationär und daher äußerst flexibel an jedem Ort mit Stromversorgung einsetzbar zu sein.

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