Schnelle Wärme durch Heizstrahler

Heizstrahlgeräte als Form der Elektroheizung stehen im Ruf, Energiefresser und gefährlich zu sein. Um es direkt zu sagen: Beides ist richtig. Heizstrahler sind eine sehr teure und ineffiziente Art, um Heizwärme zu erzeugen. Jedoch gibt es gute Gründe dafür, an bestimmten Punkten auf den Heizstrahler zu setzen.

Aufbau von einem Heizstrahler

Heizstrahler bestehen im Wesentlichen aus einem Stahlstab oder einem Metallgewebe, welches durch Zufuhr von elektrischem Strom erwärmt wird. Heizstäbe werden in diesen Geräten dabei rot glühend. Dies zeigt bereits die hohe Brandgefahr, die von diesen Geräten ausgeht. Heizstrahlgeräte, welche als Heizmittel ein Metallgewebe verwenden, werden meistens noch durch ein Gebläse unterstützt. Darum nennt man diese Geräte auch „Heizgebläse“. Gasbetriebene Heizstrahler werden „Heizbrenner“ genannt.

Aufgrund der hohen Temperaturen, die in einem Heizstrahler erzeugt werden, kommt dem Gehäuse dieser Geräte eine besondere Bedeutung zu. Dies besteht bei reinen Heizstrahlern zumeist aus bruchfestem Metall. Heizgebläse bzw. Heizlüfter erzeugen zumeist geringere Temperaturen. Darum wird bei diesen Geräten in der Regel duroplastischer und temperaturbeständiger Kunststoff verwendet.

Heizstrahlgeräte haben eine eingebaute Sicherheitsfunktion, die sie vor Überhitzung schützen soll. Diese besteht aus einem Bimetall-Schalter, welcher bei zu hohen Temperaturen den Stromkreis unterbricht. Mit Hilfe eines Potentiometers können Heizstrahler auch geregelt werden. Heizstrahlgeräte werden grundsätzlich mit einem Netzanschluss ausgestattet. Batteriebetriebe Heizstrahler sind nicht sinnvoll, da sie dafür zu viel Strom verbrauchen.

Heizstrahler im Badezimmer

Einsatz von einem Heizstrahler

Heizstrahler werden hauptsächlich für den kurzfristigen und meist auch mobilen Einsatz verwendet. In früheren Zeiten wurden sie gelegentlich fest in Badezimmern eingebaut, um den Raum in der kalten Jahreszeit kurzzeitig aufzuwärmen, während man unter der Dusche war. Klassische Heizstrahlgeräte haben als Heizungen für Wickeltische heute eine neue Bestimmung gefunden. Sie dienen dazu, bei kalten Außentemperaturen die Wickeltische für Babys vorzuwärmen. Der Vorteil dieser Geräte ist ihre sehr schnelle Ansprechzeit, denn sie geben innerhalb weniger Sekunden nach dem Einschalten die gewünschte Wärme ab. Andere Anwendungen sind beispielsweise in Ferienhütten angesiedelt. Diese haben zumeist einen Holzofen, welcher aber eine längere Anlaufzeit benötigt, bis er die gewünschte Wärme abgeben kann. Die elektrischen Heizgeräte sind eine schnelle und praktische Möglichkeit, diese kleinen Räume vorzuwärmen.

Umgang mit Heizstrahlern

Das Wichtigste beim Umgang mit Heizstrahlgeräten sind drei Dinge:

1. Das Gerät muss sich in einem einwandfreien Zustand befinden

Das Heizgerät darf keine Risse, Sprünge oder Beulen besitzen. Das Gehäuse und die Verkabelung müssen unbeschädigt sein. Beim Anschalten des Geräts darf kein verbrannter oder verschmorter Geruch auffallen. Auch darf kein Rauch aus dem Heizstrahlgerät austreten. Beim Betrieb des Geräts sollte es stets im Auge behalten werden. Vor allem die automatische Abschaltung bei Erreichen der gewünschten Temperatur muss einwandfrei funktionieren. Darum sollte ein Heizstrahler niemals unbeaufsichtigt bleiben.

2. Das Heizgerät niemals abdecken

Elektrische Heizgeräte dürfen nicht behangen, abgedeckt oder zusätzlich eingehaust werden. Jedes Kleidungsstück, was auf einem Heizstrahler abgelegt wird, fängt unweigerlich Feuer. Auch das Ablegen von nicht brennbaren Gegenständen auf einem elektrischen Heizgerät ist gefährlich. Es kann dadurch zu einem Wärmestau kommen, der wiederum einen Zimmerbrand zur Folge haben kann.

3. Das Heizgerät nicht in der Nähe von brennbaren Materialien aufstellen

Das Beheizen von Stroh- und Holzlagern, Abstellkammern für Lebensmittel, Farb- und Lackmagazinen oder anderen potentiell gefährlichen Umgebungen sollte grundsätzlich nicht durch Heizstrahlgeräte erfolgen. Eine Alternative zu diesen Geräten ist daher der Einsatz von Radiatoren. Diese funktionieren zwar auch elektrisch, erzeugen aber nicht so hohe Temperaturen an der Oberfläche.

Alternative zu Heizstrahlern

Heizstrahler sind extrem ineffizient. Sie erzeugen mit viel Stromverbrauch eine schnelle, kurzzeitige Wärme, die aber nach dem Abschalten schnell wieder verschwindet. Mobilität und kurze Anlaufzeiten versprechen auch andere Heizmittel. Zunächst wäre der Heizbrenner zu nennen. Diese Geräte funktionieren mit Gas und unterliegen den gleichen Sicherheitsvorschriften, wie die Heizstrahler. Im Punkt Betriebskosten sind sie jedoch wesentlich billiger. Außerdem ist man mit Heizbrennern vom Stromnetz unabhängig. Heizbrenner verbrauchen aber Sauerstoff, so dass ihr Betrieb in kleinen Räumen nicht empfohlen wird.

Eine sichere und Strom sparende Alternative zu den Strahlern sind Infrarotstrahler. Die mobilen Varianten der Infrarotheizung werden als „Wärmewellenheizgerät“ vertrieben. Sie sind gegenüber den Strahlern deutlich günstiger und auch ungefährlicher. Heizstrahler und Infrarotstrahler sind zwar beide in der 2000 W Klasse verfügbar. Der Infrarotstrahler hat aber eine etwa viermal so große Heizfläche, so dass er im Punkt Effizienz den herkömmlichen Strahlern weit überlegen ist. Bei gelegentlicher Nutzung entstehen bei einem 2000 W Gerät ca. 50 Cent an Stromkosten pro Stunde. Zusätzlich versprechen Infrarotstrahler ein deutliches Plus an Sicherheit gegenüber den klassischen Heizstrahlgeräten.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Heizstrahler sind Klassiker in der Elektrotechnik. Jedoch stehen heute genügend Alternativen bereit, die ihren Betrieb obsolet machen. Ihr Betrieb sollte aus Gründen der Energieersparnis und Sicherheit wohl überlegt sein.

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