Schnelle Wärme durch Heizstrahler

Heizstrahler als Form der Elektroheizung stehen im Ruf, Energiefresser und gefährlich zu sein. Um es direkt zu sagen: Unter bestimmten Umständen ist beides richtig. Heizstrahler können eine sehr teure Art sein, um Heizwärme bereitzustellen. In einigen Bereichen ist ihr Einsatz aber durchaus berechtigt. 

Aufbau eines Heizstrahlers

Heizstrahler (auch Quarzstrahler) bestehen im Wesentlichen aus schlanken Heizdrähten, die sich in Gas befüllten Quarzröhren befinden. Die Drähte erhitzen sich unter Spannung und erreichen dabei eine sehr hohe Temperatur. Sie werden  glühend rot und emittieren neben dem sichtbaren Licht auch Infrarotstrahlung. Diese erwärmt feste Körper wie die menschliche Haut und sorgt dabei für eine hohe Behaglichkeit. Damit die Heizstrahler eine hohe Leistung erreichen, befindet sich hinter den Röhren aus Quarz meist eine reflektierende Schicht, die auch die nach hinten gerichtete Strahlung in den Raum lenkt. 

Durch die  hohen Temperaturen kommt auch dem Gehäuse der Geräte eine besondere Bedeutung zu: Es schützt vor Berührung der Quarzröhren und beugt somit schweren Verbrennungen vor. 

Heizstrahlgeräte haben eine eingebaute Sicherheitsfunktion

Heizstrahlgeräte haben eine eingebaute Sicherheitsfunktion, die sie vor Überhitzung schützen soll. Diese besteht aus einem Bimetall-Schalter, welcher bei zu hohen Temperaturen den Stromkreis unterbricht. Außerdem kommen Schmelzsicherungen zum Einsatz, die den Stromkreis bei Überhitzung ebenfalls unterbrechen. Mithilfe eines Potentiometers können Verbraucher darüber hinaus auch die Leistung der Heizstrahler verändern. Heizstrahlgeräte werden grundsätzlich mit einem Netzanschluss ausgestattet. Batteriebetriebe Heizgeräte sind nicht sinnvoll, da sie zu viel Strom verbrauchen.

Heizstrahler im Badezimmer
© Sinuswelle / Fotolia

Einsatz eines Heizstrahlers

Heizstrahler werden hauptsächlich als elektrische Heizung für den kurzfristigen und meist auch mobilen Einsatz verwendet. In früheren Zeiten wurden sie gelegentlich fest in Badezimmern eingebaut, um den Raum in der kalten Jahreszeit schnell aufzuwärmen. Klassische Heizstrahlgeräte haben als sogenannte Wickeltischheizungen heute eine neue Bestimmung gefunden. Sie kommen darüber hinaus aber auch in Werkstätten, selten beheizten Räumen oder Außenbereichen zum Einsatz. Auch die Verwendung als elektrische Zusatzheizung zur konventionellen Zentralheizung ist weit verbreitet. 

Ungeeignet sind Heizstrahler hingegen für den dauerhaften Einsatz als Alleinheizung. Der Grund: Im Vergleich mit anderen Energieträgern ist Strom teuer. Der lang anhaltende Betrieb würde daher zu sehr hohen Heizkosten führen.

Der richtige Umgang mit Heizstrahlern

Um für einen sicheren Betrieb der Heizstrahler zu sorgen, müssen Verbraucher bei ihrer Verwendung einige Dinge zu beachten. Die wichtigsten sind: 

  • nur intakte Heizstrahler verwenden
  • Strahlungsheizungen nie abdecken
  • Abstand zu brennbaren Materialien

Wer diese Punkte berücksichtigt, kann die elektrischen Heizgeräte in Innen- und Außenbereichen (sofern geeignet/zugelassen) ohne Risiken verwenden. 

1. Das Gerät muss sich in einem einwandfreien Zustand befinden

Das Heizgerät darf keine Risse, Sprünge oder Beulen besitzen. Das Gehäuse und die Verkabelung müssen unbeschädigt sein. Beim Anschalten des Geräts darf kein verbrannter oder verschmorter Geruch auffallen. Auch darf kein Rauch aus dem Heizstrahlgerät austreten. Vor allem die automatische Abschaltung beim Erreichen der gewünschten Temperatur muss einwandfrei funktionieren. Darum sollte ein Heizstrahler niemals unbeaufsichtigt bleiben.

2. Das Heizgerät niemals abdecken

Elektrische Heizgeräte dürfen nicht behangen, abgedeckt oder zusätzlich eingehaust werden. Jedes Kleidungsstück, was auf einem Heizstrahler abgelegt wird, kann entfachen und einen verheerenden Wohnungsbrand auslösen. Auch das Ablegen von nicht brennbaren Gegenständen auf einem elektrischen Heizgerät ist gefährlich. Es kann dadurch zu einem Wärmestau kommen, der im schlimmsten Fall auch einen Zimmerbrand zur Folge hat.

3. Das Heizgerät nicht in der Nähe von brennbaren Materialien aufstellen

Das Beheizen von Stroh- und Holzlagern, Abstellkammern für Lebensmittel, Farb- und Lackmagazinen oder anderen potenziell gefährlichen Umgebungen sollte grundsätzlich nicht durch Heizstrahlgeräte erfolgen. Eine Alternative zu diesen Geräten ist daher der Einsatz von Radiatoren. Diese funktionieren zwar auch elektrisch, erzeugen aber nicht so hohe Temperaturen an der Oberfläche.

Technische Alternativen zu den Heizstrahlern

Heizstrahler bringen Wärme schnell und zielgerichtet in einen Raum ein. Sie können diese allerdings nicht lange halten und verursachen im dauerhaften Betrieb hohe Stromkosten. Mobilität und kurze Anlaufzeiten versprechen dabei auch andere Heizmittel. Zunächst wären die Heizbrenner (Gasheizstrahler) zu nennen. Diese funktionieren mit Gas und unterliegen den gleichen Sicherheitsvorschriften, wie die Heizstrahler. Im Punkt Betriebskosten sind sie jedoch wesentlich günstiger. Außerdem ist man mit Heizbrennern vom Stromnetz unabhängig. Da Heizbrenner allerdings Sauerstoff verbrauchen, ist ihr Einsatz in kleinen und wenig belüfteten Räumen nicht zu empfehlen.

Eine sichere und stromsparende Alternative zu den Strahlern sind Infrarotstrahler

Eine sichere und stromsparende Alternative zu den Strahlern sind Infrarotstrahler. Die mobilen Varianten der Infrarotheizung werden als "Wärmewellenheizgeräte" vertrieben. Sie sind gegenüber den Strahlern deutlich günstiger und auch ungefährlicher. Die Infrarotstrahler haben eine größere Heizfläche, sodass sie mit geringeren Temperaturen arbeiten und Heizstrahlern in puncto Effizienz deutlich überlegen sind. Darüber hinaus versprechen Infrarotstrahler ein deutliches Plus an Sicherheit gegenüber den klassischen Heizstrahlgeräten.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Heizstrahler sind Elektroheizungen, die im Betrieb eine sehr hohe Temperatur erreichen. Sie geben thermische Energie in Form von Strahlung ab und sorgen im beschienenen Bereich schnell für eine hohe Behaglichkeit. Nachteilig sind neben den Heizkosten auch die Risiken, die von den hohen Oberflächentemperaturen ausgehen.
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