Nachtspeicheröfen: Kosten bei Kauf und Betrieb

Wie viel können Nachtspeicheröfen kosten und wie funktionieren die Heizgeräte eigentlich? Diese Fragen beschäftigen viele Verbraucher, die vor der Entscheidung für eine neue Heizungsanlage stehen. Wir erklären, wie Nachtspeicheröfen das eigene Zuhause erwärmen und was die Geräte bei Anschaffung und Betrieb kosten. 

Aufbau und Funktion der elektrischen Speicherheizung  

Geht es darum, wie viel Nachtspeicheröfen kosten, kommt es erst einmal auf die Funktionsweise der Geräte an. So bestehen die Vertreter der Elektroheizung neben elektrischen Heizwiderständen aus speziellen Materialien, die Wärme aufnehmen und über längere Zeit vorhalten können. Speicherheizungen lassen sich dabei nachts beladen und am Tage entladen. Damit das effizient funktioniert, muss die Leistung immer an den voraussichtlichen Bedarf angepasst werden. Möglich ist das unter anderem mit einer Aufladesteuerung. Diese berechnet, wie viel Wärme das Haus vermutlich am nächsten Tag benötigt und sorgt dafür, dass die Speicher diese Energie vorhalten.

Nachtspeicheröfen kosten im dauerhaften Betrieb deutlich mehr als Gas-
oder Ölheizungen 
© Jürgen_Fälchle | Fotolia

Nachtspeicheröfen kosten weniger durch Speicherfunktion  

Ihre Anfänge nahm die bekannte E-Heizung bereits vor vielen Jahren. Sie sollte einen Teil der Stromlast auf die Nacht verschieben und so zu einem lukrativeren Betrieb schwer regelbarer Kohlekraftwerke beitragen. Als Gegenleistung boten die Elektrizitätswerke geringere Strompreise. Nachtspeicheröfen kosten auch heute noch weniger als andere Elektroheizsysteme, sofern einige Bedingungen erfüllt sind. Wichtig ist dabei vor allem, dass Versorger die Stromkosten der Nachtspeicherheizung über einen eigenen Zähler abrechnen können. Außerdem muss der Netzbetreiber die Heizung bei Lastspitzen für kurze Zeit vom Netz nehmen können.

Nachtspeicheröfen: Kosten bei Anschaffung und Betrieb  

Wie viel können Nachtspeicheröfen kosten? Wer eine Antwort auf diese Frage sucht, sollte zwei Bereiche berücksichtigen: Die Anschaffungs- und die Betriebskosten der Nachtspeicher. Während erstere vergleichsweise günstig sind, kann vor allem der Dauerbetrieb mit hohen monatlichen Ausgaben verbunden sein. Wir geben einen Überblick und zeigen, wie Verbraucher bei einer Nachtspeicherheizung die Kosten berechnen können.

Anschaffung: Die Kosten der Nachtspeicher beim Kauf  

Wie viel Nachtspeicheröfen kosten, hängt vor allem von der Leistung der Geräte ab. Speicherheizungen mit einer Wärmeleistung von etwa zwei bis vier Kilowatt sind heute bereits für 700 bis 1.000 Euro am Markt erhältlich. Wer sich für größere Geräte interessiert, muss für eine sieben Kilowatt Nachtspeicherheizung heute 1.000 bis 1.500 Euro ausgeben. Die Leistung reicht dann meist aus, um mehrere Zimmer eines Hauses oder einer Wohnung mit ausreichend Wärme zu versorgen. Im Vergleich zu einer zentralen Öl- oder Gasheizung mit Wärmeverteilung und Heizkörpern ist das erst einmal recht günstig.

Durchschnittliche Stromkosten der Nachtspeicherheizung

Geht es um die Frage, wie viel Nachtspeicheröfen im laufenden Betrieb kosten, sieht das Ergebnis schon anders aus. Denn hier können sie durch die hohen Strompreise ein tiefes Loch die Haushaltskasse reißen. Ein Beispiel verdeutlicht das: Soll die elektrische Speicherheizung das ganze Jahr über allein für warme Räume sorgen, muss sie zum Beispiel einen Bedarf von 20.000 Kilowattstunden (abhängig vom Gebäude) decken. Mit einem Preis von rund 20 Cent je Kilowattstunde Strom belaufen sich bei einer Nachtspeicherheizung die Kosten auf etwa 4.000 Euro im Jahr. Zum Vergleich, mit einem Preis von:

  • 27,95 Cent pro Kilowattstunde verbrauchen andere Stromheizungen 5.590 Euro im Jahr
  • 6,85 Cent pro Kilowattsunde verbrauchen Ölheizungen 1.370 Euro im Jahr
  • 5,91 Cent pro Kilowattsunde verbrauchen Gasheizungen 1.182 Euro im Jahr
  • 4,78 Cent pro Kilowattsunde verbrauchen Pelletheizungen 956 Euro im Jahr

(Preise Stand Mai 2018; Quellen: Verivox GmbH; Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V.)

Der Vergleich zeigt: Nachtspeicheröfen kosten mit am meisten, wenn es um den dauerhaften Betrieb der Geräte geht. Im Vergleich zu einer Zentralheizung auf Basis von Öl, Gas oder Pellets liegen die Mehrkosten im Beispiel bei rund 2.600 bis 3.050 Euro im Jahr. Geht es um die Nachtspeicherheizung-Kosten monatlich, so müssen Verbrauchern mit jahreszeitlichen Schwankungen rechnen. Während der Zähler in kalten Wintermonaten einen hohen Verbrauch misst, bleibt er in warmen Sommermonaten in der Regel stehen.

Bei einer Nachtspeicherheizung die Kosten berechnen  

Wer wissen möchte, wie viel die Nachtspeicheröfen im eigenen Haus kosten, kann das einfach berechnen. Möglich ist das über folgende Gleichung: Heizleistung (in Kilowatt) x Heizdauer (in Stunden) x Preis für den Heizstrom (in Euro pro Kilowattstunde) = Nachtspeicherheizung Kosten (Euro).

Hier ein Beispiel zum Nachtspeicherheizung Kosten berechnen: Bei einer Leistung von 2.000 Watt und einer Betriebsdauer von einer Stunde am Tag verursacht die Anlage in einer Heizsaison (185 Tage) Kosten von rund 74 Euro. Bei einem täglichen Betrieb von 4 Stunden liegen die Kosten der Nachtspeicher bereits bei 296 Euro im Jahr.

Das Beispiel zeigt: Nachtspeicheröfen kosten weniger, wenn sie nur zeitweise in Betrieb sind. In diesem Fall gibt es jedoch Lösungen, die auch in der Anschaffung deutlich günstiger sind. Infrage kommen dabei zum Beispiel Keramikheizer oder elektrische Infrarotheizungen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Wie viel Nachtspeicheröfen kosten können, hängt von vielen Faktoren ab. Geht es um die Anschaffung, beeinflusst vor allem die benötigte Leistung den Preis. Im laufenden Betrieb sind es dagegen lange Laufzeiten und teure Strompreise, die zu hohen Kosten der Nachtspeicher führen können. Ein Vergleich zeigt, dass die Geräte als Alleinheizung über 2.600 Euro mehr kosten, als eine zentrale Warmwasserheizung. Wer sich für Nachtspeicheröfen als Zusatzheizung interessiert, findet hingegen auch Lösungen, die in der Anschaffung deutlich günstiger sind. 

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 11. November 2018

Wie funktioniert die Bedienung einer Nachtspeicherheizung so, dass die Heizkosten sinken, ohne den Komfort zu stören? Wir geben Antworten und verraten einfache Tipps, die effektiv beim Sparen helfen. weiterlesen

Vom 10. November 2018

Bei einer Infrarotheizung fallen die Erfahrungen der Nutzer ganz unterschiedlich aus. Wir erklären, warum das so ist und wann die elektrische Wärmewellenheizung eine gute Wahl ist. weiterlesen

Vom 20. Oktober 2018

Wer selten oder wenig genutzte Räume spontan erwärmen möchte, kann einen Schnellheizer kaufen. Wir erklären, wie dieser funktioniert und warum die Geräte nicht als Alleinheizung geeignet sind. weiterlesen

Vom 13. Oktober 2018

Die Glas-Infrarotheizung ist als Heizung kaum zu erkennen. Dennoch erwärmt sie den Raum mit wohliger Strahlungswärme. Wir erklären, wie das funktioniert, welche Vor- und Nachteile es gibt und ob sie sich lohnt. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung