Infrarotstrahler für sichere direkte Wärme

Ein normaler Flächenheizkörper wirkt auf zwei Arten: Das durchströmende warme Wasser gibt Wärmestrahlung in den Raum ab. Unmittelbar vor dem Heizkörper befindliche Personen können sich so direkt aufwärmen. Die Hauptwirkung von Flächenheizkörpern ist aber die Konvektion. Die am Heizkörper vorbei strömende Luft wird von ihm erwärmt, streicht an der Raumdecke entlang, sinkt beim Abkühlen wieder herab und fließt zum Heizkörper zurück. Der einsetzende Kreislauf eines nicht spürbaren Luftstroms wärmt so den ganzen Raum indirekt auf. Der Nachteil von diesem System ist, dass der Fußboden meist deutlich kühler ist als der Rest des Raums. Außerdem dauert es einige Minuten, bis ein kalter Raum auf die Wunschtemperatur erwärmt ist.

Infrarotstrahler erwärmen den nächsten Gegenstand stark auf

Ein Infrarotstrahler wirkt hier völlig anders: Er strahlt die Wärmestrahlung wie ein Scheinwerfer ab und erwärmt den nächsten Gegenstand, der von ihm angestrahlt wird, stark auf. Bekannt sind die Infrarotstrahler als Wärmelampe zur Therapie von Erkältungen. Die Wärme wirkt durch Infrarotstrahler direkt und unmittelbar. Die Installation einer Infrarotheizung ist wesentlich einfacher als eine aufwändige Zentralheizung. Das macht sie vor allem für wenig genutzte Räume sehr interessant.

Bild eines Infrarotstrahler

Was kostet der Infrarotstrahler?

Infrarotheizungen zur Wandmontage werden als rechteckige, flache Heizkörper geliefert. Zum Lieferumfang gehört ein regelbares Thermostat. Die Preise beginnen bei ca. 60 Euro. Je nach Größe klettern die Preise für diese Heizsysteme auf bis ca. 240 Euro. Ein Infrarotstrahler mit 500 W Leistung verbraucht in einer siebenstündigen Heizdauer ca. 1 Euro an Energie.

Vergleich zwischen Infrarotstrahler und konventioneller Zentralheizung

Würde man ein komplettes Einfamilienhaus mit durchschnittlicher Dämmung eine Heizperiode lang mit Infrarotheizkörpern heizen, entstünden bei einer Heizleistung von knapp 10.000 kW Stromkosten von über 2.500 Euro. Die gleiche Heizleistung durch eine Gasheizung wäre bereits für 600 Euro verfügbar, bei einer Ölheizung sogar für 400 Euro. Die Preise für eine Gas-Brennwertheizung beginnen ab ca. 5.500 Euro. Dem stehen etwa 500-1.000 Euro für eine ausreichende Anzahl Flächenheizkörper auf Infrarotbasis gegenüber. Die Differenz zwischen einem konventionellem Heizsystem und einer Infrarotheizung ist nach etwa drei Jahren ausgeglichen. Dann arbeitet die Gas-Brennwertheizung wesentlich wirtschaftlicher als die Infrarotheizung.

Alle Vor- und Nachteile der Infrarotstrahler

Die niedrigen Anschaffungskosten sind nicht die einzigen Vorteile der Infrarotstrahler. Sie sind zudem äußerst diskrete und praktische Heizmittel. Ihr sehr flacher Aufbau macht sie an vielen Stellen einfach installierbar. Beliebt ist die Montage einer Infrarotheizung beispielsweise unter einer Tischplatte oder seitlich an einen Bürocontainer. Sie sorgt an diesen Stellen für wohlige Wärme an den Beinen. Der Fußbereich ist, wie eingangs beschrieben, eine Schwachpunkt bei den Konvektionsheizungen. Die flache Bauweise macht Infrarotheizungen sehr gut mit einem Trägermaterial kombinierbar.

Im Gegensatz zu normalen Heizstrahlern ist die Infrarotstrahler sehr sicher

Marmorplatten sind für diesen Zweck sehr beliebt. Sie sind nicht nur dekorativ, sie entschärfen auch einen großen Nachteil der Infrarotstrahler: Diese wirken zwar sehr schnell, sobald man sie einschaltet. Wenn sie jedoch ausgeschaltet werden, wird die zuvor angestrahlte Oberfläche sofort wieder kalt. Eine vormontierte Marmorplatte kann aber auch nach dem Ausschalten der Infrarotstrahler noch einige Zeit weiter strahlen.

Im Gegensatz zu normalen Heizstrahlern ist die Infrarotstrahler sehr sicher. Bei einer direkten Berührung besteht keine unmittelbare Gefahr der Verbrennung. Sie eignen sich außerdem ideal zur Trocknung von feuchten Oberflächen. In der Sanierung von Schimmelschäden werden Infrarot-Heizungen deshalb gerne eingesetzt.

Als Primärheizung nicht geeignet

Dennoch sind Infrarotstrahler sehr teure Heizmittel. Als vollwertiger Ersatz für eine normale Zentralheizung kommen sie nicht infrage. Ihr Komfort ist zudem auch nur eingeschränkt: Sie heizen lediglich den angestrahlten Gegenstand auf, sonst jedoch nichts. Dadurch erzeugen Infratotstrahler immer nur eine Punktwärme, die für das Heizen eines Raumes weniger geeignet ist.

Infrarotstrahler als perfekte Ergänzung

Infrarotstrahler sind aus diesen Gründen ideal dazu geeignet, als Ergänzung zu einer konventionellen Zentralheizung eingesetzt zu werden. Vor allem bei der punktuellen Erwärmung von Beinen und Füßen arbeiten sie exakt in dem Bereich, in dem Konvektionsheizkörper Nachteile haben. Ein Minimaleinsatz als Komfortheizkörper unter Tischen hält die Betriebskosten für die Infrarotstrahler auch in Grenzen. Außerdem sind sie für kleine Räume gut geeignet, die nur gelegentlich und kurzzeitig benutzt werden.

Einsatz in kleinen und selten benutzten Räumen sinnvoll

In einer Toilette ergänzen sie in der Heizperiode eine Zentralheizung, vor allem wenn in diesen kleinen Sanitärräumen kein Flächenheizkörper vorhanden ist. Ebenso sind sie in Kellerräumen, Garagen, Abstellkammern oder Wintergärten gute Schnellheizungen, wenn diese außerhalb der Sommermonate kaum benutzt werden.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Infrarotstrahler sind von allen Arten der Elektroheizungen noch die sichersten, sparsamsten und intelligentesten Heizungstypen. Als Ersatz für eine Zentralheizung sind sie nicht zu gebrauchen, wohl aber für ihre Ergänzung.

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