Infrarotstrahler für sichere direkte Wärme

Ein normaler Flächenheizkörper wirkt auf zwei Arten: Das durchströmende warme Wasser gibt Wärmestrahlung in den Raum ab. Unmittelbar vor dem Heizkörper befindliche Personen können sich so direkt aufwärmen. Die Hauptwirkung von Flächenheizkörpern ist aber die Konvektion. Die am Heizkörper vorbei strömende Luft wird von ihm erwärmt, streicht an der Raumdecke entlang, sinkt beim Abkühlen wieder herab und wandert zum Heizkörper zurück. Der einsetzende Kreislauf eines nicht spürbaren Luftstroms erwärmt so den ganzen Raum indirekt auf. Der Nachteil von diesem System ist, dass der Fußboden meist deutlich kühler ist als der Rest des Raums. Außerdem dauert es einige Minuten, bis ein kalter Raum auf die Wunschtemperatur erwärmt ist.

Infrarotstrahler erwärmen Gegenstände im Raum direkt

Ein Infrarotstrahler wirkt hier völlig anders: Er arbeitet mit dem Prinzip der Wärmestrahlung und versorgt seinen Aufstellraum sonnengleich mit thermischer Energie. Bekannt sind die Infrarotstrahler unter anderem als Wärmelampe zur Therapie von Erkältungen. Die Wärme wirkt hierbei direkt und unmittelbar. Die Installation einer elektrischen Infrarotheizung ist wesentlich einfacher als eine aufwendige Zentralheizung. Das macht sie vor allem für wenig genutzte Räume sehr interessant.

Bild eines Infrarotstrahler
© Artur Synenko | Fotolia

Was kostet der Infrarotstrahler?

Elektrische Infrarotheizungen zur Wandmontage werden als rechteckige, flache Heizkörper geliefert. Zum Lieferumfang gehört ein regelbares Thermostat. Die Preise beginnen bei ca. 60 Euro. Je nach Größe klettern die Preise für diese Heizsysteme auf bis ca. 240 Euro. Ein Infrarotstrahler mit 500 W Leistung verbraucht in einer siebenstündigen Heizdauer ca. 1 Euro an Energie.

Vergleich zwischen Infrarotstrahler und konventioneller Zentralheizung

Würde man ein komplettes Einfamilienhaus mit durchschnittlicher Dämmung eine Heizperiode lang mit Infrarotheizkörpern heizen, entstünden bei einer Heizleistung von knapp 10 Kilowatt Stromkosten von über 4.000 Euro. Die gleiche Heizleistung durch eine Gasheizung wäre bereits für 1.000 Euro verfügbar, bei einer Ölheizung für etwa 100 Euro mehr. Die Preise für eine Gasbrennwertheizung beginnen ab ca. 5.500 Euro. Dem stehen etwa 2.500 - 3.500 Euro für eine ausreichende Anzahl Flächenheizkörper auf Infrarotbasis gegenüber. Die Differenz zwischen einem konventionellen Heizsystem und einer Infrarotheizung ist nach wenigen Jahren ausgeglichen. Dann arbeitet die Gas-Brennwertheizung wesentlich wirtschaftlicher als die Infrarotheizung.

Alle Vor- und Nachteile zusammengefasst

Die niedrigen Anschaffungskosten sind nicht die einzigen Vorteile der Infrarotstrahler. Sie sind zudem äußerst diskrete und praktische Heizmittel. So lassen sie sich platzsparend und nahezu unsichtbar im Raum installieren. Denn eine Infrarotheizung ist als Designobjekt, Spiegel- oder sogar als Bildheizung erhältlich. Sie sorgt außerdem für wohlige Wärme im von ihr beschienen Bereich.

Im Gegensatz zu normalen Heizstrahlern sind Infrarotstrahler sehr sicher

Marmorplatten sind für diesen Zweck sehr beliebt. Sie sind nicht nur dekorativ, sie entschärfen auch einen großen Nachteil der Infrarotstrahler: Diese wirken zwar sehr schnell, sobald man sie einschaltet. Wenn sie jedoch ausgeschaltet werden, wird die zuvor angestrahlte Oberfläche sofort wieder kalt. Eine vormontierte Marmorplatte kann aber auch nach dem Ausschalten der Infrarotstrahler noch einige Zeit weiter strahlen.

Im Gegensatz zu normalen Heizstrahlern sind Infrarotstrahler sehr sicher. Bei einer direkten Berührung besteht keine unmittelbare Gefahr der Verbrennung. Außerdem erhöhen sie die Oberflächentemperatur der beschienen Wände, wodurch Infrarotstrahler bei der Sanierung zum Vorbeugen vor Schimmel an der Wand infrage kommen.

Als Primärheizung nicht geeignet

Dennoch sind Infrarotstrahler im Betrieb sehr teure Heizmittel. Als vollwertiger Ersatz für eine normale Zentralheizung kommen sie daher nicht infrage. Ihr Komfort ist zudem auch nur eingeschränkt: Sie heizen lediglich den angestrahlten Gegenstand auf. In "verschatteten" Bereichen kommt die Wärme hingegen erst einmal nicht an.

Infrarotstrahler als perfekte Ergänzung

Infrarotstrahler sind aus diesen Gründen ideal dazu geeignet, als Ergänzung zu einer konventionellen Zentralheizung eingesetzt zu werden. Vor allem bei der punktuellen Erwärmung von Beinen und Füßen arbeiten sie exakt in dem Bereich, in dem Konvektionsheizkörper Nachteile haben. Ein Minimaleinsatz als Komfort- oder Zusatzheizung hält die Betriebskosten für die Infrarotstrahler auch in Grenzen. Auch bei dem Einsatz in kleinen Räumen berichten viele Nutzer von einer guten Erfahrung mit der Infrarotheizung.

Einsatz in kleinen und selten benutzten Räumen sinnvoll

In einer Toilette ergänzen sie in der Heizperiode eine Zentralheizung, vor allem wenn in diesen kleinen Sanitärräumen kein Flächenheizkörper vorhanden ist. Ebenso sind sie in Kellerräumen, Garagen, Abstellkammern oder Wintergärten gute Schnellheizungen, wenn diese außerhalb der Sommermonate kaum benutzt werden.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Infrarotstrahler sind von allen Arten der Elektroheizungen noch die sichersten und sparsamsten Heizungstypen. Als Ersatz für eine Zentralheizung sind sie nicht geeignet, wohl aber für ihre Ergänzung.
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